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Full text of "Natur und Museum"

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Bericht 



über die 



Senckenbergische naturforschende Gesellschaft 

in 

Frankfurt am Hain 

vom Juni 1878 bis Juni 1879. 



.-<>. 



Die Direction der Senckenbergischen naturforschenden 

Gesellschaft beehrt sich hiermit, statutengemäss ihren Bericht 
über das Jahr 1878 bis 1879 zu überreichen. 
Frankfurt a. M., im Juli 1879. 

Die Direction: 

Dr. med. Heiiir. Schmidt, d. Z. erster Director. 
Dr. phil. H. Theod. Geyler, d. Z. zweiter Director. 
Dr. phil. Friedr. Kinkelin, d. Z. erster Schriftführer. 
Dr. med. Robert Fridberg, d. Z. zweiter Schriftführer. 



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Bericht 

über die 

Senckenbergische naturforschende Gesellschaft 

in 

Frankfurt am Main. 

Erstattet am Jahresfeste eleu 25. Mai 1879 



Dr. med. Heinrich Schmidt, 

d. Z. erstem Director. 



^/A^^ 



H e h V e r e li r 1 i c li e Y e r s a m m 1 n u g ! 

Ju öffeutliclier Sitzung erstattet Ihueu die Directiou alljähr- 
lich Bericht über Persoueu und Gegenstände, soweit sie mit der 
Gesellschaft in Beziehung stehen. Die Wiederkehr der Jahresfeier 
bedeutet für uns einen Festtag, an welchem Jeder, der in diesem 
Kreise ein Arbeitsfeld gefunden hat, sich Rechenschaft geben soll 
über das von ihm Erreichte, und an welchem Alle, die einen 
offenen Sinn, ein warmes Herz haben für unsere Bestrebungen, 
eingeladen sind, durch Entgegennahme wichtiger Mittheilungen 
über den Zustand der Gesellschaft sich ein gewisses Urtheil zu 
bilden. Der üebersichtlichkeit halber erfolgt die Darstellung, 
seitdem der Bericht allen Mitgliedern gedruckt zugestellt wird, 
in einem bestimmten Rahmen, so dass auch ein Vergleich des in 
den einzelnen Jahrgängen Gebotenen unschwer sich ausführen 
lässt; ja man kann sogar sagen, dass diese wiederkehrende Form 
zu einer Nebeneinanderstellung geradezu einlädt. 



lu den ersten Jahrzehnten des Bestehens der naturforscheu- 
den Gesellschaft pflegte die Berichterstattung in anderer Weise zu 
geschehen. Denn dieselbe bildete einen Theil der Festrede, die 
ein Mitglied der Direction über ein naturwissenschaftliches Thema 
vortrug. Indem dabei die Nachrichten über Personen und Diuge 
ihre Stelle fanden, wie solches gerade anging, dienten sie zur Klar- 
stellung der obwaltenden Verhältnisse, gaben willkommene Ge- 
legenheit, die Leistungen Einzelner in ein besonders günstiges 
Licht zu stellen und konnten nicht verfehlen, bei dem Zuhörer 
einen entschieden befriedigenden, öfter sogar einen erhebenden 
Eindruck zu hinterlassen. Wie leicht war es, das herbe Gefühl, 
das ein betrübendes Ereigniss hervorrufen rausste, durch die nach- 
folgende Schilderung erfreulicher Erscheinungen zu beseitigen 
und an eine, Schöneres und Besseres versprechende Zukunft den 
Blick zu fesseln. 

Dagegen zeigen unsere Berichte in den letzten 10 Jahren 
eine ruhigere, sachlichere Art, aus welcher die persönliche iVn- 
schauuug des Redners, falls sie der Unzufriedenheit mit unseren 
Verhältnissen bestimmten Ausdruck gibt, um so schärfer hervor- 
tritt. Welche Form der Mittheiluno-en gibt nun ein besseres 
Bild ? Wie ich denke, wohl die jetzt gebräuchliche. Berechtigt 
sie aber, auch wenn sie in einer Reihe von .Jahrgängen vor uns 
tritt, zu einem wohlbegründeten Ausspruch über die Gesammt- 
leistungeu der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, 
deren Thätigkeitsäusseruugeu bekanntlich so mannigfaltig sind, 
deren arbeitende Mitglieder auf so verschiedenartigen, wissenschaft- 
lichen Gebieten ihren Beruf erfüllen? Sicherlich nicht! Zu solch' 
einem zusammenfassenden ürtheile müsste eine Geschichte unserer 
Gesellschaft mit eingehender Berücksichtigung aller an ihr Arbei- 
tenden vorliegen. In Betreff derjenigen freilich , die nicht mehr 
leben, wäre dergleichen nicht schwierig herzustellen; aber eine 
Schilderung des Wirkens und der Erfolge, oder, was dasselbe 
heissen würde, eine Kritik aller an dieser Stätte thätigen Lehrer 
und Forscher zu geben, das ist, wie kaum Jemand bestreiten wird, 
eine völlige Unmöglichkeit. 

Dass ich es mir gestattete, darauf hinzuweisen, was die Be- 
richte bieten, möchten Sie, darum bitte ich, nicht als überflüssig 
ansehen. Die öffentliche Meinung aber, auf welche jedes gemein- 
nützige Institut mit gebührender Achtung hinblickt, wird mir 



diese Aucleutimgeu umsoweuiger verargen köuueu, als es der 
Senckeubergischeu naturforschenden Gesellschaft nnbenommeu 
bleiben muss, ihre eigene Ansicht über die Tragweite ihrer Mit- 
theiluDgeu auszusprechen. 

In herkömmlicher Weise erhalten sie zuerst die Angaben 
über Zahl und Wechsel unserer geehrten Mitglieder. Im ab- 
gelaufenen Jahre meldeten ihren Austritt an die Herren : Ingenieur 
F. F. A n d r e a e , I s i d o r B e r m a u n , L. B 1 i e d u u g , Louis 
Engel, Ludwig Fuld, J. A. Hamm er an, Consul Jacob 
Jacobsohn, Jacob Klein, L. A. Meixner, Consul 
F. A, Muck, Dietr. W^ilh. Schmidt, Fr. Ad. Schürmann, 
Samuel Trier, J. F. W^eisbrod, Phil. Weydt, Xicolaus 
Weydt, C. G. B. Zimmer, Philipp Schiff. Weggezogen 
ist Herr Dr. jur. Fr. Borgnis. 

Verstorben sind Herr Baruch Bonn, Justizrath Dr. Fester, 
M. B. Gold Schmidt, H. H. Goldschmidt, Dr. med. 
M. Gundersheim, Georg Jung-Hauff, Wilh. Rieger, 
Frau Fr. Rumpf, Herr Kreisthierarzt C. Schmidt, Fr. Wipper- 
mann, Dr. phii. C. Zimmer. Diese Verluste betreffen uns 
besouders schmerzlich , da die Mehrzahl der Heimgegangenen 
eine lange Reihe von Jahren hindurch der Gesellschaft ange- 
hört hat. 

Diesem grossen Rückgauge der Mitgliederzahl gegenüber er- 
scheint die Summe der neu Eingetretenen leider sehr klein. Es 
sind fünf: die Herren Dr. Emil Buck, Dr. J. H. Reichen- 
bach, Friedr. Schäfer, Ludwig Stelz, Gustav Trier. 
Da vor 2 Jahren eine in zahlreichen Exemplaren versandte Auf- 
forderung zum Beitritt deu schönsten Erfolg hatte, so beabsich- 
tigt die Direction wiederum Circulare zu versenden ; und zwar 
gedachte sie die Söhne unserer verstorbenen Mitglieder dabei be- 
sonders berücksichtigen zu dürfen. 

Die Gesammtzahl der Mitglieder erreicht heute die Höhe von 
524 gegen 550 im Vorjahre, nachdem durch Austritt 19, 12 durch 
Todesfall aus unserer Gesellschaft geschieden sind und 5 neue 
Eintritte stattgefunden haben. 

In den engeren Kreis der arbeitenden Mitg-lieder traten ein 
die Herren Dr. Emil Buck, Dr. J. H. Reichen bach, In- 
genieur Ludwig Becker. 



— — 

Auf der Marmortafel die dem Eintretenden im Erdgeschosse 
einen ernsten, stillen Gruss bietet, werden Sie zwei neue Namen 
finden. Es haben im vergangenen Jahre die ewige Mitgliedschaft 
erworben Herr Philipp N i c o 1 a u s M a n s k o p f durch Ent- 
richtung des festgesetzten Beitrags, sowie der verstorbene Schneider- 
meister Herr Johann Heinrich Roth, der uns die Summe 
von 500 Gulden vermacht und ausserdem bestimmt hatte, dass 
der dritte Theil eines Gewinnes, der auf gewisse, einer anderen 
Stiftung vermachte Werthpapiere entfallen sollte, uns zugewie- 
sen werde. 

Zu correspondirenden Mitg-liedern wurden ernannt: Herr 
Dr. Alexander Strauch, Mitglied der Kaiserlichen Academic 
der Wissenschaften zu St. Petersburg, wohnhaft daselbst, und 
Herr Anton Stump ff aus Homburg v. d. H., derzeit auf Ma- 
dagascar. Von beiden Herren sind dem Museum werthvolle Be- 
reicherungen überwiesen worden. 

Die seltene Auszeichnung der Ernennung zum correspon- 
direnden Ehrenmitgliede Avurde unserem hochverehrten Professor 
Dr. Böttger bei Gelegenheit seines 50 jährigen Docenten- 
jubiläums. 

Auch im verflossenen Jahre entriss der Tod ihrem segens- 
reichen AYirkungskreise eine Anzahl unserer correspondirenden 
Mitglieder. 

Es verstarb am 17. März d. J. in Dresden das Zweitälteste 
correspondirende Mitglied, aufgenommen 1822, der Geh. Hofratl; 
Dr. med. et phil. H. G. L. Reichenbach. Geboren am 8. 
Januar 1793 zu Leipzig, Hess er sich, erst 19 .Jahre alt, in seiner 
Vaterstadt als Arzt nieder. Nachdem er kürzere Zeit hindurch 
Privatdocent gewesen, Avurde er schon 1818 ordentlicher Professor. 
Zwei Jahre später ward ihm die Leitung des Dresdener Museums 
und des dortigen botanischen <Tarteus übertragen, in welch letz- 
terer Stellung er bis zu seinem Tode verblieb. Während einer 
Reihe von Jahren war er Präsident der Cäsareo-Leopoldiua. Er 
besass einen seltenen Reichthum an Kenntnissen in der Botanik so- 
wohl, als auch in der Zoologie. Eine grosse Reihe wissenschaft- 
licher Schriften entstammen seiner Feder, von denen verschiedene 
die Entwickeluug eines neuen botanischen Systemes zum Gegen- 
stande haben. 



— 7 — 

Im Staate Obio verschied am 7. April d. J. Dr. Adolf 
Reu SS, in Frankfurt a. M. geboren 1804, zu Göttingen pro- 
movirt 1825 und seit 1834 in seiner neuen Heimath als Arzt 
thätig. Er beschäftigte sich eingehend mit Zoologie und zwar 
besonders mit den Arachniden. In dem von der Gesellschaft vor 
Jahrzehnten herausgegebenen Museum Senckenbergianum hat er 
die Saurier, Batrachier, Ophidier und Spinnen unserer Sammlung 
bearbeitet. Von ihm stammen die Bestimmungen der auf der 
Bibliothek befindlichen prächtigen Handzeichnuugeu der Arachniden, 
die Oberpfarrer Wider zu Beerfelden im Odenwalde seiner Zeit 
anfertigte (1834). 

Zu Stuttgart, seiner Geburtsstadt, ist am 12. September v. J. 
im Alter von 84 Jahren der Bergrath a. D., Dr. honor. Fried r. 
von Alberti aus dem Leben geschieden. Er war vielfach als 
Geologe thätig (1834). 

Ebenfalls hochbetagt verstarb am 8. Februar d. J. in Upsala 
der dortige Professor der Botanik E. M. Fries. Er war ein 
Mann, ausgezeichnet durch unermüdliche Thätigkeit und liebens- 
würdige Charaktereigenschaften. Seine zahlreichen, werthvollen 
Schriften auf dem Gebiete der Pilz- und Flechtenkunde sichern 
ihm einen bleibenden Namen in der Wissenschaft (1873). 

Seit dem 9. d. M. betrauert die Universität Göttingen und 
mit ihr die wissenschaftliche Fachwelt den Eintritt eines vortreff- 
lichen Gelehrten, des Geh. Hofraths und Professors August 
Grisebach. Der Tod ereilte ihn, nachdem er kurze Zeit zuvor 
aus Italien zurückgekehrt war. Er hat von jeher in liebens- 
würdigster Weise seine jüngeren Col legen mit Rath und That 
unterstützt. Die Wissenschaft verdankt ihm zahlreiche Schriften, 
die besonders die Systematik und Pflanzengeographie betreffen. 
Für letztere hat er in seinem grossen Werke »über die Vegetation 
der Erde« eine Fülle von neuen Thatsachen und Forschungen zu- 
sammengetragen und damit künftigen Arbeiten ein unentbehrliches 
Hülfsbuch geliefert (1873). 

Zu Halle a. d. S. ist am 21. April d. J. der frühere Di- 
rector des Gymnasiums in Guben, Prof. Dr. Hermann Low ge- 
storben. Er war Mitglied des Frankfurter Parlamentes gewesen 
und hatte sich eingehend mit Entomologie beschäftigt (1849). 

Nachträglich ist uns auch Kunde geworden von dem Tode 
des trefflichen Kenners der Alpenflora, nämlich des Apothekers 



und Professors Georg Hinter huber iu Salzburg. Ihm verdaukt 
das Herbarium der Gesellschaft viele werthvolle Pflanzen (1825). 

Mit tiefem Schmerze nahm im Februar d. J. die ganze ge- 
bildete Welt die Nachricht entgegen, dass am 10, desselben 
Monats dem Wirken des grössten Physiologen der Jetztzeit der 
Tod ein Ziel gesetzt habe, dass Claude Bernard nicht mehr 
unter den Lebenden sei. Geboren 1813 im Rhone-Departement, 
widmete er sich dem medicinischeu Studium und wurde 1841, zwei 
Jahre vor seiner Promotion, der Assistent des gefeierten Physio- 
logen Mageudie. 1854 erhielt er die ordentliche Professur für 
allgemeine Physiologie an der Sorbonne und ein Jahr darauf den 
Lehrstuhl für experimentelle Physiologie am College de France. 
1859 öffneten sich ihm die Pforten der Academic der Wissen- 
schaften und 10 Jahre später auch die des Senatspalastes. Seine 
Arbeiten über die Verdauung, den Nerveneinfluss auf dieselbe, 
speciell über das Pancreas, die Leber, den Darmsaft, die Zucker- 
bildung unter normalen und abnormen Verhältnissen bezeichnen 
einen gewaltigen Fortschritt der Wissenschaft und stellen ihren 
Verfasser in die erste Reihe der Naturforscher aller Zeiten. Es 
sind dem ausgezeichneten Manne die höchsten wissenschaftlichen 
Ehren durch Verleihung der sog. grossen Preise zu Theil ge- 
worden. Auch den todten Meister hat seine Nation in seltener 
Weise geehrt : sie Hess ihren berühmten Bürger auf Staatskosten 
bestatten. (1853). 

Bei der am Jahresschlüsse satzungsgemäss vorgenommenen 
Neuwahl der Mitglieder der Direction) bei welcher der erste Di- 
rector, Herr Dr. Petersen, ohne wieder wählbar zu sein, aus- 
zuscheiden hatte und der ebenfalls abtretende erste Schriftführer 
wieder wählbar war, wurde Herr Dr. med. Heinrich Schmidt 
erster Director, und der bisherige erste Secretär, Herr Dr. phil. 
Fr. Kinkelin, zum zweiten Male in seinem Amte bestätigt. 
Als zweiter Director fungirt Herr Dr. phil. Tb. Geyler, als 
correspondirender Secretär Herr Dr. med. R. Fr id her g. 

Das zeitraubende Geschäft des ersten Cassirers besorgte zu 
unserem besten Danke Herr Bankdirector Hermann Andreae. 
Ihn unterstützte in freundlicher Weise der zweite Cassirer Herr 
Albert Metzler. Von der im Frühjahr abgelialtenen General- 
versammlung, zu welcher mittelst Karten eingeladen worden war, 
wurden beide Herren in ihrem Amte bestätigt. 



Aus der Revisionsconmiission, welcher die Prüfung des Rech- 
nungswesens der Gesellschaft obliegt, und auf deren Autrag die 
Generalversammlung die Entlastung der Herreu Cassirer ausspricht, 
schieden satzuugsmässig aus die Herreu Rechtsanwalt M. Hauck 
und Robert Flersheim. An ihre Stelle wählte die Geueral- 
versammluug die Herreu Albert Mumm von Schwarzeustein 
uud Rechtsanwalt Paul R e i s s. 

Nachdem in die Redactionscommission für die Abhandlun- 
gen, an Stelle des ausgeschiedenen langjährigen Mitgliedes Herrn 
Dr. Fr. Schar ff, Herr Dr. Th. Petersen getreten ist, besteht 
dieselbe nuumehr ausser dem zuletzt Genannten aus deu Herreu 
Prof. Dr. Lucae als Vorsitzendem, Dr. Th. Geyler, Hauptmann 
Dr. L. von Heyden, Dr. F. C. Noll. Die Redaction der Jahres- 
berichte besorgten die Herrn Dr. Geyler, Dr. Kiukelin, 
Dr. B 1 u m e n t h a 1. 

Die Büchercommission, auf deren Vorschläge hin die Gesell- 
schaft die Bibliothek vervollständigt, zeigt gegen das Vorjahr 
folgende Veräuderuug: Da Herr Dr. Fr. Schar ff seineu Aus- 
tritt erklärt hatte, trat an seine Stelle Herr Dr. Th. Petersen. 
Es verblieben die Herrn Prof. Dr. Lucae und Dr. Noll. Es trat 
ferner neu ein der erste Bibliothekar des Senckenbergiauums, 
Herrr Dr. W. Stricker. 

Die im letzten Berichte namentlich aufgeführten Herren 
Sectionäre verwalteten auch im verflossenen Jahre den ihueu über- 
wieseneu Theil der Sammlungeu. Dem gedruckten Berichte wer- 
den Mittheilungen aus deu einzelnen Sectioneu, soweit sie von 
Wichtigkeit sind, augefügt werden. 

Leider ist Herr Dr. 0. Böttger, der Sectiouär für Repti- 
lien, Amphibien uud Fische, noch immer an das Zimmer gebannt. 
Gleichwohl widmet er sich mit rastlosem Eifer und schönem Er- 
folge der Bearbeitung und wissenschaftlichen Verwerthung der ihm 
anvertrauten Theile unserer Sammlung. Nachdem er mit den 
Clausilien fertig geworden, hat er bereits eine treffliche Monographie 
über Reptilien und Amphibien aus Syrien für deu heurigen 
Jahresbericht eingesendet. Es liegen ihr zum grössten Theile 
Geschenke unseres so hochverdienten Dr. L. von H e y d e u zu 
G runde. 

Es ist Ihnen bekannt, dass in der alljährlich am Ende des 



— 10 — 

Winters abgelialteueu Geueralversammluug die Finanzen 
der Gesellschaft zu eingehender Darstellung kommen. Ferner 
wird regelmässig dem gedruckten Berichte eine tabellarische 
U e b e r s i c h t der Einnahmen und Ausgaben beigegeben. 
Es sei daher hier nur kurz erwähnt, dass der Voranschlag mit 
24 525 Mark für 1879 niedriger gegriffen ist, als der des ver- 
gangenen Jahres. 

Von besonderen Zuwendungen au Geld erwähnen wir 
zuerst, dass, wie so oft schon früher, auch im letzten Jahre unser 
hochherziger Freund und Sectionär Herr Adolf Metzler zu 
botanischen Zwecken 46 Mark gespendet hat. Ferner nennen wir 
die Beiträge, welche Herr Philipp Nico laus Manskopf sowie 
der verstorbene Herr Joh. Heinrich Roth zur Erwerbung 
der ewigen Mitgliedschaft gegeben habeu. (s. o.) 

Die V^erwaltung unseres Antheils an der im letzten Berichte 
ausführlich erwähnten Rapp' sehen Stiftung wurde dem Con- 
suleuteu der Gesellschaft, Herrn Dr. jur. R. Pfefferkorn über- 
tragen, dem wir für die uneigennützige und sorgfältige Erledigung 
unserer Rechtsgeschäfte seit mehreren Jahren schon zu recht 
warmem Danke verpflichtet sind. 

Zu den Geschenken, in gewissem Sinne allerdings, gehört 
auch ein entsprechender Theil der alljährlich unserer Bibliothek 
einverleibten Bücher. Wie Sie wissen, erhalten wir von äusserst 
zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften regelmässige Zu- 
sendungen in Tausch gegen unsere Publicationeu. 

Das Gesuch um Schriftenaustausch erging im letzten 
Jahre an die Gesellschaft seitens der Bibliotheca nationale in Florenz, 
des westphälischen Vereins, des Vereins für Naturkunde in Cassel, 
der Societas fennica in Helsiugfors und der Gewerbeschule zu 
Bistritz in Siebenbürgen. 

Die Ergänzung der Büchersammlung durch Kauf betrifft 
einmal die regelmässige Fortsetzung von Zeitschriften und dann 
den Erwerb wichtiger Fachwerke, deren Preis wegen der fast 
stets beigegebenen, sorgfältig ausgeführten Abbildungen gewöhnlich 
ein hoher ist. Da in früheren Berichten von der nothwendigen 
Anschaffung des grossen conchyologischen Werkes von Reeve 
gesprochen und zugleich dem Bedauern Ausdruck verliehen wurde, 
dass uns leider die Mittel dazu nicht zu Gebote stünden, so darf 



— 11 — 

jetzt uicht unerwähnt bleiben, dass Herr Dr. Kobelt, einer der 
Sectionäre für Malakozoologie, antiquarisch in Abtheilungen ein 
ebenso brauchbares, aber nicht so theures Fachwerk, den Thesaurus 
conchyliorum von Sowerby für die Bibliothek zu erwerben und 
damit einen recht wünschenswerthen Ersatz zu finden wusste. 

Derselbe für unser Museum in erfreulicher Weise thätige 
Gelehrte hat uns schriftlich davon in Kenntniss gesetzt, dass seine 
ausgewählte, reichhaltige Bibliothek bei seinem Ableben in unseren 
Besitz übergehen solle. Wir können nur von Herzen wünschen, 
es mösce diese Erbschaft der Gesellschaft noch viele Jahrzehnte 
vorbehalten bleiben. 

Von weiteren Büchergeschenken ist zu erwähnen, dass der 
am 11. April 1878 verstorbene, als Arzt und paediatrischer 
Schriftsteller allgemein sehr geschätzte Dr. med. Alexander 
Fried leben seine werth volle Bibliothek, soweit dieselbe rein 
wissenschaftliche Werke enthält, der naturforscheuden Gesellschaft 
vermacht hat, allerdings unter Bedingungen, welche anzunehmen 
wir jedoch keine Bedenken haben konnten. 

Von unserem hochverehrten Mitgliede Herrn Grafen v. B o s e - 
Reichen bach erhielten wir einen aus dem Jahre 1808 stammen- 
den Prachtband, der 161 von einem Frankfurter Namens Simon 
verfertigte Aquarellzeichnuugen von giftigen und anderen Pflauzen 
enthält. Wie in frühereu .Jahren verehrte auch jetzt wieder 
Herr Dr. E. Rüppell das dem berühmten Gelehrten seitens der 
bedeutendsten zoologischen Gesellschaft der Erde aus Hochachtung 
zugesaudte colorirte Exemplar der Proceedings of the zoological 
Society of London p. 1 — 4. Ferner wurden uns von dem hiesigen 
Mikroskopischen Verein die ersten 15 Bände und das 1. Heft 
des 16. des M. Schultze'scheu Archivs für mikroskopische Ana- 
tomie zum Geschenk gemacht und an dessen Annahme die Voraus- 
setzung geknüpft, die Gesellschaft werde künftighin die Fortsetzung 
dieser werthvollen Zeitschrift auf eigene Kosten übernehmen. Es 
sind diese Zuwendungen den gütigen Gebern, wie üblich, bestens 
verdankt worden. 

Geschenke an Naturalien sind dem Museum wieder in reicher 
Zahl überwiesen worden. Die stets am Jahresfeste geübte Einzel- 
aufzählung der vielen hochverehrten Geber und der betreffenden 
Gegenstände ergänzt sich dadurch, dass dem Berichte ein genaues 



Verzeichuiss später eiugefägt wird und die Sectionäre, wie bereits 
erwähnt, noch häufig iu besonderen Anlagen wichtigere Neuig- 
keiten besprechen. 

Der vergleichend anatomischen Sammlung verehrte Herr 
C. F. Müller, stud. med. dahier, einen KafFernschädel, und Herr 
J. Blum Schädel vom Rollaffen und einer Waschbärart. 

Die Säugethiersammlung wurde vermehrt durch Ankauf 
vou 4 Exemplaren des seltenen Chiromys Madagascarimsis, durch 
einen Wombat aus dem zoologischen Garten , den uns dessen 
Director in entgegenkommender Weise billigst überliess, und durch 
Anderes. 

Für die Vögelsammlung erhielten wir von Herrn F. Bastier 
eine Euteuart (Pterocijanea circia), von Herrn Photographen Huth 
einen Bastard vou Girlitz und Kanarienvogel, und vou Herrn 
Verwalter Mühlig ein iu einen Pantoffel gebautes Nest der 
3IotaciUa alba. 

Vou Amphibien wurden uns zugewiesen seitens des Sectiouärs 
Herrn Dr. 0. Böttger neun Tritoneu in drei Species, gesammelt 
bei Brückenau a. d. Röhu, ferner von dem neuerwählteu corre- 
spondirenden Mitgliede Herrn A. Stumpff, d. Z. auf Madagascar, 
(Sohn des Oberamtsrichters Herrn L, Stumpff in Homburg v. d. H.) 
verschiedene Chamäleon, Schlangen und Eidechsen. Das gleich- 
falls neuernauute correspoudirende Mitglied Herr Academiker 
Dr. Alexander Strauch iu St. Petersburg, bewährt als Forscher 
auf dem Gebiete der Reptilien , verehrte der Sammlung drei 
Eidechseuspecies aus dem russisch-asiatischen Gebiete, zwei Eremias 
und einen Fhryuocephalus. Vou ihm erhielten wir vor einigen Tagen 
eine freuudliche Zuschrift, iu welcher er uns die demnächstige 
Ankunft von zwei Turkestanischen Schildkröten (Homopiis Ilors- 
fieldü) ankündigt. Erkauft wurde eine kleine Schlange, Bliinoctris. 

Die Crustaceen erhielten einen Zuwachs dadurch, dass 15 
Formen vou Squilliden-Larven aus dem berühmten Museum Godefroy 
in Hamburg erworben wurden, sowie durch einen von Herrn 
Appellationsgerichtsrath Dr. Jean reu and geschenkten trockneu 
Seekrebs. 

Der Insectensammlung wurde verehrt von dem eben 
genannten Herrn A. Stumpff eine Suite Schmetterlinge aus 
Madagascar, sowie mehrere Gläser mit Insecten in Spiritus. 



^ — 13 — 

Ferner schenkte Herr W. von Schonler in Wiesbaden 2 Gläser 
mit in Spiritus couservirten Insecten , welclie auf Sumatra im 
Reiche Delhi gesammelt worden sind. Die Herren Sectionäre 
Oberstlieuteuant S a a 1 m ü 11 e r und Dr. v. He y d e u bereicherten 
die Sammlung durch Eintausch für uns neuer portugiesischer und 
brasilianischer Schmetterlinge gegen Dubletten der Käfersammlung. 

Der Weichthiergruppe hat, wie bisher, der Sectionär Herr 
Dr. Kobelt manch schönes Exemplar zugewandt. Werthvolle 
Reihen von Exemplaren verehrten ferner der Sectionär Herr F. D. 
Heyuemann und Herr Baron H. von Maltzan. Herr Dr. Kobelt 
vermehrte diesen Theil der Sammlung, der anderen Museen gegen- 
über eine seltene Vollständigkeit besitzt, durch bedeutende Ein- 
käufe. Auch setzte er, wie für seine Bibliothek, so für seine 
kostbare malakozoologische Sammlunw die Gesellschaft zum 
einstigen Erben ein. 

Für die Corallensammlung' erhielten wir von Herrn Chr. 
Lamb recht dahier eine Maeandriua. 

Unsere berühmte Pflanzensammlung erhielt zum Geschenke 
von dem Inspector des Palmengartens Herrn Heiss die Blüthe 
^mer Stanhopea oceUcda und den Blüthensteugel einer Agave; von 
Herrn Hofrath Dr. Pauli ein 90 Gramm schweres Stück Gummi 
Ladanum von Cistus creticus. Sie wurde ausserordentlich be- 
reichert, indem eine prächtige Collection südeuropäischer Species 
erworben wurde, noch mehr aber durch Ankauf von 860 Arten 
aus Colorado, die einer bisher kaum gekannten Gebirgsflora dieses 
durch Grossartigkeit und Eigenthümlichkeit der Terrainbildung 
merkwürdigen Territoriums ano-ehören. Auch wurde eine Anzahl 
südamerikanischer Arten gekauft. Endlich ist die Fortsetzung 
des Rabenhorst'schen Pilzherbariums nicht zu vergessen. 

Die Thierversteinerungen (Zoopaläontologie) wurden vermehrt 
seitens des Herrn Otto CoruiU, der aus dem städtischen Museum 
und aus dem Alterthumsvereine verschiedene Knochenreste überwies ; 
durch eiuen von Herrn Ingenieur Ludwig Becker überwiesenen 
Backzahn von Elephas primigenins, ausgegraben auf der Bocken- 
heimer Landstrasse; durch Zechsteinpetrefacten von Beith bei 
Glasgow, verehrt von Herr Carl Jung dahier, durch einige Fisch- 
reste, gefunden in der sogenannten Papierkohle bei Bonn, welche 
Herr Director Hugo Böttger (Beuel bei Bonn) übergab. Als sehr 



— 14 — 

werthvoll erwähnen wir die von Herrn Fried rieh, Seh ar ff in 
Bordeaux geschenkte Suite fossiler Meeresconchylien aus dem 
Untermyocän der Faluns de Bordeaux. 

Der Phytopalaeoiitolog"ischen Sammlung (versteinerte Pflan- 
zen) verehrte Herr Professor Sandberger in Würzburg eine 
Suite Tertiärpflanzen aus dem Zsilythale (Ungarn), Herr 
Director Böttger Pflanzenreste aus der Bonner Papierkohle, 
Herr Georg Steige rw aid hier ein Stück Kieselholz vom 
Mainufer. 

An Mineralien erhielt die Sammlung auch im verflossenen 
Jahre Geschenke seitens des Sectiouärs Herrn Dr. Fr. Scharff 
und zwar 24 Stücke vom Vesuv, Odenwald, Taunus, darunter 
Leuzit, Amethyst, Flussspathoctaeder ; ferner von Herrn Dr. jur. 
Alfred Buck ein Stück Bockenlieimer Tachylit, von Herrn Dr. 
V. H e y d e u einen Ludvighit vom einzigen Fundorte Eisenstein in 
Ungarn; von Herrn Apothekenbesitzer Dr. Fresenius mit Quarz- 
druseu besetzte Basaltsteine; aus dem städtischen Museum durch 
Herrn Otto Cornill einen Achat; von Herrn Ingenieur Chr. 
Fellner eine Glasschlacke von Copenhagen, einen Authracit 
von Pitsburg, einen Speerkies vom Duxer Braunkohleurevier. Durch 
Kauf wurde erworben: Von F. C. Pech in Berlin Gold von 
Vöröspatak in Ungarn in sehr merkwürdiger Bauform, Ilmenit 
von Miosk; Proustit von Marienberg, eine Kalkspathgruppe von 
Prcibram, Scapolith von Gouverneur, Stephanit vom Andreasberg, 
Glauberit von Villa Rubia, Heulandit von Wallis, und andere 
hübsche Stücke. Die letzteren sechs wurden gekauft von Dr. 
Schuchhard iu Görlitz. 

Der geologischen Abtheilung schenkte Herr Ingenieur 
Ludwig Becker zwei der Wealdenformation des Teutoburger 
Waldes entnommene Stufen von Deistersandstein mit Cyrena ovalis, 
zwei Tertiärkalkstufen mxi Mytilus aus Frankfurt ; Herr H. Heyd 
vier Stufen Spiriferen - Sandstein von Usingen; Herr Dr. Lucas 
V. Hey den zwei Stücke Kalktufi" von den Plitvica - Seeufern 
(Militärgreuze) ; Herr Dr. Naumann ein Stück alpinen Muschel- 
kalk vom Ampezza-Thal (Tyrol). Da laut kürzlich erhaltener 
Mittheilung die Sendungen aus dem Gotthardtunnel wieder auf- 
genommen werden, so stehen unserer geologischen Sammlung 
weitere Bereicherungen bevor. 



— 15 — 

Der ethnographische Theil erhielt von Herrn Dr. Emil 
Buck aus den Züricher Pfahlbauten bei Pfäffikonzen zwei grosse 
Stücke eines Hirschgeweihes. Herr Dr. 0. Böttger schenkte 
ein in einem Bieberer Steinbruch bei Offenbach gefundenes Stück 
Brouce und einen bei Querfurt gefundenen Sporn; Herr Form- 
hals fünf Pfeilspitzen aus Feuerstein und Frau Müller-Rentz 
eine japauesische lederne Cigarreubüchse mit Stickereien. 

Da unsere reichen Sammlungen neben einer systematischen 
Vergrösserung besonders einer sorgfältigen Conserviruug bedürfen, 
wenn nicht die zur Schau gestellten Formen organischen Lebens 
allmälig der Vernichtung anheimfallen sollen , so erfüllt es uns 
mit besonderer Freude, auch heute wieder constatiren zu könuen, 
dass die Herren Sectionäre derjenigen Abtheilungen, die ganz 
vorzüglich dem Verderben ausgesetzt sind, mit rastlosem Eifer für 
die Erhaltung arbeiten. 

Gestatten Sie mir, hier eine kurze Bemerkung einzuschalten. 
Schon recht oft ist, hie und da mit starkem Ausdrucke der Unzu- 
friedenheit, an die Hüter unserer Sammlungen die Frage gerichtet 
worden , warum nicht alle Naturalien dem Besucher zum Be- 
trachten ausgestellt seien , wozu dieses sorgsame Verschliessen in 
Kisten und Schränken dienen könne. Die Antwort ist eben die, 
dass viele organische Gebilde, wenn sie dem Lichte und auch der 
Luft ausgesetzt werden, sehr zu ihrem Nachtheil sich verändern, 
und daher es dringend geboten erscheint, nicht um eines flüch- 
tigen, dem Beschauer gewährten Genusses willen , ganze Reihen 
unserer Sammlung dem Verderben auszusetzen. Aber wer von 
Ihnen sich specieller für irgend einen Theil der Sammlung 
interessirt, der kann durch den 2. Director, die betreffenden 
Sectionäre und die beiden Custoden nach vorheriger Rücksprache 
Gelegenheit erhalten , alle Gegenstände genau in Augenschein 
zu nehmen. 

Die im letzten Berichte in Aussicht gestellte LTeberführung 
des grössten Theiles der ethnographischen Sammlung in das 
städtische Museum war im Juni begonnen worden, musste aber, 
da es vorläufig dort an Raum fehlte, später unterbrochen werden. 
Genaueres über das, was endgültig hier verbleiben soll, wird der 
Bericht des Sectionärs Herrn Dr. Finger bringen. 

Seitdem das Senckenbergische Museum einen Namen in der 
Gelehrtenwelt erlaugt hat, wurde es von Fachmännern benutzt. 



— 16 — 

um Vergleicliuugeu und Studien daselbst vorzunehmen. Dies ge- 
schah auch im abgelaufenen Jahre, indem die vorzügliche Pflauzen- 
sammlung mannigfach von Botanikern durchgesehen, die schönen 
Racenschädel zu eingehenden Forschungen benützt und der vor- 
trefflichen Vogelsammlung sorgfältige Beachtung geschenkt wurde. 
Aus solchen Besuchen Gelehrter ist dem Museum schon mannig- 
facher Nutzen erwachsen , indem , abgesehen von der Anregung 
zum Tausch, nicht selten Objecte von Specialkenneru endgültig 
bestimmt wurden, wie dies seitens des correspoudirenden Mitgliedes, 
des Herrn von Saussure in Genf in Betreff der neu aus Mada- 
gascar angelangten Orthopteren uud Millepeden erst kürzlich der 
Fall war. Auch ersfing von Herrn Professor M a b i 1 1 e am Jardin 
des Plantes (Paris) au die Gesellschaft das Ersuchen , die von 
Herrn Oberstlieutenant Saalmüller im letzten Jahresberichte 
beschriebeneu Lepidopteren von Madagascar ihm leihweise zu 
überlassen , damit er sie in seinem Specialwerke über diese Insel 
abbilden könne. 

Zu aussergewöhnlicher Zeit wurde auf Vorschlag des 
Herrn Oberbürgermeister Dr. von Mumm den Mitgliedern des 
Congresses für Völkerkunde das Museum geöffnet. 

Wissenschaftliche Sitzungen, zu welchen an alle Mit- 
glieder durch öffentliche Bekanntmachung unter Angabe der be- 
treffenden Vorträge Einladung ergeht, und in denen die jüngst 
eingegangenen Geschenke vorgelegt und womöglich besprochen 
werden, fanden im Winter sieben statt. Es hielten grössere 
Vorträge : 

Herr Dr. W. Stricker: Zur Erinnerung an Samuel Thomas 
von Sömmerring, promovirt 1778. 

Herr Dr. von Hey den: Wissenschaftliche Reise in Croatien, 
Slavonien uud an der bosnischen Grenze. 

Herr Dr. H. Loretz: Ueber die Schichten von Hallstadt in 
Oberösterreich und St. Cassian in Tyrol und deren Versteine- 
rungen. 

Herr Dr. Th. Petersen: Zur Bildung der Erzgänge. 

Herr Dr. R.ei chenbach : Ueber die Keimblätter und die 
erste Entwickelung des Nervensystemes bei den Arthropoden. 

Herr Dr. Julius Ziegler: Ueber phänologische Beobach- 
tungen. 



— 17 — 

Herr Major von Homey er (Wiesbaden): Naturleben am 
Cuanza. 

Herr Dr. Julius Ziegler: üeber thermische Vegetation s- 
coustauten. 

Herr Prof. Dr. L u c a e : Bericht der Commission über die 
Zuerkennung des Tiedemaun- Preises. 

Lehrvorträge hielten: 

1. Herr Dr. Fr. Noll über die Naturgeschichte der wirbel- 
losen Thiei'e bis zum November 1878. 

2. Herr Prof. Dr. Lucae über die Naturgeschichte des 
Menschen und der Wirbelthiere vom November 1878 an. 

3. Herr Landesgeologe Dr. Carl Koch in Wiesbaden über 
Geognosie und Paläontologie der älteren Gebirgsformationen mit 
besonderer Berücksichtigung des Taunus. 

Der jüngste Jahresbericht enthielt, abgesehen von zahlreichen 
Mittheilungen über die Gesellschaft, Arbeiten von den Herren: 
Dr. Th. Geyler, über einige paläoutologische Fragen, insbeson- 
dere über die Juraformation Nordost- Asiens ; Oberstlieutenant Saal- 
müller, Mittheiluugeu über Madagascar, seine Lepidopteren- 
fauna mit besonderer Berücksichtigung der dieser angehörigen, in 
uuserem Museum befindlichen Arten; Hauptmann Dr. L. v. Hey den 
über die Käferfauna von Madagascar, Dr. med. Heinrich Schmidt 
über die Bedeutung des naturgeschichtlichen Unterrichts. 

Von den Abhandlungen briugen das 2. und 3. Heft XI. Bandes 
folgende Arbeiten : 

1. Die neuere Theorie über die feinere Structur der Zellhülle, 
betrachtet an der Hand der Thatsachen von Prof. Dr. Leopold 
D i p p e 1 . 

2. Das Nervensystem und die Muskulatur der Rippenquallen 
von Dr. Carl Chun. 

3. Treppen- und Skelettbilduug einiger regulärer Crystalle von 
Dr. Friedr. Scharff. 

4. Die Reptilien und Amphibien von Madagascar (erster 
Nachtrag) von Dr. 0. Böttger. 

5. Fauna japonica extramarina nach der von Prof. Dr. Rein 
gemachten Sammlung von Dr. Kobelt. 

Unserem Bestreben, mit den auf dem Boden der Dr. Sencken- 
bergischen Stiftungsadministration angesiedelten wissenschafthchen 
Gesellschaften das beste Einvernehmen zu pflegen, gaben wir er- 

OS ^ <\ 



— 18 — 

neuten Ausdruck, indem wir die Aufstellung eines Anemometers 
auf dem Dache des Museumsgebäiides seitens des Physikalischen 
Vereins gerne gestatteten und einen gleichzeitig gewünschten Zini- 
meranstansch bereitwillig eingingen. 

Es ist Ihnen bekannt, dass die Senckenbergische natnr- 
forschende Gesellschaft seit Decennien in gewissen Zwischenräumen 
und in jüngster Zeit sogar stets drei Jahre hinter einander Preise 
für wissenschaftliche Arbeiten zu vergeben hat. In diesem Jahre 
sollte der Tiedemann-Preis zur Vertheilung kommen. Die zur 
Prüfung der im »letzten Quadriennium erschienenen Arbeiten über 
Physiologie im weitesten Sinne des Wortes« ernannte Commission 
bildeten die Herreu Prof. Dr. Lucae, Dr. Reichen bach, 
Dr. Geyler, Dr. med. W. Loretz, Dr. J. Ziegler. Nachdem 
in zahlreichen Sitzungen über etwa 80 Arbeiten eingehender Be- 
richt erstattet und deren Bedeutung kritisirt worden war, einigte 
sich die Commission dahin, unseren Frankfurter Landsmann, den 
Prof. ord. der Zoologie in Heidelberg, Herrn Dr. Otto Bütschly 
für seine bahnbrechende Abhandlung: »über die ersten Entwicke- 
lungsvorgänge der Eizelle, Zelltheilung und Conjugation der In- 
fusorien« des Tiedemann-Preises (514 Mark und eine Denkmünze in 
Silber) pro 1879 für würdig zu erklären. In feierlicher Sitzung 
wurde von dem Vorsitzenden der Commission über deren Arbeiten 
und Richterspruch Bericht erstattet iiud gemäss dem Beschlüsse 
der Commission seitens des ersten Directors der Preis zuerkannt. 
Die gekrönte Arbeit ist erschienen in den Abhandlungen der 
Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft. 

Hieran dürfte sich passend die Mittheilung reihen, dass wir 
noch in anderer Hinsicht ein Gutachten abzugeben berufen waren, 
indem die geologische Landesanstalt in Berlin uns die neuesten 
von ihr veröffentlichten geologisch - agronomischen Karten zur 
Prüfung zusandte. Die von der Gesellschaft ernannte Fachcom- 
mission hat sich ihrer Aufgabe bestens entledigt. 

Wissenschaftlich bedeutende Männer zu ehren, geziemt vor 
allen Dingen wissenschaftlichen Gesellschaften. Diese Ehreu- 
aufgabe hat unsere Gesellschaft jederzeit gerne erfüllt, und sie 
betheiligte sich demgemäss an der academischen Feier, welche der 
Physikalische Verein unter zahlreicher Theilnahme seitens anderer 
Gesellschaften, von Behörden und Privaten anlässlich des 50jäh- 
rigeu Docentenjubiläums unseres hochverdienten Prof. Dr. Böttger 



— lo- 
am 1. October veranstaltete. Den Jubilar begrüsste der erste 
Director, Herr Dr. Petersen, und überreichte ihm das kunstvoll 
ausgeführte Diplom eines correspondirendeu Ehrenmitgliedes. 
Auch den allbeliebteu, jederzeit thätigen, iu seltener Weise sach- 
kundigen, ersten Bibliothekar des Senckenbergianums , Herrn 
Dr. med. W. Stricker, beglückwünschte eine Deputation uuserer 
Gesellschaft zur Feier seiner 25jährigen Wirksamkeit an der Bi- 
hliotheca Senckenhergiana ^ indem sie sich unter den von der 
Dr. Senckenbergischen Stiftungsadministration Geladenen befand. 
Möge der Gefeierte es als eiuen Bevi^eis unserer Hochachtung be- 
trachten, dass der von der Gesellschaft alljährlich dem Bi- 
bliothekariate zu leistende Gehaltsbeitrag für seiue Person fortan 
namhaft erhöht ist. 

Als der berühmte Entdecker der thierischen Zelle, Professor 
Schwann in Löweu, sein 50jährigps Doctorjubiläum begiug, ehrte 
die Gesellschaft den um die Wissenschaft hochverdienten Mann, 
der seit 1841 ihr correspondireudes Mitglied ist, durch Ueber- 
sendung einer Adresse. 

Im verflossenen Jahre ist an die Gesellschaft mehrmals die 
Aufforderung gerichtet worden, einen Beitrag zu leisten zur Er- 
richtung von Denkmälern für Männer der Wissenschaft, deren 
Haupt der Kranz der Unsterblichkeit ziert, nämlich für den ver- 
storbenen unvergesslicheu Entdecker des Gesetzes der Krafterhal- 
tung, Robert von Meier in Heilbronn, für den gleichfalls 
kürzlich abgerufenen ausgezeichneten Naturforscher Carl Ernst 
von Baer in Dorpat, und für den einstigen Bürger dieser Stadt, 
den Erfinder des galvanischen Telegraphen und zugleich grossen 
Anatomen, für Samuel Thomas von Sömmerring. Im 
ersten Falle bewilligte die Gesellschaft eine entsprechende Summe, 
während sie vorerst die Betheiligung im zweiten den Einzelnen 
überliess, da noch ein anderes Project, nämlich die Veranstaltung 
einer deutschen Prachtausgabe von Bar's Schriften geplant ist 
und wohl auch von uns pecuniar gefördert werden dürfte. Das 
Sömmerring-Denkmal hat der Physikalische Verein neuerdings wie- 
der in Anregung gebracht; und deputirte unsere Gesellschaft zu 
dem Comite Herrn Prof. Dr. Lucae, der bereits seit Jahren in 
der Sache thätig ist, und den gegenwärtigen 1. Director. 

Der seit vielen Jahren uns gewährte städtische Beitrag war 
uns auch für 1878 — 79 in Aussicht gestellt worden, falls nicht 



— 20 — 

der Kreistag denselben, wie bereits einmal geschehen, übernehmen 
sollte. Durch Zuschrift vom 7. d. M. wurde der Gesellschaft nun 
mitgetheilt, dass wegen Errichtung eines Corrigendenhauses dem 
Kreise zu anderen Zwecken keine Summen in diesem und den 
nächstfolgenden Jahren zur Verfügung ständen. Es waren daher 
die städtischen Behörden in der Lage, den Zuschuss von 4000 Mark 
für das letzte Jahr zu leisten. Wir sprechen für diesen erneuten 
Beweis der Anerkennung unseres Wirkens den städtischen Be- 
hörden an dieser Stelle den besten Dank der Gesellschaft aus und 
geben der sicheren Hoffnung Ausdruck, dass auch für 1879 — 80 
die Beiliülfe in gleicher Höhe uns gewährt werde, nachdem deren 
Nothwendigkeit in zahlreichen Eingaben an hohen Magistrat durch 
Zahleubeweise dargelegt worden ist.*) 

Bei verschiedenen Gelegenheiten wurde von unseren Mit- 
gliedern darauf hingewiesen, welche Vermehrung das naturgeschicht- 
liche Wissen im Laufe der vielen Jahrzehnte, seitdem unsere Ge- 
sellschaft besteht, erfahren hat, und welche gewaltige Entwickelnng 
die Lehren von der Entstehung und den inneren Lebensvorgängen 
der organischen Wesen gegenwärtig aufweisen. Der sichere Gang, 
den die Naturwissenschaft, nachdem es ihr gelungen war, das be- 
strickende Joch der Naturphilosophie von sich zu werfen, aller- 
dings nicht immer unentwegt, vorwärts schreitet, hat den Vertretern 
anderer Zweige menschlichen Wissens entschiedene Achtung ab- 
gerungen; und in der That ist er so verlockend, dass vielfach das 
Bestreben hervortritt, auf zahlreichen Gebieten wissenschaftlichen 
Forschens ihn nach Kräften zu nützen. Diese gemeinsamen Wege 
sind wohl im Stande, zu Zielen zu führen, die nicht weit aus- 
einander liegen: sie weisen schliesslich auf eine Einheit der Wissen- 
schaft hin. 

Wie Jedermann weiss, enthält nun die Naturgeschichte, die 
vergleichende Anatomie, die Physiologie eine unendliche Fülle von 
Thatsacheu, deren Kenntnissuahme, deren Vermehrung, zugleich 
aber auch deren kritische Sichtung der Forscher als seine Auf- 
gabe zu betrachten hat. Leicht gewinnt es da den Anschein, als 
ob nicht geringe Gefahr vorhanden sei, dass die erdrückende Masse 
der Einzelheiten, in denen beispielsweise besonders der Systematiker 

*) Der bei der Jahresfeier vorgetragene Schluss des Berichtes wurde, da 
er lediglich polemischer Natur war uud nur locales Interesse haben konnte, 
auf Wunsch der Gesellschaft durch das Folgende ersetzt. 



zu arbeiten hat, die Allgemeiuübersiclit wesentlich erschwere, ja 
sogar unmöglich mache. Allein die natiirforschende Gesellschaft, 
da in ihr das Eiuzelwissen eines Jeden durch Vorträge, Veröffent- 
lichung und auf andere Weise der Gesammtheit, soweit es über- 
haupt geschehen kam:, zu Gute kommt, sorgt passend dafür, dass 
einem Auseinandergehen in Theile, deren Beziehungen zum Ganzen 
sich schliesslich nur als ganz oberflächliche erweisen möchten, 
vorgebeugt werde. Zugleich aber liefert die rastlose Einzelarbeit 
nicht nur den Mitgliedern, sondern auch allen, die mit denselben 
Fächern sich beschäftigen , kostbares kritisches Material , um der 
Anerkennung oder Verwerfung gewisser, allgemein beliebter natur- 
geschichtlicher*Anschauungen sichere Grundlagen zu geben. Dieses 
Streben, das, was ein Jeder für sich schafft, Allen, die mit Eifer 
und Sachkenntniss auf die Erweiterung ihrer Anschauungen Be- 
dacht nehmen, zugäjiglich zu machen, gibt einer Gemeinschaft 
wissenschaftlicher Männer den inneren Halt. Es bietet dem Forscher 
eine ununterbrochene Anregung, nicht mit dem Erreichten zu- 
frieden zu sein, vielmehr mit zäher Kraft sich zu bemühen, aus 
der UeberfüUe des Reichthums der Natur Erscheinung und Wahr- 
heit dem Verständnisse zu erschliessen. Aber auch denjenigen, 
die nur als Lernende diese Räume besuchen, sollte dasselbe eine 
dringliche Einladung sein, die Gelegenheit, an Erfahrung und 
.Wissen zuzunehmen, nicht unbenutzt zu lassen. 

In allen Welttheileu finden wir Societäten, deren Thätigkeit 
der Naturforschung gewidmet ist; es sind nicht gerade viele unter 
ihnen , die auch die öffentlichen Lehrvorträge mit Sorgsamkeit 
pflegen. Was von diesen Gesellschaften publicirt wird, kommt, 
mit geringen Ausnahmen allerdings, in unseren Besitz. Wir können 
uns daher füglich rühmen , für ausserordentlich zahlreiche Fach- 
schriften der Vereiniguugspunkt in hiesiger Stadt zu sein. Solches 
ist aber nur dadurch ermöglicht, dass die Senckenbergische natur- 
forschende Gesellschaft ein würdiges Glied darstellt in der Reihe 
der naturforschenden Vereinigungen des Erdkreises. 




22 



VL/ 



Verzeiclmiss der Mitglieder 

der 

Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft. 



I. Stifter.*) 

Becker, Johannes, Stiftsgärtner am Senckenbergischen med. Institut. 1817. 

t 24. November 1833. 
Boegner, Joli. Willi. Jos., Dr. med., Mineraloge (1817 zweiter Secretär) 1817. 

t IG. Juni 18u8. 
Bloss, Job. (reora:, Glasermeister, Entomologe. 1817. f 29. Februar 1820. 
l^ucL, Job. Jak. Casimir, Dr. med. und pbil., Mineraloge. 1817. f 13. März 1851. 
Cretzsclimar, Phil. Jakob, Lehrer der Anatomie am Senckenbergischen med. 

Institut. (1817 zweiter Director.) 1817. Lehrer der Zoologie von 1826 bis 

Ende 1844, Physikus und Administrator der Senckenbergischen Stiftung 

t 4. Mai 1845. 
*Ehrmanu, Job. Christian, Dr. med., Medicinalrath. 1818. f 13- August 1827. 
Fritz, Job. Christopb, Schneidermeister, Entomologe. 1817. f 21. August 1835. 
*Freyreiss, George Wilh., Prof. der Zoologie in Uio Janeiro. 1818. f L April 1825. 
*Grnnelius, Joachim Andreas, Banquier. 1818. f 7. December 1852. 
YOU Heydeu, Karl Heiur. Georg', Dr. phil., Oberlieutenant, nachmals Schöff 

und Bürgermeister, Entomologe. (1817 erster Secretär.) 1817. f 7. Jan. 1866. 
Helm, Job. Friedr. Anton, Verwalter der adligen uralten Gesellschaft des 

Hauses Frauensteiu, Conchyliologe. 1817. f 5. März 1829. 
*Jassoy, Ludw. Daniel, Dr. jur. 1818. f 5. October 1831. 
*Kloss, Job. Georg Bnrkhard Franz, Dr. med., Medizinalratb, Prof. 1818- 

t 10. Februar 1854. 
*Loehrl, Job. Konrad Kaspar, Dr. med., Geheimerath, Stabsarzt. 1818. 

t 2. September 1828. 
*Metzler, Friedr., Banquier, Geheimer Commerzienrath. 1818. f 11. März 1825. 
Meyer, Bernhard, Dr. med., Hofrath, Ornithologe. 1817. f L Januar 1836. 
Miltenberg, Wilh. Adolph, Dr. phil., Prof., Mineraloge. 1817. f 31. Mai 1824. 
*Melber, Job. Georg David, Dr. med. 1818. f H- August 1824. 
NeefF, Christian Ernst, Dr. med., Lehrer der Botanik, Stifts- und Hospitalarzt 

am Senckenbergianum, Prof. 1817. f 15. Juli 1849. 
Neubnrg, Job. Georg, Dr. med., Administrator der Dr. Senckenberg. Stiftung, 
Mineraloge, Ornithologe. (1817 erster Director.) 1817. f '-^5. Mai 1830. 

*) Die 1818 eingetretenen Herren wurden nachträglich unter die Reihe der Stifter 
aufg:euommen. 



- 23 — 

*(le Neiifville, Matthias Wilh., Dr. med. 1818. f 31. Juli 1842. 

Reus, Joli. Willi., llospitalmeister am Dr. Seuckenberg. Bürgerhospital. 1817. 

t 21. October 1848. 
'lliippell, Willi. Peter Eduard Hiiiioii, Dr. med., Zoologe und Mineraloge. 1818. 
Stein, Job. Caspar, Apotheker, Botaniker. 1817. f 16. Ai^ril 1834. 
Stiebel, Saloiuo Friedricli, Dr. med., Geheimer Hofrath etc., Zoologe. 1817. 

t 20. Mai 1868. 
*Varrentrapp, Joli. Konr., Physikus, Prof., Administrator der Dr. Senckenberg. 

Stiftung. 1818. t 11- März 18G0. 
Voelclier, Georg- Adolph, Handelsmann, Entomologe. 1817. f 19. Juli 1826. 
*Wenzel, Heinr. Karl, Gelieimerath, Prof., Dr., Dismas, Ritter, Director der 

Primatischen Specialschule. 1818. f 18. October 1827. 
*T. WieseiHiiitten, Heiiir. Karl , Königl. bair. Oberst-Lieutenant, Freiherr, 

Mineraloge. 1818. f 8. November 1826. 
*v. Oerniug, Joli. Isaak, Geh. Rath etc. Entomologe. 1818. f 21. Febr. 1837. 
*v. Soemmering, Samuel Thomas, Dr. med., Geheimerath, Prof. etc. 1818. 

t 2. März 1830. 
*v. Bethmann, Simon Moritz, Staatsrath 1818, f 28. December 1826. 



II. Ewige Mitglieder. 

Ewige Mitglieder siud solche, welche, anstatt den gewöhnlichen 
Beitrag jährlich zu entrichten, es vorgezogen haben, der Gesellschaft 
ein Capital zu schenken oder zu vermachen, dessen Zinsen dem 
Jahresbeiträge gleichkommen, mit der ausdrücklichen Bestimmung, 
dass dieses Capital verzinslich augelegt werden müsse und nur der 
Zinsenertrag desselben zur Vermehrung und Unterhaltung der Samm- 
lungen verwendet werden dürfe. Die den Namen beigedruckten 
Jahreszahlen bezeichnen die Zeit der Schenkung oder des Vermächt- 
nisses. Die Namen sämmtlicher ewigen Mitglieder sind auf einer 
Marmortafel im Museumsgebäude bleibend verzeichnet. 

Hr. SimouMoritz vonBetlimaun. 1827. | Hr. Alexander v. Bethmaun. 1846. 
» Georg- Heinr. Schwende]. 1S28. 1 » Heinr. v. Bethmann. 1846. 



» Johann Friedr. Ant. Helm. 1829. 

» Georg Ludwig Gontard. 1830. 
Frau Susanna Elisabeth Bethniann- 

Holweg. 1831. 
Hr. Heinrich Mjiius sen. 1844. 

» Georg Melchior Mylius. 1844. 

» Baron Amschel Mayer von lloth- 
schild. 1845. 

» Johann Georg Schmidhorii. 184:>. 

» Johann Daniel Souchay. 1845. 



Dr. jur. Rath Friedr. Schlosser. 

1847. 
Stephan von Gu<aita. 1847. 
H. L. Döbel in ßatavia. 1847. 
G. H. Hauck-Steeg. 1848. 
Dr. J. J. K. Buch. 1851. 
G. von St. George. 1853. 
J. A. GrnneHus. 1853. 
P. F. Ch. Kiöger. 1854. 
Alexander Gontard. 1854. 



24 — 



Hr. M. Frhr. v. Bethmauii. 1854. 

» Dr. Kdnarrt BUppell. 1857. 

V Dr. Th. Ad. Jak. Em. Müller. 1858. 

» Jnlins Nestle. 1800. 

» Eduard Finger. 1860. 

» Dr. jur. Eduard Soucliay. 1862. 

» J. N. Gräffendeich. 1864. 

y E. F. K. Büttner. 1865. 

> K. F. Krepp. 1866. 

» Jonas Mylius. 1866. 

» Constantiu Fellner. 1867. 



Hr. Dr. Heriiianii von Meyer. 1869. 

» Dr. W. D. Söninierring. 1871. 

» J. «. H. Petsch. 1871. 

» Bernhard Doiidorf. 1872. 

» Friedrich Karl Rüeker. 1874. 

» Dr. Friedrich Hessenberg-. 1875. 

» Ferdinand Lanrin. 1876. 

» Jakob Bernhard Rikofif. 1878. 

» Job. Heinrich Roth. 1878. 

» J. Ph. Nicol. Manskopf. 1878. 

» Jean Noe du Fay. 1879. 



111. Mitglieder des Jahres 1878. 

Die arbeitenden sind mit * bezeichnet. 



Hr. Alt, Franz. 1873. 
» Alt, F. G. Johannes. 1869. 
» Andreae, Achille. 1878. 
» Andreae, F. F., Director. 1869. 
» Andreae, Herrn., Bank-Director. 

1873. 
» Andreae, H. V., Dr. med. 1849. 
>' Andreae-Passavant, Jean, Director. 

1869. 
» Andreae-Goll, J. K. A. 1848. 
» Andreae-Goll, Phil. 1878. 
» Andreae- Winckler, Job. 1869. 
» Andreae-Winckler, P. B. 1860. 
» Andreae, Rudolph. 1878. 
» Angelheim, J. 1873. 
» *Askenasy, Eugen, Dr. [ihil. 1871. 
» Auffarth, F. B. 1874. 
» *Baader, Friedrich. 1873. 
» Bacher, Max. 1873. 
» Bachfeld, Friedrich. 1877. 
» Baer, Joseph. 1860. 
» Baer, Joseph, Director. 1873. 
» Bärwindt, J., Oberstabsarzt, Dr. 

med. 1860. 
» *Bagge, H. A. B., Dr. med., Physi- 

kus. 1844. 
» Bansa, Gottlieb. 1855. 
» Bansa, Julius. 1860. 
» Bansa-Streiber, K. i860. 



Hr.*Bardorff, Karl, Dr. med. 1864. 

» de Bary, Heinr. A. 1873. 

» de Bary, Jak., Dr. med. 1866. 

» *ßastier, Friedrich. 1876. 

» Becker, Adolf. 1873. 

» *Becker, Ludw., Ingenieur. 1877. 

» Behrends, Phil. Friedr. 1878. 

* Belli-Seufferheld, F. 1837. 

» Bender, Anton Joseph. 1878. 

» Benecke, Job. Herrn. 1873. 

» Berg, K. N., Bürgermeister, Dr.jiir. 

1869. 

» Berle, Karl. 1878. 

» Bermann, Isidor. 1877. 

» Bertholdt, Job. Georg. 1866. 

» Best, Karl. 1878. 

» V. Bethmann, S. M., Baron. 1869. 

» Beyfus, M. 1873. 

» Blieduug, L. 1869. 

» Blum, Herm. 1860. 

» *Blum, J. 1868. 

» *Blumenthal, E., Dr. med. 1870. 

» Blumenthal, Jos. Leop. 1866. 

» *Bockenheinier, Dr. med. 1864. 

» Böhm, Joh. Friedr. 1874. 

» Börne, Jak. 1878. 

» *Böttger, Oscar, Dr. phil. 1874. 

» Bolongaro, Karl Aug. 1860. 
» Bolongaro-Crevenna, A. 1869. 



— 25 



Hr. Bolongaro-Crevenna, J. L., Stadt- 

rath. 1866. 

» Bonn, Baruch. 1862. 

» Bonn, Karl. 1866. 

» Bontant, F. 1866. 

» Borgnis, Friedr., ür. jur. 1877. 

» Borgnis, J. Fr. Franz. 1873. 

» *v. Bosc-Reiclienbach, Graf. 1860. 

» Both, J. B. 18^4. 

» Braunfels, Otto. 1877. 

» Brentano, Anton Theod. 1873. 

» Brentano, Ludwig, Dr. jur. 1842. 

» Brofft, Franz. 1866. 

» Brofft, Theodor, Stadtrath. 1877. 

» Brofft, Wilh. Leonh. 1866. 

» Brückner, Wilh. 1846. 

» Buchka, Franz Anton. 1854. 

y Buck, A. F., Dr. jur. 1866. 

» Büttel, Wilhelm. 1878. 

» Cahn, Heinrich. 1878. 

» Cahn, Moritz. J873. 

» Carl, Dr. med. 1878. 

> Caspari, Franz, Dr. jur. 1877. 

» Cassel, Gustav. 1873. 

» Chun, Oberlehrer. 1866. 

» Claus, Dan. Audr. 1870. 

» Cnyrim, Ed., Dr. jur. 1873. 

» Cnyrim, Vict., Dr. med. 1866. 

» Conrad, K., Münzmeister. 1873. 

» Cornill-Goll, Wilh. 1878. 

» Creizenach, Ignaz. 1869. 

» Defize, Adolf. 1873. 

» Degener, K., Dr. 1866. 

» *Deichler, J. Ch., Dr. med. 1862. 

>> Delosea, Dr. med. 1878. 

» Denzinger, F. .]., Baurath und 

Dombaumeister. 1873. 

» Dibelka, Jos. 1873. 

» Diehn, Phil, Thierarzt. 1866. 

» Doctor, Ad. Heinr. 1869. 

» Dondorf, Carl. 1878. 

» Dondorf, Paul. 1878. 

» Donner, Karl. 1873. 

» V. Donner, Phil. 1859. 

» Drexel, Heinr. Theod. 1863. 

» Dröll, J.Ä. 1878. 

» Ducca, Wilh. 1873. 



Hr. Edenfeld, Felix. 1873. 

» Ehinger, August. 1872. 

» Ehrhard, W., Ingenieur. 1873. 

» Ellissen, Justizrath, Dr. jur. 1860. 

» Emden, Jak. Phil. 1869. 

» Enders, Ch. 1866. 

» Engel, Louis. 1873. 

» Engelhard, Bernhard. 1877. 

» Engelhard, Karl Phil. 1873. 

-> Engelhard, Robert. 1878. 

» Epstein, Theodor. 1873 

» Ernst, August, Professor. 1854. 

» Eyssen, B. Gustav. 1866. 

» Eyssen, K. E. 1860. 

•" Fabricius, Franz. 1866. 

V du Fay, Jean Noe. 1842. 

y Feege, W. 1877. 

* Feist, Eduard. 1878. 
» Fellner, F. 1878. 

» Fester, Dr. jur., .Justizrath, Notar. 

1«73. 

•!> *Fingcr, Oberlehrer, Dr. phil. 1851. 

» P'inger, L. F. 1876. 

» Flersheim, Ed. I860. 

y> Flersheim, Rob. 1872. 

» Flesch, Dr. med. 1866. 

» Fliusch, Heinr. 1866. 

» Flinsch, W. 1869. 

» Frank, John. 1878. 

» Franz, Jean. 1878. 

:=> Fresenius, Ph., Dr. phil. 1873. 

» Frey, Philipp. 1878. 

» Freyeisen, Heinr. Phil. 1876. 

» *Fridberg, Rob., Dr. med. 1873. 

» Friedmann, Jos 1869. 

» Fries, Friedr. Adolf. 1876. 

« V. Frisching, K. 1873. 

y Fritsch, Ph., Dr. med. 1873. 

» Frohmann, Herz. 1873. 

» Fuld, Ludwig. 1869. 

y Fuld, S., Dr. jur. 1866. 

* Fulda, Karl Herrn. 1877. 
» Funck, K. L. 1873. 

» Garny, Job. Jak. 1866. 

« Geiger, Berthold, Dr. Advoc. 1878. 

» Gering, F. A. 1866. 

» Gerson, Jak., Generalconsul. 1860. 



26 



. Getz, Max, Dr. med., Sanitätsrath. 
1854. 

Geyer, Job. Christoph. Iö78. 
*Geyler, Herrn. Theodor, Dr. phil. 
1869. 

Gockel, Ludwig, Director. 1869. 
*Goldmaun, Val., Rector. 1876. 

Goldschmidt, Abr. 1873. 

Goldschmidt, Ad. B. H. 1860. 

Goldschmidt, B. M. 1869. 

Goldschmidt, H. H. 1873. 

Goldschmidt, Marcus. 1873. 

V. Goldscbmidt, Leop., General- 
consul. 1869. 

Gontard, Moritz. 1850. 

Gotthold, Gh., Dr. phil. 1873. 

Grabe, Charles, Consul. 1866. 

Graubner, Friedrich. 1873. 

Gross, Max. 1878. 

Gross, Wilh. 1873. 

Grünebaum, M. A. 1869. 

Grunelius, Adolf. 1858. 

Grunelius, Moritz Eduard. 1869. 

V. Guaita, Max. 1869. 

Gundersheim, Joseph. 1873. 

Gundersheim, M., Dr. med. 1860. 

Günther-de Bary, Chr., Rentner. 
1878. 
*Haag, Georg, Dr. jur. 1855. 

Haase, A. W. E. 1873. 

Häberlin, E. J., Dr. jur. 1871. 

Hahn, Adolf L. A., Consul. 1869. 

Hahn, Anton. 1869. 

Hahn, Moritz. 1873. 

Hamburger, K., Dr. jur. 1866. 

Hammeran, J. A., Buchdruckerei- 
Besitzer. 1873. 

Hammeran, K. A. A., Dr. phil. 1875 

Hanau, Heinrich A. 1869. 

V. Harnier, Ed., Dr. jur. 1866. 

Harth, M. 1876. 

Hauck, Christ., Stadtrath. 1860. 

Hauck, Georg A. H. 1842. 

Hauck, Alex. 1878. 

Hauck, Moritz, Advocat. 1873. 

Heimpel, Jakob. 1873. 

Henninger, Heinrich. 1877. 



Hr. Henrich, Job. Gerhard. 1860. 

» Henrich, K. F., jun. 1873. 

» Hensel, L., Rentmeister. 1878. 

» Herz, Otto. 1878. 

» Hessel, Julius. 1863. 

» Hessenberg, Friedrich. 1878. 

» Heuer, Ferd. 1866. 

» *v. Heyden, Luc, Hauptmann, Dr. 
1860. 

» V. Heyder, Georg. 1844, 

» *Heynemann, D. Fr. 1860. 

» Höchberg, Otto. 1877. 

» Hoff, Job. Adam. 1866. 

» Hoff, Karl. 1860. 

» Hohenemser, H., Director. 1866. 

^ Holthof, Carl, Stadtrath. 1878. 

» V. Holzhausen, Georg, Frhr. 1867. 

» Holzmann, Phil. 1866. 

>' Hornberger, Albert. 1870. 

» Ihm, August. 1866. 

" Jacobi, Rudolf. 1843. 

» Jacobson, Eduard, Consul. 1875. 

» Jacquet Sohn, H. 1878. 

» * Jäger, Rudolf, Director. 1867. 
Die Jägersche Buchhandlung. 1866. 
Hr. Jassoy, Wilh. Ludw. 1866. 

» Ickelheimer, Dr., Advocat. 1878. 

» Jeanrenaud, Dr. jur., Appellations- 
gerich tsrath . 1866. 

» Jonas, Adolf, Dr. jur. 1873. 

» Jordan, Felix. 1860. 

» Jost, Konr., Apotheker. 1859. 

» Jourdan, Jacob. 1878.- 

» Jügel, Karl Franz. 1821. 

» Jung, Karl. 1875. 

» Jung-Hauff, Georg. 1866. 

» Kalb, Emil, ßaukdirector. 1878. 

» Kassel, Elias, Director. 1873. 

» Katheder, K. 1863. 

» Katzenstein, Albert. 1869. 

» Kayser, Adam Friedr. 1869. 

» Kayser, J. Adam. 1873. 

» Keller, Adolf, Rentier. 1878. 

» Keller, Heinr., Buchhändler. 1844. 

» *Kesselmeyer, P. A. 1859. 

» ^Kessler, F. J., Senator. 1838. 

» Kessler, Heinrich. 1870. 



— 27 — 



Hr. Kessler, Wilh. 1844. 

V Einen, Karl. 1873. 

» *Kinkeliu, Friedr., Dr. phil. 1873. 

» Kirchheim, S., Dr. med. 1873. 

» Kissel, Georg. 1866. 

» Klein, Jakob Phil. 1873. 

» Klimsch, Karl. 1873. 

» Kling, Gustav. 1861. 

» Klitscher, F. Aug. 1878. 

» *Kloss, H., Dr. med., Physikus, 

Sauitätsrath. 1842. 

» Klotz, Karl Const. V. 1844. 

» Knabenschiih, Jakob, jun. 1877. 

» Knips, Jos. 1878. 

» Knopf, L., Dr. jur., Stadtrath. 1869. 

» *Kobelt, W., Dr. med. 1877. 

» Koch, Joh. Friedr. 1866. 

» Koch, Wilh. 1859. 

» Königswerther, Martin. 1878. 

» Kohn-Speyer, Sigism. 1860. 

» Kotzenberg, Gustav. 1873. 

» Krämer, Johannes. 1866. 

» Kraussold, Dr. med. 1878. 

» Krebs-PfafF, Louis. 1878. 

» Kriegk, Max, Dr. med. 1878. 

» Küchler, Ed. 1866. 

» Kugele, G. 1860. 

» Kugler, F., Dr. jur., Appellations- 

gerichtsrath. 1869. 

» Kuseuberg, R. J., Director. 1873. 

» Ladenburg, Emil. 1869. 

» Laemmerhirt, Karl. Director. 1878. 

» Laudauer, Wilh. 1873. 

» Lang, R., Dr. jur. 1873. 

» Langenberger, Franz. 1860. 

» Langer, Dr. jur. 1873. 

» Lautenschläger, Alex., Director. 

1878. 

» Lauteren, K., Consul. 1869. 

» Le Bailly, Georg. 1866. 

» Lehr-Anthes, Wilh. 1878. 

» Leschhorn, Ludw. Karl. 1869. 

» Leser, Phil. 1873. 

» Lindheimer, Ernst. 1878. 

» Lindheimer, Gerhard. 1854. 

» Lindheimer, Julius. 1873. 

» Lion, Benno. 1873. 



Hr. Lion, Franz, Director. 1873. 

» Lion, Jakob, Director. 1866. 

» Lion, Siegmuud, Director. 1873. 

» Löhr, Clemens, 1851. 

* Lönholdt, G. W. 1873. 

» Löwenick, N. 1875. 

» Loretz, A. W. 1869. 

» *Loretz, Herm., Dr. phil. 1877. 

» Loretz, Wilh., Dr. med. 1877. 

» *Lorey, Karl, Dr. med. 1869. 

» Lorey, W., Dr. jur. 1873. 

» *Lucae, G., Prof., Dr. med. 1842. 

» Lucius, Eug., Dr. phil. 1859. 

» V. Lukacsich, Major. 1832. 

» Maas, Adolf. 1S60. 

» Maas, Simon, Dr. jur. 1869. 

» Mack, Joh. Friedr. 1866. 

» Mahlau, Albert 1867. 

» Majer, Joh. Karl. 1854. 

Fr. Majer-Steeg. 1842. 

Hr. Malss, Dr. jur. 1873. 

» Mauskopf, Nikolaus. 1859. 

» Manskopf,W. H.,Geh.Commerzien- 
rath. 1869. 

» Marburg-Friderich, Adolph. 1878. 

» Marburg, Heinrich. 1878. 

» Marx, Dr. med. 1878. 

» Matti, Alex., Dr. jur. 1873. 

» Matti, J. J. A., Dr. jur. 1836. 

» Maubach, Jos. 1878. 

» May, Arthur. 1873. 

» May, Ed. Gustav. 1873. 

» May, Joh. Val, Dr. jur. 1873. 

» May, Julius. 1873. 

» May, Martin. 1866. 

» Mayer, Wilh., Director. 1878. 

» Meixner, K. A. 1866. 

» Merton, Albert. 1869. 

» Merton, W. 1878. 

» Merzbach, A. 1873. 

» Mettenheimer, Chr. Heinr. 1873. 

» *Metzler, Adolf. 1870. 

^ Metzler, Albert. 1869. 

» Metzler, Gustav. 1859. 

» Metzler, Karl. 1869. 

» Metzler, Wilh. 1844. 

» Metzler-Fuchs, G. F. 1842. 



- 28 — 



Hr. Minjon, Herrn. 1878. 

» Minoprio, Karl Anton. 1821. 

» Minoprio, Karl Gg. 1869. 

» Mola-, Oberlehrer, Dr. phil. 186(1. 

» Moldeuhaiier, F., Ingenieur. 187o. 

» Mouson, Joh. Gg. 1873. 

» Muck, F. A., Consul. 1854. 

» Müller, Joh. Christ. 1866. 

» Müller-Rentz, F. A. 1874. 

* Müller, Paul. 1878. 

» Müller, Siegm. Fr., Dr. Notar. 1878. 

» Mumm von Schwarzenstein, Alb. 

1869. 

» Mumm V. Schwarzenstein, D. 11., 

Dr. jur., Oberbürgermeister. 1869. 

» Mumm V. Schwarzenstein, Herui., 

Generalconsul. 1852. 

» Mumqi V. Schwarzenstein, F. H., 

jun. 1873. 

» Mumm V. Schwarzenstein, W. 1856. 

» Mylius, Karl Jonas, Architekt. 1871 . 

» Nestle- John, Georg 1878. 

» Nestle, Hermann. 1857. 

» Nestle, Julius. 1873. 

» Nestle, Richard. 1855. 

» Neubert, W. L., Zahnarzt. 

» Neubürger, Dr. med. 18()0 

» Neustadt, Samuel. 1878. 

» de Neufville-Büttner, Gust. 

Commerzienrath. 1859. 

» de Neufville-Siebert, Friedr. 1860. 

» de NeutVille, Otto. 1878. 

» Neumüller, Fritz. 1875. 

» Niederhof heim, A., Director 1873. 

» *Noll, F. K., Dr. sc. nat. 1863. 

» V. Obernberg, Ad., Dr. jur. 1870. 

» Ochs, Hermann. 1873. 

» Ochs. Karl. 1873. 

» Ochs, Lazarus. 1873. 

» Odrell, Leop., Dr. jur. 1874. 

» Ohlenschlager, J. A., Dr. jur. 1859. 

» Ohlenschlager, K. Fr., Dr. med. 

1873. 

» Oplin, Adolph. 1878. 

» Oppenheim, Guido. 1873. 

» Oppenheimer, Charles. 1873. 

» Oppenheimer, Marcus Moritz. 1877. 



187S. 



Geh. 



1859. 



1878. 



Hr. Ortenbach, Friedr. 1853. 

» Orthenberger, Dr. jur. 1866. 

V d'Orville, Friedr. 1846. 
» O.sterrieth, Franz. 1867. 
>> Osterrieth-v. Bihl. 1860. 

» Osterrieth-Laurin, Aug. 1866. 

» Osferrieth, Eduard. 1878. 

» Oswalt, H., Dr. jur. 1873. 

V Parrot, J. Ch. 1873. 

» Passavaut, E., Dr. jur., Stadtrath. 

1866. 

» Passavant, Gust., Dr. med. 

» Passavant, Herrn. 1859. 

>' Passavant, Robert. 1860. 

> Passavant, Rudolf. 1869. 
» ^Passavaut, Theodor. 1854. 
>' Perle, Stabsarzt, Dr. med. 
» Petermann, Ad., Dr., Zahnarzt. 1875. 
» *Petersen, K. Th., Dr. phil. 1873. 
- Petsch-Goll, Phil. 1860. 

* Pfaehler, F. W. 1878. 

» Pfeffel, Aug. 1869. 

» Pfeffel, Friedr. 1850. 

V Pfefferkorn, R., Dr. jur. 1856. 
^ Pfeifer, Eugen. 1846. 

» Pieg, K., Steuerrath. 1873. 

» Ponfick, Otto, Dr. jur., Stadt- 

gerichts-Secretär. 1869. 

» Posen, Jakob. 1873. 

> Prestel, Ferd. 1866. 

« Quilling, Friedr. Wilh. 1869. 

» Raabe, Ernst. 1872. 

» Rautenberg, Leopold. 1873. 

» Raveustein, Aug. 1866. 

» Raveustein, Simon. 1873. 

Die Realschule, Israelitische. 1869. 

Hr. Reiffensteiti, J. P. 1878. 

>' V. Reinach, Adolf, Baron, General- 
consul. 1860. 

» V. Reinach, Alb., Baron. 1870. 

» Reinganum, Paul, Dr. 1878. 

» Reiss, Enoch. 1843. 

» Reiss, Jacques, Geh. Commerzien- 
rath. 1844. 

» Reiss, Paul, Advocat. 1878. 

>> Reuss, Dr. jur., Schöff. 1824. 

» Ricard, Adolf. 1866. 



— 29 



Hr. Ricard, L. A. 1873. 

» Richard, Friedr. 1866. 

» * Richters, A. J. Ferd., Dr. 1877. 

» Rieger, Wilhelm. 1832. 

» Rindskopf, Isaak M. 1866. 

» *Ripps, Dr. med. 1856. 

» Rittner, G , Commerzienrath. 1860. 

» *Roberth, Ern.st, Dr. med. 1856. 

» Rödiger, Konr., Dr. phil.. Direc- 
torialrath. 1859. 

y Rössler, F., Münzwardein. 1866. 

» Rössler, Hector. 1878. 

» Roos, Benjamin. 1869. 

» *Roose, Wilh. 1869. 

» Roth, Georg. 1878. 

» Roth, Joh. Heinrich. 1878. 

» V. Rothschild, M. K.,Generalconsul, 
Freiherr. ] 843. 

» V. Rothschild, Wilh., Generalconsul, 
Freiherr. 1870. 

» Rottenstein, Dr. 1866. 

» Rueff, Julius, Apotheker. 1873. 

» Rumpf, Dr. jur., Consulent. 1866. 
Fr. Rumpf, Fr. 1868. 
Hr. Saaler, Adolph. 1878. 

» *Saalmüller, Max, Oberstlieutenant. 
1878. 

» Sachs, Joh. Jak. 1870. 

» Sanct-Goar, Meier. 1866. 

» Sandhagen, Wilh. 1873. 

» Sauerländer, J. D., Dr. jur., Stadt- 
rath. 1873. 

» Schaffner, Ferd., Dr. med. 1866. 

» Scharff, Alexander. 1844. 

» *Scharff, F. A., Dr. jur. 1852. 

» Scharff-Osterrieth, Gottfr. 1859. 

» Schaub, Carl. 1878. 

» Scheffer, Karl, Postamts-Assistent. 
1875. 

» *Scbeidel, Seb. AI., Director. 1850. 

» Schenck, Joh. David. 1866. 

» Schenck, W. 1878. 

» Schepeler, Ch. F. 1873. 

» Scherbius, G. Th. 1869. 

» Scherlensky, Dr. jur. 1873. 

» Schiele, Simon, Director. 1866. 

» Schiff, Phil. 1873. 



Hr. Schilling, Dr. med. 1833. 
» Schlemmer, Dr. jur. 1873. 
» Schmick, J. P. W., Ingenieur. 1873. 
» Schmidt, Adolf, Dr. med. 1832. 
» Schmidt. Dietrich Wilh. 1876. 
» ^Schmidt, Heinr., Dr. med. 1866. 
» Schmidt, J. Chr., Dr. med. 1876. 
» Schmidt, .Joh. Georg. 1876. 
» Schmidt, Karl, Kreisthierarzt. 1866. 
» Schmidt, Konrad Fr. 1872. 
» Schmidt, Louis A. A. 1871. 
» *Schmidt, Maxim., Dr. vet., Director. 

186(). 
» *Schmidt, Moritz, Dr. med. 1870. 
» Schmidt-Polex, Adolf. 1855. 
» Schmidt-Rumpf, L. D. Phil. 1876. 
>^ Schmidt-Scharff, Adolf. 1855. 
» Schmölder, P. A. 1873. 
» Schmöle, Wilh. 1866. 
» Schölles, Joh., Dr. med. 1866. 
» *Schott, Eugen, Dr. med. 1872. 
» Schürmaun, Friedr. Adolf. 1876 
» Schulz, Heinr., Dr. jur. 1866. 
» Schumacher, Gg. Friedr. 1866. 
» Schwarz, Georg Ph. A. 1878. 
» Schwarzschild, Em. 1878. 
» *Schwarzschild, H., Dr. med., Geh. 

Sanitätsrath. 1836. 
» Schwarzschild, Moses. 1866. 

> V. Schweitzer, K., Dr. jur., Schöff. 

1831. 
» von Seydewitz, Hans, Pfarrer. 1878. 
» *Siebert, J., Dr. jur. 1854. 
» Siebert, Karl August. 1869. 

> Sömmerring, Karl. 1876. 

» Sonnemann, Leopold. 1873. 
» Souchay, A. 1842. 
» Speltz, Dr. jur., Senator. 1860. 
» Speltz, Jakob. 1819. 
» Spengel, Friedrich. 1878. 
» Speyer, Georg. 1878. 
» Speyer, Gustav. 1873. 
» Spiess, Alexander, Dr. med., Sani- 
tätsrath. 1865. 
» Stadermann, Ernst. 1873. 
» *Steftan, Ph. J., Dr. med. 1862. 
» v. Steiger, L. 1869. 



30 



Hr. Stern, B. E., Dr. med. 1865. 
» Stern, B. S. 1878. 
» Stern, Theodor. 1863. 
» Steuernagel, Joh. Heiur. 1860. 
» *Stiebel, Fritz, Dr. med. 1849. 
» Stiebel, Julius. 1877. 
» V. Stiebel, Heinr., Consul. 1860. 
» Stilgebauer, Gust , Bankdirector. 

1878. 
» Stock, H. A. 1859 
» Straus-Fuld, A. J. 1873. 
» *Stricker, W., Dr. med. 1870. 
» Strube, Jak., Hofrath. 1873. 
» Strubel], Bruno. 1876. 
» Sulzbach, Emil. 1878. 
» Sulzbach, Moritz. 1878. 
» Sukbach, Rud. 1869. 
» Trier, Samuel. 1873. 
» Trost, Otto. 1878. 
» Ulmanu, A., Dr. phil. 1871. 
» Umpfenbach, A. E. 1873. 
» Üna-Maas, S. 1873. 
» Varrentrapp, Fr., Dr. jur. 1850. 
» * Varrentrapp, Georg, Dr. med., Geh. 

Sanitätsrath. 1833. • 
» Varrentrapp, J. A. 1857. 
» von den Velden, Fr. 1842. 
> Vogt, Ludwig, Director. 1866. 
» *Volger, Otto, Dr. phil. 1862. 
» Volkert, K. A. Gh. 1873. 
» *Wallach, J., Dr. med. 1848. 



. Weber, Andreas. 1860. 

Weiller, Jak. Hirsch. 1869. 

Weisbrod, Friedr. 1873. 

Weismann, N. 1873. 

Weismann, Wilhelm. 1878. 

V. Weisweiller, Georg. 1866. 
*Wenz, Emil, Dr. med. 1869. 

Wertheimber, Emanuel. 1878. 

Wertheimber, Louis. 1869. 

Wetzel, Heinr. 1864. 

Weydt, Nik. 1869. 

Weydt, Phil. 1872. 

Wiesner, Dr. med. 1873. 

Winter, W. Chr. 1852. 

Wippevmann, Friedr. 1819. 

Wirsing, Adolf. 1873. 
* Wirsing, J. P., Dr. med. 1869. 

Wirth, Franz. 1869. 

Wittekind, H., Dr. jur. 1860. 

Wolff, Adam. 1873. 

Wolff, Phil. 1874. 

Wolfskehl, H. M. 1860. 

Wüst, K. L. 1866. 

Wunderlich, Gg. 1869. 

Zickwolff, Albert. 1873. 

Zickwolff, Otto. 1873. 
*Ziegler, Julius, Dr. phil. 1869. 

Ziegler, Otto, Director. 1873. 

Zimmer, Georg. 1878. 

Zimmer, K., Dr. phil. 1855. 

Zimmer, K. G. B. 1869. 



IV. Neue Mitglieder für das Ja!ir 1879. 



Hr. *Buck, Emil, Dr. 
» *Reichenbach, J. H., Dr. 



Hr. Schäfer, B^iedrich. 
» Stelz, Ludwig. 



Hr. Trier, Gustav. 



31 



T. Correspomlireude Mitglieder. *) 



1820. Wöhler, Friedr., Professor in 
Göttingen (von hier). 

1822. Reichenbach, H. G. L., Prof, in 
Dresden. 

1823. Radius, Justus, Dr. Bied. in 
Leipzig. 

1825. de Laizer, Comte Maurice, in 

Clairmont-Ferrant. 
1827. Keferstein, Adolf, Gerichtsrath 

in Erfurt. 
1827. Reinhardt, Joh. A., Professor 

in Kopenhagen. 
1830. Czihak, J. Ch., Dr., Professor 

in Aschaffenburg. 

1832. Engelmann, Joh. Georg, Dr. 
med. in St. Louis, ^Nordamerika 
(von hier). 

1833. Fechner, Gustav Theodor, Prof. 
in Leipzig. 

1834. Listing, Dr. phil.. Professor in 
Göttingen (von hier). 

1834. Wiebel, Karl, Prof, in Hamburg. 

1836. Decaisne, Akademiker in Paris. 

1836. Schlegel, Herrn., Professor Dr., 

Director des Museums in Leyden. 

1836. Agard, Jakob Georg, Prof, in 
Lund. 

1837. Studer, Bernhard, Professor in 
Bern. 

1837. Studer, Apotheker in Bern. 
1837. Coulon, Louis, in Neufchatel. 
1837. de Montmolin , Auguste , in 

Neufchatel. 
1839. Meyer, Georg Hermann, Prof. 

in Zürich (von hier). 
1841. Genth, Adolf, Dr. med., Badearzt 

in Schwalbach. 
1841. Schwann, Theod., Dr., Prof, in 

Löwen. 
1841. Budge, Jul., Prof, in Greifswald. 
1841. Betti, Pietro, Soperintendente 

de sanitä in Florenz. 
1841. Parolini, Alberto, in Bassano. 



1841. Fasetta, Valentin, Dr. med. in 
Venedig. 

1842. Thomae, K., Prof., emerit. Di- 
rector des landwirthschaftlichen 
Instituts in Wiesbaden. 

1842. Hein, Dr. in Danzig. 

1842. Clans, Bruno, Dr. med. in Bonn 
(von hier). 

1844. Göppert, Heinrich Robert, Pro- 
fessor in Breslau. 

1844. Schimper, W. P., Professor in 
Strassburg. 

1844. Bidder, PMedr. H., Professor in 
Dorpat. 

1844. Plieninger, W. H. Th., Professor 
in Stuttgart. 

1844. Blum, Prof, in Heidelberg. 

1845. Bischolf, Th. L. W., Professor in 
München. 

1845. Adelmann, Georg B. F., Prof. 

in Dorpat. 
1845. Kützing, Friedrich Traugott, in 

Nordhausen. 
1845. Meneghini, Giuseppe, Professor 

in Padua. 

1845. Zimmermann, Ludwig Philipp, 
Dr. med. 

1846. Sandberger, Fridolin, Professor 
in Würzburg. 

1846. Worms, Gabriel, auf Ceylon (von 

hier). 
1846. Woi-ms, Moritz, auf Ceylon (von 

hier). 

1846. Schiff, Moritz, Dr. med., Prof. 
in Florenz (von hier). 

1847. Virchow, Rudolf, Prof. in Berlin. 

1848. Dunker, Wilhelm, Professor in 
Marburg. 

1848. Philippi, Rudolf Amadeus, Di- 
rector des Museums in Santiago 
de Chile. 

1849. Beck, Bernh., Dr. med., General- 
arzt in Karlsruhe. 



*) Die vorgesetzte Zahl bedeutet das Jahr der Aufnahme. 



— 32 



1849. von Schieiden, M. J., Professor, 
k. russ. Staatsrat!! in Wiesbaden. 

1849. Dohrn, Karl August, Dr., Präsi- 
dent des Entomolog. Vereins in 
Stettin. 

1849. Fischer, Georg, in Milwaukee, 
Wisconsin (von hier). 

1849. Gray, Asa, Prof. an der lloward- 
Uuiversitj^ in Cambridge. 

1850. Kirchner (Consul in Sj'dney), jetzt 
in Darmstadt (von hier). 

1850. Mettenheimer, Karl Christian 
Friedrich, Dr. med., Leibaxzt in 
Schwerin (von hier) 

1851. Jordan, Hermann. Dr. med. in 
Saarbrücken. 

1851. Landerer, Xavei", Professor, Hof- 
apotheker in Athen. 

1852. Leuckart, Eudolf, Dr., Professor 
in Leijjzig. 

1853. Robin, Cliarles, Prof. in Paris. 
1853. de Bary, Heinr. Anton, Prof. in 

Strassburg (von hier). 
1853. Buchenau, Franz, Dr., Professor 

in Bremen. 
1853. Brücke, Ernst Wilh., Professor 

in Wien. 
1853. Ludwig, Karl, Prof. in Leipzig. 

1853. Bruch, K., Dr., Prof. in Offenbach. 

1854. Schneider, Wilh. Gottlieb, Dr. 
phil. in Breslau. 

1854. Ecker, Alexander, Professor in 
Freiburg. 

1854. Besnard, Anton, Dr., Oberstabs- 
arzt in München. 

1855. Grube, Eduard, Staatsrath, Prof. 
in Breslau. 

185G. Scacchi, Archangelo, Professor 
in Neapel. 

1856. Palmieri, Professor in Neapel. 

1857. Leyh, Friedrich A., Professor in 
Stuttgart. 

1857. v. Homeyer, Alex., Major in 

Wiesbaden. 
1859. Ribeira in Coira, Brasilien. 
1859. Frey, Heinrich, Prof. in Zürich 

(von hier). 



1860. Weinland, Christ. Dav. Friedr., 
Dr. phil. in Hohen-Wittlingen, 
Württemberg. 

1860. Gerlach, J., Prof. in Erlangen. 
ISCiO. Weismann, Aug., Professor iu 

Freiburg (von hier). 

1861. Becker, Ludwig, in Melbourne, 
Australien. 

18G1. Helmholtz, H. L. F., Professor 
in Berlin. 

1861. von Manderstjerua, Excell., kais. 
Russ. Generallieut. in Warschau. 

1863. Hofmann, Herrn., Professor der 
Botanik in Giessen. 

1863. von Riese-Stalburg, W. F., Frei- 
herr, Gutsbesitzer in Prag. 

1863. de Saussure, Henri, in Genf. 

1864. Pauli, Friedr. Wilh., Dr. med., 
Hofrath, in Bockenheim 

1864. Schaafhausen, H., Prof. in Bonn. 

1864. Keyserling, Graf Alex., Ex-Cura- 
tor der Universität Dorpat. 

1865. Bielz, E. Albert, Dr., in Hermann- 
stadt. 

1866. Möhl, Dr., Profes.sor in Kassel. 

1867. Landzert, Professor in St. Peters- 
burg. 

1867 von Harold, Freih., Major a. D. 
am Königl. Museum in Berlin. 

1867. de Marseul, Abbe' iu Paris. 

1868. Hornstein, Dr., Oberl. in Kassel. 

1869. Lieberkühn, N.,Prof. in Marburg. 
1869. Wagner, R., Prof. in Marburg. 
1869. Gegenbauer, Karl, Prof. in Jena. 
1869. His, Wilhelm, Prof. in Leipzig. 
1869. Rütimeyer, Ludw., Professor in 

Basel. 
1869. Semper, Karl, Prof. in Würzburg. 
1869. Gerlach, Dr. med. in Hongkong, 

China (von hier). 
1869. Woronin, M., in St. Petersburg. 
1869. Barboza du Boccage, Director 

des zoolog. Museums in Lissabon 
1869. Kenngott, G. A. , Professor in 

Zürich. 
1871. V. Müller, F., Director des botan. 

Gartens in Melbourne, Australien. 



— 33 - 



1871. V. Haast, Jul., Dr., Staatsgeologe 
in Christ-Churcli, Auckland, Neu- 
seeland. 

1871. Jones, Matthew, Präsident des 
naturhistor. Vereins in Halifax. 

1872. Agardli-Westerlund, Dr. in Ron- 
neby, Schweden. 

1872. Verkrüzen, Th. A., in Frankfurt 

am Main. 
1872. Nägeli, K., Prof, in München. 
1872. Sachs, J., Prof, in Würzburg. 

1872. Hooker, J. D., Direct, des botan. 
Gartens in Kew, England. 

1873. Koch, Karl, Dr., Landesgeologe 
in Wiesbaden. 

1873. Streng, Prof, in Giessen(vonhier). 
1873. Beyrich, Professor in Berlin. 
1873. Stossich, Adolf, Professor an der 

Realschule in Triest. 
1878. vom Rath, Gerh., Prof, in Bonn. 
1873. Römer, Professor in Breslau. 
1873. Seebach, Professor in Göttingen. 
1873. Heer, Oswald, Prof, in Zürich. 
1873. von Siebold, Prof, in München. 
1873. Caspary, Rob., Prof, in Königs- 
berg. 
1873. Cramer, Prof, in Zürich. 
1873. Bentham, Georg, Präsident der 

Linnean Society in London. 
1873. Darwin , Charles , in Down , 

Beckenham, Kent in England. 
1873. Günther, Dr. am British Museum 

in London. 
1873. Sclater, Phil. Lutley, Secretary 

of zoolog. Soc. in London. 
1873. Leydig, Franz, Dr., Professor in 

Tübingen. 
1873. Loven, Professor, Akademiker 

in Stockholm. 
1873. Schmarda, Prof, in Wien. 
1873. Pring.sheim, Dr., Prof, in Berlin. 
1873. Schwendner, Dr., Prof, in Basel. 
1873. de Candolle, Alphonse, Prof, in 

Genf. 
1873. Schweinfurth, Dr. in Berlin, 

Präsident der Geographischen 

Gesellschaft in Cairo. 



1873. Russow, Edmund, Dr., Prof. in 
Dorpat. 

1873. Cohn, Dr., Prof. in Breslau. 

1873. Rees, Prof. in Erlangen. 

1873. Godeffroy, J. K., Rheder in Ham- 
burg. 

1873. Ernst, Dr., Vorsitzender d. deut- 
schen naturforsch. Gesellsch. in 
Caracas. 

1873. Mousson, Professor in Zürich. 

1873. Krefft, Director des Museums in 
Sydney. 

1873. Giebel, Professor in Halle. 

1874. .Joseph, Gustav, Dr. med., Docent 
in Breslau. 

1874. von Fritsch, Karl, Freiherr, Dr., 

Professor in Halle. 
1874. von Tomassini, Ritter Muzio, in 

Triest. 

1874. Gasser, Dr., Privatdocent in 
Marburg (von hier). 

1875. Bütschli, Otto, Dr., Prof. in 
Heidelberg (von hier). 

1875. Dietze, Karl, in München. 

1875. Fraas, Oscar, Dr., Professor in 
Stuttgart. 

1875. Fischer von Waldheim, Alex., 
Staatsrath u. Ritter in Moskau. 

1875. Genthe, Herrn., Prof. Dr., Direc- 
tor des Gymnasiums in Duisburg. 

1875. Klein,Karl,Dr.,Prof.inHeidelberg. 

1875. Ebenau, Karl, in Madagascar 
(von hier). 

1875. Moritz, A., Dr., Directeur de 
l'observatoire physique in Tiflis. 

1875. Probst, Pfarrer, Dr. phil. in 
Unter - Essendorf, Württemberg. 

1875. Targioni-Tozetti, Prof.inFlorenz. 

1875. Zittel, Karl, Dr., Prof. inMünchen. 

1876. Rein, J. J., Dr., Prof. in Marburg. 
1876. Liversidge, Prof. in Sydney. 
1876. Böttger, Hugo, Director in Beuel 

bei Bonn (von hier). 

1876. Langer, Karl, Dr., Prof. in Wien. 

1876. Le Jolis, Auguste, President de 
la Societd nationale des sciences 
naturelles in Cherbourg. 
3 



34 — 



1876. Meyer, A. B., Dr., Director cle.s 
königl. zoolog. Museums in Dres- 
den. 

187G. Wetterhan, J. D., in Freiburg 
i. Br. (von hier). 

1877. Voit, Karl, Dr., Prof, in München. 

1877. Schmitt, C. G. Fr., Dr., Prälat 
in Mainz. 

1878. Chun, Carl, Dr. in Neapel (von 
hier). 



1878. Corradi, A., Professor der Kgl. 
Universität in Pavia. 

1878. Hayden, Prof., Dr., Staatsgeologe 
in Washington. 

1878. Strauch, Alex., Dr. phil., Mit- 
glied der k. k. Akademie der 
Wissenschaften in St. Petersburg. 

1878. Stumpff, Anton, aus Homburg v. 
d. H., d. Z. auf Madagascar. 



yi. Ausserordentliche Ehrenmitglieder. 

1872. Mühlig, J. G. G., Verwalter (von hier). 

1875. Erckel, Theodor (von hier). 

1878. Hetzer, AVilhelm (von hier). 

1878. V. Böttger, Rudolph, Prof. Dr. (von hier). 



35 — 



Verzeichiiiss 

der Geschenke für das iiaturliistorisclie Museum, 

welche vom Juni 1878 bis Juni 1879 der Gesellschaft 
überwiesen wurden. 

1. Für die Skeletsammlung. 

Von Herrn Conrad Ferd. Müller, stud, archit. von hier: der 

Schädel eines Gaika-Kaffer. 
Von Herrn Lehrer J. Blum: der Schädel eines Nasua und der 

eines Gebus. 

2. Für die Vögelsamralung. 

Von Herrn Friedrich Bastier: 1 Anas querquedula. 

Von Herrn Photograph Huth: 1 Bastard von Girlitz cf und 

Kanarienvogel 9- 
Vou Herrn Verwalter Mühlig: ein Nest von Motacilla alba mit 

Eiern (in einem Pantoffel). 

3. Für die Sammlung von Reptilien und Amphibien. 

Von Herrn Akademiker Prof. Dr. Strauch in Petersburg: 1 Eremias 
variabilis, 1 Eremias velox und 1 Fhrynocephaliis aiiritus 
aus der Steppe am Alakul - See und Lepsafluss ; 2 Testudo 
(Homopus) Horsfieldii, cf uud 9 aus Turkestan, lebend. 

Von Herrn Dr. Oscar Böttger: 1 Triton taeniatus, 2 Triton 
cristatus und 4 Triton alpestris von Zeitlofs bei Brückenau 
an der Rhön. 

Von Herrn Anton Stumpff, z. Z. in Madagascar, durch Herrn 
Oberamtsrichter L. Stumpff in Homburg v. d. H. : 3 Sen- 
dungen Reptilien uud Amphibien von Madagascar, darunter 
der kostbare Chamaeleo super ciliaris (j und 9? eiu neuer Laub- 
frosch und ein neuer Gecko. 

Von Herrn W. v. Schoulerin Wiesbaden : 3 kleine Schlangen 
(2 für uns neu), gesammelt im Reiche Deli auf Sumatra. 

4. Für die Sammlung der Gliederthiere. 
Von Herrn L. Jeaurenaud durch Herrn Appellationsgerich ts- 
rath Dr. Jeanrenaud : ein getrockneter Seekrebs. 



— 36 - 

Von Herrn W. v. Schouler in Wiesbaden: 2 Gläser mit lu- 
secteu und Seolopeuderu in Spiritus, gesammelt im Keiche 
Deli auf Sumatra (Niederländisch-Tndien). 

Von Herrn Christoph und Lips: ein Hummer. 

Von Herrn Anton Stumpff auf Madagascar: eine zweite Sen- 
dung Schmetterlinge aus Madagascar und mehrere Gläser mit 

O O O 

Insecten in Spiritus, ebendaher. 
Von Herrn Baron v. Maltzahn: eine Suite portugiesischer und 
brasilianischer Schmetterlinge in Tausch gegen Käfer-Dubletten. 

5. Für die Sammlung von Mollusken. 

Von Herrn D. F. Heynemaun dahier : eine höchst werthvolle 

Sammlung abnormer und verkrüppelter Schneckenschalen — 

eine in ihrer Art wohl einzige Sammlung. 
Von Herrn Baron H. v. Maltzan: eine reiche Suite westindischer 

Zweischaler. 
Von Herrn Dr. W. Kobelt: eine Anzahl Meeresconchylien aus 

Westindien, sämmtlich für das Museum neu. 

6. Für die Sammlung niederer Thiere. 
Von Herrn Chr. L ambrecht: eine Macandrina. 

7. Für die Pflanzensammlung. 

Von Herrn Inspector Heiss : der Blüthenstand einer Agave ameri- 

cana und eine Blüthe von Stanhopca occllata. 
Von Herrn Dr. W. Kobelt: ein Pinienzapfen. 
Von Herrn Hofrath Dr. Pauli: ein Stück echtes Gummi Lada- 
num von Cistus creticus^ Ernte von 1860 (90 Gramm). 

8. Für die zoopaläontologisehe Sammlung. 

Vom Städtischen Museum und vom AI terthu ms verein, 
durch Herrn Conservator Cornill: Diverse fossile Knochen- 
reste. 

Von Herrn Ingenieur L. Becker: ein Backenzahn von Elephas 
primigenius aus diluvialem Kies, Bockenheimer Landstrasse. 

Von Herrn Kaufmann Carl Jung in Glasgow : Petrefacteu aus 
dem Zechstein von Beith bei Glasgow. 

Von Herrn Dir. Hugo Böttger: einige Fischreste aus der 
Papierkohle bei Bonn. 



- 37 — 

Von Herrn Robert Schar ff in Bordeaux: eine Suite fossile 
Meeresconchylien aus dem Untermiocäu der faluns de Bor- 
deaux ('Leognau, Saucats, Meriguac etc.). 

9. Für die phytopaläontologische Sammlung. 

Von Herrn Prof. Dr. S a n d b e r g e r in Würzburg : eine Suite 
Tertiärpflauzeu aus dem Zsilythale (Siebenbürgen). 

Von Herrn Dir. Hugo Böttger: einige Pflanzenreste aus der 
Papierkohle bei Bonn. 

Von Herrn Georg S teiger w aid: ein Stück Kieselholz vom 
Maiuufer. 

10. Für die geologische Sammlung. 

Von Herrn Ingenieur Ludw. Becker: 2 Stufen Deistersandsteiu 
mit Cyrena ovalis aus der Wealdenformation von Oberkirchen 
bei Rinteln im Teutoburger Wald , eine Platte Tertiärkalk 
mit Mytilus Faiijasii, bei Frankfurt. 

Von Herrn H. Heid: Spiriferensaudstein von Wernborn bei 
Usingen. 

Von Herrn Hauptmann Dr. v. Hey den: Kalktuff von den Ufern 
der Plitvicaseen (kroatische Militärgrenze). 

Von Herrn Dr. Neumann dahier: eine Stufe alpiner Muschel- 
kalk vom Ampezzothal (Süd-Tyrol). 

Von Herrn Landesgeologen Dr. Carl Koch: ein Stück Glasopal 
und Chloropal von der Louisa bei Frankfurt. 

11. Für die Mineraliensammlung. 

Von Herrn Dr. Friedrich Scharff: 24 Stücke Mineralien vom 
Vesuv, vom Odenwald und Taunus, darunter Leuzit in auf- 
gewachsenen Krystallen , Amethyst von den Drei Brunnen 
und Flussspath-Octaeder vom Rossert. 

Von Herrn Dr. jur. A. Buck: ein Stück Tachylit von Bockenheim. 

Von Herrn Dr. W. Kobelt: Bergkrystall in carrarischem 
Marmor. 

Von Herrn Apotheker Dr. Fresenius : diverse Basalte mit 
Zeolithdrusen. 

Von Herrn Steigerwald: ein Achat, durch Herrn Otto Cornill. 

Von Herrn Hauptmann Dr. v. Heyden: ein Stück Ludvighit 
von dem einzig bekannten Fundorte Eisensteiu-Morawitza im 
Krassoer Comitat (Ungarn). 



- 38 — 

Vou Heim lugeuienr Christ. Pelluer: 1 Authrazit von Pitts- 
burg, 1 Speerkies aus dem Duxer Braunkohleurevier, Hart- 
mannszeche bei Ladowitz uud eine Schlacke aus der Glashütte 
bei Kopenhagen. 

Von Herrn Gottfried Scharff: 6 Mineralien von Iserlohn. 

Von Herrn Dir. Hugo Böttger : eine Septarie mit Gypskrystallen 
auf Schwefelkies aus der Braunkohle bei Rott. 

12. Für die ethnographische Sammlung. 

Von Frau Müller - Ren tz : eine lederne, mit Stickereien ge- 
schmückte Cigarrenbüchse aus Japan. 

Von Herrn J. F o r m h a 1 s : 5 Pfeilspitzen aus Feuerstein. 

Von Herrn Dr. Oscar Böttger: Stück eines Werkzeugs (einer 
Schnalle?) aus Bronze, aus dem Steinbruche von Biber bei 
Offenbach. — Sporn, von Bergfarnstadt bei Querfurt. 



Geschenke an Geld von Juni 1878 bis Juni 1879. 

Legat des Schneidermeisters Herrn J o h. Heinrich 

Roth. fl. 500 = M. 857. 14 

Geschenk des Herrn J. P h. Nie. Manskopf als 

ewiges Mitglied » 500. — 

Geschenk des Herrn P h i 1. v o u D o u n e r . . . » 40. — 

Geschenk des Herrn Ad. Metz 1er » 46. — 

Geschenk von Frau Constanze du Fay geb. 
Lutteroth, zum Andenken an ihren dahin- 
geschiedenen Gemahl Herrn Jean Noedu 

Fay sei » 1600. - 

Städtische Subvention pro 1878 » 4000. — 



Geschenke an Büchern. 

(Die mit * versehenen vom Autor geschenkt.) 

Agardh-Westerlund, Dr. C, in Ronueby (Schweden): Skandina- 
viska folgarnes fortplantuiugs historia. Heft l. 1878. 

Besnard, Oberstabsarzt A. F., in München: Systematischer Jalires- 
bericht. (Die Mineralogie in ihren neuesten Entdeckungen 
und Fortschritten.) No. XXXL 1878. 



— 39 — 

*BÖttger, Dr. Oscar, in Frankfiut a. M. : Monographie der 
Clausilieusection Albiuaria v. Vest. 1878. 

* — Die Tertiärfauna von Pebas am obern Maranon. 

von Bose-Reicheubacll, Graf, in Frankfurt a. M. : ein aus dem 
Jahre 1808 stammender Praehtband, der 161 von 
einem Frankfurter Namens Simon verfertigte Aquarell- 
zeichnungeu von giftigen u. a. Pflanzen enthält. 

*Ca8pary, Robert : Alexander Brauu's Leben. 

('oriiill, Otto, in Frankfurt a. M. 

J o h. Friese: Versuch einer leichten und fasslichen 
Darstellung des Laufs der Gestirne mit 2 Kupfer- 
tafeln. 1790. 

Dobson, G. Edw., in London: Catalogue of the Chiroptera of 
the Collection of the British Museum. 

*Geyler, Dr. Theod., in Frankfurt a. M.: Ueber fossile Pflanzen 
von Borneo. 1875. 

*Haag-Butenberg, Dr. G., in Frankfurt a. M. : Beschreibung 
neuer Arten von Heteromeren. 
— Heteromeren aus dem Museum Godeffroy. 

Y. Heyden, Hauptmann Dr. L., in Frankfurt a. M. 

E. Mulsant und Ed. Ver r eaux : Histoire naturelle 
des oiseaux mouches ou Colibris, Tome IH— IV. 1877. 

Jones, J. Mfittliew: List of the Mollusca of Nova Scotia. 

Klein, Prof. C, in Göttingen: Die Meteoritensammlung der 
Universität Göttingen am 2. Jan. 1879. 

*Kobelt, Dr. med. W., in Schwanheim : Fortsetzung von Ross- 
raässler's Iconographie der europäischen Land- und 
Süsswasser-Mollusken. Bd. V, Liefg. 4 — 6. Bd. VI. 
Liefg. 1-3. 

Mikroskopischer Terein in Frankfurt a. M. 

Schnitze : Archiv für mikroskopische Anatomie. 
Bd. I— XV. u. Bd. XVL Heft 1—2 nebst Namen- 
und Sacliregister zu Bd. I — VHI. 

V. Müller, Baron Ferd., in Melbourne : The organic constituents 
of plants and vegetable substances. 1878. 

Radius, Dr. Justus, in Leipzig. Einige Bemerkungen der PhaiS ^ 
macopoea germanica. 1878, -"5"*" 




? "5 rr^ 



— 40 — 

*vom Katli, Prof. G., in Bonn: Ueber den Granit. 

* — Vorträge und Mittlieilungen. 

* — Ein Beitrag zur Keuntuiss der Krystallisation des Cyauit. 
*Reess, Prof. M., in Erlangen : Der botanische Garten zu Erlangen. 
Rüppell, Dr. Eduard, in Frankfurt a. M. : Proceedings of the 

scientific meetings of the Zoological Society of London. 

1878. Part. I- IV. (Colorirtes Exemplar.) 
— Transaction of the Zoological Society of London. Vol. X. 

Part. 6-n. 
*Rütimeyer, Prof. L., in Basel : Die Rinder der Tertiär-Epoche, 

nebst Vorstudien zu einer natürlichen Geschichte der 

Antilopen. IL Theil. 1878. 
8cliarff, Dr. Eriedr., in Frankfurt a. M. 

P. G r 1 h : Tabellarische Uebersicht der einfachen 

Mineralien nach ihren krystallographisch- chemischen 

Beziehungen. 
Scharif, Ingenieur G., jun., in Frankfurt a. M. 

Dr. Fr. Hochstetter: Ueber einen neuen geologischen 

ÄufschlusR im Gebiete der Karlsruher Thermen. 
Senckeubergische Stiftuiigs-Admiiiistration in Frankfurt a. M. : 

24. Nachricht von dem Fortgang und Zuwachs der 

Dr. Senckenbergischeu Stiftuug. 
*Stoppaiii, Antonio , in Mailand : Carattere marino dei grandi 

anfiteatri morenici delT Alta Italia. 
*Stossich, Mich., in Triest : La teoria della vescica germinativa 

11 Velebit. 

* — Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Chaetopoden. 
*Streng, Prof., in Giessen : Geologisch -miueralogische Mitthei- 
lungen. No. VII. 

* — Mineralogische Mittheilungen über die Erze von Chana- 

cillo in Nord-Chile. 
*v. Tschusi, Ritter, zu Schmidhofen : Die Vögel Salzburgs. 

* — Bibliographica ornithologica. 

*Ziegler, Dr. Julius, in Frankfurt a. M. : Uebersicht der Vege- 
tatiouszeiten in Frankfurt a. M. (Beobachtungen während 
der Jahre 1867-78.) 



41 — 



Verzeichniss 

der vom Juni 1878 bis Ende Mai 1879 im Tausch gegen die Abhand- 
lungen und Berichte der Gesellschaft eingegangenen Schriften. 

Von Akademien, Behörden, (Jesellschaften, Instituten, 
Vereinen u. dgl. 

Aarau, Aargauische natnrforschende Gesellschaft. 

Mittheiluugeu, Heft I. 
Amiens, Societe Liimeeuue du Nord de la France: 

Bulletin mensuel. Torae IV. No. 70—76 ii. No. 78—81. 
Amsterdam, Königliche Acaderaie der Wissenschaften: 

Jaarboek. 1877. 
Processen Verbaal. 1877—78. 
Verhaudelingen. Afd. Natuurk. Deel XVIII. 
Verslagen en Mededeelingeu. Afd. Naturk. 1878. 
Tweede Reeks. Deel XII-XIII. 1878. 

— Zoologische Gesellschaft: 
Opeuiugsplechtigheid van de Tentoonstelling. 1878. 

Basel. Schweizerische naturforschende Gesellschaft: 

Verhandlungen. VI. Theil. Heft IV. 1878. 
Batavia. Genossenschaft fttr Künste und Wissenschaften: 

Notuleu. Deel XV No. 2—4. 1878. — Deel XVI. No. 

1—2. 
Gedurende de eerste eeuw van zejn bestaau 1778 — 1878 

(Gedenkboek). Deel I. nebst einer Kupfermedaille. 
Tijdschrift voor Indische taal-, laud- und volkenkunde. 
Deel XXIV. af levering 6. 1878. Deel XXV. aflev. 1. 

— Natuurkiindige Vereeniging in Neederlansch Indie: 
Natuurkundig Tijdschrift. Deel XXXV.— XXXVII. Zevende 

Serie. Deel V— VII. 1875-77. 
Berlin. Königlich Preussische Akademie der Wissenschaften: 
Mathematische Abhandlungen 1877. 
Monatsehrift. Januar und Februar. 1879. 
Physikalische Abhandlungen. 1877. 

— Deutsche geologische Gesellschaft: 
Zeitschrift. Bd. XXX. Heft 1—4. 1878. 



— 42 — 

Berlin. Königl. Preuss. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffent- 
liche Angelegenheiten : 

Abhandluugen zur geologischen Specialkarte von Preussen 
und den Tliüringisclieu Staaten. Band IL Heft 3 — 4. 
Atlas zu den Abhandlungen. Band IL Heft 4. 

Geologische Specialkarte von Preussen und den Thüringi- 
schen Staaten. Lieferung XL in 6 Blättern mit 6 
Heften Erläuterungen. Lieferung XIII. in 4 Blättern mit 
4 Heften Erläuterungen. 

— Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg: 
Verhandlungen. Jahrg. XIX. 1877. 

— Gesellschaft naturforschender Freunde: 
Sitzungsberichte 1878. 

Bern. Naturforsehende Gesellschaft: 

iMittheilungen. No. 923—936. 1877. 
Bologna. Accademia Royal delle scieuze dell' Istituto: 

Memorie. Serie III. Tomo VIII. 

» Serie III. Tomo IX, Fase. 1 — 2. 

Rendiconto 1877—78. 
Boi'deaux. Societe des Sciences physiques et naturelles : 

Memoires. Tome IL No. 3. 1878. 
» » III. » 1. » 

Boston. American Academy of arts and sciences. 

Proceedings. New series. Vol. IV— V. 1877. 

— Society of natui-al history: 

Memoirs. Vol. II. Part. IV. No. 6. 1878. 

Proceedings. Vol. XIX. Part. I -II. 1877. 
Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein. 

Abhandlungen. Bd. VI. Heft 1. 
Breslau. Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 

55. Jahresbericht 1877. 

General-Sachregister der in den Schriften von 1804 bis 
1876 incl. enthaltenen Aufsätze. 

Schlesische Inschriften vom XIIL bis XVI. Jabrhundert. 

Eine Audienz Breslauer Bürger bei Napoleon I. 1813. 

— Landwirthschaftlicher Centralverein für Scldesien: 
Bericht 1876-77. 

Brunn. Natur forsch ender Verein. 

Verhandlungen. Bd. XVI. 1877. 



— 43 — 

Brüun. K. k. Mälirisch - Schlesische CTesellschaft zur Beförderung des 
Ackerbaues, der Natur- uud Landeskunde : 

Mittheiluugen. Jahrg. 58. 1878. 
Brüssel (ßruxelles). Academie royale des sciences, des lettres et 
des beaux arts de Belgique. 

Memoires des membres. Tome XLIT. 1878. 

Memoires courounes et des savauts etrangers. Tome 

XL— XLI. 1876—78. 
Memoires couroimes et autres memoires. Tome XXVII bis 

XXVIII. 1877—78. 
Bulletins. II. serie. Tome XLI— XLV. 1876—78. 
Annuaire. 1877—78. 
Tables de Logarithmes. 1877. 
— Societe entomologiqne de Belgique. 
Aniiales. Tome XXL 1878. 
Compte reudu. Ser. IL No. 52 — 62. 
Extrait des Comptes rendus. 
Calcutta. Asiatic Society of Bengal. 

List of periodicals and publications. 

Journal. Vol. XLVL Part L No. 2-4. 1877. Part II. 

No. 3-4. 1877. 

Vol.XLVIL Part L No. 1—3. Part IL No. 1-3. 1878. 
Proceedings. Jahrg. 1877. No. VIII— X. 
Jahrg. 1878. No. VII— VIIL 
Cambridge, U. S. A. (Mass.). Museum of Comparatire Zoology: 
Annual Report. 1877—78. 
Bulletin. Vol. V. No. 2—9. 1878. 
Memoirs. Vol. V. No. 2. 1877. Vol. VI. No. 2. 1878. 
Cassel. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. III. V. XL XVI. XVIII. XXIV. XXV. 

Catalog der Bibliothek. 

Eisen ach, H., Dr., Uebersicht der bisher in der LTin- 

gegend von Cassel beobachteten Pilze. 
Kessler, H. Fr., Dr., Die Lebensgeschichte der bisher 

auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten. 
Verzeichniss der bei Cassel in einem Umkreise von drei 

Meilen aufgefundenen Coleopteren. 
Catania. Accademia Gioenia di scienze naturali: 

Atti. Ser. IIL Tomo XI-XIL 1877—78. 



— 44 — 

Chemnitz. Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Jahresbericht VI. 1875—77. 

Cliristiania. Königl. noi'wegische Uuiversität. 

Archiv for Mathematik og Naturwideuskab. Bd. III. 
Heft 2—4. 

Chur. Natiirforscheiule Gesellschaft Cfraubiindens. 
Jahresbericht. 1876 — 77. 

Djuizig. Naturforschende Gesellschaft: 

Schriften. Neue Folge. Bd. IV. Heft 2. 1877. 

Darmstadt. Gesellschaft für Erdkunde und Mittelrheinischer geolo- 
gischer Verein. 
Nütizblatt. III. Folge. Heft XVII. No. 193—204. 

Dorpat. Naturforschende Gesellschaft. 

Archiv. I. Serie. Bd. VIII. Heft S. 1877. 
H. Serie. Bd. VII. Heft 4. 
II. Serie. Bd. VHI. Heft 1—2. 1S77. 
Sitzungsbericht. Bd. IV. Heft 3. 1877. 
Dresden. Isis, Naturwissenschaftliche Gesellschaft: 
Sitzungsberichte. 1878. 

Schneider, 0., Dr., Naturwissenschaftliche Beiträge zur 
Keuutniss der Kaukasus-Länder. 1878. 
Edinburgli, Royal Society: 

Transactions. Vol. XXVHI. Part II. 1877—78. 
Elberfeld-Barmen. Naturwissenschaftlicher Verein : 

Jahresberichte. Heft 5. 1878. 
Erlangen. Physikalisch-medicinischc Societät: 
Sitzungsberichte. Heft 10. 1878. 

Florenz. Real Istituto di studi superiori pratici e di perfezionamente : 

(Sezione scienze fisiehe e naturale.) 

Publicazioni. Vol. I. 1877. 

Ca van na, Dott. G., Studi e ricerche sui Picuoconidi. 

Part. I. 1877. 
Arcangeli, G, Opere publicate. 

(Sezioue in medizina, cliirurgia e scuola di farmacia.) 
Publicazioni. Vol. I. 1877. 
Frankfurt a. M. Neue Zoologische Gesellschaft: 

Zeitschrift: Der Zoologische Garten. Jahrg. 1878. No. 4 
bis 12. Jahrg. 1879. No. 1—4. 



- 45 - 

Fran It fürt a. M. Physikalischer Verein : 

Jahresbericht. 1876—77. 

— Central- Ausschuss ties Deutsehen a. Oesterreich. Alpenvereins : 
Mittheikiugen. Jahrg. 1878. No. 1 — 6. 

Freiburg i. JJr. Naturforschende Gesellschaft: 

Berichte über die Verhau diu ugen. Bd. VII. Heft 2— 3. 1878. 
St. Gallen, Naturwissenschaftliche Gesellschaft: 

Bericht 1876—77. 
Genf (Geneve). Soeiete de physique et d'histoire naturelle: 

Memoires. Tome XXV. Part. II. 1 

Tome XXVI. Part. I. | 1877/78. 
Giessen. Oberhessische Gesellschaft für Natur, und Heilkunde: 

Bericht. XVII. 1878. 
Glas^^OW. Natural History Society: 

Pr<ice.-diiigs. Vol. III. Part 3. 
Gothenburg (Göteborg). Kongl.Wetenscap och Witterhets Samhälles : 

Haiidliiigar. Ny Tidsföljd. Haftet 15—16. 
Graz. Akadem. Leseverein der k. k. Universität: 

Jaliresbericht. XI. 1878. 
Greifswald. Naturwissenschaftlicher Verein für Neu- Vorpommern und 

Rüg'en: 

Mittheiluugeii. Jahrg. X. 1878. 
Halle a. S. Naturforschende Gesellschaft: 

Abhandlungen. Bd. XIV. Heft 1—2. 1878. 

Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der 

Naturforscher: 

Leopoldina. Jahrg. 1878. Heft XIV. No. 9 — 24. 
» Jahrg. 1879. Heft XV. No. 1—8. 

— Verein für Erdkunde: 
Mittheilungen. 1878. 

Hamburg- Altona. Naturwissenschaftlicher Verein: 
Verhandlungen. 1877. Nene Folge. IL 

— Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung: 
Verhandlungen. 1876. Bd. IIL 

Hannover. Naturhi4orische Gesellschaft: 

Jahresbericht. XXV— VI. 1874-76. 
Harlem. Soeiete Hollandaise des sciences exactes et naturelles : 

Archives Neerlandaisfs des sciences exactes et naturelles. 
Tome XHL Livr. 1-5. 

Naturkundioe Verhandelingen. Deel III. 1878. 



— 46 — 

Harlem, Teyler-Stiftnngr : 

Archives du Musee Teyler. Vol. IV. Fasc. 2 — 4. 
» » » Vol. V. Part I. 

Heidelberg. Natnrhistoriscli-medicinisclier Verein: 

VerhandluDgen. Neue Folge. Bd. IT. Heft 2 — 3. 
Helsiilgfors. Societatis pro Fauna et Flora Feiiulea: 
Acta. Vol. I. 1875—77. 
Notiser ur Sällskapets pro Fauna et Flora Feuuica. För- 

liaudliugar. Haftet 2—3. 1852 u. 1857. 
Ny Serie. Haftet 2—4 u. 6—11. 
Meddelauden. Haftet 1 — 4. 
Sällskapets pro Fauna et Flora Fennica. 
Jena. Mediciniscli-naturwissenschaftliclie Gesellschaft: 
Jenaische Zeitschrift. Bd. XII. Neue Folge. 
Bd. V. Heft 3—4. Bd. XIÜ. Neue Folge. 
Bd. VI. Heft 1. 
Sitzungsberichte für 1878. 
Innsbruck. Naturwissenscliaftlicli-mediciuisclier Verein : 
Berichte. Jahrg. VII. 1876. Heft 2—3. 
» Jahrg. VIII. 1878. Heft 1. 

Kiel, Naturwissenscliaftliclier Verein für Sclileswig-Holstein: 

Schriften. Bd. III. Heft 1. 1878. 
Lausaune. Socl^te Taudoise des sciences naturelles: 

Bulletin. T Ser. Vol. XV. No. 80. 1878. 
Linz. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. IX. 1878. 
Lissabon (Lisboa). Academia real das sciencias: 

Annales da Commissäo central permanente de Geographia. 

No. 2. 1877. 
Chemica Agricola. 1875. 
Flora cochinchinensis. Toraus I — II. 1740. 
Historia dos estabelecimentos scieutificos litterarios e 
artisticos de Portugal. Tomo V. 187G. VII. 1878. 
Historia e memorias da Academia real das sciencias de 
Lisboa. II. Classe. Nova serie. Tomo IV. 1875. 
Parte II. 1877. 
Jornal de sciencias raathematicas , physicas e naturaes. 
Tomo V. 1874—76. 



— 47 - 

Lissabon (Lisboa). Academia real das sciencias: 

Jornal de sciencias mathematicas, physicas e naturaes. 

(Botanica.) No. XXI— XXIII. 
Sessäo Publica. 1875 u. 1877. 
London. Bi-itish-Association for the advancement of science: 
Report of the 47. raeetiug. 1877. 

— Zoological Society: 
Proceedings. Part. I— IV. 1878. 
Transactions Vol. X. Part 6 — 11. 1878. 

St. Louis. Academy of sciences: 

Transactions. Vol. III. No. 4. 1878. 
Lüttich (Li^ge). Societe greologiqne de Belgiqne : 

Aunales. Tome IX. 1876. 
Lyon. Societe Linueenne : 

Annales. Nonvelle Serie. Tome XXXIII. 1876: 

— Societe d'agriculture, d'histoire naturelle el arts utiles: 
Annales. Ser. IV. Tome IX. 1876. 

Mailand (Milano). Reale Istituto Lombardo: 

Memorie. Vol. XIV. XV. della Serie III. Pasc. I. 1878. 

liendiconti. Ser. IL Vol. X. 1877. 
Mannheim. Verein für Natnrknnde : 

Jahresbericht. 41 — 44. 
Moskau. Societe imperiale des naturalistes : 

Bulletin. 1878. No. 1—3. 
München. Königl. Baierische Akademie der Wissenschaften : 

Abhandlungen. Bd. XIII. Abth. I. 1878. 

Almanach. 1878. 

Sitzungsberichte der mathematisch -physikalischen Classel 
1878. Heft 1—4. 

Gümbel, C. W., Dr., Die geognostische Durchforschung 
Baierns. 
Münster. Westfälischer Provinzial- Verein : 

Jahresbericht. V— VI. 1877. 
Neapel. Zoologische Station : 

Mittheiluugen. Bd. I. Heft 2. 
Neu-Brandenburg, Verein der Freunde der Naturgeschichte: 

Archiv. Jahrg. XXXI-XXXIL 1877—78. 
Neufchätel. Societe d'histoire naturelle : 

Bulletin. Tome XI. Heft 2. 1878. 



— 48 - 

Offenbach. Verein für Natnrkuude: 

Bericht. 17-18. 1875—1877. 
Passau. Naturwisseiischafüicher Terein: 

Bericlit XI. 1875 — 87. 
St. Petersburg. Academie Imperiale des sciences: 

Bulletiu. Tome XXV. No. 1--3. 

Memoires. Tome XXV. No. 5-9. 
Tome XXVI. No. 1—4. 

— Societe entomologiqiie de Russie : 

Horae societatis eutomologieae. Tome XIII. 1877. 
(Tome X. No. 1 — 4, deutsch und russisch). 

— Kaiserlich-botanischer Garten: 

Acta horti Petropolitani. Tom us V. Fase. II. 

Philadelphia. Academy of natnral science : 

Proceedings. Part 1— III. 1877. 

— American philosophical society : 
Proceedings. Vol. XVII. No. 100. 
List of surviving members. 1878. 

Pisa. Societa Toscana di scienze naturali: 

Atti. Vol. III. Fasc. 2. 187H. 

Adunanza. 1878 — 79. 
Prag", Dentscher akademischer Leseverein : 

Jahresbericht. 1877—78. 
Regensburg. Zoologisch-mineralog^ischer Verein: 

Corresp()uilenzl)latt. Jahrg. XXXI. 1877. 
Rom. R. Accademia dei Lincei : 

Atti. Vol. II. Fasc. fi. 1878. 

Vol. II. Transunti. 1877—78. 
» Vol. III. Fasc. 1—5. 
„ R. Comitato geologrico d'Italia: 

Bolletino. 1878. No. 3—12. 
» 1879. No. 1-2. 

Rotterdam. Neederlandsche dierknndig-e Vereenigung-: 

Tijdschrift. Deel IV. Aflev. I. 1878. 
Salem, ü. S. A. Essex Institntiou: 

Bulletin. Vol. 9. No. 1-12. 1877. 
Stettin. Entomologischer Verein: 

Eutomologische Zeitung. Jahrg. XXXVII. 1877. 



— 49 — 

Sydney. Royal Society of New South Wales: 

Annual Report of the deiDartement of mines. 1877. 

Journal and Proceedings of the Roj'al Society. 1877. 
Vol. XI. 

Remarks on the sedimentary formations (Edition IV. 1878). 

Railways of New South Wales. (Report on their con- 
struction and working 1876.) 

Report of the council of education upon the public 
Schools. 1877. 
Strassburg. Kaiserl. üiüTersitäts- und Landes-Bibliothek: 

1 1 Inaugural-Dissertationen. 
Triest (Trieste). Societa Adriatlca dl scienze natnx-ali: 

Bolletino. Vol. IV. No. 1—2. 1878—79. 
— Societa Agraria: 

L'amico dei campi. Jahrg. XIV. No. 6—12. 1878. 
Turin (Torino). Reale accadeniia delle scienze: 

Atti. Vol. XIII. Disp. 1-8. 1877—78. Vol. XIV. 
Disp. 1 — 2. 1879. 

Bolletino dell' osservatorio della regia universitä di Torino. 
Jahrg. XII. 1877. 

Memorie. Ser. IL Tomo XXIX— XXX. 1878. 
Washington, U, S. (Geological suryey of the territories: 

Coues,E., Birds of the North west. Miscellaneous publi- 
cations. No. 3. 1874. 

Bulletin of the United States geological and geographical 
survey of the Territories. 11. Ser. No. 2, 4 — 6. Vol. II. 
No. 2—4. Vol. III. No. 1—4. Vol. IV. No. 1—2. 

Illustrations of cretaceous and tertiary plants of the 
Western Territories of the United States. 1878. 

Ethnography and philology of the hidasta Indians. 1877. 
Miscellaneous publications. No. 5 — 9. Descriptive 
catalogue of the photographs of the United States 
geological survey. 1875 — 77. 

Preliminary report of the field work of the United States 
geological and geographical survey. 1877. 

Report of the United States geological survey of the 
Territories. Vol. VII. 1878. IX. 1876. XI. 1877. 

4 



— 50 — 

Washington, U. S. Geological survey of the territories: 

Suu pictures of Rocky moimtaiu Scenery with a description 
of the geographical and geological features etc. of the 
great West. 1876. 

Adress before the Rocky mountain medical association. 1877. 

Catalogue of the publications of the United States geo- 
logical and geographical survey. 1877. 

— Siiiitlisouiau Institution : 

XXXI. Jahresbericht der Staats - Ackerbaubehörde von 
Ohio. 1876. (II. Reihe.) 
Wien. K. k. Akademie der Wisseuschaften: 

Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften, mathematisch- naturwissenschaftliche Classe. 
Bd. XXXV und XXXVIII. 

Sitzungsberichte. Jahrg. 1878. No. 12 — 22 und No. 24 
bis 28. Jahrg. 1879. No. 1-9. 

— K. k. geologische tresellschaft : 

Jahrbuch. Bd. XXVIII. No. 1-4. 1878. 
Verhandlungen. 1878. No. 1-18. 

— K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft: 
Verhandlungen. Bd. XXVIII. 1878. 

— K. k. Sternwarte: 

Meteorologische Beobachtungen an der Wiener Stern- 
warte. 1877. 

— Leseverein der deutschen Studenten: 
Jahresbericht. VII. 1877—78. 

— Naturwissenschaftlicher Verein an der k. k. technischen Hoch- 

schule : 
Berichte. III. 1878. 

— Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse: 
Schriften. Bd. XVIII— XIX. 1877-79. 

Wül'zburg. Physikalisch-medicinische Gesellschaft : 

Verhandlungen. Neue Folge. Bd. XXL Heft 1—4. Bd. XIII. 

Heft 1-4. 
23 diverse Inaugural-Dissertationeu. 
YolvOliama. Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ost- 
Asiens : 
MittheiluDffen. Heft 12 und 14—16. 1877—78. 



— 51 — 

Zürich. Allgemeine Schweiz, naturfoi'sclieude Gesellschaft für die 
gesammten Naturwissenschafteu : 

Verhaudluugeu in Bex den 20.— 22. Aug. 1877 (GO. Jahres- 
versammlung, Jahresbericht 1876 — 77). 
— Naturforschende Cfesellscbaft: 

Vierteljahrsschrift. Jahrg. XXI— XXII. 1876-77. 

Zwickau. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht. 1877. ^,,><j 



Verzeicliniss 

der angekauften Bücher und Zeitschriften. ' -^ 

Die mit * bezeichneten sind auch früher gehalten worden. 

*Abhandlungen der Schweizerischen paläontologischen Gesellschaft. 

*Annales des sciences naturelles (Zoologie et Botanique). 

*Aunales de la Societe Entomologique de France. 

*Annals and magazine of natural history. 

*Archiv für Anthropologie. 

V. Baer, C. E., Dr. Ueber die homerischen Lokalitäten in der 
Odyssee (von Prof. L. Stieda. 1878). 

^Beiträge zur geologischen Karte der Schweiz. Lief. 13 — 14. 

*C a b a n i s, Journal für Ornithologie. 

*C a j e t a u , Dr., u. Felder, R. Reise der österreichischen Fregatte 
Novara um die Erde. (Zoologischer Theil, Lepidoptera, 
zwei Bände Text und Atlas.) 

Claus, Carl. Untersuchungen zur Erforschung der genealogischen 
Grundlage des Crustaceen-Systems. 

^Deutsche entomologische Zeitschrift. 

Ehlers, E., Prof. Die Borsten würmer, Annelida, Chaetopoda. 
Abtheilung I. 

Fes er, J. Die polizeiliche Controlle der Markt-Milch. 

Flechsig, Paul, Dr. Die Leitungsbahneu im Gehirn und Rücken- 
mark des Menschen. 

Firtsch, Gust. Untersuchungen über den feineren Bau des Fisch- 
gehirns. 



— 52 — 

*Gegeiibaur, C. Morphologisches Jahrbuch. Eiue Zeitschrift für 
Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 

*Geological Magazine. 

Graff, L., Dr. Das Genus Myzostoma. 

*Groth, P. Zeitschrift für Krystallographie. 

Groth, P. Die Mineraliensammlung der Kaiser-Wilhelms-Univer- 
sität in Strassburg. (Ein Supplement zu den vor- 
handenen mineralogischen Handbüchern.) 

V. H a u e r , F. Ritter. Die Geologie und ihre Anwendung auf 
die Keüutniss der Bodenbeschaflfeuheit der Österreich. - 
Ungar. Monarchie. 

*Heer, 0. Flora fossilis Helvetiae. Die vorweltliche Flora der 
Schweiz. 

Hertwig, 0. u, R. Das Nervensystem und die Sinnesorgane der 
Medusen. 

*H of mann und Schwalbe. Jahresbericht über die Portschritte 
der Anatomie und Physiologie. 

Hoffmeister, W. Die botanischen Ergebnisse der Reise Sr. 
Königl, Hoheit des Prinzen Waldemar von Preussen 
in den Jahren 1845 — 46. 

*Hubrec ht, A. A. W. Dr. H. G. Bronn's Classen und Ordnungen 
des Thierreichs. 

Huxley, Th. H. Reden und Aufsätze, Bibliothek für Wissen- 
schaft und Kunst. Bd. 11. (Deutsche autorisirte Aus- 
gabe von Dr. Fr. Schnitze. 1877.) 

*J a u , Iconographie des Ophidiens. 

*Just, Leopold. Botanischer Jahresbericht. 

*Kobelt. Jahrbücher der deutschen malakozoologischen Ge- 
sellschaft. 

Kö 11 ick er, Alb. Entwicklungsgeschichte des Menschen und der 
höheren Thiere. 

Kossmann, Rob by. Zoologische Ergebnisse einer Reise in die 
Küstengebiete des rothen Meeres. I. Hälfte. 

K ü h n e, W. Untersuchungen aus dem physiologischen Institute 
der Universität Heidelberg. Bd. I. Heft 1—4. Bd. H. 
Heft 1-3. 

V. Leuhossek, Jos. Die künstlichen Schädelverbiudungen. 



— 53 — 

*Leouhard und Geinitz. Neues Jahrbuch für Mineralogie. 

Lepsius, Rieh. Das westliche Süd-Tyrol. 

Leuckart und Nitzsche. Wandtafeln. Lief. II. 

Lindenschmitt, L. Die Alterthümer unserer heidnischen Vor- 
zeit. Bd. I— III. 

V. Lins tow, 0. Compendium der Helminthologie. 

*Malakozoologische Blätter. 

*M a r t i n i - C h e ra n i t z. Conchy lieu-Cabinet. 

Memoire sur la flore carbonifere du departement de la Loire. 
(Partie Botanique systematique.) 

*Meyer, Dr. A. B. Mittheilungen aus dem zoologischen Museum 
in Dresden. 

Mietzsch, Herrn. Geologie der Kohlenlager. 

*Müller. Archiv für Anatomie und Physiologie. 

*Nachrichtsblatt der Deutschen malakozoologischen Gesellschaft. 

*Nature. 

*Palaeoutographica. 

*Paleontologie Fran9aise, 

Preussische Expedition nach Ostasien. 

Zoologischer Theil. Bd. I— II. 
Botanischer Theil. Heft I. 

^Quarterly journal of the Geological Society« of London. 

Rathke, H. (von Wittich, W^. Untersuchungen über die Ent- 
wickelung und den Körperbau der Krokodile.) 

Rauber, A. lieber die Stellung des Hühnchens im Entwick- 
lungsplan. 

Rosenbusch, H. Mikroskopische Physiographie der massigen 
Gesteine. 

Rye, Ed. Caldwell. The zoological record for 1876. 

*S e m p e r. Arbeiten aus dem zoologisch-zootomischen Institut in 
Würzburg. 

*Siebold und Köllicker. Zeitschrift für wissenschaftliche 
Zoologie. 

Sill im an. The American journal of science and arts. 

So wer by, G. B., jun. Thesaurus conchyliorum or Figures and 
descriptions of Shells. Part I — XXXII. 

*Troschel. Archiv für Naturgeschichte. 



— 54 - 

TsclierQiak, G. Mineralogische und petrographisclie Mitthei- 
luugen. 

Vinson, Auguste. Voygage ä Madagascar. 

Weiss, Ch. E. Fossile Flora der jüngsten Steinkohlenformation 
und des Rothliegenden im Saar-Rhein-Gebiete. 

*Württembergische naturwissenschaftliche Jahreshefte. 

*Zeitschrift für Ethnologie. 

Zirkel, Ferd. Elemente der Mineralogie. 

Zoologische Ergebnisse der Nordseefahrt vom 21, Juli bis 9. Sep- 
tember 1872. 



55 — 



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57 — 



Vorträge und Abhandlungen. 



Reptilien und Amphibien aus Syrien. 

Von 

Dr. Oskar Böttger. 

Da specielle Aufzählungen syrischer Kriechthiere mit alleiniger 
Ausnahme eines Verzeichnisses von 16 Arten ^) aus Beirut, das 
ich 1877 in Giebel's Zeitschrift f. d. ges. Naturwiss., Bud. 49, 
S. 285 geben konnte, meines Wissens noch nicht existiren, dürfte 
die folgende Mittheilung über eine Reihe weiterer syrischer Spe- 
cies, namentlich auch für die geographische Verbreitung unserer 
altweltlicheu Reptilien nicht ganz werthlos sein. Die vorliegende 
kleine Collection von 18 Arten wurde theilweise in der Umgebung 
von Jaffa, theilweise in der von Haiffa (Caifa) am Berge Carmel 
gesammelt. Die Arten von dem erstgenannten Orte und eine Reihe 
von Stücken, die vom Fusse und von den Abhängen des Carmel aus 
nächster Nähe von Haiffa stammen, sind von Herrn Haus Simon 
in Stuttgart durch Vermittlung des Herrn Hauptm. Dr. Lucas 
von Hey den, dem unser Museum schon so viele herpetologische 



^) Es sind : Homalosoma melanocephalum Jan ; Coronella austriaca 
Laur. var., Zamenis (Periods) neylectus Jan, Z. Dahin Fitz, sp., Z. viridi- 
flavus Latr. var. caspius Iwan, Callopeltis quadriÜneatus Pali., C Aesculapii 
Aldr. sp., Tropidonotus natrix L. var., Tr. tesselatus Laur. sp., Coelopeltis 
lacertina Fitz, sp., Tarbophis vivax Fitz, sp., Eryx jactdus L. sp., Vipera 
(Dahoia) lebetina Forsk. sp. (= V. xanthina Grray var. nach F. Müller, 
Catalog d. Baseler Amph. u. Rept., Basel 1878, S. 696), Eumeces pavimentatus 
Geoffr. sp., Euprepis vittatiis Oliv, und Seps (Gongyliis) ocellatus Forsk. sp. 



— 58 — 

Zuwendungen und Bereicherungen verdankt, der Senckenbergischeu 
naturforschenden Gesellschaft neuerdings zum Geschenk gemacht 
worden ; eine kleine Zahl Arten von Haifla wurde dagegen von 
Herrn Hans Simon dem Stuttgarter Museum überwiesen, aus 
welchem ich sie durch die Freundlichkeit des Herrn Oberstudienrath 
von Krauss auf einige Tage zur Ansicht erhielt. 

Von besonderem Interesse scheinen mir die nahen Beziehungen 
der hier kurz beschriebenen Reptilfauua zu der von Nord-Afrika 
zu sein, indem nicht weniger als 13 von den 18 besprochenen 
Arten in Aegypten und zum Theil auch in Algerien vorkommen, 
während 2 Species Syrien ausschliesslich eigenthümlich zu sein 
scheinen, 2 ebenfalls rein asiatischen Gattungen angehören und 
eine Art Ost-Europa und West- Asien gemeinsam [ist. Im üebrigen 
wird die Fauna von Syrien und Palaestina, wie bekannt, zum 
circummediterranen Zweige der palaearktischen Region gerechnet; 
nur sehr wenige Vertreter specifisch orientalischer Gruppen (so 
3 Arten von Homalosoma^ Vertretern der Schlangenfamilie der 
Calamariiden, und 1 Art der Eidechsengattung Ophiops) reichen 
bis in die syrisch-palaestinische Fauna hinein. 

Eine eingehende Vergleichung der syrischen Reptilfauna mit 
der der Nachbarländer behalte ich mir für eine spätere Gelegen- 
heit vor, insbesondere da Herr Hans Simon, ein eifriger und 
kenutnissreicher Entomologe, mir gegenüber die Absicht aus- 
gesprochen hat, die weiteren sicher zu erwartenden Sendungen 
aus Syrien meiner Hand anzuvertrauen und dieselben theilweise 
wenigstens unserer Gesellschaft zum Geschenk zu machen, was ich 
nicht unterlassen will, hiermit schon jetzt dankend anzuerkennen. 

üeptilia. 



I. Ox>hidia. 

Farn. I. Typhlopidae. 

1. Onychocephalus Simoni Bttg. n. sp. 1879. 
Char. Caput cmiicum; scuta caput tegentia punctis inscidptis 
eleganter ornata; rostrale mediocre, subovatum, antice depressiim, 
in aciem acutissimam transversam nee non media parte angidatam, 
A-formem protractum^ orem valde superans. Oculi deficientes. 
Series longitudinales squamarum 20. Squamae jj^aeanalia magni- 



— 59 — 

tudine non excellentes. Cauda brevis, latitudine capitis parum 
longior sed crassior, ultima parte rotundata, nidlo modo mucro- 
nata. — Unicolor candore flavescenti-carnoso. 

Long, total. 196; capitis ca. 5, trimci 187,25, caudae 3,75 mm; 
lat. capit. 3, trunci vix 3,75, caudae 3,5 mm. 

Hob. Haiffa Striae. 

Von der Form uud Farbe eines gewöhnlichen Regenwurms, 
etwa 54mal länger als an der dicksten Stelle des Körpers breit. 
Der Schwanz ist fast genau so lang, wie der hintere Theil des 
Körpers breit ist. 

Der Kopf ist von oben gesehen kegelförmig, nach vorn 
ziemlich rasch verschmälert, nur in der Gegend der Nasalen eine 
ganz kurze Strecke cylindrisch und dann rasch wieder zu einer 
deutlichen Spitze zusammengezogen. Von der Seite gesehen springt 
die Schnauze als eine oben etwas ausgehöhlte, unten plane, äusserst 
scharfe, einen Winkel von weniger als 45" bildende Schneide 
gut 1 ^2 mm über die Mundöffnung vor. Alle grösseren Kopf- 
schilder sind nach vorn hin wenigstens mit zahlreichen, feinen, 
eingestocheneu Punkten bedeckt. Der obere Theil der massig 
grossen Rostralplatte bildet ein regelmässiges, nur vorn winklig 
zugeschärftes Oval, dessen Vorderrand hornartig und gebräunt 
erscheint ; der untere, ebenfalls punktirte Theil bildet ein Fünfeck 
mit etwas ausgehöhlter Basis und ist deutlich in die Quere ge- 
wölbt. Die Nasalen sind schmal, in ihrer ganzen Ausdehnung 
ziemlich gleichbreit, unten, da wo die Nasenlöcher ausmünden, in 
scharfer Wölbung nach der Oberseite zu übergebogen. Vou dem 
dicht unter der Rostralschneide gelegenen, der Naht des Rostrale 
stark genäherten Nasenloch ausgehend, trennt eine winklig ge- 
bogene, nach unten zu den Supralabialen laufende Naht das Na- 
sale in zwei Theile. Die Praeocularen und die Oculareu, welche 
übrigens keine Spur eines Auges erkennen lassen, sind schmale 
Schildcheu, die zusammen die Breite des Nasals kaum übertreffen. 
Hinter dem Rostrale liegen auf dem Scheitel noch 3 Schuppen, 
eine unpaare und eine paarige, welche sich nicht durch die Form, 
wohl aber durch die etwas bedeutendere Grösse vor den übrigen 
Körperschuppeu auszeichnen. Der kurze, sackförmig ohne vor- 
tretende Spitze endigende Schwanz ist etwas nach einwärts ge- 
bogen; der After wird durch mehrere, durch nichts von den 
übrigen Körperschuppen in Grösse und Form verschiedenen 



— 60 — 

Schüppchen gedeckt. Die Schuppen des Körpers sind ziemlich 
gross, sechseckig und deutlich breiter als lang. Sie stehen in 
20 Längsreihen. In der Mitte des Körpers zähle ich ausserdem 
22 Querreihen von Schuppen auf 10 mm Länge. ^) Den Schwanz 
decken unterseits 13 Schuppenquerreihen. 

Die Färbung ist ein einfarbiges gelbliches Fleischfarb; 
eine Streifung in Hell und Dunkel, entsprechend den 20 Längs- 
schuppenreihen, ist nur bei grosser Aufmerksamkeit an dem in 
Spiritus liegenden Thiere zu erkennen. 

Vorkommen. Ein Exemplar, aus Haiflfa in Syrien, möglicher- 
weise aus einer der am Berge Carmel befindlichen Höhlen. Ich 
erlaube mir diese Bliudschlange nach dem unermüdlich eifrigen 
Entomologen Herrn Hans Simon in Stuttgart, dem wir die 
schöne Novität verdanken, zu beneanen. 

Bemerkungen. Keine der ziemlich zahlreichen bekannten 
Arten dieses kosmopolitischen Genus hat ein so stark schneidig 
vortretendes Rostrale, keine zeigt eine ähnliche Scalptur der 
grösseren Kopfschilder. Auch die Form des sich nach vorn stark 
verjüngenden Kopfes mit dem A-förmig zugespitzten Rostralende 
und die Abwesenheit einer Stachelspitze am Schwänze werden die 
auch durch die Färbung hinlänglich ausgezeichnete, jedenfalls 
tief in der Erde lebende und das Tageslicht sorgfältig meidende 
kleine Schlange von allen bekannten Formen mit Leichtigkeit 
unterscheiden lassen. 

Die meines Wissens in den Nachbarländern Kleinasien, Persien 
und Arabien fehlende Gattung zeigt sich in dieser merkwürdigen 
und so ausgezeichneten Art meines Wissens zum erstenmal in 
der circummediterranen Thierwelt. 

Farn. II. Calamariidae. 
2, Homalosoma melanocephalum Jan 1862. 

Jan, Prodromo della Iconogr. gener. degli Ofidi, Genova 1862, S. 34 und 
Iconogr. des Ophid., S. 36, Lief. 13, Taf. 3, Fig. 4. 

Diese reizende kleine Schlange liegt mir in 2 Exemplaren, 
einem erwachsenen (No. 2) und einem ganz jungen Stück (No. 3) 
von JafiPa vor. 



') Es empfiehlt sich bei den Typhlopiden statt des zeitraubenden, 
jedenfalls überaus lästigen und für manches Auge geradezu unmöglichen 



— 61 — 

Die Färbung beider stimmt gut mit Jan 's Zeichnung, die 
Kopfunterseite insbesondere mit seiner Fig. 4d, doch zeigt bei 
unseren Stücken das Mentale einen grossen weissen Mittelfleck, 
und der schwarze Mittelfleck auf der Kehle fehlt. Auch ist die 
Schwanzoberseite bei beiden Exemplaren uugefleckt. 

Jederseits zähle ich 1 Postocular, 1 einziges Temporale und 
6 Supralabialen. 

Schuppenformel: No. 2. Squ. 15; G. 4, V. 194, A. 1/1, 
Sc. 59/59. — No. 3. Squ. 15; G. 4, V. 188, A. 1, Sc. 57/57. 

Durchschnittszahl aus den 6 von Jan und mir vorliegenden 
Beobachtungen: Squ. 15; G. 4, V. 197, A. 1/1, Sc. 55/55. 

Dimensionen: No. 2. No. 3. 

Totallänge 454 mm. 186 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 369 » 153 » 
Schwanzlänge 85 » 33 » 

No. 2 ist demnach das grösste bis dato bekannte Exemplar 
dieser Art. 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 2 wie 1 : 5,34, 
bei No. 3 wie 1:5,64. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 5 Messungen von 
Jan und mir wie 1 : 5,56. 

Vorkommen. Diese Art war bis jetzt nur aus Syrien be- 
kannt uud übereinstimmend von Jan und mir als bei Beirut 
lebend angeführt gewesen. 

Pani. III. Colubridae. 
a. Subfam. Coroiiellinae. 

3. Simotes (ChatacMein) diadema Dum. Bibr. 1854. 

Dumeril et Bibron, Erpetologie generale, ßnd. VII, S. 770 (Heterodon); 

Jan, Prodromo d. Iconogr. gener. d. Ofidi, Modena 1863, S. 18 und Iconogr. 

des Ophid., Lief. 10, Taf. 6, Fig. 2. 

Diese interessante, recht seltene uud auch für unser Museum 
neue Schlange liegt in 2 prächtigen Exemplaren der Sammlung 
von Jafi'a bei. 



Zählena der Querschuppenreihen , die auf 10 mm der Körpermitte gefundene 
Zahl mit der Länge des Thierea zu raultipliciren und das Product durch 
10 zu theilen, um eine für den Vergleich vollkommen ausreichende Ver- 
hältnisszahl (hier 431), die ich »Annäherungswerth der Schuppenquerreihen« 
nennen will, zu erhalten. 



— 62 — 

Dumeril und ßibron uud Jan haben eine so eingehende 
Schilderung derselben gegeben, dass ich mich hier nur auf das 
zu beschränken brauche, was mir von den betreffenden Augaben 
an unseren Stücken abweichend erscheint. 

Die Färbung der syrischen Exemplare ist rehbraun mit 
weisslichen Schuppenrändern; längs des Rückens läuft eine Reihe 
von 33 — 36, längs des Schwanzes eine solche von 10 gi'osseu, 
rautenförmigen, dunkelbrauuen, schwach hell umrandeten Pleckeu, 
die aus sehwarzumrandeten Schuppen gebildet werden. Links und 
rechts von diesen Rückenmakeln und ziemlich alternirend mit 
ihnen steht je eine Längsreihe kleinerer, weniger lebhaft sich von 
der Grundfarbe abhebender Fleckchen. Der Kopf zeigt eine sehr 
sauber sich abhebende, ankerförmige, in der Mitte einen hellen 
Längsstrich umschliessende Zeichnung. 

Praeocularen zähle ich jederseits 3, Postocularen 2, Supra- 
labialen 8, von denen nur das fünfte das Auge berührt. Die 
beiden Stücke sind, abweichend von der Jan'schen Abbildung, 
mit durchweg getheilten Subcaudalen versehen. 

Schuppenformel: No. 1. Squ. 19; G. 4, V. 164, A. 1/1, 
Sc. 40/40. — No. 2. Squ. 19; G. 4, V. 162, A. 1/1, Sc. 39/39. 

Durchschnittszahl aus den 8 von Dumeril-Bibron, Jan 
und mir vorliegenden Beobachtungen : 

Squ. 19; G. 4, V. 166, A. 1/1, Sc. 40/40. 

Dimensionen: No. 1. No. 2. 

Totallänge 448 276 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 380 233 » 
Schwanzläuge 68 43 » 

Auch bei dieser Art ist No. 1 das grösste bis dato bekannte 
Exemplar. 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 1 wie 1 : 6,59, 
bei No. 2 wie 1 : 6,42. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 9 von Dumeril- 
Bibron, Jan und mir ausgeführten Messungen wie 1 : 6,65. 

Vorkommen. Diese durch ihr eigenthümlich gestaltetes 
Rostrale besonders benierkenswerthe Schlange war bis jetzt nur 
an wenigen Punkten Algeriens und der an Algerien westlich an- 
grenzenden Wüste gefunden und ausserdem auffallenderweise in 
der Literatur nur noch in einem Stücke aus Persieu (Dum. Bibr.) 
angeführt gewesen. Syrien vermittelt jetzt diese beiden weit aus- 
einander gerückten Fundorte. 



— 63 — 

b. Subfam. Colubrinae. 

4. Zamenis JDaJili Fitz. sp. 1826. 

Strauch, Schlangen des russ. Reichs, St. Petersburg 1873, S. 123; 
Audouin et Savigny, Descript. Egypt., Atlas Suppl., Taf. 4. Fig. 4. 

Es liegt ein junges, in der Färbung gauz mit der eitirten 
Abbildung des grossen französischen Werkes übereinstimmendes 
Exemplar von Jaffa vor, bei dem sowohl die erste, mit dem Zügel- 
streif nach vorn sich vereinigende Halsfleckenreihe , als auch die 
dritte oben zu je einem queren schwarzen Halbbande verschmilzt. 
Im ganzen zähle ich jederseits 6 deutliche, schwarze, heller- 
umsäumte Halsflecke, die beiden Querbänder eingerechnet. Nach 
hinten schliessen sich an dieselben noch einige kleinere dunkle 
Fleckchen in unregelmässiger Weise und wechselnden Abständen 
an. Fr. Müller nennt diese Farbenvarietät in seinem Katalog 
der zu Basel aufgestellten Rept. u. Amphib., Basel 1878, S. 599 
var. collaris. Bei dem vorliegenden Stück erscheint übrigens nur 
das oberste Prae- und das oberste Postoculare nahe dem Orbital- 
rand weisslich. 

Die Kopfschuppen zeigen sich durchaus normal; jederseits 
zähle ich 8 Supralabialen. 

Schuppenformel: Squ. 19; G. 3, V. 214, A. 1/1, 
Sc. 117/117. 

Durchschnittszahl aus den 18 von Schlegel, Dumeril- 
Bibron, Bonaparte, Strauch und mir vorliegenden Be- 
obachtungen : 

Squ. 19; G. 3, V. 216, A. 1/1, Sc. 118/118. 

Dimensionen: 

Totalläuge 283 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte , 209 » 

Schwanzlänge 74 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 3,82. 
Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 5 von Schlegel, 
Dumeril-Bibrou, Strauch und mir angestellten Messungen 
wie 1 : 3,7, also doch nicht ganz »fast ein Drittel«, wie Strauch 
a. a. 0., S. 124 ausdrückhch hervorhebt. 

Vorkommen. Strauch führt diese schmucke Schlange, 
abgesehen von ihren europäischen Fundpunkten, aus Asien von 
Xanthus, aus der südlich von Angora gelegenen Landschaft Hai- 



— 64 — 

uianeh und aus Trebizoud au, uud ausserdem vou deu Inseln 
Rhodos und Cyperu. Weiter findet sich die Art in ganz Syrien 
(3 Stücke vou hier auch im Mus. Seuckeuberg. sub III S 1, 
comm. Rüppell), namentlich auch bei Beirut (^Böttger), weiter in 
Galiläa, von wo sie bis Aegvpteu geht, und schliesslich an sehr 
zahlreichen Punkten in Persieu uud in den Kaukasusländern. 

c. Snbfam. Natricinae. 

5. Tropidonotus tesselafKS Laur. sp. 1768. 

Laurenti. Srnops. reptil., S. S7, ISS; Schreiber, Herpetol. europ., 

Braunschweig 1S75, S. 231; Böttger in Giebel's Zeitschr. f. d. ges. 

Naturw. 1S77. Bnd. 49, S. 2S7. 

Nur ein junges, von Haitt'a aus der Umgebung des Berges 
Carmel stammendes Exemplar (No. 3). 

Färbung. Das Stück zeigt olivengraue Grundfarbe und 
wenig vom Typus abweichende Zeichnung. Die bekannte Nacken- 
raakel ist deutlich markirt : die wenig aus der Grundfarbe heraus- 
tretenden schwärzlichen Rückenflecken stehen in 6 Längsreiheu; 
überdies sind uoch. namentlich au den Körperseiten, ziemlich 
regelmässig in die durch die dunkeln Rückennuikeln gebildeten 
Rhomben gestellte weissliche Schuppenränder zu coustatiren. In 
der Würfelfieckung der Bauchseite herrscht nach hinten das 
Schwarz über das Horngelb des Halses und der Seitentheile vor. 
Da^ Exemplar zeigt die bei dieser Art normale Zahl von 
jederseits S Supralabialeu, von denen aber das vierte und fünfte 
deu Bulbus berühren. Jedei-seits 2 Prae- und 3 Postocularen. 

S c h u p p e n f o r m e 1 : Squ. 19 : G. 2, V. 165, A. 1/1, Sc. 53/53, 
somit Zahlen für die Ventralen und Snbcaudalen, die beide nied- 
riger als die sämmtlichen vou Strauch für 50 meist südrussische 
Stücke gegebenen Grössenangaben sind. 

Die Durchschnittszahl für die 3 von mir (mit Einschluss 
einer rar. JiyJrus Pali.) beobachteten Schuppenformeln syrischer 
Exemplare ist : 

Squ. 19; G. 2. V. 168, A. 1/1, Sc. 61,61. 
Dimensionen: 

Totallänge 236 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . . 193 » 
Schwanzlänffe 43 » 



— 65 — 

Verhältuiss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 5,49, wäh- 
rend Strauch für die süd russische Form dieser Art 1 : 5,03 be- 
rechnen lässt. 

Vorkommen: Abgesehen von den zahlreichen von Strauch 
(Schlangen des russ. Reichs in Mem. de TAcad. d. St.-Petersbourg, 
VII. ser. Bnd. 20, 1873, S. 164 u. f.) in erschöpfender Vollstän- 
digkeit und mit treffender Kritik gegebenen Fundortsnachweisen 
in Süd- und Mittel-Europa wird diese Schlange aus Afrika an- 
geführt nur von Algerien (A. Dumeril), was aber wohl auf irr- 
thümliche Bestimmung oder falsche Fundortsangabe zurückzuführen 
ist, da dieselbe von anderen Forschern daselbst nicht angetroffen 
wurde und auch dem südlichen Theile der pjrenäischen Halbinsel, 
die so viele nahe Beziehungen zur algerischen Fauna zeigt, trotz 
zahlreicher in der Literatur verzeichneter Angaben fehlt, und von 
Aegypten (Mus. Berolin. et Vindobon.). Aus Asien kennt man 
sie nach Strauch von Kleinasien (Dum. et Bibr.) und zwar so- 
wohl vom Festlande von Troja (Jan), von Trebizond (Lichten- 
steiu) und den Euphratgegenden (Günther), als auch von den 
Inseln Rhodos und Cypern (ünger und Kotschy), dann von Persien 
(Dum.-Bibr., Filippi), wo sie speciell bei Teheran (Doria) vor- 
kommt, von Syrien, wo sie bei Beirut (Böttger) lebt , und von 
Palästina (Tristram), wo sie in Galiläa bei den Seen von Phiala 
und von Merom und bei Jerusalem beobachtet worden ist. Im 
asiatischen Russland findet sie sich nach Strauch namentlich in 
den an das Schwarze, Asow'sche und Kaspische Meer angrenzen- 
den Gouvernements bis nach Ost-Turkestan (Blauford) hin, ja 
östlich geht sie vielleicht sogar bis ins Altai-Gebirge. 

Pam. rv. Psammopliidae. 
6. FsammopMs monüiger Daud. sp. var. Merosolymitana Jan 1870. 

Jan, Iconogr. des OpMd., S. 90, Lief. 34, Taf. 3, Fig. 2 und 3; vergl. auch 
Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., Hist, natur., Rept. Atlas Taf. 8, 

Figur 4. 

Vor mir liegen 2 frisch gefangene, prachtvoll gefärbte Exem- 
plare dieser Art von Jaffa. 

Färbung: Nennen wir die mittelste Längsreihe der Rücken- 
schuppeu 1 und zählen ^"ir von ihr aus links und rechts abwärts 
bis zu den Bauchschildern, so ist Reihe 1 bei dem ^össöpeuStück 

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— 66 — 

No. 1 gelbweiss gefärbt mit schwarzen Seiteueckeu der Sehuppeu- 
ränder, Reihe 2 — 4 sind duukel oliveiibraun, Reihe 5 ist iu der 
oberen Hätfte schwarzbraun, in der unteren weissgelb, Reihe 6 
gelbrosa, Reihe 7 iu der oberen Hälfte gelbrosa, in der unteren 
schwarzbraun, Reihe 8 dunkel olivenbraun, Reihe 9 in der oberen 
Hälfte olivenbraun, geschieden von der unteren weissen Hälfte 
durch eine feine schwärzliche Linie. Die Bauchkante ist durch 
eine bräunliche, Avellige Linie angedeutet; die Bauchschilder sind 
in ihrem mittleren Drittel isabellgelb, im Uebrigen links und 
rechts rein weiss gefärbt. Die Farbenzeichnung dieses Exemplars 
steht somit in der Mitte zwischen der von Jan bei seiner va9\ 
hierosolymitana angedeuteten und der in Aegypten (vergl. die 
cit. Abbild, bei Geoffroy St, -Hilaire) bei unserer Art ge- 
wöhnlichen. Die Zeichnung der Ober- und die der Unterseite des 
Kopfes stimmt aber vollkommen mit Jau's Abbildung von var. 
hierosolymitana. 

Das andere Stück No. 2 zeigt auf olivengraubraunem Grund 
3 Längsreihen von schwarzen Punktflecken auf dem Rücken, 
deren äussere nach unten und zwar namentlich gegen den Schwanz 
hin von einer breiten, helleren Längszone eingefasst erscheint. 
Die lebhaften hellen Längsstreifen fehlen, und die Rückenfärbung 
stimmt also hier noch mehr mit Jan 's Fig. 2 var. hierosolymi- 
tana., als die unseres Exemplars No. 1. Kopf, Kehle und Bauch 
sind sehr ähnlich denen des vorigen Stückes gefärbt. 

Merkwürdigerweise besitzen beide vorliegenden Exemplare, 
übereinstimmend mit Geoffroy St. -Hilaire 's citirter Abbil- 
dung, jederseits 9 statt der gewöhnlichen 8 Supralabialen, eine 
Abweichung von der Regel, die ich bis jetzt in der Literatur 
nirgends erwähnt gefunden habe. Doch lässt sich das vierte 
Supralabiale deutlich als dasjenige erkennen, welches als ein- 
geschoben betrachtet werden muss; das fünfte und sechste steht 
in Contact mit dem Auge. Die hohe Zahl der Supralabialen er- 
innert etwas an die nahestehende Gattung Taphrometopon ., doch 
habe ich mich durch das Vorhandensein der von Zahnlücken um- 
gebenen langen Zähne im Oberkiefer unmittelbar unter dem Auge 
davon überzeugen können, dass die vorliegenden Stücke ächte 
Psammop/ws-Formen sind. 

Schuppenformel: No. 1. Squ. 17; G. 4, V. 167, A. 1/1, 
Sc. 119/119. — No. 2. Squ. 17; G. 3, V. 171, A. 1/1, S. 121/121. 



.— 67 — 

Diese Zahlen stimmeu fast geuau niit denen ägyptischer 
Exemplare dieser Art. 

Durchschnittszahl aus den 7 von Geoffroy St. -Hilaire, 
Schlegel, Strauch und mir vorliegenden Beobachtungen : 

Squ. 17; G. 3~4, V. 165, A. 1/1, Sc. 105/105, 
wobei aber die Zahl der Subcaudaleu doch wohl noch etwas zu 
niedrig ausgefallen ist, indem Schle gel's und Strauch's An- 
gaben zum Theil wenigstens von Thieren mit verletztem und gut 
verheiltem Schwanz herrühren dürften. 

Dimensionen: No. 1. No. 2. 

Totalläuge 794 mm 726 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 512 » 462 » 

Schwanzlänge 282 » 264 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei No. 1 wie 1 : 2,82, 
bei No. 2 wie 1 : 2,75. 

Eine genauere Durchschnittszahl kann ich bei dem Mangel 
au Angaben in der Literatur über Messungen unverletzter Exem- 
plare nicht geben. 

Vorkommen: Aus Asien finde ich diese in Nord- und West- 
Afrika weit verbreitete Art nur von Tor im peträischen Arabien 
(Stücke aus Arabien liegen im Mus. Seuckenberg. sub III Q 1, 
comm. Rüppell), von Jerusalem in Palästina (Jan) und von 
Beirut (Jan) in Syrien angegeben. In Trans-Caucasien und über- 
haupt im südlichen Russland, von wo die Art früherhin mehrfach 
citirt wurde, fehlt sie nach Strauch's neuesten Forschungen 
ganz bestimmt. 

Fam. V. Dipsadidae. 

7. Tarhophis vivax Fitz. sp. 1826. 

A. Strauch, Schlangen des russ. Reichs, St. Petersburg 1873, S. 194; 
Audouin et Savigny, Descr. Egypt., Hist, natur. Rept. Suppl. Taf. 4, 

Fig. 2. 

Vor mir liegt e4n schönes Exemplar dieser interessanten Ver- 
treterin der Dipsadinenfamilie von Jaffa in Syrien. 

Seine Färbung ist sehr ähnlich der oben citirten Abbil- 
dung in dem grossen französischen Werke, aber die Kopfunter- 
seite zeigt sich bei unserem Stück unregelmässig und etwas unter- 
brochen schwarz und weiss längsstreifig. Die Kopfoberseite ist 
graulich, fein schwarz gewölkt, der Occipitallängsstreif glänzend 



— 68 — 

schwarz, mit der ersten Rückenmakel zusammenhängend. Die 
23 Rückenmakeln erscheinen glänzend schwarz, fliessen mit den 
Seitenmakeln zusammen und bilden auf diese Weise in der Mitte 
erweiterte, scharf von der bräunlichgelben Grundfärbuug sich ab- 
hebende Querbiuden, Schwanzmakeln zähle ich 12 oder 13. Die 
Unterseite des Körpers ist glänzend schwarz und besäet mit zahl- 
reichen, schmutzig rosarothen Würfelfleckchen. 

Der Körper ist, wie gewöhnlich, deutlich höher als breit. 
Jederseits zähle ich 9 Supralabialen, indem sich zwischen 6. und 
7. Supralabiale noch je ein grosses, dreieckiges, mit der Spitze 
nach unten gerichtetes Schildchen einschiebt. Die Kopfschuppen 
sind im Uebrigen normal, das Prenale mit dem Auge in Contact. 

Schuppenformel: Squ. 19; G. 5, V. 17G, A. 1/1, Sc. 53/53. 

Die auffallend geringe Zahl der Bauchschilder ist wiederholt 
von mir gemessen, und die obige Angabe beruht also nicht auf 
einem Verseheu. Sie bleibt um 15 hinter der bis jetzt beob- 
achteten niedrigsten und um 74 hinter der augeblich (von Fleisch- 
mann) gemessenen höchsten Bauchschilderzahl zurück. 

Die Durchschnittszahl der Schuppenformel beträgt bei dieser 
in der Beschilderung schon von Strauch als merkwürdig variabel 
bezeichneten Schlange nach 23 von Schlegel, Menetries, 
Eichwald, Dumeril-Bibron, Strauch und mir vorliegenden 
Beobachtungen : 

Squ. 19 (21); G. 4 (5), V. 209, A. 1/1 und 1, Sc. 60/60. 

Dimensionen: 

Totallänge 428 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 355 » 
Schwanzlänge 73 » 

Verhältuiss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 5,86. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 6 von Schlegel, 
Dumeril-Bibron, Strauch und mir angestellten Messungen 
genau 1:6. 

Vorkommen: Abgesehen von den zahlreichen Fundstellen 
dieser Schlange im südöstlichen Europa und ihrem Vorkommen 
in Aegypten ist dieselbe aus Asien bekannt von Brussa und 
Xanthus in Kleinasieu (ein Stück aus Kleiuasien im Mus. Senckeu- 
berg. sub III W 1, comm. Schneider) uud von der Insel Rhodos, 
weiter von Beirut in Syrien, dem Berg Tabor und Jerusalem in 
Palästina, sowie von den Kaukasusläuderu und von West-Persien. 



— 69 — fee ; J. V, ,. ,. ^ _ ---^ 

Zr. L acertil ia> 

Fam. I. Lacertidae. 

8. Acanthodactylus hoskianus Daud. sp. var. syriacus m. 

Dume'ril et Bibron, Erpet. gener., Bd. V, S. 278, exclus. synon. A. lon- 

gicaudatus Rüpp. (spec, distinctissima!); Audouin et Savigny, Descr. Egypt., 

Rapt. Atlas Suppl. Taf. 1, Fig. 9—10 {Lacerta aspera et boskiana). 

Char. Squamae notaei posteriores distincte minores quam in 
Ac. hosJciano typico. 

Zwei ziemlich juuge Stücke dieser, wie es scheint, neuen 
Varietät liegen aus Haiffa vor, die aufs trefflichste mit den oben 
citirten Beschreibungen und Abbildungen übereinstimmen und nur 
in der relativen Grösse der hinteren Rückenschuppen etwas ab- 
weichen. 

Die Färbung stimmt genau mit der von Dumeril-Bibrou 
für junge Exemplare dieser Art angegebenen und fast vollkommen 
mit der von Stücken, die Rüppell aus Aegypten mitbrachte und 
die im Mus, Senckenberg. sub II NN 9 f — k aufbewahrt werden, 
nur ist die Zahl der weissen Längsstreifeu des Rückens bei beiden 
syrischen Stücken vorn 8 und wird erst durch Verschmelzung der 
beiden mittleren auf der hinteren Rückenpartie zu 7 Streifen. 
Auch ist die Schwanzunterseite hier lebhaft rosa gefärbt. 

Die deutlich gekielten Schuppen sind auf der hinteren Hälfte 
des Rückens zwar mehr entwickelt und hier überhaupt etwa 
doppelt so gross als auf der vorderen Rückenpartie, aber auf- 
fallenderweise verhältnissmässig bei weitem nicht so gross als 
bei den typischen von mir verglichenen Stücken dieser Art aus 
Aegypten. Alles Uebrige finde ich aber identisch. Auch die 
Exemplare aus Syrien zeigen jederseits 4 Supraorbitalschilder, ohne 
Granula vorn und hinten, desgl. 10 Läugsreihen von Bauchschil- 
dern und 22 — 23 Schenkelporen jederseits. 

Dimensionen: 

Totallänge (des grösseren Stückes) . 125,5 mm. 
Von der Schnauze bis zur Afterspalte 41,5 » 

Schwanzlänge 84 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Körperlänge wie 1 : 1,49, welche 
Zahl sich bei Du meril- Bibron zu 1 : 1,74 berechnet, während 
bei 8 mir vorliegenden Stücken aus Aegypten das Mittel sich 
gleichfalls auf 1 : 1,5 stellt. 



— 70 — 

Vorkommen: Diese Art war meines Wissens, wenn wir 
den vagen Ausdruck »empire ottoman« bei Olivier ausuebmeu, 
bis jetzt aus Asien noch uicbt bekannt gewesen; verbreitet ist 
sie aber in ganz Nord -Afrika von Algerien au (Straucb) bis 
Aegypten. 

9. Ophiops elegans Menetr. 1832. 

Dumeril et Bibron, Erpät. gener., Bnd. V, S. 259; Gray, Catalogue of 

Lizards, 1845, S. 44. 

Die Färbung der 5 vorliegenden Stücke dieser Art, welche 
sämmtlich von Haiffa stammen, ist die normale, lehmgelb, oliven- 
braun oder braungriin, jederseits mit zwei helleren Seiten streifen; 
die schwarzen Rückeumakelu sind in 4 Läugsreihen geordnet. 
Die Gliedmaassen zeigen, wie gewöhnlich, helle Tropfenflecken. 

Diese durch das verkümmerte, ringförmig das Auge uraschlies- 
sende Lid und durch das nur an den Halsseiten schwach ent- 
wickelte Halsband von allen etwa verwandten europäischen La- 
certiden leicht und sicher zu unterscheidende Species stimmt in 
Körperform und Beschuppung genau mit Dumeril- Bibron 's 
oben citirter ausführlicher Beschreibung. Jederseits zähle ich 
8 Supralabialen, von denen das 5. vorn jederseits vom oberen 
Frenooculare durch ein dazwischen geschobenes unteres Freno- 
oculare getrennt ist. Vorhanden sind weiter 8 Längsreihen von 
Bauchschildern, deren äusserste von den daran stossendeu Seiteu- 
schuppen in der Grösse allerdings nur wenig abweichen, und 
10 — 9, 10—10, 10—10, 11 — 11, 11 — 12 Schenkelporen, was 
im Durchschnitt für diese Art 10 — 10 Poren ergibt. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 No. 3 No. 4 

Totallänge 115,5 131,5 142 145,5 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 37,5 42,5 45 46,5 » 
Schwanzläuge 78 89 97 99 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,47, während 
die Berechnung von Dumeril-Bibron's Maassen für diese Art 
fast die gleiche Verhältnisszahl, nämlich 1 : 1,51 ergibt. 

Vorkommen: Diese Art scheint über ganz Kleinasien, wo 
sie speciell von Smyrna (A. Dumeril) angegeben wird, bis zum 
Caspisee (Baku, Chirwän) verbreitet zu sein. In Syrien wurde 
dieselbe zuerst von Hemprich und Ehrenberg beobachtet. 



— 71 — 

Haiffa scheint der südlichste bis jetzt in der Literatur genannte 
Fundort der 8pecies und zugleich meines Wissens das südwest- 
lichste Vorkommen der specifisch asiatischen Gattung Ophiops 
zu sein. 

Farn. II. Gymnoplithalmidae. 
10. Ablepharus pannonicus Fitz. 1824. 

Fitzinger, Verh. d. Ges. naturf. Freunde Berlin, Bnd. 1, S. 298, Taf. 14; 
Strauch in Mel. biolog. d. Bull. d. l'Acad. St.-Pe'te'rsbourg, Bnd. 6, 1867, 

S. 560. 

Es liegen drei Stücke dieser zarten Eidechse von Haiffa aus 
Syrien vor. 

Färbung. Oberseite bronzefarbig mit Kupferglanz. Kopf 
oben schwarz gestrichelt und gepunktet. Seitenstreif schwärzlich, 
nach obenhin hell eingefasst, nach unten ganz allmälig in die 
weissliche, grün und roth opalisirende Unterseite übergehend. 
Schwanz oben mit oder ohne 2 feine schwarze Längsstreifeu. Die 
Unterseite des Kopfes und Halses und der Bauch tragen auf 
jeder Schuppe au ihrem Hiuterrand eine schwärzliche Makel, so 
dass die untere Körperfläche über und über dunkel punktirt er- 
scheint. Die Schwanzunterseite ist einfarbig eisengrau. 

Frontoparietale doppelt; ein grosses Interparietale. Das 
Augeulidrudiment bildet auf der hinteren Seite des Bulbus einen 
doppelten Halbring, von denen jeder aus 4 über einander ge- 
stellten Schüppchen besteht. Froutouasalen von einander getrennt; 
4. Sapralabiale das Auge berührend. 18 Längsschuppeureihen, 
während die typische Form deren wenigstens 20 besitzen soll. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 No. 3 

Totallänge 60 61 74 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 33,5 26 26 » 

Schwanzlänge ("SD 35 48 » 

Kopfbreite 4 3,75 3,75 » 

Grösste Breite des Körpers .... 4,75 4 4 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge bei dem ganz nor- 
malen Stück No. 3 wie 1 : 1,54, welches Verhältniss sich bei 
Dumeril-Bibron zu 1:2,2 berechnet, während Schreiber's 
Angabe (etwa 1 : 1,65) ebenfalls noch etwas zu hoch gegriffen 
erscheint. 



— 72 — 

Vorkommen: Diese kleine Eidechse ist von enropäischen 
Fundorten bis jetzt bekannt aus mehreren Orten in Ungarn 
(Kitzinger), aus Rumelien und Morea (Exped. scientif. d. Moree), 
den ionischen Inseln und den Inseln Syra (Erber) und Mykonos 
(Ehrhardt). Aus Asien wird sie bis jetzt nur angegeben von der 
Insel Cypern (ünger und Kotschy) und aus Persien (coli. Mus, 
Paris.). Der Fundort Syrien ist demnach neu für die Art. 

Farn. m. Sepidae. 
11. Sphenops capistratus Fitz. 1826. 

Dumeril et Bibron, Erpet. gener., Bnd. V, S. 578, Atlas Taf. 57, Fig. 3 
{capistratus Wagl.) ; Gray, Catalogue of Lizards, London 1845, S. 122; 
A.udouin et Savigny, Descr. Egypt., Kept. Atlas Suppl. Taf. 2, Fig. 9 — 10 

(Scincus sepsoides). 

Die Färbung des einzigen vorliegenden, gut erhaltenen 
Stückes von Jaffa ist matter als gewöhnlich, der grauschwarze 
Zügelstreif zwar deutlich sich abhebend, die 9 Längsstreifen des 
Rückens aber sind nur hellbräunlich auf isabellgelbem Gruude, 
ganz durchlaufend, ohne Spur von Punctirung. 

Unser Stück unterscheidet sich von Dumeril- Bibron's 
Beschreibung und den im Mus. Senckenberg.' sub I P P 1 lie- 
genden Exemplaren aus Aegypten nur durch das Auftreten von 
24 statt 25 Längsschuppeureihen, durch die etwas stärkere Ent- 
wickelung der beiden mittleren Praeanalschuppeu auf Kosten der 
beiden seitlichen und durch die vielleicht etwas schwächere Aus- 
bildung der Vordergliedmaassen, deren 5te äusserste Zehe nur als 
sehr kurzer Stummel ausgebildet ist und fast rudimentär genannt 
werden darf. Doch habe ich auch unter 5 ägyptischen Stücken 
2 mit blos 24, 1 mit 26 Längsschuppen gefunden, und auch die 
Grössenentwickelung der beiden mittleren Praeanalschuppeu und 
die relativen Maasse der Vorderfüsse haben sich in ähnlicher Weise 
etwas schwankend gezeigt. 

Dimensionen: Da der Schwanz bei dem vorliegenden 
syrischen Stücke an seiuer Spitze regeuerirt ist, hat die Wieder- 
gabe der Maassverhältnisse*) desselben kein besonderes Interesse. 



*) Drei nahezu erwacbseue Stücke unserer Sammlung aus Aegypten 
messen 93,5+70; 90 + 64 und 69+49; das von Dume'ril -Bibron ge- 
messene Exemplar 87 + 75, so dass sich das Verhältniss von Schwanz- zu 
Totallänge danach wie 1 : 2,33 stellt. 



— 73 — 

Vorkommen: Ans Syrien wird die vorliegende Species be- 
reits von Wallace in »Verbreitnng der Thiere« , Bnd, 2, 
Dresden 1876, S. 439, wohl nach mündlicher Angabe von 
A. Günther, erwähnt. Ihr eigentliches Vaterland ist die Nord- 
küste von Afrika von Aegypten an bis Algerien. A. Dumeril 
und Stranch führen sie auch vom Senegal an, doch dürfte diese 
mir nnbekanute Form vielleicht der von Wallace erwähnten 
zweiten Species unserer Gattung augehören. 

12. Seps (Gongylus) ocellatus Forsk. sp. 1775. 

Dumeril et Bibron, Erpet. gener., Bnd. V, S. 616; Gray, Catalogue 
of Lizards, 1845, S. 123; Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., R-ept. 
Altlas Taf. 5, fig. 1 (Anolis marbre) und Audouin et Savigny, ebda. 

Suppl. Taf. 2, fig. 7. 

Vor mir liegen 2 Stücke dieser in Syrien allgemein verbrei- 
teten Eidechse von JafiFa, eins von Haiffa. 

In der Färbung stimmen die beiden Exemplare von Jaffa 
genau mit den Abbildungen in dem citirteu grossen französischen 
Werke über Aegypten, also mit var. A bei Dum er il-Bibr on, 
a. a. 0., S. 620 und mit var. d bei Schreiber, Herpetolog. 
europaea, Braunschweig 1875, S. 356. Namentlich auf dem Schwänze 
sind die schwarzen, weissaugigen Querbindeu ganz regelmässig 
durch zwei Querreiheu von olivengrauen Schuppen von einander 
geschieden, genau wie es Savigny in seiner unübertrefflichen 
Abbildung darstellt. 

Das Stück von Haiffa zeigt auf dem Rücken Aveit weniger 
zahlreiche und viel unregelmässiger gestellte Augenflecke, so dass 
man bei ihm weder von Querbinden noch von Läugsreihen von 
Makeln sprechen kann. Auf dem Schwanz aber sind diese Augen- 
flecke abweichend wie bei den Stücken von Jaffa hier kaum ent- 
wickelt und nur hie und da in schwachen Spuren sichtbar. 

In der Beschilderung des Kopfes finde ich nichts Bemerkens- 
werthes; doch zähle ich bei den beiden Exemplaren von Jaffa nur 
28 Längsreihen von Schuppen in der Körpermitte, gerade so wie 
bei den von mir früher untersuchten Stücken aus Beirut, bei dem 
Exemplar von Haiffa 30 Reihen, also überhaupt ähnliche Zahlen 
wie bei den Stücken der var. viridanus Grav. von den Canaren, 
bei der die Schuppenreihen von 28 bis 30 schwanken, während 
die zahlreichen Exemplare des Seuckenberg'schen Museums aus 



— 74 — 

Marocco deren stets 33 bis 38 aufzuweisen babeu. Duraeril- 
Bibron und die meisten übrigen Autoren geben für unsere Art 
als Mittel für die Längsschuppenreihen die Zahl 30 an. 

Dimensionen: Jaffa Haiffa 

Totallänge 129,5 mm 163 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 61,5 » 79 » 

Schwanzlänge 68 » 84 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,9 und wie 
1: 1,94. 

Durchschnittszahl dieses Verhältnisses nach 9 von Dumeril- 
Bibron und mir augestellten Messungen wie 1 : 2,02. 

Vorkommen: Aus Jaffa war die Art schon von Fr. Müller 
(Cat. Amphib., Basel 1878, S. 631) angegeben. Sonst aus Asien 
finde ich sie noch von Persien (A. Dumeril), von Arabien 
(Forskäl u. a.), von Beirut in Syrien (Böttger), aus Palästina 
und von den Inseln Chios (Böttger) , Rhodos und Cyperu er- 
wähnt. Im Uebrigen ist sie in Süd-Europa und Nordafrika, wie 
auf den Canareii und Madeiren fast allenthalben häufig anzu- 
treffen. 

Pam. IV. Geckonidae. 

13. Hemidactylus turcicus L. sj). 1767. 

Linne, Syst. uatur. I, S. 362, 13; Dumeril et Bib r on, Erpet. gener., 
Bncl. Ill, S. 360 {verructtlatus Cuv.). 

Es liegen 2 ganz mit südeuropäischeu Stücken dieser Art 
übereinstimmende Weibchen von Haiffa in Syrien vor. 

Färbung heller als gewöhnlich, hell lehmgelb oder grau- 
weiss mit scharf markirten schwarzen Tropfenflecken und theil- 
weise rein weissen Rückenhöckern. Schwanz mit 11 bräunlichen, 
vorn und hinten schwarz begrenzten Halbbinden geringelt. Unter- 
seite einfarbig weisslich; Infralabialen nicht dunkel tiugirt. 
Zügelstreif deutlich. 

Rostrale quadratisch; Supralabialen 8 — 8, Infralabialen 7 — 6 
und 6 — 6; Submeutalen 2 — 2. Unter dem Daumen 7, unter dem 
grossen Zeh des Fusses 6 Querlamellen, von denen nur 2, resp. 
1 in der Mitte gespalten sind. Die Rückentuberkel, die ihrer 
lebhaften, schwarzen oder weissen Färbung wegen etwas mehr 
vorzutreten scheinen als gewöhnlich, stehen auf der Mitte des 
Körpers in 14, seltner in 12 fast regelmässigen Längsreihen. 



— 75' — 

Dimeusioneu: No. 1. No. 2. 

Totallänge 84 102 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 47 46 » 

Schwanzlänge (^HrD 56 » 

Verhältniss von Schwanz- zu Totalläuge wie 1 : 1,82, wäh- 
rend Messungen an südeuropäischen Stücken die Zahlen 1 : 2,09 
(Dumeril-Bibrou) und 1 : 2,28 (Böttger) ergaben. 

Vorkommen: Abgesehen von Europa, wo diese Art im 
Süden von Portugal (Böttger) und Spanien, in Süd-Frankreich, 
ganz Italien, Sicilien, Dalmatieu, auf den ionischen Inseln (Böttger), 
in Morea und auf den griechischen Inseln des Archipelagns, 
namentlich den Cycladen (Ebrhardt) und in der europäischen 
Türkei (Fitzinger) auftritt, und von Afrika, wo sie vom Senegal 
(Dum.-Bibr.), von Algerien (vergl. Strauch) und von Aegypten 
und Abessyuien {granosus Rüppell) augegeben wird, lebt Hemi- 
dadylus turcicus in Asien über ganz Kleinasien verbreitet, wo er 
bei Trapezuut (Dura. Bibr.), in Natolien (Fitzinger), bei Xanthus 
(Gray) und auf der Insel Cyperu (üuger und Kotschy) vorkommt, bis 
zum peträischen Arabien (Rüppell) und bis Persien (A. Dumeril). 
Speciell aus Syrien habe ich die Art in der Literatur aber 
nicht augeführt gefunden. 

14. Gymnodactylus Kotschyi Steind. 1870. 

Stein dachner, Sitz.-Ber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien, Bnd. 62, S. 329, 
Taf. 1, Fig. 1; Schreiber, Herpetol. europ., Braunschweig 1875, S. 481. 
= Gonyodactylus cyprkis Fitzinger 1843 nom. in Syst. Kept., Vindob., S. 93. 

Ich rechne zu dieser wahrscheinlich vielfach verkannten Art 
ein prächtig erhaltenes Weibchen von Haiffa, das von Herrn 
Hans Simon dem Senckenbergischeu Institut zum Geschenk 
übergeben worden ist. Alles, Färbung und Körperforra, stimmt 
vollkommen mit den Steindachner'schen Angaben. 

Färbung. Die au Platydacfyhis facetanus und Delalandei 
erinuernde Zeichnung besteht aus 4 in der Mitte winklig nach 
hinten gezogenen schwarzen Querbinden auf hellgrauem Grunde, 
deren erste auf dem Hinterhals, die zweite und vierte zwischen 
den Insertionen der Ghedmaassen, die dritte auf dem Mittelrückeu 
in gleichem Abstand von der zweiten und vierten Binde sich be- 
finden. Der Schwanz zeigt 10 schmale schwarze Halbiinge. Der 
Kopf ist oberseits dunkelgrau marmorirt, die Gliedmaassen sind 



— 76 — 

undeutlich, die Finger und Zehen deutlich schwarz und weiss 
gebäudert ; die Labialen sind schwarz und weiss gewürfelt ; 
die helle Unterseite erscheint schvvarzgrau getropft, die Fleckchen 
überschreiten aber nicht an Grösse eine einzelne Bauchschuppe. 

Kopf zwischen den Augen schwach der Länge nach vertieft. 
Nasenöffnung auffallend kleiu , kleiner als jede der 3 sie nach 
hinten umgebenden Schüppchen. Ohröffnung oval, ziemlich in 
die Längsrichtung des Körpers gestellt, etwas gross. Grundschuppen 
der Oberseite klein, eckig-rundlich, von etwas ungleicher Grösse; 
die von ihnen bedeckte Fläche an Grösse die der Tuberkel weit 
überragend. Tuberkel klein und flach, aber doch mit scharfem 
naseuartig aufgesetztem Läugskiel, durch wenigstens 3 Schüppchen 
von dem seitlich nächstliegenden und durch wenigstens 2 Schüpp- 
chen von dem vorhergehenden oder nachfolgenden Tuberkel ge- 
treuut. Die Tuberkel stehen in 10 sehr deutlichen Längsreihen, 
welche sich vom Hinterhaupt bis zur Schwan zbasis verfolgen 
lassen; auf dem Schwänze zeigen sich 22 — 24 Halbriuge, deren 
jeder 6 dornige Tuberkel trägt. Der ü uterarm ist mit einigen, 
das ganze Hiuterbeiu oberseits aber mit zahlreichen, dreieckig- 
kegelförmigen Tuberkeln besetzt. Es findet sich nur je ein Höcker 
auf der Schwauzbasis rechts und links hinter der Cloake. 

Das Rostrale ist oben gefurcht, kaum höher als die an- 
grenzenden Labialen. Supralabialen sind 8 — 8, Infralabialeu 7 — 7 
zu zählen, deren 3 dem Mentale zunächst liegende sich durch 
eine grössere Höhe auszeichnen, als die weiter hinten gelegenen. 
Auf das dreieckige Mentale folgt jederseits eine Reihe von 3 oder 
4 successive an Grösse abnehmender Submentalen, deren erstes 
Paar in der Mittellinie zusammenstösst und die vom zweiten 
Paare an nach hinten zwischen sich und den Supralabialeu noch 
Raum für eine Reihe parallelgestellter kleinerer Schüppchen lassen. 
Der von den Submentaleu umschriebene Winkel wird von Schuppen 
ausgefüllt, die fast die Grösse der Abdominalschuppen zeigen und 
die dann erst in einiger Entfernung von den Submentaleu nach 
hinten zu kleiner werden und in die kleinen Schüppchen der 
Kopfunterseite alhnälig übergehen. Diese sind nur halb so gross 
wie die in etwa 30 schiefe Längsreihen gestellten Abdominal- 
schuppen. Die Unterseite des Schwanzes wird durch eine Längs- 
reihe breiter Schindelschuppen gedeckt ; die Schüppchen des letzten 
Drittels der Schwanzunterseite sind undeutlich gekielt. 



— 77 — 

Dimensionen: 

Totallänge 73,5 mm. 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 32,5 » 

Schwauzlänge 41 » 

Kopflänge 13 » 

Grösste Kopfbreite 8,5 » 

Grösste Kopf höhe 5,5 » 

Länge der Vordergliedmaassen . . . 14,5 » 
Lauge der Hintergliedmaassen . . . 18,5 » 
Verhältniss von Schwanz- zu Totalläuge wie 1 : 1,79; von 
Kopfhöhe zu Breite zu Länge wie 1 : 1,55 : 2,36. 

Vorkommen: Bis jetzt wird diese Art nur von Persien, 
Cypern, der griechischen Insel Syra, Aegypteu(?) und von Goree 
in Senegambien angegebeu , da die weiteren von Schreiber 
erwähnten Fundorte Apulieu uud Calabrien von De Bett a (Atti 
del R. Istit. Veueto, Ser. V, Bnd. V, Sep. A. S. 13) mit Recht 
als sehr verdächtig betrachtet werden. Sollte aber nicht am Ende 
Syra blos eine VerAvechslung von Syria sein, wie ich umgekehrt 
auf Etiquetteu der von Syra stammenden Schnecke Clausilia 
caerulea Fe'r. in zahlreichen öffentlichen und privaten Samm- 
lungen die falsche Fundortsangabe Syria angetroffen habe? Immer- 
hin aber bleibt die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass diese 
Geckonenart von Kleinasien uud Syrien aus, von wo ich sie nach- 
gewiesen zu haben glaube, sich über Cypern, woher Fitzinger 
seinen Gonyodadylus cyprius bekam, der wohl sicher mit der uns 
vorliegenden Species identisch sein dürfte, bis zu den Cycladen 
hin verbreitet, eine Muthmaassuug, die zu constatireu späteren 
Forschungen vorbehalten bleiben muss. 

Bemerkungen: Ich rechne zu G. Kotschyi als Männ- 
chen eine Form, die unter Gymn. scaher Rüpp. var. II L l*a 
von Nisib in Anatolien (comm. Dr. Fischer) in der Sammlung 
der Senckenbergischen Gesellschaft liegt, und die sich von dem 
oben beschriebeneu syrischen Stücke nur durch folgende Eigen- 
thümlichkeiten unterscheidet: Die Rückentuberkel sind etwas 
grösser uud breiter, so breit wie ihre Zwischenräume, uud in der 
Mitte des Rückens in querer Richtung durch 3 Schüppchen (wie 
bei der syrischen Form), in der Längsrichtung aber nur durch 1 — 2 
Schüppchen von ihren Nachbarn getrennt. 2 Höcker jederseits an 
der Schwanzbasis links uud rechts hinter der Cloake. Ausserdem 



— 78 — 

fehlt der Schwauzunterseite die grössere Schuppenlängsreihe und 
die Schüppchen sind in den zwei letzten Dritteln desselben uuter- 
seits deutlich gekielt. 2 Praeaualporen, weit von der After- 
s palte entfernt, so dass noch 4 grössere und mehrere kleinere 
Schuppeuquerreihen sie von dieser trennen. 

Gymn. geccoides Spix, von dem mir die Rüpp eil 'sehen 
Originalexemplare seines G. scaber aus Arabien vorliegen, unter- 
scheidet sich von beiden beschriebenen Stücken, abgesehen von 
den bekannten Unterschieden im Habitus und abgesehen von den 
grösseren und schärfereu Tuberkeln, die meist iu 12—14 Längs- 
reihen stehen, darin, dass er nur jederseits 2 entschieden grössere 
Subraentaleu besitzt, d. h. dass das dritte Paar, wenn vorhanden, 
sich nur sehr wenig von den Schuppen der Umgebung an Grösse 
auszeichnet, dass weiter hinter diesen Submentalen unmittelbar 
bereits die kleineu Körnerschüppchen der Kehlgegend beginnen 
und dass die 5 — 6 Praeaualporen dicht an den After gerückt 
sind, so dass nur noch 2 — 3 grössere Schuppeuquerreihen sie 
von diesem trennen. 

Gymn. pipicns Pali, ist, wie ich mich an Originalstücken 
des Petersburger Museums vom Berg Gross-Bogdo, südl. des 
Elton-Sees (comm. A. Strauch) überzeugen konnte, eine von den 
beiden genannten und einander offenbar nahe verwandten Arten 
durch Färbung — sie besitzt doppelt so viele Querbinden über 
den Rücken als G. Kotschyi — , durch Rückeuskulptur — aus 
gerundeten, die Granulationen an Grösse nur sehr wenig über- 
steigenden Tuberkeln bestehend — , durch die in die Quere ver- 
breiterten Submentalen und durch die 9 — 11 Praeaualporen wesent- 
lich abweichende Form. 

Farn. V. Agamidae. 
15. Stellio vulgaris Latr. 1802. 

Dumeril et Bibron, Erpet. göner., Bnd. IV, S. 528; Gray, Catalogue 

of Lizards, 1845, S. 255 [cordylina) ; Geoffroy St-Hilaire, Descr. Egypt., 

Rept. Atlas Taf. 2, fig. 3. 

Vor mir liegen 2 junge schön gezeichnete Exemplare dieser 
Art von Haiffa , der mangelnden Praeaualporen wegen wohl 
beides Weibchen. 



- 79 - 

Die Färbung ist die bei jungen Stücken dieser Art ge- 
wöhnliche, auf schwarzbraunem Untergrund eine helle Querbinde 
dicht hinter dem Hinterkopf, 4 lehmgelbe Querbinden über dem 
Rücken und 12 ähnliche Binden über dem Schwanz. Kopf und 
Gliedmaassen erscheinen etwas heller graubraun, letztere undeutlich 
hell und dunkel gebändert und gefleckt. 

Die Länge des Kopfes ist wie bei Jugendexemplaren vieler 
Eidechsen und Krokodile im Verhältniss zur Breite etwas geringer 
als im erwachsenen Zustand. An das Meutale setzt sich links 
und rechts noch je eine Reihe von 2 oder 3 durch Grösse be- 
sonders ausgezeichneter Schuppen an, welche in ihrer Längen- 
erstreckung quer auf die Infralabialen gestellt sind und deren erste 
mit dem ersten Infralabiale in Contact ist. Die Dorngruppen in 
der Ohrgegend und die Schappeu des Unterhalses sind noch sehr 
schwach entwickelt; der Schwanz zeigt bei dem einen der vor- 
liegenden Exemplare 71 Querringe, genau so viel wieDumeril- 
Bi br on angeben. 

Dimensionen: No. 1 No. 2 

Totallänge 88 107 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte . 37 49 » 

Schwauzlänge 51 (verletzt) 

Kopflänge 14 17 mm 

Grösste Kopfbreite 12 15 » 

Grösste Kopfhöhe 8,5 12 » 

Verhältuiss von Schwanz- zu Totallänge wie 1 : 1,73, während 
Dumeril-Bibron dieses Verhältniss beim erwachsenen Thier 
zu 1 : 1,66 berechnen lässt. 

Vorkommen: Diese Art verbreitet sich von Aegypten an 
über Arabien, Syrien, die Inseln Cypern und Chios und Kleinasien, 
überhaupt also über das ganze westliche Asien bis in die Kaukasus- 
länder und bewohnt ausserdem einzelne Theile der europäischen 
Türkei und die Inseln Mykonos, Faros, Melos und Kephaloniä. 
Aus Jaffa in Syrien wird Stellio vulgaris bereits von Westphal- 
Castelnau (Catalogue d. Rept., Montpellier 1870, S. 18) an- 
geführt. 



— 80 — 

Pam. Vi. Chamaeleontidae. 
16. CJianiaeleo cinereus Aldrov, 1663. 

Dumeril et Bib r on, Erpät. gener., Bnd. Ill, S. 204 {vulgaris var. A); 
Geoffroy St-Hilaire, Descript. Egypte, Hist. nat. Kept. Atlas, Taf. 4, 

fig. 3. 

Es liegen 4 junge Stücke dieser Art, sämmtlich von Haiffa 
in Syrien stammend, vor. 

In der Färbung sind dieselben ualiezu übereinstimmend 
mit 2 jungen Exemplaren im Mus. Senekeuberg. sub HCl aus 
Aegypten. Der Kopf und die vordere Hälfte des Rumpfes er- 
seheinen matt grünlicbsehwarz, der Bauch, die Gliedmaassen, der 
hintere Theil des Rumpfes und der Schwanz heller, und zwar 
durch zahlreiche aufgestreute gelbe Pünktchen hell gelbgrau. Die 
dunkleren Radialstreifen auf dem Augenlid sind meist deutlich 
markirt; die Lidspalte ist oft, die Kehl- und Bauchkante und je 
2 aus grossen, länglichen Flecken bestehende Längsstreifen an den 
Seiten sind immer lebhaft citrongelb. Die genannten Seiteustreifeu 
ziehen sich genau längs des ersten und des zweiten Drittels der 
Körperhöhe nach hinten, so dass die obere Makelreihe in der 
Höhe des Auges beginnt und nach hinten bis an die Insertion 
des Schwanzes fortsetzt, während die untere, gewöhnlich zu einer 
ununterbrochenen Seitenbinde sich einigende die Insertionen der 
Vorder- und Hintergliedmaassen verbindet. Die von Geoffroy 
St.-Hilaire in dem oben citirteu Werke gezeichnete Querbäu- 
derung von Rücken und Schwanz mit abwechselnd helleren und 
dunkleren Binden ist gleichfalls bei zweien unserer syrischen 
Stücke vorhanden, wenn auch nicht gerade sehr deutlich markirt. 
Zwei von den vorliegenden Exemplaren zeigen überdies auf dem 
Hinterrücken links und rechts einen sehr ausgedehnten, an den 
Rändern verschwommenen gelben Fleck. 

Abweichend von der Form beim Jugendzustand der ägyp- 
tischen Spielart des gemeinen Chamäleons, zu dem sich in Ober- 
Aegypten noch eine zweite Art Ch. calyptratus A. Dum. 1851 
(nach Prof. W. Peters' gütiger Mittheiluug = Ch, hasiliscus Cope, 
Proceed. Acad. Nat. Scienc. Philadelphia 1868, S. 316) gesellt, 
ist bei der syrischen Form die Occipitalcrista mehr geradlinig, 
hinten weniger in die Höhe gerichtet und daselbst in weniger 
spitzem Winkel vom Halse abgesetzt, im allgemeinen also ihrer 



83 


71 


112 


118 


41 


43 


55 


57 


42 ( 


verletzt) 


57 


61 


15 


16 


19 


21,5 


7 


8 


9 


9,5 


5,5 


G,5 


8 


8,5 


9,5 


9,5 


12 


13 


13 


15 


17,5 


19,5 


10,5 


11 


13 


14,5 



— 81 — 

Längenausdeliiiung nach der Muudspalte mehr parallel verlaufend, 
während sie bei der ägyptischen Form sich hinten stark zuspitzt 
und unter spitzerem Winkel vom Halse abgesetzt erscheint. Wei- 
tere Unterschiede in der Körpergestaltung habe ich nicht auf- 
finden können, 

Dimensionen: No. 1 No. 2 No. 3 No. 4 

Totallänge 83 71 112 118 mm 

Von der Schnauze bis zur Afterspalte 41 

Schwanzlänge 42 

Kopflänge in der Mittellinie . . 
Hintere grösste Breite des Helms . 
Länge der Hinterhauptscrisfca 
Grösste Kopfbreite i. d. Wangengegend 
Grösste Kopfhöhe am Hinterhaupt . 
Von d. Schnauzenspitze z. Mundwinkel 

Die Kopflänge verhält sich demnach zur Rumpflänge (mii 
Kopf gemessen) bei jungen Thiereu im Durcbschnitt wie 1 : 2,74, 
die Schwanzlänge zur Totalläuge wie 1 : 1,96, während alte Exem- 
plare jene zu 1 : 3,4, diese zu 1 : 2,09 zeigen. 

Vorkommen: Dieses Chamäleon findet sich, wie bekannt, 
in ganz Nord-Afrika und in Süd-Spanien, Von Aegypten aus 
geht es ausserdem einerseits bis in den Süden der Sahara und bis 
in das Gebiet des weissen Nils, andererseits bis Syrien, die Insel 
Cypern und Persien. Die vorliegende, durch die ziemlich gerad- 
linig verlaufende Helmcrista ausgezeichnete Localforra aus Syrien 
war meines Wissens in der Literatur noch nicht erwähnt gewesen. 



III. Chelonia. 

Farn. I. Testudinidae. 

17. Testudo ptisUla Shaw. 1802. 

Dumöril et Bibron, Erpetologie generale, Bnd. II, S. 44 {mauritanica) ; 
Strauch, Vei'breitung d. Schildkr., Petersburg 1865, S. 14. 

Nur ein ganz junges, kaum dem Ei entschlüpftes Exemplar 
dieser Art liegt von Haiffa in Syrien vor. 

Dasselbe trägt schon vollständig sämmtliche Kennzeichen 
seiner Art, das ungetheilte Subcaudale, den kurzen, ungenagelten 

6 



— 82 — 

Schwanz und den kräftigen, bei jungen Stücken freilich nur Husen- 
förmigen Schenkelhöcker, 

Von der Beschreibung jugendlicher Stücke bei Dumeril- 
Bibron, a. a. 0. S. 48 weicht unsere Form nur dadurch ab, 
dass der Oberkiefer und nicht der Unterkiefer (Druckfehler?) vorn 
3 kleine zahnartige Auszackungen trägt, und dass die Vertebralen, 
deren erste und fünfte in der Mitte keine dunkle Zeichnung be- 
sitzen nur mit einer centralen schwarzen Makel gezeichnet sind. 
Das Subcaudale erscheint vollkommen flach. Auch zeigt die 
Daumenkralle der Hand nur die halbe Länge der übrigen Krallen 
und kann als relativ schwach ausgebildet bezeichnet werden. 

Dimensionen : 

Länge des Rückenpanzers in der Mitte . . 41 mm. 

Hintere grösste Breite desselben .... 36 » 

Höhe desselben 23 » 

Länge- des Brustpanzers in der Mitte ... 34 » 

Schwanzlänge (vom Vorderrand der Cloake) 5 » 

Die Breite des Panzers verhält sich demnach zu seiner Länge 
wie 1 : 1,14, ein Verhältniss, das sich mit dem Wachsthum des 
Thieres successive (bei maroccanischen Stücken unserer Sammlung) 
zu 1 : 1,25 ; 1 : 1,27 bis 1 : 1,37 steigert, während die Höhe des- 
selben sich zur Länge verhält wie 1 : 1,78, ein Verhältniss, das 
bei grösseren Exemplaren (wiederum bei unseren maroccanischen 
Stücken) die Grösse 1 : 1,88 bis 1 : 1,95, ja (bei Dumeril-Bi- 
bron's wohl aus Algerien stammendem Exemplare) 1 : 2,55 er- 
reicht. 

Vorkommen: Abgesehen von der ganzen Nordküste von 
Afrika, wo die Art von Marocco angefangen bis zur Landenge 
von Suez überall häufig ist, lebt sie in Asien in Syrien (Forskäl), 
wo sie namentlich am Libanon und bei Aleppo sehr gemein sein 
soll, in Kleinasien (Gray) und zwar speciell in der Gegend von 
Angora (Berthold) und von Xanthns (Gray), in Transkaukasien 
(vergl. Strauch) und Persieu (Pallas), wo sie besonders von Teheran 
(Strauch) angeführt wird. 



— 83 — 
Batracliia. 



I. Amir a, 

Fam. I. Hylidae. 

18. Hyla arhorea L. sp. var. meridimialis Boettg; 1874. 

Böttger, Rept. v. Marocco u. v. d. Canaren, Abhaucll. cl. Senckenberg. 

Ges., Bnd. 9, 1Ö74, S. GO und Noll's Zoolog. Garten 1877, S. 31; Audouin 

et Savigny, Descr. Egypt., Kept. Atlas Suppl. Taf. II, Fig. 13. 

Vor mir liegt ein erwachsenes Stück dieser verbreiteten Laub- 
froschart von HaifFa. 

Charakteristisch für die citirte Varietät, die im ganzen Mittel- 
meergehiet als ausschliessliche Localform auftritt, ist das Fehlen 
der von mir sogenannten Hüftschlinge, einer deutlichen, beim 
binnenläudischeu Laubfrosch nach oben und vorn gerichteten, 
buchtigen Einsattelung des schwarzen oder grauen, weiss ein- 
gefassten Seitenstreifens jederseits in der Hüftgegend. 

Die Färbung der Körperseiteu ist bei der syrischen Form 
in folgender Weise leicht verschieden von der als typisch für var. 
meridionalis anzusehenden citirten Zeichnung in dem grossen 
Werke über die ägyptischen Amphibien, Der dunkle Seitenstreif, 
der bei der ägyptischen Form vom Nasenloch an über das Auge 
und weiter bis zur Insertion der Hintergliedmaassen fast gerad- 
linig Ober- und Unterseite von einander scheiden soll, bei der 
cauarischeu Form aber schon nahe der Insertion der Vorderglied- 
maassen verschwindet, lässt sich bei der vorliegenden syrischen 
Form bis etwa in die Mitte der Rumpfseiten verfolgen, ist auch 
nach oben mehrmals gebuchtet und winkelig hin und her gezogen 
und löst sich nach unten in kleinere grauliche Marmorzeichnuuo-en 
auf. Weiter hinten geht Rücken- und Bauchfärbung allmälig 
in einander über. Etwas höher als der Seitenstreif, in einer 
Linie, die vom Trommelfell nach der AfteröfFnung hinzielt, stehen 
ausserdem in regelmässigen Zwischenräumen etwa 5 kleine schwarze 
Flecken in einer Längsreihe. Endlich lassen sich noch zwischen 
Mundwinkel und Insertion der Vordergliedmaasseu 2 schwarzgraue, 
hinter einander gestellte Läugsflecke beobachten. 

Abweichungen im äusseren Bau konnte ich bei dem syrischen 
Stücke im Vergleich zu uuserer europäischen und der cauarischeu 
Form nicht nachweisen. 



— 84 — 

Dimensioneu: 

Totalläüge 46 mm. 

Maulbreite 15 » 

Obersehenkel, vom After gemessen . . 22 

Länge des Unterschenkels im Fleisch . 22,5 

Fusslänge (mit den Zehen) 32 

Vorkommen: Diese der Hüftschlinge entbehrende Varietät 
des Laubfroschs war mir bis jetzt nur aus Süd-Frankreich, den 
cauarischen Inseln und Nord-Afrika bekannt gewesen, wo er sicher 
in Aegypteu und wahrscheinlich auch in Marocco als ausschliess- 
liche Form vorkommt. Ihr Auftreten in Syrien ist immerhin 
beachtenswerth. Die von A. Günther (Catalogue of Batrachia 
sal., London 1858, S. 108) aus Kleinasien und den Euphrat- 
gegenden erwähnte Form unseres gemeinen Laubfroschs dürfte 
ebenfalls der var. meridionalis nahe stehen oder vielleicht gar 
mit ihr identisch sein. 



— 85 — 



Diagnosen zweier neuer Amphibien 
aus Madagascar. 

Von 
Dr. pbil. 0. Böttger. 

JPhyllodactyliis (Phylloäadylus) tStUfnfft n. sj). 

Di[iiü omucs unguiculati, graciles, recti^ siibttis serie singula 
lamellariim transvcrsarum suhgrcwulatarum instructi ; disci scansorn 
trapesoidales^ sulco longitudinali hipartiti, plani. FhoUdosis notaei 
heterogenea. 

FupiUa verticalis; rostrale convexo-trapcsoidale, superne latius; 
siipralahialia 12; mentale triangtdarc ; infralubialia 12. Suhmentalia 
anteriora 2 longe producta, ad latera singulis posticeque uno sciitcllo 
sexangidari majore secuta. Orhitac distinctae sulco circuniscriptae., 
occiput cute adstrictum, parallelepipedum formans. Dorsum seriebus 
longitudinalihus ttd)ercidorum ti'iangidarium regular ibus 6 pluribusque 
indistinctis dorso-latcrcdihus ornatum; latera membraque tuberculis 
subcarinatis, venter squamis laevibus., satis magnis, rotundato-sex- 
angidaribus instructus. Cauda ut videtur subverticillata, supra seriebus 
6 spinularum armata. 

Supra nigro-griseus, subtus sordide albus, cajnte subfusco- 
griseo, subunicolori., dorso linea longitudinali jiallida cum maculis 
t ransversis dorsalibus i, parallelogramma fortnantibus, ptttllidioribus, 
nigro-marginatis connexa. 

Cajnit 23, truncus usque ad cloacam 44,5, cauda (regenerata) 
25; long, total. 92,5 mm. ^ 

Hab. Insida Nossi-Be, spec, unicum a dar. Anton Stumpff 
lectum. y^(\\(]4 

/ 




— 8G — 

Polypedates ilispar n. sp. 

Denies pdlakdes duos aecrvos formiuitcs trlantjalares^ inter se 
et a ehoanis spatio lato sepandi, marguiihus pudieis horisontalihus 
iiec postice eonveryentihus fasfigia clioanarum postica distincte 
snperantihus. Ap)ertiirae clioanarum tuhanmique aequa fere may)n- 
t'udine. CantJd rostrales ohtusiuscidi scd distincti^ antice angtdo 
aculo juncti. Aperturae nasales suh ipso cantho, satis prominentes, 
apice rostri magis approximatae quam oculis. liegio frenalis satis 
alta, suhexcavata. Tympanum distinctum^ magtidudlne dimidiam 
orhifam aequans. Plica cutanea ah angido postico oculi super 
tympanum ad regionem humeralcm decurrens. Gidis cranio non 
adhaerens^ tergo marium media parte densiter verrucidosa, feminarum 
laevissima, abdomlne internaque femorum parte modlce granulatis. 
Disci scansorii mediocres, digiti pirimi minimi^ tertii quartique 
suhaequales, tympano valde minores. Metnbrum posterius antice 
p)rojectum calce vix aperturam nasalem attinycns. Cutis natatoria 
perfecta; planta pedis distincte verructdosa. 

Supra aut alhido-cincreus vel unicolor (9) vel memhris maculis 
obscuriorihus in transversum ornatis (cf et 9) ^^'-^ olivaceo-griseus 
(9) macida obscura inter orbitas trapcsoidali signatus et dorso 
indistincte pwictatus marmoratusque , ad latera semper striyis 
paUidis binis magis minusve distinctis exstructus. Chines nigre- 
sccntes, albidopunctatae; regio analis triangidiim albescens formans. 
Partes abdominis et femorum granulatae fuscae.' Secundum canthum 
rostralem pUcamque cidaneam regionis humeralis linea nigrescens. 

Captd maris 14, feminae 17— IS long., long, total, mar. 
40—40,5, fem. 48 — 57, memhr. anter. maris 25 — 25,5, fern. 
28-31, membr. poster, maris 63 — 65, fern. 74—78,5 mm. 

Hab. Insula Nossi-Be, specim. 5 a dar. Anton Stumpff lecta. 



— 87 



Diiigiiosc8 Coleoptcroruni aliquot iiovoriim in 
Japonic a Dom. Prof. J J. Hein, Doct. phil., 

collectoruni, 

auctoie 

Dr. L de Heyden. 

1. tloplia Reinii Jlcydeii. JRiifo-picea^ deiisc flava viridi 
squamosa, sqiianudis rotundatis, opacis; scuteUo, thoracis lateribus 
squaniidis ddiUioribiis ; corpore suhtus, ahdonihie, 2)ygidio densissinie 
squamulis argeutco-viridihus lucidis tecto. Fcdihus rußs, tarsis 
anticis, med lis rufo-piceis, posticis nigro-piccis; femoribus dcnsius^ 
tibiis parcc squaniidis oblongis viridiargcutcis tectis. Tibiis anticis 
bidentatis. Autcnnis rufls, clavo rufb-bruiiiico,!J. articulatis^ articulo 
prinio squajuulis duabus oblongis vcstito. Scutcllo loiigo^ triangidoso^ 
postice acuta, apice ipso rafundafa. Long, corj) 6 — 7 niillini. 

H. parvidae Krynichii (jMlinosae Er.) Eussiac mcridianalis 
valde affinis, scd elyiris breviaribiis, subtus lucida, thoracis angulis 
posticis rcclis subelevatis, scutella longiore disfincta. * Excmplaria 
quatuor in insula Kiushiu Japoniaü Dorn. Vrof. Dr. Rein, in 
cujus honorem hanc speciem nominavi, rep>erit. 

2. Podiihrus Reinii Heyden. Capite nigra, nitida, antice 
flavo-rufa , labra f'usca; tharace flavo-rufo, tertia pars mediana 
hnmnea, tinea media fartiter sed anguste incisa, lateribus ante 
angulos 2)ostlcos sinuatis; scutella nigra; elytris flavo-pallidis, singula 
plaga mediana langitudinali brunnea. Corpore subtus, antennis 
pedibusque nigro-brunneis; caxis, femortim basi, abdominis marginibus 
posticis, aiitennarum articidis pnima seciinda ßova-rufis, apice intus 
brunnea maculata, tertia quarto basi flavo-rufis. Corpore tola subtus 
elyfrisque flavo-griseis, sat dense pubescentibus. Unguicidis omnilus 
basi forte tri angular iter dentatis. Long. 10 millim. 



hl provincia Mino Jiq^oniac a Dom. Frof. Rein, cui de- 
dicatus^ sctncl captus. 

3. J^yrocJiroajaponica Heydcn. Femina. Depressa, obscure 
r ufo- cocci) lea, antennis pedihusque nigris; ore, tJioracis lateribus 
ni(jris; fronte nigra, inter oculos fortiter transverse elevato, untice 
laxe excavato. Thorace minore, parum latiore quam longiore, la- 
teribus post medium angidatis, ante medium transverse late impresso, 
linea media canalicidata in foveam antescidellarem cffundente. Elytris 
plus quadruplo thorace longioribus, ante medium dilatatis, transverse 
densissime rugosis, in utroque lineae duae e rugis obliquis plumi- 
formibus latioribus. Falporum articulis primo minuto rufo, secundo 
quarto aequalibus, tcrtio breviore et angustiore, quarto lateribus 
parallelis, basi apiceque acuminatis: Antennae |;ar^w« desunt ; 
articulis 1 et 3 — 6 longitudine aequalibus, primo basi attenuato, 
3 — 6 sensim fortiter ramosis, fortius (jam in tertio) quam in P. pcc- 
tinicorni nostratu, cui affinis scd major. Long. 11 millim. {caput 
et thorax 2, elytra 9 millim..) 

Fropje ab urbe Kioto Japoniae semel capita. 

■1. Saris Kein Li Boelofs (Compte rendu Soc. eiitom. de 
Belgique, seance 5 avril 1870). Oblongo-ovalis, nigra, purum nitida, 
itigrosubsqtiamosa. Elytrorum interstitiis squamulis lutcis linea 
ornatis, vittaque abbreviatabasali et plag a ultra-medium concoloribus. 
Ex affmitate B. dispiloti Solsky. Copiose lecta in foliis Benthamiae 
japonicae Sieb, et Zucc. (Gornus Kousa Buerger) in aditu Äburasaka 
(800 meter altitud.) inter provincias Mino et Echizen Japoniae. 
Ab auctore ^xemplariis Eeinianis, a me arbitrio sua permissis, 
descripta. 

5. Toxotus niimitus Gebier var. Heinii Heydcn. 
Niger, flavo-griseo subpidjescens, antennis totis pedibusque, femorum 
posticorum apice excepto, obscure lideis; vertice non canalicidato 
(in typo obsolete canalicidato), thorace in lateribus nodo rotundcUo 
(in typo dente valde obtuso). Abdomine toto rufo {in typo toto vel 
apice tantum rufo). Long. 11 millim. (elytr. long. 8 millim.) l'rope 
ab urbe Osaka Japoniae semel captus. Species typica in deserto 
ad flumen Ajagus (descrta Kirghisorum) occurrit. 



— 89 — 




lieber phänologisclie Beobachtungen. 

Vortrag, gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung der Senctenbergischen 
naturforschenden Gesellschaft am 15. Februar 1879 



Dr. Julius Ziegler. 

In jedem Jahre hören Sie, wie, des Winters überdrüssig, der 
Eine dem Andern freudig erzählt: »Der Hasel uussstrauch blüht, 
das Schneeglöckchen, der Pfirsich, die Kirsche blüht, der Storch 
ist augekommen, die Schwalbeu sind da« ; fügt wohl auch bedeu- 
tungsvoll hinzu »schon« oder wohl auch »erst«. Einerseits be- 
weist damit Jeder, welch' hohes Interesse diese Fragen in An- 
spruch nehmen. Andererseits zeigt der Widerstreit der Meinungen, 
die oft geradezu entgegengesetzte Behauptung, dass man von ganz 
verschiedenen , häufig nur ganz unbestimmten Voraussetzungen 
ausgeht und so zu keinem Ergebniss gelangt. Wir werden später 
sehen, wie hierzu bei Nichtbefolgung einer bestimmten Methode 
fortwährend Gelegenheit geboten ist. 

Lassen Sie uns zunächst näher ins Auge fassen, was der 
Betrachtung zu Grunde liegt! 

In denjenigen Landstrecken der Erde, in welchen eine Wiuter- 
ruhe eintritt, das heisst eine Periode, in welcher den Witterungs- 
verhältnissen und zwar wesentlich der geringeren Temperatur 
entsprechend, mehr oder weniger eine Unterbrechung oder doch 
eine Verlangsamung der Vegetationsthätigkeit stattfindet, zeigen 
die meisten Pflanzen eine höchst auffallende Regelraässigkeit in 
der zeitlichen Anordnung der einzelnen Phänomene, der einzel- 
nen Stadien ihrer Entwicklung, wie Belaubung, Blüthe, Frucht- 
reife u. s. w. Es sind also an eine jährliche Periode gebundene Er- 
scheinungen, welche wir zum Gegenstande der Beobachtung machen 



— 90 — 

und dem eutspreclieud wir diese kurz als »phäuologische« Beob- 
achtungen bezeichnen, — besser aber wohl als »phänomeno- 
logische« bezeichnen sollten. 

Hierher rechnen wir nun auch einige Erscheinungen aus dem 
Thierreiche, welche von denselben örtlichen Einflüssen abhängig 
sind, wie solche bei den Pflanzen; vornehmlich noch das regel- 
mässige Kommen und Gehen der wandernden Thiere, besonders 
der Zugvögel, welches gleichfalls mit der Periodicität der meteo- 
rischen Vorgänge in innigem Zusammenhange steht. Wie schon 
angedeutet, ist die Wärme das Hauptbedingniss sämmtlicher be- 
rührten Verhältnisse, wie sie es auch für das jeweilige geogra-- 
phische Vorkommen ist; aber sie allein reicht, zumal so, wie sie 
unsere gewöhnlichen Temperatur-Beobachtungen ergeben, nicht 
aus zur Erklärung. Hier spielen die Lage nach Höhe (Elevation), 
Aequator- und Polabstand (bezüglich der Länge der Tage), Meeres- 
,nähe, Meeresströmungen, Niederschläge und deren zeitliche Ver- 
theilung (Regenzeiten), Winde, Reflex von Wasserspiegeln, Expo- 
sition, Bodenverhältnisse und vieles Andere mit, — kurzum das 
Klima eines Ortes. 

Das Klima meteorologisch so zu zergliedern, um einfache 
Rückschlüsse auf die phänologischen Verhältnisse eines Ortes 
machen zu können, ist nun, wie wir noch sehen werden, nicht so 
leicht; geradeso wie es dem Landwirthe und dem Arzte immer- 
hin schwer fällt , meteorologisches Beobachtuugsmaterial seinen 
Zwecken wirklich und vollständig dienlich zu machen. Umgekehrt 
von den phänologischen Verhältnissen auf die klimatischen zu 
schliessen, wird hingegen in den meisten Fällen keine grossen 
Schwierigkeiten haben und leicht seine Nutzanwendung auf die 
Gesundheitspflege und die Pflanzenzucht finden können. Stellen 
wir also phänologische Beobachtungen an zum Nutzen der ar- 
beitsthätigen, wie der leidenden Menschheit! 

Was sollen wir aber beobachten und wie sollen wir beob- 
achten? — 

Obgleich Linne schon deutlich den Weg gezeigt hatte, 
war man sich anfänglich darüber noch nicht recht klar und die 
ersten Beobachter haben wohl ohne entsprechenden Nutzen ihr 
grosses Beobachtungsmaterial beschaff't. Aus diesem ist übrigens 
hervorgegangen, dass das Zweckdienlichste eine Beschränkung auf 
möglichst wenige ausgewählte Beobachtungsgegenstände sei. So 



— 91 — 

schrumpfte die Zahl der Beobachtiings-Pflanzen und -Thiere 
alhuälig mehr und mehr zusammen. 

Voü Pflanzen wurden solche festgehalten, welche eine 
grosse Verbreitung haben, das heisst, so zu sagen in allen Theilen, 
wenigstens der gemässigten Zonen in grösserer Anzahl und in 
gedeihlichem Zustande anzutreffen sind, wie viele der angebauten 
Nutz- und Ziergewächse, Pflanzen, deren Vegetationsstufeu (oder 
-Phasen) ferner leicht fasslich, von der Saatzeit unabhäugig, keinen 
individuellen Schwankungen unterworfen und zeitlich gut ver- 
theilt sind. 

Als, im Allgemeinen, nicht sonderlich günstige Vegetations- 
stufen möchten anzusehen sein : die erste Vegetationsbewegung, 
das Knospenschiebeu, das erste Laub, das Sichtbarwerden der 
Blattoberfläche, die allgemeine Belaubuug, die allgemeine Laub- 
verfärbung und der Laubfall. Sie alle sind mit Schärfe nur 
selten zu bestimmen und jedem Beobachter ist die Möglichkeit 
einer Anschauungsverschiedenheit unbenommen. 

Ganz anders verhält es sich bei der ersten Blüthe und der 
Vollblut he, sowie — wenn auch mit Ausnahmen — der ersten 
Fruchtreife und der allgemeinen Fruchtreife, welche über- 
dies auch ein weit grösseres practisches Interesse in Anspruch 
nehmen. Doch ist auch hier Mancherlei zu berücksichtigen. Vor 
Allem i^t jederzeit festzuhalten, dass mau normale Erscheinungen 
beobachten will, nicht abnorme, — wie sie Zeitinigeu mit Vor- 
liebe zu bringen pflegen. 

Am Spalier gezogene Pfirsiche, Aprikosen, Birnen und Trauben 
können nicht maassgebend sein; sie nähern sich gleichsam den 
Treibhauspflanzen, xiehnlich verhalten sich in engen Höfen be- 
findliche Exemplare, welche unter der Einwirkung reflectirender 
und erwärmter Mauern stehen. Leider laufen an Solchen ge- 
machte Beobachtungen, besonders bezüglich der ersten Blüthe, all- 
zuleicht mit unter und trüben das Ergebniss empfindlich. 

Doch wird derjenige Beobachter, welcher einigermaassen Lust 
und Liebe für die Sache hat, nach kurzer Uebung leicht inne- 
werden, wo im nächsten Umkreise seines Wohnortes diejenigen 
Exemplare zu finden sind, welche als normale angesehen werden 
können, um so mehr, wenn es sich, wie schon gesagt, nur um 
wenige Arten, Holz- oder doch mehrjährige Pflauzen, wie Apfel, 
Aprikose, Birne, gelber Hartriegel, Haselnuss, gew. Hollunder, 



— 92 — 

rothe Jolianuisbeere, weisse Lilie, kleiublättrige Linde, Pfirsich, 
Rosskastanie, Schlehe, Süsskirsche, gew. Syringe, Trompetenbaum 
und Weinrebe handelt, welche vorzüglich als geeignete hervor- 
zuheben sind. 

Die grösste Aufmerksamkeit erfordert offenbar die Beobach- 
tung der ersten Blüthe, das heisst der ersten geöffneten BUithe, 
beziehungsweise des ersten Stäubens der Köl beben (Antheren). 
Ein tägliches sorgfältiges Absuchen ist zur betreffenden Zeit durch- 
aus nothwendig; entgeht die erste Blüthe dem Blick, so kann 
eintretende ungünstige Witterung den Beobachtungstermin um 
eine Woche und mehr hinausschieben. 

Scheinbar schwieriger, aber bei einiger Uebung leicht auf 
etwa zwei Tage genau zu bestimmen ist der Tag der Voll- 
blut he, das heisst des Termins, an welchem bei der Mehrzahl der 
vorhandenen Exemplare über die Hälfte der Blüthen geöffnet ist. 
Fiel in die Blüthezeit ein Nachtfrost, wovon wir in unseren 
Klimaten ja fast niemals ganz, am wenigsten bei frühzeitiger 
Entwicklung verschont werden, so ist davon Notiz zu nehmen, 
insofern er entweder die Blüthe vernichtet oder die Pflanze, wie 
man treffend zu sagen pflegt, »gedrückt« hat, in Folge dessen 
mehr oder weniger eine abnorme Verzögerung der Blüthenent- 
faltung, ein »Rückschlag« eintritt. — Diese und andere Störungen 
in dem Entwicklungsgang veranlassen zuweilen ein aber^ialiges, 
ein zwei und dreimaliges Blühen und selbst Fruchtreifen in ein und 
demselben Jahr; doch ist, von einem Rückgang der Belaubung 
begleitete aussergewöhnlich warme, beziehungsweise trockene 
Witterung die gewöhnlichere Ursache der gleichen, beim Laubholz 
weit häufigeren Erscheinung, des sogenannten »Johannistriebs«; in 
der Regel jedoch ohne dem normalen Eintritt der Phase im folgen- 
den Jahre merklich Abbruch zu thun. — 

Die erste Fruchtreife, beziehungsweise deren Eintritt ist 
unter anderen bei der Johannisbeere, welche glasartig durch- 
scheinend, bei der Süsskirsche, welche auch auf der Schattenseite 
roth, beim Hollunder, dessen Beere vollständig schwarz werden 
muss, und bei der Rosskastanie, deren grüne Fruchtkapsel zer- 
springt, leicht und sicher zu bestimmen. Weniger geeignet ist 
dagegen die Beobachtung der Fruchtreife der Stachelbeere, des 
Pfirsichs, der Weintraube, des Apfels und der Biine, da hier die 
Spielarten durch ungleiche Zeitiguug zu sehr ins Gewicht fallen. 



— 93 — 

Von uubestreitbarem Interesse ist die Reifezeit der allverbreiteteu 
Halmfrüchte, besonders im Verhältniss zu derjenigen ihrer Blüthe; 
doch ist dies wieder mehr eine Frage für sich, indem bei ihnen 
Saatzeit und Culturart sehr entscheidend mitsprechen. 

Unter allgemeiner Frucht reife wird der Zeitpunkt ver- 
standen, an welchem bei der Mehrzahl der vorhandenen Exem- 
plare über die Hälfte der Früchte vollkommen reif ist. 

Eine grosse Erleichterung für den Beobachter ist es, wenn 
er an bestimmte Exemplare, etwa im eigenen Garten, anknüpfend, 
sich stets von den ausserhalb im Allgemeinen stattfindenden Vor- 
gängen annähernd eine Vorstellung machen kann. Er wird da- 
durch und mit Berücksichtigung der Witterungverhältnisse sich 
viele unnöthigo Gauge ersparen können. 

Auf die Beobachtungen bei Thieren übergehend, bemerke 
ich sogleich, dass mir dieser Theil der Phänologie zu ferne liegt, 
um ihn hier eingehend besprechen zu können ; übrigens glaube 
ich nur auf die, den Meisten von Ihnen wohlbekannten Vorträge 
und Schriften des Herrn Dr. Noll*) und Pal men's**) ver- 
weisen zu dürfen. Doch sei hervorgehoben, dass sowohl die hier- 
her gehörenden Phänomene auf weit verwickeiteren Vorgängen 
beruhen, als auch, dass die Anstellung der Beobachtungen eine 
weit schwierigere und mühevollere ist. Wo wir die Gewächse 
aufzusuchen haben, wissen wir ganz genau, bei den Thieren aber 
sind wir auf ein gutes Stück Zufall angewiesen und die Beweg- 
lichkeit erschwert obendrein sehr das Erkennen. Die auf den 
nachher herumzugebenden Tabellen verzeichneten Thiere sind zum 
Theil eben mit Rücksicht hierauf gewählt; es sind vornehmlich 
Vögel, Schmetterlinge und Käfer. 

Streng genommen gehörte hierher nur das Erscheinen 
derjenigen, welche ihren Winterversteck oder ihren Larvenzustand 
verlassen, wobei es oft recht schwer fällt, gleichartige Thiere der 
einen oder der anderen Herkunft zu unterscheiden. Eine viel 
weitergehende Frage bildet das Kommen und Gehen der Zug- 
vögel, da es nicht lediglich von den augenblicklichen örtlichen 
Witterungsverhältuissen bedungen ist, oder doch wenigstens nicht 



*) Noll, F. C. lieber den sogenannten Instinkt. Zeitschrift: Der Zoo- 
logische Garten. Jahrg. XVII. 1876. No. 2 bis 10. 

**) Palmen, J. A. Ueber die Zugstrassen der Vögel. Leipzig. W. Engel- 
maun. 1876. 



— 94 — 

sein mnss. Welchen Weg die Zugvögel nehmen, wie lange Zeit 
sie zum Weiterkommen bedürfen, was sie örtlich und zeitlich zum 
Kommen und Gehen bestimmt, das siud hochwichtige Fragen, die 
meist noch ungenügend beantwortet sind. Zur Lösung aller dieser 
Fragen gibt es eben nur Eines : Vieljähriges, ununterbrochenes 
und wahrheitsgetreues Aufzeichnen der geeignetsten Beobachtuugs- 
erschcinungeu an geeigneten Stellen. 

Zur Förderung der phänologischen Statistik, wie der Thier- 
und Pflanzeugeographie müssen wir ein, über alle Th eile der Erde 
gezogenes Beobachtungsnetz wünschen, ähnlich dem, welches die 
reine Meteorologie theils besitzt, theils herzustellen im Begriff ist, 
innerhalb welches nach ganz bestimmten und übereinstimmenden 
Methoden beobachtet wird. 

Die Zahl der vorhandenen Beobachtuugsstationen, fast 
ausschliesslich auf Mittel-Europa und die Vereinigten Staaten Nord- 
Amerika's beschränkt, ist leider noch eine verhältnissmässig kleine. 
Sie schmilzt überdies auf eine äusserst kleine zusammen, wenn 
mau diejenigen ausser Rechnung lässt, welche, wie die meisten 
Amerikanischen, nur zwei oder doch nur wenige Jahre thätig waren. 

In erster Reihe stehen ohne Zweifel die Oesterreichisch- 
Ungarischen Beobachtungen, veranlasst und geleitet von Carl 
Fritsch, Vicedirector der k. k. Centralaustalt für Meteorologie 
und Erdmagnetismus in Wien, jetzt in Salzburg wohnend. Ich 
lege Ihnen hier die Uebersicht der phänologischen Beobachtungen 
im Jahre 1876 aus dem letzten Jahrbuch der k. k. Central- 
austalt vor. 

Unter den auswärtigen Stationen finden Sie auch Frankfurt a. M., 
von wo ich 1871 pflanzenphänologische Beobachtungen eiuzu- 
senden begann. Seit 1874 erhält die Wiener Anstalt nun auch 
noch thierphänologische Mittheiluugen von hier; doch liegen bis 
jetzt nur diejenigen von 1875 im Druck vor. Dieselben wurden 
1874 und 1875 von Herrn Carl Dietze, 1877 und 1878 von 
Herrn Inspector J. G. G. Mühlig und mir geliefert. Ausser 
vielen zerstreuten, sind thierphänologische Beobachtungen von 
Frankfurt, meines Wissens, nur noch bezüglich der Ankunft des 
Storches vorhanden, wovon diejenigen über das Nest auf dem 
Both 'sehen Hause au der grossen Eschenheimer Strasse bereits 
Iß Jahre hinter einander umfassen. 

Hier haben Sie ferner eine der vorigen entsprechende 



— 95 — 

Tabelle,*) welche die ans den jäbrlicheu Beobachtungen der einzelnen 
Stationen Oesterreich-Ungarus berechneten mittleren Vegetatious- 
zeiten enthält, zugleich mit Angabe der Beobachtungsjahre, der 
Seehöhe, der geographischen Länge und Breite des Ortes. Endlich 
enthält dieses Heft **) die auf Wien reducirten Zeiten der ersten 
Blüthe für eine sehr grosse Anzahl der verschiedensten Gewächse. 

Besondere Beachtung verdienen nächst den eben besprochenen, 
sowie neben denen von Quetelet, Göppert, Cohn uijd Anderen, 
allein schon wegen der Nachbarschaft, die in Gi essen von Her- 
mann Hoffmann durch eine lauge Reihe von Jahren und mit 
grosser Sorgfalt angestellten Beobachtungen, deren erste noch in 
das Jahr 1835 fallen. Dieselben finden sich zum Theil in der 
Botanischen Zeitung***) und in den Berichten der Oberhessischen 
Gesellschaft für Natur- und Heilkunde niedergelegt. Der vor- 
liegende fünfzehnte Band enthält die Ende 1875 berechneten 
mittleren Vegetationszeiten, sowie eine üebersicht der thierphäno- 
logischen Beobachtungsresultate. 

Von anderen Orten unserer Gegend liegen, so weit meine 
Kenutuiss reicht , noch Beobachtungen vor von : Offenbach, 
Messel und Rossdorf bei Darmstadt, Rehbach im Odenwald, Bir- 
kenau bei Weinheim au der Bergstrasse, — in Weinheim selbst hat 
Herr Oberlehrer Dr. Finger schon im Jahre 1834 beobachtet, — 
ferner von Heidelberg, Bruchsal, Heilbronn, Aschafienburg, Ram- 
holz bei Schlüchtern, Büdingen, Cassel, Marburg, Braunfels bei 
Wetzlar, Cronberg am Taunus, Röraerhof bei B^rankfurt, Winkel am 
Rhein, Trier, sowie Pfeddersheim und Monsheim in Rheinhessen. 
Von diesen Stationen ist die Mehrzahl gleichfalls wieder einge- 
gangen und das erbrachte Material meistens nicht ganz genügend. 
Eine neue Beobachtungsstation wird für Kaichen beabsichtigt. 

Was schliesslich die Frankfurter Beobachtungen betrifft, 
so sind vereinzelte sehr alte Aufzeichnungen vorhanden, wie die 
aus dem Jahre 1826; doch sie mehr planmässig zu betreiben 

*) F ritsch, Carl. Mehrjährige Mittel der phänologischen Beobach- 
tungen aus dem Pflanzenreiche. Jahrbücher der k. k. Ccntralaustalt für 
Meteorologie. Neue Folge Bd. VII. -Jahrg. 1870.. 

**) Fritsch, Carl. Normaler Blütheukalender von Oesterreich-Uugarn. 
Denkschriften der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiser- 
lichen Academie der Wissenschaften in Wien. Bd. XXXIII. 1873. S. 99 b. 140. 
***) Hoffmann, Hermann. Zur Kenntniss der Vegetations-Normalen. 
Botanische Zeitung 18C1. No. 26 u.. 27. 



— 96 — 

unternahm erst mein Bruder, Wilhelm Ziegler, dann Herr 
Con stau tin Fell n er und Herr Stadtgärtner A.Weber. Von 
1867 an habe ich meinerseits regelmässige Aufzeichnungen be- 
gonnen und — leider fast allein — bis heute weitergeführt. 

Die ersten vier Jahre 1867 — 70 sind in den Berichten der 
Oberhessischen Gesellschaft abgedruckt. 

Seit 1871 hat es der Physikalische Verein, beziehungsweise 
das meteorologische Comite desselben übernommen, den Gegenstand 
in den Bereich seiner Thätigkeit zu ziehen. Von dieser Zeit au 
enthält der Jahresbericht des genannten Vereins eine kleine Ueber- 
sicht der hauptsächlichsten Beobachtungsresnltate des betreffenden 
Jahres nebst den beigesetzten Mitteln. Während sich die neueren 
auf die erste Blüthe und die Vollblüthe beschränken, umfasste die 
Tabelle von 1871 ausserdem noch die erste Laubentfaltung, die 
allgemeine Belaubung, die erste und allgemeine Pruchtreife, die 
Laubverfärbung und den Laubfall. Dem begleitenden Texte war 
eine kleine Tafel beigefügt, welche versuchsweise eine graphische 
Darstellung zur Vergleichung der mittleren phänologischen Ver- 
hältnisse verschiedener Orte, hier Wien, Giessen und Frankfurt, 
enthielt. Die etwas auffallenden Unterschiede waren zum Theil 
veranlasst durch die Aufnahme von älteren Beobachtungen einzelner 
Jahre, aus welchen keine Angaben für die übrigen Pflanzen vor- 
lagen, wodurch die Möglichkeit gegeben war, dass für die eine 
Pflanze und Phase vorwiegend frühzeitiges, für die andere 
verspätetes Erscheinen in Rechnung kam und die Zeitfolge der 
Erscheinungen eine falsche ward. Das unverhältnissmässig spätere 
Blühen des Pfirsichs in Wien rührte, wie ich erst 1874 dort selbst 
in Erfahrung brachte, speciell daher, dass dort, was einzig richtig 
ist, keine Spalierexemplare zur Beobachtung dienen, wie bis dahin 
in Frankfurt und Giessen, wo es fast nur solche gibt. Der Unter- 
schied zwischen den beiden Beobachtungsweisen beträgt nicht 
weniger als zwei Wochen. 

Diese und manche anderen schon angedeuteten Fehler habe 
ich weiterhin vermieden und so kann ich Ihnen heute die Er- 
gebnisse von, der Mehrzahl nach zwölfjährigen ununterbrochenen 
Beobachtungen vorlegen. Die erhaltenen mittleren Zeiten werden, 
wie ich überzeugt bin, schwerlich viel von den wahren Mitteln 
abweichen ; genügte doch meist schon die Hälfte der Zeit, um 
nahezu dasselbe Resultat zu gewinnen. Von Schaltjahren, die ja 



— 97 — 

eineu iiiclit zu beseitigenden Fehler mit sich bringen, kommt je 
eines auf drei andere Beobachtungsjahre , so dass derselbe mög- 
lichst gering erscheint. 

Die von mir seiner Zeit dem Jahresberichte des Physikalischeu 
Vereins versuchsweise beigegebene graphische Darstellung, (welche 
ich Ihnen vorhin herumgegeben habe), hat mich von der Zweck- 
mässigkeit einer solchen überzeugt und in mir den Wunsch rege 
gemacht, eine qualitativ vollkommenere und einen grösseren Zeit- 
raum des Jahres umfassende herzustellen. So ist denu die in 
autographischem Abdruck bereits in Ihren Händen befindliche 
Tafel der mittlerenVegetationszeiten in Frankfurt a. M. 
entstanden. Um, durch das ganze Jahr zeitlicli möglichst gleich- 
massig, etwa auf jede Woche, vertheilte Anhaltspunkte zu haben, 
musste ich mehrmals zu Objecten greifen, von welchen nur wenige 
Beobachtungsjahre vorlagen, und selbst zu solchen, die an und 
für sich nicht sonderlich geeignet genannt werden konnten, 
während manches Bewährte wegbleiben musste , wenn nicht 
eine stellenweise Ueberfülluug stattfinden sollte , zum Beispiel 
im Frühling. Um übrigens der Wahrheit näher zu kommen, 
berechnete ich im Falle nur weniger Beobachtuugsjahre allemal 
noch Verhältnisszahlen. Diese sind, im Zweifel, der Reihenfolge 
zu Grunde gelegt. Sie finden dann immer zwei Kreischen für 
eine und dieselbe Pflanze und Vegetationsstufe eingetragen ; das 
eine, welches das gefundene Beobachtungsmittel bezeichnet, ist 
mit ausgezogenen Linieu verbunden, das andere, welches das, als 
wahrscheinlich, berechnete Mittel bezeichnet, mit punctirtenLinien. 

Tragen wir neben diese Curve die betreffenden Beobachtungen 
eines Jahres ein, wie es in einem der aufgehangenen Blätter in 
rother Farbe für das nicht besonders abnorme vorige Jahr (1878) 
geschehen ist, so erhalten wir ein vollkommen klares Bild über 
den Verlauf der Vegetationsentwickelung in demselben. Sie sehen 
unmittelbar, um wieviel Tage dieselbe zu einer Zeit voraus oder 
zurück war. Wollen Sie beispielsweise die Verzögerung in Folge 
des kühleren Wetters in der zweiten Hälfte des März und ersten 
des April und wiederum im Juni beachten! Auf das sonderbare 
Verhalten der Weinrebe und des Trompetenbaums kommen wir 
noch zurück. Für dieses Jahr (1879) können wir vorerst nur die 
Haselnuss verzeichnen, welche erst am 11. Februar zu blühen, 
das heisst zu stäuben begann, also gegen das Mittel 9 Tage zu- 

7 



— 98 - 

rück blieb. Die Grenzen, bis zu welchen die einzelnen Vegetations- 
zeiten während des Zeitraums von Anfang 1867 bis Ende 1878 
schwankten, finden Sie in der anderen augehefteten Tafel durch 
einen rothen Streifeu angedeutet; die Möglichkeit grösserer Ab- 
weichungen ist natürlich nicht ausgeschlossen. 

Eine derartige Curve oder Tabelle*) mittlerer Vegetations- 
zeiten eines Ortes kann, unter gewissen Voraussetzungen, in den 
meisten Fällen leicht für einen grösseren Umkreis Verwendung 
finden ; die gewählten Pflanzen und Vegetationsstufen überdies 
noch in einem grossen Theil der cultivirten Erdstriche, Wo nicht, 
würden an Stelle der ausfallenden, andere, für das Beobachtungs- 
gebiet geeignete, dem Verbreitungsbezirk oder Wohngebiet ent- 
sprechend, einzuschalten sein und so, übergreifend, weiter. Handelt 
es sich darum Vergleiche zwischen verschiedenen Orten zu ziehen, 
so ist unsere Tafel wiederum dienlich, für den einzelnen Fall, wie 
im Allgemeinen. Angenommen ist jedoch dabei, dass an jedem der- 
selben in gleichem Sinne beobachtet wird. Da dieses zwischen 
Frankfurt und Giessen im Wesentlichen der Fall ist, habe ich die 
entsprechenden Giessener Beobachtungsmittel als Beispiel mit ein- 
getragen; sie sind durch ein liegendes Kreuzchen gekennzeichnet. 
Die noch vorhandenen kleinen Schwankungen dürften wohl zum 
grossen Theil der Ungleichzähligkeit der Beobachtungsjahre zu- 
zuschreiben sein. Bei der Aprikose, dem Pfirsich und der Wein- 
rebe sind dagegen, wie auch in der Tafel vermerkt ist, die Spalier- 
pflanzen die Ursache des starken Voreilens und bei der zahmen 
Kastanie und dem Trompetenbaum die Spärlichkeit der vorhandenen 
Exemplare Veranlassung der Verspätung in Giessen, so weit diese 
nicht besondere, in meinem nächsten Vortrag zu erörternde Gründe 
hat. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch auf das frühere 
Blühen der Herbstzeitlose sowie das frühere Eintreten der Laub- 
verfärbung und des Laubfalls in Giessen wieder zurückkommen. 
Im Uebrigen bleibt Giessen durchgehends um 5 bis 6 Tage hinter 
Frankfurt zurück. 

In der Tafel finden Sie ferner, durch starke Punkte bezeichnet, 
die mittleren Zeiten des ersten Blühens der angegebenen Pflanzen 
von Oesterreich-Üngarn, und zwar bezogen auf Wien. Da bei 

*) Nachstehend ist auf Seite 101 und 102 eine der vorerwähnten Tafel 
entsprechende Tabelle der mittleren Vegetationszeiten in Frankfurt a. M. 
abgedruckt. 



- 99 — 

Ableitung dieser Mittel ein aus den verschiedensten Lagen, von 
unterschiedlichen Beobachtern, in ungleichen und ungleich zähligen 
Jahren an ungleichvieleu Pflanzenarten erbrachtes Material ver- 
wendet werden musste, so kam es, dass die in Wien selbst un- 
mittelbar erhaltenen Mittel — sie sind hier mit einem kleineu 
schwarzen Viereck augedeutet — keine vollkommene Uebereiu- 
stimmung in ihrem Gang mit den vorgenannten zeigen. 

Streng genommen erscheint es nicht gerechtfertigt, Mittel- 
zahleu aus, über Monate vertheilten verschiedeneu Phänomenen ab- 
zuleiten. Geschieht es deunoch, so geschieht es um einen ganz 
einfachen Ausdruck zur leichten Vergleichung vieler Orte im 
Grossen und Allgemeinen zu haben, was am vollkommensten wohl 
durch Linien gleichzeitiger und gleichartiger Vegetationserschei- 
nungeu, ähnlich den Isothermen, zu erreichen sein würde. Tu der 
vor Ihnen hängenden, mit Rücksicht auf Hoch- und Tiefland ge- 
wählten Karte von Deutchland beziehungsweise Mitteleuropa sind in 
dem eben angedeuteten Sinn, aber auf andere Weise, die meisten Be- 
obachtungsorte des Gebietes eingetragen und zwar unter Beifügung 
der Zahl der Tage, um welche die Frühjahrsvegetation daselbst 
durchschnittlich vor derjenigen Wiens voraus oder dahinter zurück 
ist.*) Für den ersten Fall ist die carmiurothe Farbe gewählt, für den 
zweiten die gelbe, zinnoberroth sind die mit Wien übereinstimmenden 
Orte. Der Durchmesser der Farbenkreise entspricht der ungefähren 
Differenz der Tage. Die Einflüsse der Lage nach geographischer 
Breite und Seehöhe, von Binnenland und Küste treten schon deut- 
lich hervor. Aber wie viele grosse Strecken finden Sie da, wo noch 
kein Farbenkreis, noch keine Zahl eingetragen werden konnte?! 

Zur Erreichung dieses Zieles möchte ich übrigens einen an- 
dern, bei nicht zu ungünstigen Umständen leicht zu befolgenden 
und lohnenden Weg empfehlen, den ich auch bereits betreten habe. 
Es ist eine Verallgemeinerung desselben Verfahrens, welches 
Hermann Hoffmann**) bezüglich Italiens angewendet hat, von 
wo bis dahin nur spärliche phänologische Beobachtungen bekannt 

*) Die Angaben sind zum grössten Theil entnommen aus : Fr it seh , Carl. 
Vergleichung der Blüthezeit der Pflanzen von Nord-Amerika und Europa. 
Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiser- 
lichen Academie der Wissenschaften. Jahrg. 1871. Bd. LXIII. Abthl. II. 
S. 179 b. 213. 

**) Hoffmann, Hermann. Zur vergleichenden Phänologie Italiens. 
Zeitschrift für Meteorologie Bd. IX. 1874. S. 305 b. 310. 



— 100 — 

waren. Bei einer Reise, an welcher auch ich theilnahm, wurden 
im Frühjahr 1874 alleuthalbeu, so viel wie möglich, phäuologische 
Aufzeichnungen gemacht; diese mit den in Giessen in demselben 
Jahre angestellten Beobachtungen verglichen und die Zeitunter- 
schiede, das heisst die Zahl der Tage »vor« Giessen eingetragen. 
In ähnlicher Weise hat Dr. Carl Hoffmann*) 1877 in Italien 
nnd Griechenland Aufzeichnungen gemacht, die aber weniger gute 
Ergebnisse lieferten. Um auf die angegebene Art ein vorläufig 
einigermaassen genügendes Bild zu bekommen, müssen wir offenbar, 
ähnlich wie in unseren Tabellen und unserer Tafel, enge Grenzen 
ziehen, das heisst, nur wenige, durchaus geeignete Objecte be- 
nützen. Das habe ich mich zu thun bemüht, als ich im vorigen 
Sommer (1878) abermals Italien bereiste und viele der 1874 be- 
suchten Orte wieder berührte. Die vorliegende Kartenskizze gibt 
die 1874 und die 1878 eingehaltenen Wege, die Namen der Orte, 
wo entsprechende Beobachtungen gemacht werden konnten, und 
in Zahlen die Unterschiede gegen Frankfurt a. M. ; -f bedeutet 
vor, — nach ; grün unterstrichen sind die Zahlen für den Früh- 
ling (1874), roth unterstrichen die Zahlen für den Sommer (1878). 
Deutlich spricht es sich aus, wie an der milden Riviera di 
Ponente, in dem, von Nizza bis Genua gegen Norden durch eine 
gewaltige natürliche Mauer geschützten Garten, — mit seinen 
Pinien, Agaven, immergrünen Eichen, Lorbeeren, Myrten, Pistazien, 
Citronen, Orangen, seineu ausgedehnten Oliven-Hainen und statt- 
lichen Palmen, — angeweht von warmen Winden , unter dem 
freudigen Blicke der Sonne sich frühzeitig Alles belebt, während 
am Po, am Arno und dem Tiber sich's nur langsam regt und 
unser Auge erst ganz im Süden des Landes dem gleichen Fort- 
schritt begegnet. Wie ganz anders sieht es da im Sommer aus! 
Die geröll-, kies- und sanderfüllteu breiten Flussniederungen er- 
wärmen sich um so höher, als das Wasser spärlicher wird und 
rasch verläuft die Blüthe, reift die Frucht, während Gebirg und 
Meer mit mildernder Hand einer ruhigeren Entwicklung huldigen. — 
Doch hier gelange ich schon auf dasjenige Gebiet, welches ich heute 
zu Gunsten der Vereinfachung des Vorzubringenden bestrebt war 
möglichst zu umgehen, um es ein anderes Mal mit Ihnen zu betreten. 



*) Hoffmann, Carl. Phänologische Beobachtungen aus Italien und 
Griechenland. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Be- 
richt XVn. 1878. S. 15 b. 22. 



101 — 



Mittlere Vegetationszeiten in Frankfurt am Main. 

Nach den Beobachtungen von Dr. Julius Ziegler während der Jahre 

1867 bis 1878. 

Erklärung der Abkürzungen: Bo. s. = Blattoberfläche sichtbar; 
e. Bth. = erste Blüthe oflFen; Vbth. = Vollblüthe, über die Hälfte der 
Blüthen offen; e. Fr. = erste Frucht reif; a. Fr. = allgemeine Fruchtreife, 
über die Hälfte der Früchte reif; a. Lhv. = allgemeine Laubverfärbung, 
über die Hälfte der Blätter verfärbt; a. Lbf. = allgemeiner Laubfall, 
über die Hälfte der Blätter abgefallen. 

Anmerkung: Wegen geringerer Anzahl von Beobachtungsjahren oder 
aus anderen Gründen nur annähernd genaue Angaben sind in ( ) gesetzt. 



Monat 



Tag 



Name der Pflanze 



Vegetations- 
Stufe 



Februar 



März 



April 



Mai 



2 

(24) 

(25) 

26 

3 

4 
(24) 

4 
(5) 

6 
10 
11 
13 
14 
15 
18 
21 
21 
22 
23 
23 
27 
28 

6 

10 

10 

24 

(26) 



Corylus Avellana, Haselnuss .... 
Cornus mas, gelber Hartriegel . . . 
Helleborus foetidus, stinkende Niesswurz 
Galanthus nivalis., Schneeglöckchen . 
Crocus luteus, gelber Safran . . . 
Leucojum verniim, Frühlingsknotenblume 
Anemone nemorosa, Windröschen . . 
Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 
Prunus Armeniaca, Aprikose . . . 
Bibes rubrum, Johannisbeere .... 
Prunus Avium., Süsskirsche .... 

Prunus spinosa, Schlehe 

Persica vulgaris, Pfirsich 

Pyrus communis., Birne 

Bibes rubrum, Johannisbeere . . . 
Prunus Avium, Süsskirsche .... 

Persica vulgaris, Pfirsich 

Tilia parvifoUa, kleinblättrige Linde 

Vitis vinifera, Weinrebe 

Pyrus Malus, Apfel 

Pyrus communis, Birne 

Syringa vulgaris, Syringe .... 
Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 

Pyrus Malus, Apfel 

Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 
Syringa vulgaris, Syringe .... 
Sambucus nigra, Hollunder .... 
Atropa Belladonna, Tollkirsche . . 



e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
Bo. s. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 
e. Bth. 

Vbth. 

Vbth. 

Vbth. 
Bo. s. 
Bo. s. 
e. Bth. 

Vbth. 
e. Bth. 
e. Bth. 

Vbth. 

Vbth. 

Vbth. 
e. Bth. 
e. Bth. 



102 — 



Monat 


Tag 


Name der Pflanze 


Yegetations- 
Stufe 


Juni 


1 
9 


Prunus Avium, Süsskirsche 


e. Fr. 




10 


Sambucus nigra, Hollunder .... 






Vbth. 




14 


Vitis vinifera, Weinrebe 






e. Bth. 




19 


Bibes rubrum, Johannisbeere . . . 






e. Fr. 




20 


Castanea vesca, zabme Kastanie . . 






e. Bth. 




22 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






e. Bth. 




24 


Lilium candidum, weisse Lilie . . . 






e. Bth. 




25. 


Castanea vesca, zahme Kastanie . . 






Vbth. 




26 


Prunus Avium, Süsskirsche .... 






a. Fr. 




27 


Vitis vinifera, Weinrebe 






Vbth. 




30 


Lilium candidum, weisse Lilie . . . 






Vbth. 




30 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






Vbth. 




30 


Ribes rubrum, Johannisbeere . . . 






a. Fr. 


Juli 


2 


Catalpa syringaefolia, Trompetenbaum 






e. Bth. 


• 


(8) 


Prenanthes purpurea, Hasenlattich . 






e. Bth. 




13 


Catalpa syringaefolia, Trompetenbaum 






Vbth. 




(22) 


Atropa Belladonna, Tollkirsche . . 






e. Fr. 


August 


11 


Sambucus nigra, Hollunder .... 






e. Fr. 




(13) 


Aster Amellus, Sternblume .... 






e. Bth. 




(24) 


Yitis vinifera, Weinrebe 






e. Fr. 




31 


Sambucus nigra, Hollunder .... 






a. Fr. 


September 


(2) 


Colchicum autumnale, Herbstzeitlose . 






e. Bth. 




15 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






e. Fr. 




(16) 


Colchicum autumnale, Herbstzeitlose . 






Vbth. 




30 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Fr. 


October 


18 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Lbv. 




19 


Tilia parvifolia, kleinblättrige Linde 






a. Lbv. 




21 


Vitis vinifera, Weinrebe 






a. Fr. 




23 


Vitis vinifera, Weinrebe 






a. Lbv. * 




24 


Prunus Avium, Süsskirsche .... 






a. Lbv. 


November 


2 


Aesculus Hippocastanum, Rosskastanie 






a. Lbf. 



103 — 



Ueber thermische Vegetations-Constanteii. 

Vortrag, gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung der Senckenbergischen 
naturforschenden Gesellschaft am 5. April 1879 



Dr. Julius Ziegler, 

Bei dem Ihnen letzthin über phänologische Beobach- 
tungen Vorgetragenen blieb, mit Rücksicht auf Kürze und Klar- 
heit, das Ursächliche der Erscheinungen absichtlich möglichst 
unberührt. Lassen Sie uns dieses heute einer näheren Betrachtung 
unterziehen ! Nehmen wir die periodischen Vorgänge, wie Be- 
laubung, Blühen, Frnchtreifen und so weiter, so erscheint es uns, 
beinahe als selbstverständlich, klar, dass abgesehen von der nöthi- 
gen Nahrung (Wasser, Kohlensäure, Stickstoff -Verbindungen, 
Schwefel-, Kiesel- und Phosphor-Säure, Kali, Magnesia, Kalk und 
andere Aschenbestandtheile) vor Allem die W^ärme die Haupt- 
bediugung der Thätigkeit sei, wie wir sagen, die »Arbeit leiste.« 
Indem wir letzteren Ausdruck gebrauchen, sprechen wir nun aber 
zugleich aus, dass eine Vegetatiousleistung in einem be- 
stimmten (constanten) Verhältniss zum Wärmeverbrauch 
stehe. So liegt es denn nahe, darnach zu fragen, welches Maass 
von Wärme- beziehungsweise Kraft- Verbrauch für eine bestimmte 
Arbeitsleistung, etwa zur Reifung der Frucht von der Befruchtung 
der Blütbe ans gerechnet, oder zur Blütheuentfaltuug einer schon 
ausgebildeten Knospe von der Winterruhe ab, unumgänglich uöthig 
sei. Sind wir auch nicht im geringsten im Zweifel, dass die au- 
gedeuteten Beziehungen thatsächlich bestehen, so vermögen wir 
doch leider keinen so einfachen Ausdruck hierfür zu finden, 
wie zum Beispiel für eine Dampfmaschine im Kohlenverbrauch, 



— 104 — 

wo Arbeitsleistung und Wärme-Einheiten sich genau bestimmen 
lassen. Die Pflanze ist eben keine Maschine, ebensowenig wie 
ein Thier es ist, dessen innere Kraftäusserungen noch weit ent- 
fernt sind, verstanden werden zu können. 

Eine Pflanze bedarf, obwohl in vielen Fällen schon beim 
Schmelzpunkt des Eises Vegetationsthätigkeit stattfindet, andere 
und zwar höhere Temperaturen, um zu blühen, als um Blätter zu 
treiben oder zu keimen. *) Es ist daher nicht gleichgültig, auf 
welcher Entwicklungsstufe eine bestimmte Temperatur zur Wirkung 
kommt. 

Betrachten wir andererseits die gegebenen natürlichen Tera- 
peraturverhältnisse, so bietet sich eine grosse Mannigfaltigkeit. 
Wir haben allenthalben im Verlaufe des Jahres kurze und lange, 
heitere und trübe Tage, Tage mit bald kürzer, bald länger an- 
haltender, niederer oder höherer Temperatur ; wir haben schrofte 
Gegensätze zwischen Tag- und Nacht-Temperatur, zwischen Sommer- 
und W^inter-Temperatur im Binnenland, im Gegensatz zum Küsten- 
klima mit seinen durch das Wasser gemässigten Schwankungen ; 
zunehmende Tageslänge in höhereu Breiten zur Sommerzeit, ebenso 
auch bei zunehmender Seehöhe, welche selbst dagegen eine un- 
mittelbare Wärmeabnahme bedingt ; in der Polnähe schieferes 
Einfallen der Sonnenstrahlen, steileres nach dem Aequator hin, 
desgleichen bei, nach der Mittagsrichtung abgedachten Lagen. 
Auch die durch die Winde gebotene Wärme schwankt gleich- 
falls nach der Lage. Allzugrosse Feuchtigkeit drückt wegen der 
Wasserverdunstung die Wirkung der Wärme für die Vegetation 
herab und so kommt hierbei auch der Wechsel in der meteorischen 
Wasserzufuhr in Betracht. Nicht minder die zeitliche Beschaffen- 
heit des Bodens, ob feucht oder trocken, ob gefroren, bewachsen, 
schneebedeckt oder nicht ; sowie die physikalischen Eigenthüm- 
lichkeiten des Bodens, dessen Erwärmbarkeit abhängig ist von 
seiner Farbe, seinem Strahlungsvermögen, seiner Lockerheit, seinem 
Wasserhaltungsvermögen und der Wärmecapacität und -Leitungs- 
fähigkeit seiner Bestandtheile. 

Diese und andere, zum Theil schon in meinem letzten Vor- 
trag berührten Verschiedenartigkeiten Hessen manchen Forschern, 



*) Sachs, Julius. Jahrbuch für wissenschaftliche Botanik. 1860, 
Bd. IL 



— 105 — 

wie Sachs,*) Koppen,**) Askenasy***) und kürzlich noch 
Schafferf) die Lösung der Frage überhaupt zweifelhaft er- 
scheinen. 

In der That sind die nach den frühereu Verfahren erhalteneu 
Theriuometerwerthe, selbst als iiar empirischer und iudirecter 
Ausdruck für die erforderliche Wärme, ganz unzulänglich. 

Alexander v o n H u m b o 1 d t beschränkte sich auch darauf, 
die Beziehungen der Mitteltemperatureu zum Vorkorameu im All- 
gemeinen zu beleuchten, 

Leopold von Buch nahm an, dass die Erreichung einer 
bestimmten Vegetationsstufe vom Eintritt einer bestimmten Mittel- 
temperatur abhänge. 

Dove ff) wies die Abhängigkeit der voreiligen oder ver- 
späteten Vegetation von den vorhergehenden günstigen oder un- 
günstigen Temperaturverhältuissen, an der Hand der vou Eisen- 
loh r veröffentlichten, in Karlsruhe von 1779 — 1830 angestellten 
Beobachtungen nach, ohne jedoch einen mathematischen Ausdruck 
dafür geben zu wollen. 

Dies hatte dagegen schon Reaumur versucht und Cotte 
nahm deuientsprechend vermuthuugsweise eine bestimmte Summe 
von Temperaturgradeu an, die erforderlich sei, damit eine Pflanze 
blühe. 

Boussingault fff) glaubte diese iu der Summe der Mittel- 
temperatureu während der Vegetationsperiode gefunden zu 
haben, welch' letztere sich bei niederen Mitteltemperaturen ver- 
längere, bei höheren entsprechend verkürze. 



*) Sachs, Julius. Geschichte der Botanik. 1875. 
**) Koppen, Wladimir. Wärme und Pfianzenwachsthum. Inau- 
guraldissertation 181; und Bulletin de la Societe Imperiale des Naturalistes 
de Moscou, 1870. Bd. XLIII, S. 41. 

***) Askenasy, Eugen, üeber die jährliche Periode der Knospen. 
Botanische Zeitung 1877. No. 50 b. 52. 

t) Schaffer, Friedrich. Ueber die Abhängigkeit der Blüthen- 
entwicklung der Pflanzen von der Temperatur. Inauguraldissertation. 
Bern 1878. 

tt) Dove. Ueber den Zusammenhang der Temperaturveräuderungen 
der Atmosphäre und der oberen Erdschichten mit der Entwicklung der 
Pflanzen. Verhandlungen der Königlich Preussischen Akademie der Wissen- 
schaften in Berlin. 1846. S. 16 b. 27. 

ttt) Boussingault. Traite d'economie rurale. Bd. II. S. 658. 



— 106 — 

Claepius, Regiernngsadvocat aus Köthen, war nicht weit 
von dieser Auffassung entfernt. Sein wenig bekanntes, etwas 
gezwungenes Verfahren erörterte derselbe in einem am 19. De- 
cember 1829 im Physikalischeu Verein dahier gehalteueu Vortrag 
ȟber die genauere Bestinnuung des Zeitunterschiedes, welcher 
durch verschiedene Temperaturen bei der Vegetationsentwicklung 
hervorgebracht wird. *) Die Berechnungen bezogen sich auf 
Beobachtungen des Aehrentreibens, der ersten Blüthe und der 
Ernte des Roggens und der ersten Süsgkirscheublüthe in den 
Jahren 1824 bis 1828 und gingen darauf hinaus, nachzuweisen, 
wieviel Tage von einer gewissen höhereu Mitteltemperatur zur 
Ausgleicliung erforderlich wären, um zu dem gleichen Punkt zu 
gelangen, wenn die Vegetationsentwickeluug gegen ein anderes 
Jahr zurückgeblieben war. Als Ausgaugszeit wählte Claepius 
das Frühjahr, beziehungsweise den 1. März. 

Quetelet**) änderte das Boussingault'sche Verfahren in 
der Art ab, dass er die Summen, willkürlicher Weise, aus den 
Quadraten der Mitteltemperatureu bildete. Eine wesentliche Ver-. 
besserung lag jedoch in der Verwendung bestimmter Pflanzen- 
Exemplare. 

Fritsch ***) summirte dagegen vom 1. Januar, als der un- 
gefähren Zeit tiefster Winterruhe beginnend, bis zur Eintrittszeit 
der verschiedenen Vegetatiouserscheinungen alle täglichen Mittel- 
temperatureu unter Ausschluss der Grade unter Null. 

Tomascheck f) dividirte die auf diese Weise erhaltenen 
Summen durch die Zahl der verflossenen Tage mit positiven 
Mitteltemperatureu. 



*) Jahrbuch des Physikalischen Vereins in Frankfurt a. M. 1831. 
S. 91 b. 107. 

**) Quetelet, A. Sur le climat de la Belgique. Chapitre IV. Pheuo- 
menes periodiques des plantes. Annales de l'Observatoire T. II. Bruxelles 184(3. 
***) Fritsch, Carl. Untersuchungen über das Gesetz des Einflusses 
der Lufttemperatur auf die Zeiten bestimmter Entwicklungsphasen der 
Pflanzen. Denkschriften der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe 
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, Bd. XV. 1858. 
S. 85 b. 180. 

t) Tomascheck, A. Mitteltemperatureu als thermische Vegetations- 
constanten. Verhandlungen des Naturforschenden Vereins in Brunn. 1875 
Bd. XIV. S. 70 b. 81. Zeitschrift für Meteorologie Bd. XI. 1876. S. 8 1 b. 84. 



— 107 — 

De Candolle*) fing , im Uebrigeu unter Beibehaltung 
des ursprünglicheD Boussiugault'scben Verfahrens, mit einem 
als »nützlich« bezeichneten Temperaturgrad zu zählen an, 
bei welchem und über welchem bis zu einer gewissen Höhe 
er eine entschiedene Vegetationslhätigkeit für eine Pflanze an- 
nahm — zum Beispiel für die Buche 5° C, für die Eiche 6*^ C. — 
und zählte bis zu dem Tage im Herbste fort, an welchem die 
Mitteltemperatur wieder auf den gleichen Stand herabgesunken 
war. Er beging jedoch hierbei, besonders in Anbetracht der Un- 
gleichheit der Zahl der Tage, zunächst den Fehler, die als werth- 
los angesehene Temperaturhöhe nicht auch bei jeder höheren 
Tagestemperatur in Abzug zu bringen. 

L i n s s e r **) glaubte erwiesen zu haben, dass »die an zwei 
verschiedenen Orten den gleichen Vegetationsphasen zugehörigen 
Summen von (Mittel-) Temperaturen über Null den Summen 
aller (jährlichen) positiven (Mittel-) Temperaturen beider Orte 
proportional« seien und nahm an, dass dies auf der Anpassung 
der Pflanzen an das jeweilige Klima beruhe. 

Trotz aller Bemühungen und mathematischen Wendungen 
kam aber keine rechte üebeieinstimmung zu Staude, wesshalb ich 
auch manches andere Hierhergehörige übergehe. 

Was allen Verfahren bis dahin als gewichtiger Maugel an- 
haftete und erst von Hermann Hoffmann***) thatsächlich be- 
rücksichtigt wurde, ist, dass die Temperaturmessungen im Schatten 



*)De Candolle, Alphonse. Geographie botanique raisonnee. 
Bd. I. 1855. — Sur la luethode des sommes de temperature appliquee aux 
plienomenes de la vegetation. Archives des sciences physiques et naturelles. 
Bibliotheque universelle de Geneve. 1875. Bd. LIII. S. 257 b. 280, Bd. LIV. 
S. 5 b. 47. 

**) Linsser, Carl. Die periodischen Erscheinungen des Pflanzenlebens 
in ihrem Verhältniss zu den Wärmeerscheinungen. Memoires de l'Academie 
imperiale des sciences de St. Petersbourg. VII""* Serie. Tome XI. No. 7, 
1867. — Er man's Archiv für die wissenschaftliche Kunde von Russland 
XXV, 4, 1867, S. 555 b. 619. 

***) Hoffmann, Hermann. Das Problem der thermischen Vege- 
tationsconstanten. Heyer 's allgemeine Forst- und Jagdzeitung, December 
1867. S. 457 b. 461. — Ueber thermische Vegetationsconstanten. Abhand- 
lungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft Bd. VIII. 1872. 
S. 379 b. 405. — Zeitschrift für Meteorologie Bd. III. 1868. S. 93 b. 96, 
Bd. IV. 1869. S. 392 b. 393 und S. 553 b. 554, Bd. X. 1875. S. 250 b. Wf^Z 

2 ''-■'' liy 




— 108 — 

geschahen, während die Pflanzen ihre Wärme nicht nur von der 
Luft übertragen, sondern mehr oder weniger unmittelbar von der 
Sonne Selbst mitgetheilt erhalten und dabei, wie Asken as y *) 
gezeigt hat, ihre Temperatur, ohne dabei Schaden zu nehmen, 
beträchtlicli (über 50*^ C), erhöhen können; wogegen die Er- 
wärmung der Luft nicht gleichen Schritt hält, indem die er- 
wärmte fort und fort emporsteigt. H. Hoffmann stellte da- 
her vergleichende Messungen an einem der Sonne ausgesetzten 
Thermometer an, welches in der nächsten Nähe der Be- 
obachtungspflauzeu aufgestellt war, und summirte vom Jahres- 
anfang (L Januar) an bis zur Eiutrittszeit der verschiedenen 
Vegetationsstufeu die täglichen Maximalstände über Null des be- 
sonnten Thermometrographen. Nur die täglich einmaligen höchsten 
Stände zu nehmen, erschien gerechtfertigt, da eine aus diesen 
hergestellte Curve einen nahezu vollkommen analogen Gang zeigte 
mit einer solchen, welche aus stündlichen Beobachtungen an dem 
besonnten Thermometer hervorgegangen war. 

Obgleich das benutzte Instrument kein vollkommenes war, 
so waren die jährlich erhaltenen Ergebnisse, zumal mit den früher 
erzielten verglichen, von überraschender Uebereinstimmung. Nicht 
minder die auf gleiche Weise von mir**) seit 1869 in Frank- 
furt a. M. gewonnenen, auf welche ich noch zurückkommen werde. 

Die Zahlenähnlichkeit — zum Beispiel 1168, 1159, 1182, 
1158" R. für Lonicera aljngena in Giessen — ist wirklich so 
zufriedenstellend, dass man fragen muss, wie dies trotz der be- 
sprochenen entgegenstehenden Umstände möglich sei, zumal ein 
Vegetations-Beobachtungsfehler um einen einzigen Tag leicht einen 
Unterschied von über 30*^ mehr oder weniger bewirken kann. 

Hier ist nun wohl zu bedenken : 

1. dass, wenigstens in unseren gemässigten Klimaten und 
Ijei den Frühjahrserscheinungen die auftretenden höheren Tem- 
peraturen ***) nicht nur von den Pflanzen ertragen werden, sondern 

*) Askenasy, Eugen, lieber die Temperatur, welche Pflanzen im 
Sonnenlicht annehmen. Botanische Zeitung 1875 No. 27. S. 441 b. 444. 

**) Abhandlungen der Senckenbergischen naturforscheuden Gesellschaft 
Bd. VIII. 1872. S. 386 u. 388. — Ziegler, Julius. Beitrag zur Frage 
der thermischen Vegetations-Constanten. Jahresbericht der Senckenbergi- 
schen naturforschenden Gesellschaft für 1873/74 S. 115 b. 123. 

***) Die höchsten an meinen Instrumenten beobachteten Stände be- 
trugen 43-0» C. am 27. VII. 1872 und 39-5» R. am 18. und 19. VII. 1871. 



— 109 — 

auch zur mechauisclien Arbeitsleistung Verwerthung finden; wenn- 
gleich wohl ohne entsprechende Steigerung, selbst unter Abnahnae 
der Wirkung jenseits einer gewissen Höhe ; 

2. dass relativ sehr niedere Temperaturen mit nur geringer 
Vegetatiousleistung, gegenüber den höheren mit augenfälliger 
Wirkung, in den Summen zurücktreten und l)ei nicht sehr grossen 
Unterschieden in der Zahl der Tage immer einen nahezu gleichen 
Theil der Summe ausmachen; 

3. dass die durch Winde zugeführte warme Luft, die Dauer 
der Erwärmung durch die Sonne nach Tageslänge und Bewölkung 
und die Durchstrahlbarkeit (Diathermanität) der Luft - welch 
erstere wiederum von der Dichtigkeit und dem Wassergehalt der 
letzteren abhängig ist, indem die zurückgehaltene Wärme (die 
Wärmeabsorption) mit diesen, rasch anwachsend, zunimmt — 
ebenso wie an der Grösse der den Pflanzen gebotenen Wärme- 
menge auch einen gewissen Antheil an der Höhe des vom Be- 
sonnuugsthermometer angezeigten Temperaturgrades nehmen, wo- 
gegen der Wärmeverlust durch Rückstrahlung und Abgabe an 
die Luft die Temperaturgrade beider herabdrückt; 

4. dass die Reihenfolge der Vegetationserscheinungen — so- 
weit die geographische Verbreitung, entsprechend der den einzel- 
nen Pflanzenarten innewohnenden oder mangelnden Anbequenmngs- 
fähigkeit keine Grenze zieht — eine in günstigster Weise der 
steigenden Temperatur des Sommers entsprechende ist, indem, wie 
schon gesagt, die anfänglichen Entwicklungsvorgänge ein weit ge- 
ringeres W^ärmebedürfniss haben, als die späteren. 

Wofern wir uns nur au bereits in der Ruhezeit vorgebildet 
gewesene Organe halten, handelt es sich bei deren Entfaltung 
wesentlich nur um mechanische Wärmewirkung und Stoffumlage- 
rung. Bei den meisten der beobachteten Erscheinungen tritt aber 
die Stofi"-N e u bildung (Assimilation) und Ansammlung von Bau- 
stoffen hinzu oder läuft nebenher so, dass wir auch den Einfluss 
des Lichtes mit in Rechnung ziehen müssen. Hier sind wir 
nun nicht besser daran, als bei den bezüglichen Wärmemessungen, 
vielmehr weit schlechter. Bleibt für Letztere immerhin noch ein 
Hoffnungsschimmer, wenigstens bei enger begrenzter Fragestellung 
einen unmittelbaren Ausdruck zu finden — hier in Wärme- 
einheiten — so schwindet eine ähnliche Erwartung für das Licht 
vollends, da für jeden Theil seines Spectrums die chemische 



— 110 — 

Wirkung eine verschiedene, auch wieder im einzelnen Fall ver- 
schieden ist und ein Schluss von einer Lichtart auf die andere 
unzulässig erscheint. Da jedoch die erhaltenen Summen, wie ge- 
sagt, eine unleugbare Uebereinstimmung zeigen, und wenn sie dies 
auch weiterhin thun, so dürfen wir wohl annehmen, dass die 
täglichen Maximalangaben des Besonnungsthermoraeters ähnlich 
wie der Wärme-, so auch der ungefähr gleichlaufenden Licht- 
zufuhr, beziehungsweise dem Licht verbrauch der [pflanzen im 
Grossen und Ganzen entsprechen. 

Der vorwiegende Einfluss der Wärme tritt am reinsten her- 
vor, wenn die Beobachtung zur Zeit der Wiuterruhe beginnt und 
bis zur Entfaltung eines schon vorgebildet gewesenen Theiles 
(Blatt, Blüthe) gerechnet wird; ein Vorgang, der sich unter ge- 
wissen Voraussetzungen mit abgeschnittenen Zweigen auch bei 
Lichtausschluss künstlich herbeiführen lässt und vom Wurzel- 
und Keimtreiben eines Samens — worüber Herr Dr. Eugen 
Askenasy Ihnen von dieser Stelle seiner Zeit Mittheilung ge- 
macht hat — nicht weit verschieden ist. 

Die Wahl der Winterruhe und insbesondere des 1. Januar 
zum Ausgangspunkt der Berechnung ist übrigens nicht ohne 
Willkür und nur insofern ohne grosse Bedeutung, als einerseits 
die derzeitigen Temperaturgrade, andererseits die Vegetations- 
bewegungen nur geringe sind. Letztere sind aber thatsächlich 
vorhanden, wie die chemischen Umsetzungen der Vorrathsstoffe 
lange vor dem Knospenschieben und die Vorsprünge später ab- 
geschnittener Zweige bei Treibversuchen bekunden. Winterblüthige 
Pflanzen, wie Corylus Ävellaiia, der Haselnussstrauch, und Daphne 
Mesereum, der Seidelbast, eignen sich aus gleichem Grund vol- 
lends gar nicht zu dieser Zählungsweise, da sie zu allen Zeiten 
des Winters blühen können und es darum bisweilen zweimal in 
einem und demselben Jahre thun. 

Der Mangel eines wahren Null- oder Ruhepunktes für die 
Vegetationsthätigkeit in der freien Natur hat mich daher bewogen, 
versuchsweise einen anderen Ausgangspunkt zu wählen, wofern 
der Zeitpunkt nur scharf zu bestimmen war. So vom Erscheinen 
der ersten Blüthe oder reifen Frucht in einem Jahre zählend bis 
wiederum zur gleichen Erscheinung im darauffolgenden und so 
fort, also von gleicher zu gleicher Vegetationsstufe , von einem 
Vegetationsjahre zum anderen. Dabei ist vorausgesetzt, dass von 



— Ill — 

der einen, schwer greifbaren, aber in der That bestehenden, an- 
fänglichen Entwicklungsstufe (der ersten Anlage der Blätter und 
Blüthen, der Befruchtung u. s. w.) bis zu der äusserlich wahr- 
nehmbaren und zeitlich bestimmbaren in thermisch-physiologischer 
Beziehung ein festes Verhältniss bestehe. 

Nach meiner ursprünglichen Erwartung sollte sich mit 
dieser Berechnungsweise bei ein und demselben Instrumente für 
alle einzelneu Versuchspflanzen und beobachteten Entwicklungs- 
stufen alljährlich nahezu die gleiche Summe ergeben, welche der 
mittleren Summe vieler Jahre entsprechen, von jener des einzelnen 
Kalenderjahres dagegen bedeutend abweichen könnte. 

Das Ergebniss meiner zum Theil jetzt elfjährigen "Beobach- 
tungen und Berechnungen, welche ich Ihnen vorlege, ist nun ein 
anderes. Zeigen auch ganze Reihen trotz der Verschiedenartigkeit 
der Pflanzenarten und -Individuen die überraschendsten Summen- 
üebereinstimmuugen, ist auch der Gesammteindruck des Erbrachten 
ein bis zu einem gewissen Grade befriedigender — zumal in An- 
betracht dessen, dass hier immer zwei Vegetationsbeobachtungen 
und eine weit grössere Zahl von Thermometerständen, als bei der 
Zählungsweise vom 1. Januar an, in Rechnung kommen und ihre 
Fehler geltend machen, — so fällt doch sofort ins Auge, dass 
innerhalb mancher Zeitspannen übereinstimmend weit niederere, 
andererseits weit höhere Summen auftreteu, aber nicht plötzlich, 
sondern in der Aufeinanderfolge der Erscheinungen allmälig zu- 
und abnehmend, ähnlich wie auch bei den nur aus je zwölf Mo- 
naten gebildeten Suramenreihen. 

Dies beruht offenbar darauf, dass bei der Zählung von einem 
zum andern Vegetationsjahr, einerseits die Gesammtmenge dar- 
gebotener Wärme und Lichts und die Gesammtleistuug der Pflanze 
herangezogen werden, was immer innerhalb dieses Zeitraumes 
neben der phänologischen Leistung stattgefunden haben mag; 
andererseits über das Bedürfniss hohe Temperaturen in die 
Summen kommen und zwar ebenso auch in die bei Zählung vom 
1. Januar an erhaltenen. Als die normalen Summen, oder 
doch solchen am nächsten kommende, werden darnach für beide 
Zählungsweisen die niedersten erhaltenen angesehen werden 
müssen. Die Minimalsummen stellen also die wahren Wärme- 
constanten — wenn wir sie noch so nennen wollen — dar. Offen- 
bar sind diese Werthe zugleich auch diejenigen, welche nach den 



— 112 — 

kälteren Gebieten zu, neben anderen Ursachen dem Vorkommen 
einer Pflanze eine Grenze ziehen, werden also vermuthlich auch 
da erhalten werden, wo ausnahmsweise günstige Lagen, etwa 
solche mit Rückstrahlung von Wasserspiegeln (wie bei unserem 
Main-Nizza) ein Gedeihen von auf höhere Temperaturen angewie- 
seneu Gewächsen heisser Zonen ermöglichen. 

Um eine sichere Grundlage zur Beurtheiluug der durch 
kühleres Klima bedingten Verhältnisse zu gewinnen , habe ich in 
Anbetracht der schon erwähnten, gegen Frankfurt im Mittel 5 
bis G Tage zurückbleibenden Vegetationsentfaltung in Giesseu, seit 
Anfang 1875 gemeinschaftlich mit Prof. Hermann Hoff mann 
Beobachtungen in genau gleichem Sinne angestellt. *) Hierzu 
wurden zwei mit einander verglichene, nach meinen Angaben von 
Dr. H. Geissler in Bonn neu angefertigte Sounenthermometer 
übereinstimmend und zwar in nächster Nähe der Versuchspflanzen 
aufgestellt. Letztere waren ausschliesslich durch Stocktheilung 
oder Stecklinge bestimmter Exemplare erhalten und folgende dazu 
erwählt: Äster Amellus, Atropa Belladonna^ Berheris vulgaris, 
Corylus Avellana^ Prenanthes purpurea, Rihes rubrum, Salix 
daphnoides, Samhucus nigra, Syringa vulgaris und Vitis vinifera. 
Durch gegenseitigen Austausch dieser Pflanzen sollte Abweichungen 
in Folge von Einzelunterschieden begegnet werden. Für Rihes 
rubrum wurde an beiden Orten überdies die gleiche Erde ge- 
nommen, damit auch die mineralische Nahrung sowie die Erwärm- 
barkeit des Bodens übereinstimmten, während die Wasserzufuhr 
und die Exposition ungefähr als gleich angenommen werden 
durften. 

Der schöne Erfolg, welchen die anfänglichen Beobachtungen 
versprachen, ist jedoch zu meinem grössten Bedauern, an uner- 
warteten, nicht in der Sache selbst liegenden Hindernissen ge- 
scheitert; hofl'entlich nur vorerst und ohne Andere von der Nacli- 
eiferung abzuschrecken. 

Aber auch ohne diese Beobachtungen vermag uns schon die 
heute wiederum aufgehangene Tafel der mittleren Vegetations- 
zeiteu in Frankfurt u. s. w. wohl zu belehren, dass der Trom- 
petenbaum (Gatdlpa syringaefolia), dessen Samen schon hier nicht 



*) Hoffmann, Hermann. Thermische Vegetationsconstanten 1875. 
Zeitschrift für Meteorologie Bd. X. 1875. S. 250 b. 252. 



„ 113 — 

mehr zeitigen, die Kastanie (Castanea vesca)^ welche in nnserer 
Nähe noch herrlich gedeiht, in Giessen nur kümmerlich, und die 
Weinrebe (Vitis vinifera)^ welche zuweilen selbst hier nicht mehr 
zur vollkommenen Reife gelangt, als Fremdlinge aus wärmerem 
Lande sich in Frankfurt wenigstens uoch etwas heimischer fühlen, 
als in Giessen. Dort kann zum Beispiel die niederste Wärme- 
summe zur rechtzeitigen Entfaltung der ersten Blüthe alt-ein- 
gebürgerter Pflanzen in massigen Gaben bereits erreicht sein, ohne 
dass den grösseren Ansprüchen der Fremdlinge Genüge geschehen 
wäre, was in Frankfurt indessen vielleicht eintrat unter Ver- 
schwendung eines kleinen Temperaturüberschusses an die Anderen. 
— Hierin liegt wohl überhaupt die häufigste und wesentlichste 
Ursache für die öfters ungleiche Reihenfolge der Erscheinungen 
bei verschiedenen Pflanzen in verschiedenen Gegenden. Aehnlich 
verhält es sich an einem und demselben Orte in verschiedenen 
Jahren. Das eine Mal ist die, eine höhere Temperatur be- 
anspruchende Pflanze A vor einer anspruchsloseren i? voraus, 
da Letztere zu der betreffenden Vegetationsleistung von der ihr 
in höheren Temperaturgraden geboteneu Wärme keinen ent- 
sprechenden Gebrauch zu macheu weiss, während sie ein anderes 
Mal bei niederen Temperaturen, welche für A noch unzureichend 
waren, schon ihr Ziel erreicht haben kann. 

Im Gegensatz zu dem eben betrachteten Verhalten des Trom- 
petenbaums, der zahmen Kastanie und der Weinrebe steht das- 
jenige von Colchicum autumnale, der Herbstzeitlose. Dieselbe blüht 
in Giessen durchschnittlich viel früher als in Frankfurt und, wie 
es scheint, in kühleren Spätsommern allgemein früher, als in 
wärmeren. Ohne Zweifel bedarf diese Pflanze zur Anlage ihrer 
Blüthe unter der Erde der sommerlichen Wärme und an manchen 
Orten, zum Beispiel Gurgl in den Oetzthaler Alpen, wo die Blüthe- 
zeit in den Frühling fällt, reicht die Wärmezufuhr gerade noch aus 
um vor Wintersanfang die Blüthenanlage zu vollenden. Dagegen 
sind höhere Temperaturen nicht dazu geeignet die äusserst zarte 
Blüthe zu treiben und zu entfalten, am wenigsten wenn sie von Trock- 
niss begleitet sind ; andererseits können verhältnissmässig niedere 
Wärmegrade noch wirksam sein, wie Crasan's*) Versuche beweisen. 

*) Crasan, Franz. Beiträge zur Kenntniss des Wachsthums der 
Pflanzen. Sitzungsbericlite der mathematiscli-naturwissenschaftlichen Classe 
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Jahrg. 1873. 
Bd. LXVII. Abth. I. S. 143 b. 188 u. S. 252 b. 274. 



— 114 — 

Bezüglich des in höheren Breiten durchschnittlich , so auch 
iü Giesseu gegen Frankfurt früheren Eintretens der Laubverfärbung 
und des Laubfalls haben wir vorläufig nur den Ausweg, sie als auf 
der Accommodation der Pflanzen beruhend anzunehmen ; abgesehen 
davon, dass das Fallen des Laubes sehr häufig durch den ersten 
Frost oder Reif erzwungen wird. 

Kehren wir zurück zu unseren »niedersten Summen«, so wirft 
sich die Frage auf, was im anderen Falle das Anwachsen der 
Summen, auch der entsprechenden bei der Zählung vom 1. Januar 
an, zu bedeuten hat. Sehen wir von gelegentlichen, unzweifel- 
haften Schädigungen der mannigfaltigsten Art durch übermässige 
Hitze, zumal bei gleichzeitiger Trockniss, ab, so dürfen wir wohl 
annehmen, dass die über die zur Erreichung der betrefienden Ent- 
wicklungsstufe noch nützliche Temperaturhöhe und über die Nor- 
malsumme hinaus gebotene Wärme- und Lichtmenge, neben der 
phänologischen Wirkung eine weitergehende Arbeit leiste, wie 
ich es schon früher angedeutet habe*). Diese kann darin bestehen, 
dass im Allgemeinen eine grössere Menge von StofiPen verarbeitet, 
die Erzeugnisse zum Bau verwandt werden oder zur Aufspeiche- 
rung gelangen, mit anderen Worten, mehr Holz, grössere Früchte, 
mehr Laub entwickelt, mehr Blatt- und Blüthenknospen angelegt 
werden , mehr Stärkemehl u. s. w. in die Zellen gelangt. Oder 
sie besteht darin, dass die Güte der Erzeugnisse gesteigert wird, 
dass das Holz, die Früchte u. s. w. frühzeitig, vor Frosteintritt, 
zur vollen Reife kommen, sich in ihnen die Stoffe derart um- 
lagern, dass sie in unseren Augen an Werth gewinnen, das Holz 
an Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Frost, Früchte an 
Süsse, an Duft und Wohlgeschmack. Ob das Eine oder das Andere 
eintritt, das hängt offenbar davon ab, zu welcher Entwicklungs- 
zeit und in welchem Maasse der Wärmeüberschuss gespendet wird. 
Dies zeigt sich deutlich bei der Laubverfärbung, für welche durch 
die Beobachtungen und Berechnungen von Hermann Hoffmann 
und mir**) nachgewiesen worden ist, dass dieselbe durch sonniges 
Herbstwetter beschleunigt, durch trübes verzögert wird. Die nach- 



*) Ziegler, Julius. Beitrag zur Frage der thermischeu Vegetations- 
Constanten. Jahresbericht der Senckenbergischen naturforscheuden Gesell- 
schaft 1873/74. S. 123. 

**) Hoffmann, Hermann. Ueber Blattverfärbung. Centralblatt für 
das gesammte Forstwesen. Wien, 1878. Jahrg. IV. No. 7. 



- 115 — 

herige Vegetationsthätigkeit wird hiervon eutschieden beeiuflusst 
werden könueu. Nehmen wir die Weinrebe als Beispiel, so ist der 
Farbeuweehsel des Laubes begleitet von der Ablieferung wesent- 
licher Bestandtbeile au das Holz wie an die Beeren. Ihm folgt 
bald der normale Laubfall und weiterer Sonnenschein trifft un- 
mittelbar die freigelegten Trauben, deren Säuregehalt sich mindert, 
deren Zuckergehalt zunimmt, und ermöglicht die Bildung derjenigen 
Stoffe, die nach der Vergährung erst zur rechten Geltung kommen. 

Ich erwähne dies vornehmlich auch um darauf hinzudeuten, 
wie wichtig die Ergründung der Wärme- und Lichtbedürfnisse 
der Pflanzen ganz besonders zur Nutzanwendung ist und wie 
wenig geeignet es erscheint, Bestrebungen in dieser Richtung aus 
theoretischen Bedenken von der Hand zu weisen. Damit kommen 
wir nicht weiter. Weiter kommen wir durch geduldiges, um den 
Erfolg unbekümmertes , gewissenhaftes Weiterbeobachten mit 
offenen Augen für alle Thatsachen und Trrthümer und durch mög- 
lichste Beseitigung der Fehler. Langen wir einmal oben au, so 
werden wir uns freilich vielleicht sagen müssen, dass wir den 
richtigen oder den kürzesten Weg nicht eingeschlagen haben ; 
vielleicht haben wir aber dabei an Ueberblick und Einblicken 
gewonnen, mehr gelernt! — 

So möchte auch ich unverdrossen weiter an die Arbeit gehen 
in der Hoffnung, gelegentlich abermals etliche Schritte vorwärts 
zu kommen. 

Lassen Sie mich daher zum Schluss noch einige Worte über 
meine Beobachtungen, Beobachtungspflanzen und 
Instrumente sagen ! 

Nach längeren Versuchen, welche anderweitige Apparate 
entweder nicht geeignet, oder vorerst wenigstens nicht erforder- 
lich erscheinen Hessen, wurde vor Beginn des Jahres 1875 das 
obenerwähnte, von Dr. H. Geissler in Bonn nach meinen An- 
gaben besonders zu dem vorliegenden Zwecke verfertigte Thermo- 
meter (No. 4) aufgestellt, welches dem obersten, längeren, der vor 
Ihnen stehenden genau gleicht. Dasselbe hat sich nach meinen 
bisherigen Erfahrungen recht gut bewährt; denn es zeigen die 
den Vegetationszeiten entsprechenden Summen der Maxima bei 
diesem mehr Uebereinstimmung, als bei den anderen Instrumenten. 
Sein Gefäss 258'6 Gramm reinen Quecksilbers enthaltend, ist aus 
farblosem , möglichst gleichmässig-dickem Glase, nahezu kugel- 



— 116 - 

förmig uucl freistehend der Sonne, beziehungsweise dem Süden, 
so zugewandt, dass zu allen Tageszeiten eine gleich grosse Fläche 
den Strahlen ausgesetzt ist. Während eine kurz vorübergehende 
Besonnuug, deren Wirkung auf die Pflanzen nur eine geringe sein 
kann , in Anbetracht der verhältnissniäss:ig grossen Masse des 
Quecksilbers auch nur eine geringe Erwärmung des Instrumentes 
hervorbringt, die sich bei der, eine sichere Ablesung von Zehntels- 
gradeu gestattenden Theiluug jedoch immer deutlich anzeigt, ist 
erst eine längere oder beträchtlich starke Besonnung im Stande, 
die gleiche Temperaturerhöhung wie an einem kleinen Thermo- 
meter zu bewirken. 

Soweit stimmt die Einrichtung mit derjenigen des anderen 
grösseren Thermometers (No. 3) übereiu, welches nach Art des 
Hick'schen Thermographen angefertigt wurde, von welchem der 
Sicherheit halber ein Exemplar (No. 2) noch heute neben dem ersteren 
im Gebrauch ist. Leider hat sich das vergrösserte Hick 'sehe In- 
strument nicht bewährt, indem die grössere Röhrenweite den 
Reibungswiderstau d so sehr verringerte, dass schon kleine Er- 
schütterungen die Lage des Quecksilberfadens zu verändern ver- 
mochten. Der Maximalstand des Geissler'schen Thermographen 
wird dagegen durch ein in der wagrechten Skalenröhre liegenbleiben- 
des Glasstäbchen bezeichnet, welches durch ein kleineres an dem 
Quecksilber leicht anhaftendes von diesem getrennt ist. Sollte durch 
einen unglücklichen Zufall sich Quecksilber vorbeischiebeu, so sind 
die Stäbchen bei der grossen Weitung der Röhre und einer am 
Ende angebrachten grösseren Erweiterung ohne Schwierigkeit wieder 
in Ordnung zu bringen, was bei anderen Stäbchen-Thermographen 
fast nie gelingt und bei dem vorgelegten anfänglich benutzten 
vollkommen zur Unmöglichkeit wurde. 

Die beiden zur Zeit benutzten Instrumente sind 1*5 Meter über 
der Erde in nächster Nähe der genau gekennzeichneten Beobach- 
tungspflanzen aufgestellt. Letztere geniessen eine gleichmässige 
gute Pflege, sowohl in der Sorge für ihre Nahrung u. s. w., als 
auch im Schutze gegen ihre Feinde. 

Im Ganzen sind es, da zu den im Jahresbericht für 1873/74 
aufgeführten mittlerweile noch einige (nämlich : Atropa Bella- 
donna, die Tollkirsche, Äster Ämellus, die Sternblume, PrenantJies 
purpurea^ der Hasenlattich und Salix daphnoides, die Schimmel- 
V7eide) hinzugekommen sind, jetzt 27 Pflanzeuarten, von welchen 



— 117 — 

die erste offene Blüthe und 9 davon (darunter Ätrojja Belladonna), 
deren erste reife Frucht beobachtet wird. Einzelne Versuchs- 
pflauzeu, einschliesslich der Beete, sind 60 vorhanden, indem für 
die meisten Arten mehrere Vertreter da sind. Wollte ich jeder 
derselben für die erste Blüthe, sowie für die erste Frucht eine 
einzelne Tabelle einräumen , so würden es , mit Hinzunahme 
einiger allgemeiner Beobachtungen deren 117 sein. Weder diese 
noch die mitgebrachten Haupttabellen möchte ich Ihnen übrigens 
zumuthen jetzt durchzusehen, am allerwenigsten aber Ihnen er- 
müdende Zahlenreihen vorlesen. Es wird wohl zur Bekräftigung 
meiner Darlegung genügen einige Blätter*) herauszugreifen, denen 
ich noch die Zusammenstellung der (berichtigten) Thermometer- 
Beobachtungen an den zwei Instrumenten für das Jahr 1878, 
beispielshalber, zugebe, mit der Bitte, dieselben, ebenso wie die 
aufgelegten Bücher und Schriften in Augenschein zu nehmen. 



Kurz nachdem der obenstehende Vortrag gehalten worden war, erhielt 
ich Kenntniss von einer am 30. März erschienenen, höchst beachtenswerthen 
Abhandlung des Herrn Prof. Dr. A. J. von Oettingen: Phänologie der Dor- 
pater Liguosen, ein Beitrag zur Kritik phäuologischer Beobachtungs- und 
Berechnungsmethoden. Dorpat 1879. Druck von Heinrich Laakmann. Näher 
auf diese Arbeit hier einzugehen gestattet der Raum leider nicht, doch möge 
wenigstens das Hauptergebniss derselben kurz angedeutet werden. 

von Oettingen unternahm es, auf Grund der in Dorpat von 1869 
bis 1875 angestellten pflanzenphänologischen und der dortigen meteorologi- 
schen Beobachtungen, die untere Grenze der nützlichen Tempera- 
turen (vergl. oben S. 107 bez. A. de Candolle!), die »'Schwell e -, wie 
er sie nennt, für eine grössere Anzahl von Gewächsen festzustellen. Er ge- 
langte hierzu, indem er luiter Berücksichtigung des wahrscheinlichen Fehlers, 
die Wärmesummen, von der Winterruhe au, für verschiedene Pflanzen und 
Vegetationsstufen und für verschiedene Ausgangstemperaturen (von an- 
fangend bis 10° C.) berechnete, iind allemal diejenige ermittelte, bei welcher 
sich die grösste Uebereinstimmung der entsprechenden Summen von Jahr 
zu Jahr ergab. Die gefundenen Schwellenwerthe haben in der That eine 
grosse Wahrscheinlichkeit. 



*) Nachstehend sind auf Seite 118 bis 121 neun derselben vervollständigt 
abgedruckt. Eine ausgedehntere Veröffentlichung ist erst für eine spätere 
Gelegenheit in Aussicht genommen. 



— 118 — 

Ich hoffe bei nächster Gelegenheit wieder auf dieses Buch zurückzu- 
kommen und das Verfahren von Oettingen's an meinen phänologischen 
Beobachtungen, sowohl bezüglich der Mitteltemperaturen, als auch der Be- 
sonnungsmaxima zu erproben. Ferner gedenke ich den, nach meiner Meinung 
nicht aussichtslosen Versuch zu machen, darnach auch die oberen Grenzen 
(Schwellen) der in phänologischem Siuue nützlichen Temperaturgrade an- 
näherungsweise zu bestimmen, und zwar durch fortgesetzte Herabminderung 
der höchsten an der Sonne erhaltenen Maximalstände bis zum Gleichwerden 
der höheren Summen mit den entsprechenden niedersten (vergl. oben S. 111). 



Beobachtungen über die Abhängigkeit der Tegetationszeiten 
von der Besonnung, 

angestellt in Frankfurt am Main von Dr. Julius Ziegler, während der 
Jahre 1869 bis 1879. 



Anmerkungen. 



Die dem Namen beigefügte Zahl bedeutet die laufende Nummer der 
Versuchspflanze, die in ( ) daneben stehende die Bezeichnung derselben im 
Garten (Feldstrasse 8). 

Beim Summiren der Sonnenmaxima wurde das am Tag des Eintritts 
einer Phase beobachtete Maximum nicht .mitgezählt, wofern letztere nicht 
erst gegen Abend eintrat und die Wärme des Tages als wesentlich mit- 
wirkend angesehen werden musste; die Vegetationsbeobachtung ist in diesem 
Fall, der Gleichförmigkeit halber, auf den folgenden Tag eingetragen. Die 
eingeklammerten Angaben sind nur annähernd genau. 

Die Thermometerstände sind, mit Ausnahme derjenigen vor dem 21. 
U. 1870, berichtigt. 

Am 21. II. 1870 trat an die Stelle der bis dahin benutzten das Maximum- 
thermometer *R. No. 1. Am 16. III. 1871 kam das Maximumthermometer "R. 
No. 2 für No. 1 und am 1. VI. 1871 das Maximumthermometer "G. No. 3 
in Gebrauch. Das Maximumthermometer "G. No. 4 wurde am Nachmittag 
des 31. XII. 1874 an die Stelle von No. 3 gesetzt. Den mit den älteren 
Instrumenten erhaltenen Summen ist ein * beigefügt. 



— 119 - 



Tag 




Summe der täglichen höchsten Stände über Null 
eines von der Sonne frei bestrahlten Thermometers 



vom 1. Januar an. 

I C. 



R 



von der Zeit des Erscheinens 
der ersten Blüthe im ver- 
flossenen Jahr an. 
" R. ■ C. 



Galanthus nivalis, Schneeglöckchen, 1 (Ib), erste Blüthe offen. 



— 


— 


1869 




— 








(12) 


(Ill) 


1870 


(523-5)* 


— 


— 


— 


28 


II 


1871 


! 4095* 


— 


(6159-5)* 


— 


4 


III 


1872 


i 580-9 


546 


9* 


6845-5* 


— 


16 


II 


1873 


! 355-3 


463 


8* 


6247-7 


7433-3* 


1 


III 


1874 


486-7 


444 


r 


6472-6 


7383-5* 


9 


ni 


1875 


521-8 


358 


5 


6183-6 


— 


29 


II 


1876 


347-0 


243 





5903-3 


6160-8 


11 


11 


1877 


315-3 


286 


4 


6211-3 


6404-5 


19 


II 


1878 


278-4 


225 


1 


6045-5 


6106-4 


4 


III 


1879 


331-4 


275 


2 


60288 


6243-5 



Mibes rubrum, rothe Johannisbeere, 9 (9), 


ärste Blüthe offen. 


(10) 


IV 


1869 


(1135-5)' 


— 


— 


— 


(18) 


IV 


1870 


(1095-5)* 


— 


(6081-5)* 


— 


. 26 


III 


1871 


906-0* 


— 


6084-0* 


— 


31 


III 


1872 


1005-5 


995-9* 


6773-6 


— 


2 


IV 


1873 


990-8 


1186 


5* 


6458-6 


7707-0* 


9 


IV 


1874 


1063-4 


1046 


4* 


6413-8 


7263-1* 


13 


IV 


1875 


1042-3 


859 


3 


6127-4 


— 


3 


IV 


1876 


796-2 


679 


5 


5832-0 


6096-5 


4 


IV 


1877 


914-4 


807 


7 


6361-2 


6489-3 


11 


IV 


1878 : 


935-7 


848 


8 


6103-7 


6208-8 


9 


IV 


1879 


817-7 


• 759 


2 


5857-8 


6103-8 



Prunus insitici a f (Pflaume) Reineclaude, 17(16), erste Blüthe offen. 



12 


IV 


1869 


1183-5* 


— 




— 


23 


IV 


1870 


1254-5* 


— 


6193-0* 


— 


16 


IV 


1871 


1298-8* 




6317-8' 


— 


18 


IV 


1872 


1319-9 


1342-9* 


6695-2 


— 


10 


IV 


1873 


1129-7 


1356-7* 


6283-1 


7530-2* 


16 


IV 


1874 


1184-5 


1184-1* 


6396-0 


7230-6* 


23 


IV 


1875 


1240-8 


10640 


6204-8 


— 


10 


IV 


1876 


952-3 


836-8 


5789-6 


6049-1 


11 


IV 


1877 


1071-5 


967-6 


6362-2 


6491-9 


18 


IV 


1878 


1087-3 


1012-2 


6098-2 


6212-3 


26 


IV 


1879 1 


1050-8 


1006-8 i 


5939-3 


6188-0 



120 — 



Tag 




ijSumme der täglichen höchsten Stände über Null 
'eines von der Sonne frei bestrahlten Thermometers 

Jahr I ^on der Zeit des Ersclu'iueiis 

vuiii 1. Januar an. \< der ersteu Blütho im ver- 

I flossonen Jahr an. 

" K. I " C. Ij » R. j "C. 



Pynis 3Iahis, Aepfelbauiii (rother Winter-Calvillo), 23 (20), erste 
Blüthe offen. 



(17) 


IV 


1869 


(1304-5)* 


— 


— 


— 


28 


IV 


1870 


1341-0* 


— 


(6158-0)* 


— 


3*) 


V 


1871 


(1643-4)' 


— 


(6575-9)" 


— 


25 


IV 


1872 


1445-8 


1486-7* 


(6476-5) 


— 


20 


IV 


1873 


1343-7 


1625-8* 


6381-2 


7655-5* 


25 


IV 


1874 


1382-2 


1399-9' 


6379-7 


7177-3* 


30 


IV 


1875 


1381-9 


1210-1 


6148-2 


— 


25 


IV 


1876 


1205-3 


1095-8 


5901-5 


6162-0 


6 


V 


1877 


1475-0 


1367-0 


6513-2 


6632-3 


28 


IV 


1878 


1296-8 


1233-8 


j 5904-2 


6034-5 


5 


V 


1879 


1202-5 


1166-0 


5881-5 


6125-6 



*) Frostschaden. 



Aesculus Hipporastamtm, Kosskastanie, 2(i, 


erste Blüthe offen. 


(24) 


IV 


1869 


(1445-5)* 


— 


— 


— 


(2) 


V 


1870 


(1411-0)* 


— 


(6087-0)* 


— 


29 


IV 


1871 


1565-7' 


— 


(6339-5)* 


— 


27 


IV 


1872 


1494-1 


1541-5' 


6602-5 


— 


19 


IV 


1873 


1325-4 


16090' 


6304-6 


7583-9* 


25 


IV 


1874 


1382-2 


1399-9" 


6398-0 


7194-1* 


5 


V 


1875 


1495-9 


1331-7 


6262-2 


— 


24 


IV 


1876 


1194-0 


1084-2 


! 5776-2 


6028-8 


10 


V 


1877 


1556-7 


1453-2 


1 6605-7 


6730-1 


1 


V 


1878 


1361-2 


1302-7 


! 5886-9 


6017-2 


14 


V 


1879 


1379-2 


1345-9 


5993-8 


6236-6 



LUiuni candiduin, weisse Lilie, 40 (33), erste Blüthe offen 



— 


— 


1869 


— 


— 





— 


— 


— 


1870 


— 


— - 


— 


— 


— 


— 


1871 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1872 


— 


— 


— 


— 


1 


VII 


1873 


2898-3 


3483-3* 


— 


— 


30 


VI 


1874 


2864-5 


3115-5* 


6807-4 


7035'4* 


29 


VI 


1875 


2822-9 


2816-8 


6106-9 


— 


3 


VII 


1876 


2815-0 


2824-3 


6070-2 


6283-8 


2 


VII 


1877 


2888-1 


2908'4 


6316-1 


6445-2 


26 


VI 


1878 


26660 


2723-7 1 


5860-3 


5983-0 


11 


VII 


1879 


2737-6 


2803-4 


6047-4 


6273-1 



121 — 



Tag 



Summe der täglichen höchsten Stände über Null 
eines von der Sonne frei bestrahlten Thermometers 

Monat I Jahr vou der Zeit des Erseliiinons 

vom 1. .lauuir an. | der ersteu Frucht — Blüthe — 

j I im verflossoueu Jahr an. 

ll " R. I C. i! E. • °C. 



Itibes Grossularia 


^, Stachelbeere, 6 (6j, erste Frucht reif. 


(15) 


(VI) 


1869 


(2532-5)' 


— 


— 


— 


(27) 


(VI) 


1870 


(2853-0)' 


— 


(6410-0)' 


— 


8 


VII 


1871 


3417-2* 


— 


(6799-9)' 


— 


21 


VI 


1872 


2718-6 


2957-2' 


5975-5 


61736' 


3 


VII 


1873 


2947-9 


3538-4' 


6702-6 


8097-6' 


29 


VI 


1874 


2848-7 


30975' 


62420 


6962-3* 


30 


VI 


1875 


2849-7 


2847-1 


6149-5 


— 


29 


VI 


1876 


2723-3 


27211 


5951-7 


6150-3 


4 


VI] 


1877 


2931-2 


2956-6 


6450-9 


6596-6 


28 


VI 


1878 


27271 


2792-4 


5878-3 


6003-5 


— 


— 


1879 


— 


— 


- 


— 



Aster Amellus, Sternblnme, 51 (3G), erste Blüthe offen. 



— 


— 


1869 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1870 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1871 


— 


— 




— 


— 


— 


1872 


— 


— 





— 


— 


— 


1873 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1874 


— 


— 


— 


— 


12 


VIII 


1875 


3954-1 


4083-8 


— 


— 


10 


VIII 


1876 


3910-9 


4040-9 


: 6034-9 


6233-4 


19 


VIII 


1877 


4087-5 


4198-2 


6419-6 


6518-4 


18 


VIII 


1878 


4046-4 


4237-4 


^ 6041-3 


6206-9 


20 


VIII 


1879 


3795-6 


3900-7 


i 5725-0 


5856-7 



Aesctdus Hipjtocastanwm, Rosskastauie, 26, erste Frucht reif. 



6902-5' 
77193* 

6796-8' 

64650 
6095-1 
6190-5 

6128-8 



(16) 


(IX) 


1869 


(4895-5)' 


— 


— 




16 


IX 


1870 


4901-5* 


— 


(6127-5)' 




28 


IX 


1871 


5714-8* 


— 


7086-8* 




25 


IX 


1872 


51534 


5998-5* 


6112-7 




30 


IX 


1873 


5274-1 


6201-4* , 


65940 




19 


IX 


1874 


4983-8 


55950* ; 


60509 




13 


IX 


1875 


4833-2 


5065-6 


5997-9 


25 


IX 


1876 


5072-7 


5254-3 1 


6317-6 1 


20 


IX 


1877 


4840-1 


4988-3 ! 


6010-4 • 


15 


IX 


1878 


4774-3 


5011-1 


6016-6 


3 


X 


1879 1 


4823-8 


4946-5 


6025-3 





122 — 




Beinerkiiiigen und Nachträge 

zu den 

„Mittheilungen über Madagaskar und seine Lepidopteren- 

Pauna" 

des Jahresberichtes 1877/78. 
Von M. SaalmUller. 

Als durch den vorigen Jahresbericht der Senckenb erg's chen 
naturforschenden Gesellschaft 14 neue Lepidopteren von 
Madagaskar veröffentlicht wurden, ersuchte mich Herr Professor 
P. Mab ill e in Paris, der die Lepidopteren für das grosse Werk 
über Madagaskar von Alfred Grandidier zu bearbeiten über- 
nommen hat, ihm nähere Mittheilungen zu machen und sie ihm 
womöglich zu übersenden. Es war mir diese Aufforderung um so 
erwünschter, als ich dann auf die leichteste Weise Sicherheit über 
die neu aufgestellten Arten erhielt, da dieser anerkannten Autori- 
tät augenblicklich das umfangreichste Material aus allen grösseren 
Sammlungen zu Gebote steht. Bald nach Einsendung der Novae 
Species und einiger sonst noch zu Zweifel Veranlass gebenden, 
schon bekannten Arten, erhielt ich durch Herrn Mabille auf die 
liebenswürdigste Weise das Resultat seiner Vergleichungen über- 
sandt, und es wurde mir dadurch die Bestätigung, dass die grosse 
Mehrzahl als neu anerkannt und nur einige wenige älteren Namen 
weichen mussten. 

Die stattgehabte Correspondenz und meine weiteren Unter- 
suchungen veranlassen mich zu folgenden Bemerkungen: 

ad 11 und 12. A. Eakeli B. ist 9 ^on Ä. Zitja B., 

welch letzterer Name eingeht. 
ad 13. A. Piva Gn. (Vinson, Voy. Mad. Lep. p. 34) ist 
mit A. Ranavalona B. als 9 zusammenzuziehen; ebenso 



— 123 — 

ad 16 und 17 als Jiwonia Epiclelia B. 16 = cf; ist aber 
wohl nur Localform von J. Clelia Cram. ; das Museum 
besitzt 9 Stücke mit blauen Flecken dieser Art. 

ad 23. An Stelle von Hypolimnas Bolina L. ist Misippus L. 
zu setzen (Mus. Ulr. p. 264. 1764) = cT Bolina 
Cram. 65. E. F. = d' Bolina Dru. Ex. Ent. I. Taf. 14, 
1 u. 2). 9 = Biocippus Cram. 28. B. C. 

ad 25. Pseudacrea Brusilla = Bs. [Banopea) Aptaturoides. 
Felder, Novara-Reise Lepid, p. 416 gibt die Be- 
schreibung, aus der ich unser Exemplar nicht erkennen 
konnte. 

ad 29. Char axes Candiope God. var. 

ad 31. Cupido Bomanzo = C. Philippus F. cf- 

ad 32. Jalimenus Batiheli B. = J. Gambinus B. 9- 

ad 46. Bapilio Merope Cram. var. Brutus F. ist von Felder 
als Localform unter dem Namen Bapilio Meriones 
Feld, aufgestellt. (Novara-Reise Lep. p. 93.) 

ad 51. Tagiades Flesus F. als Insidaris Mab. bestimmt. 

ad 52. Plesioneura Hyalinata = Hesperia Andrachne B. 
Boisduval's Beschreibung ist in seiner Fauna Mad. p. 67 
nach einem sehr defecten Exemplar gegeben. 

Nachträge I. 

Durch vereitere Sendungen aus Madagaskar ist die Sammlung 
durch folgende Arten vermehrt worden: 

Rhopalocera. 

79 Banais Chrysippus L. 2. Orbis antiquus. 

Der griechischen, kleinasiatischeu und afrikanischen Form nahe 
stehend, nur Flügel kürzer und breiter, die weisse Binde der 
Vordeiflügel breiter, vor der Spitze befinden sich nur 2 weisse 
Flecke, die einzelnen Flecke am Rande grösser und in geringerer 
Zahl, die Hinterflügel mit breiterer, dunkler, wenig gefleckter Aussen- 
binde. Die Form der Flügel und die Zeichnung der Hiuterflügel 
wie bei Var. Borippus Klug (Symbolae Phys. taf. 48 flg. 1 — 5). 

80. Eurytcla Bryope Cram. 1. Afrika. 

ad 23. Hypolimnas Misippus L. var. Inaria Cram. (214 A. B.) 

Nur Varietät des 9 ohne weisse Binde auf den Vorderflügeln, 
dagegen zwischen Rippe 4 und 7 lebhaft hellbraun, der Fleck vor 



— 124 — 

der Spitze der 9 Stammform etwas heller als die Grundfarbe 
augedeutet. 

81. *Eronia Lucasi Grandidier. 2 CJ^ 2 9- 

Rev. Zool. 1867. p. 273. 

cf Erotiia VoJiemara Ward, Eut. Monthly Mag. VI. (1870) 
p. 224. 

Ward, Afric. Lepid. p. 4. t. 4, fig. 3, 4. 1873. 

(5* 65 mm, 9 68 mm. 

lu beiden Geschlechtern sehr verschieden. Vorderrand der Vor- 
derflügel stark gebogen, Spitze stark vorgezogen besonders beim 9- 

Ausseurand aller Flügel gewellt, beim 9 stärker, dessen 
Flügel auch breiter sind. Körper schwarz, weiss behaart, Fühler 
schwarz, unten braun mit bräunlicher Kolbe. Stirne braun, Palpen 
braun, unten gelb ; Augen braun, Brust unten orange, ebenso die 
Beine. 

(J Oberseite: weiss. Vorderflügel: Spitze breit gelb, von ^/ö 
des Vorderrandes aus, das letzte '/4 der Mittelzelle ausfüllend und 
vom Ursprung der Rippe 3 mit dieser nach dem innern ^/s des 
Aussenrandes laufend. Costalrippe braunschwarz, im letzen ^js des 
Vorderrandes in einen braunschwarzen Rand auslaufend, der die 
Spitze umzieht, sich im Aussenrande verschmälert und bis gegen 
Rippe 4 läuft. Von dem dunklen Rand aus ziehen die Rippen in 
gleicher Farbe eine kurze Strecke in das Gelbe hinein. Hinter- 
flügel zeichnungslos. 

Unterseite: Vorderflügel orangegelb, die Wurzel und den 
Innenrand breit weiss lassend. Am Ende der Mittelzelle ein 
schwarzer, länglicher Fleck, zwischen Rippe 3 und 6 gegen den 
Aussenrand zu dunkelbraun bestäubt. Hinterflügel orangegelb, mit 
braunvioletter Bestäubung, die am stärksten am Vorderrande 
in 2 Gruppen auftritt. 

9 Oberseite: Hellschwefelgelb. Vorderflügel mit schwarzem 
länglichem Fleck am Ende der Mittelzelle. Costalrippe schwarz, 
von ihrem letzten V^ zieht um die Spitze herum bis nahe an den 
Innenwinkel ein breiter, braunschwarzer, fleckiger Rand. Hinter- 
flügel am Aussenrande mit 6 braunschwarzen, eckigen Flecken auf 
den Rippen 2 bis 7, den hellen Rand schmal frei lassend; die 
mittleren sind die grössten. Vor der Fleckenreihe liegen noch 4 
kleinere Flecken im Bogen in Zelle 2 bis 5. In der Nähe der 
Wurzel mit schwacher dunkler Bestäubung. 



— 125 — 

Unterseite : Vorder^ügel schwefelgelb mit dunklerem Vorder- 
uud Aussenrand, die beide uaeb der Spitze zu ins Orange über- 
gehen, mit rosavioletter Beschattung, besonders am Aussenrand 
und dem schwarzen Fleck am Ende der Mittelzelle wie oben. 
Hinteiflügel hellorangegelb mit rosavioletter Bestäubung, am Vorder- 
raud in mehreren Gruppen dunkler. Der Aussenrand zwischen 
Rippe 2 und 7 breit und fleckig rosaviolett. 

82. Catopsilia Florella F. 9. Afrika. 

ad 41. * Callosmie Evanthe B. 4 (;;f, 1 9- 

Unter den (^(^ befindet sich 1 Exemplar, bei dem der Spitzen- 
fleck der Vorderflügel statt hellzinuoberroth, hellorangelb ist. 

Trimen (Rhopal. Africae, Australis I. p. 55), welcher das 9 
zuerst beschreibt, sagt: keine Spur von Orange au der Spitze, 
sondern nur ein einfaches, breites schwärzliches Band etc., während 
bei vorliegendem Exemplar das schwärzliche Band besonders in 
seiner Mitte nach der Wurzel zu stark mit orange Schuppen be- 
streut ist, und an seiner Grenze wurzelwärts einen hellgelben Schein 
besitzt. Das Vorkommen ausser Madagaskar ist sehr zweifelhaft, 
ein einziges Exemplar des British Museum trägt das Etiquette 
Süd- Afrika, in dessen Richtigkeit schon Trimen Zweifel setzt, auch 
führt Walleng ren in seinen Kafferlandets Dag-Fjärilar (Lepid. 
Rhop. in Terra Caffrorum) 1857. Evanthe nicht an. 

83. Papilio Delalandii God. 1. Süd- Afrika. 

Im Vergleich mit Stücken vom afrikanischen Festlande ist 
die schwefelgelbe Binde der Vorderflügel ungemein breit und zu- 
sammenhängend und nur am Vorderrande durch die dunklereu 
Rippen 6, 7 und 8 unterbrochen. Der Querast in der Mittelzelle 
ist dagegen sehr schmal, von gleicher Farbe wie die Binde und 
nur gegen den Vorderrand zu etwas dunkler bestäubt. 

84. "^Heteropterus Howa Mabille 1. 

Ann. Soc. Eni Fr. 1876 p. 215 et 270. 

85. * Meter opterus Bhadama B. 1. 

Heterocera. 

86. '^Enyo {Ambulyx) Coquerelii B. 

Spec. Gen. des Lep. Heteroceres I. p. 191, PL 4 Fig. 2. 

Nachsteheude schöne Ophiuside habe ich zu Ehren des Herrn 
P. Mabille benannt und ist bereits in den »Petites Nouvelles 
entomologiques. Paris. N. 213. 1. Fev. 1879« beschrieben; da mir 



— 126 — 

das Thier jetzt nicht vorliegt, so gebe ich die Uebersetzuug der 
ausführheben Diagnose. 

87. ^OpMsma Mahülii u. s. 1 c?. 
66 mm. 

Flügel hellgraubraun, seidengläuzend. 

Oberseite: Vorderflügel am Vorderrande nach der Spitze zu 
convex, haben einen Basalstrich und einen andern in der nieren- 
förmigen Makel. Der Saum leicht violettblau glänzend, hat einen 
länglichrunden schwarzen Makel. Darauf folgt eine breite Makel 
am Vorderrande nahe der Spitze, gelblichweiss, mit 3 rostfarbenen 
eingelegten welligen Linien; am Inuenrande befinden sich 3 klei- 
nere von ähnlicher Farbe durch rostfarbene Linien getheilt, in 
einer Curve gestellt. Aus der Makel am Vorderrande zieht eine 
dunklere, gezähnte Linie nach dem Hinterwinkel zu. Hinterflügel 
ungezeichnet, an der Basis breit aschgrau, mit langen, rauhen 
Haaren. Der Vorderwinkel hat einen weissen Randfleck, der 
Afterwinkel 2 andere kleinere. Die Fransen am Afterwinkel 
weisslich. 

Unterseite: Vorderflügel an der Basis grauweiss, die Makeln 
am Innenrand in einem verwischten, weissen Raum ; Hinterflügel 
grau mit bräuulicheu Rändern uud 2 etwas heller braunen gebogeneu 
Linien gezeichnet. 

88. Grammodes Algira L. L süd. Europa, Afrika, Asien. 

89. *Remigia Mayeri B. 3. 



Abgesehen von einigen Consulu, die Sendungen an europäische 
Museen gelangen lassen, sammelt augenblicklich in Madagaskar 
von Bedeutung nur Herr J. M. Hildebrandt aus Düsseldorf, 
leider ist der Engländer Crossley daselbst gestorben. 

Unsere beiden Freunde Herr Carl Ebenau und Anton 
Stumpff, die unser Museum durch sehr interessante Naturalien 
wesentlich bereichert haben, sind nach kurzem Aufenthalt in ihrer 
Heimath wieder nach der afrikanischen Insel abgereist. Um den 
beiden Herren das Sammeln zu erleichtern, hat die Seuckenberg'- 
sche natur forschen de Gesellschaft dieselben mit allem nöthigen 
Material und Instrumenten ausgerüstet, so dass wir Aussicht haben, 
noch manches neue Thier in unseren Abhandlungen und Jahres- 
berichten veröffentlichen zu können. 



127 



Allgemeines über Sinnesorgane. 

Vortrag 

gehalten bei der Jahresfeier der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft zu Frankfurt a. M. am 25. Mai 1879 



Dr. Heinrich Reichenbach. 



Hochansehulicbe Versammlung! 

Unsere gegenwärtige Zeit bietet die merkwürdige Erscheinung, 
dass kein philosophisches System die nach wahrer Menschlichkeit 
strebenden Geister in einem solchen Grade zu beherrschen vermag, 
wie dies zu den Zeiten eines Cartesius, Leibnitz, Wolff, Kant und 
Hegel der Fall war. Dieser Umstand braucht keineswegs auf 
einem allgemeineren geistigen Rückgang zu beruhen, vielmehr wird 
mau nicht fehlgehen, wenn man die Ursache dieser Erscheinung 
zum grossen Theil dem täglich wachsenden Einfluss der Natur- 
wissenschaften zuschreibt, die sich mit durchschlagendem Erfolg 
gegen willkürliche Speculatioueu wenden. Man braucht ja nur 
an die Resultate der neueren Chemie bezüglich der Molecularcon- 
struction der Materie, an die Auffindung des mechanischen Wärme- 
aequivalents, an das Priucip der Erhaltung der Energie — oder 
wie Zöllner es nennt — an die Constanz der Bilanz zwischen 
Ursache und Wirkung in der uns bekannten Welt zu denken, 
oder man erinnere sich der Umwälzungen, die durch die Auf- 
stellung der Zellenlehre und der Descendenztheorie bewirkt wurden, 
— und man wird den mächtigen Einfluss naturwissenschaftlicher 
Errungenschaften auf die allgemeine Weltanschauung erklärlich 
finden. 



^ 128 — 

Freilich hat sich aus dem Lager der Naturforschung und 
zwar von materialistischer Basis aus ein erbitterter Kampf gegen 
alle und jede speculative Philosophie entwickelt, der um so 
erfolgreicher geführt werden konnte, je weniger die letztere die 
Resultate exacter Forschung berücksichtigte. Aber es kann mit 
Genugthuung die erfreuliche Thatsache coustatirt werden, dass 
ebenfalls aus den Reihen der Naturforscher hervorragende Geister, 
die die Unzulänglichkeit des Materialismus erkannteu, der Philo- 
sophie in der neueren Zeit ein intensives Interesse zuwenden, 
durchdrungen von der üeberzeugung, dass die exacte Forschung 
unaufhörlich durch philosophische Kritik beeinflusst werden muss, 
sollen ihre Resultate dem Geistesfortschritt wirklich dienstbar sein, 
anstatt dem zersetzenden Materialismus Vorschub zu leisten. 

Und in der That, durch innige Wechselwirkung von Natur- 
wissenschaft und Philosophie sind gerade in der neueren Zeit 
Errungenschaften von erheblicher Bedeutung erzielt worden. Es 
hat sich gezeigt, dass durch Benützung naturwissenschaftlicher 
Methoden, durch rein physikalische Betrachtungsweise auch über 
die geistige Natur des Menschen Licht verbreitet werden kann, 
wenn auch in sehr beschränktem Maasse. Einige Resultate der 
physiologischen Psychologie rechtfertigen diese Behauptung zur 
Genüge; es sei nur an das psycho-physische Grundgesetz von 
Weber und Fechner erinnert, welches aussagt, dass zwischen 
Empfindungsintensität, also einer rein psychischen Grösse, und 
der Reizstärke ein ganz bestimmter Zusammenhang besteht, der 
sich sogar in mathematische Fassung briugen lässt. 

Es gibt aber ein Gebiet der Naturwissenschaften, dessen Re- 
sultate in ganz besonders hohem Grade auf philosophische Probleme 
von Einfluss sein müssen, ein Gebiet, das eben deswegen auf das 
eingehendste erforscht ist und wo der menschliche Geist von jeher 
seine grössten Triumphe gefeiert hat. Es ist dies die Lehre von 
den Sinnesorganen. 

Die grossartigen Errungenschaften dieses Wissensgebietes sind 
nicht nur von entscheidender Bedeutung für die Erkenntniss- 
theorie, sie zeigen uns nicht nur, wie alle unsere Vorstellungen 
von den Structurbediugungen unseres Organismus abhängen, son- 
dern sie führen uns auch mit zwingender Nothwendigkeit un- 
mittelbar an die scharf markirte und unübersteigliche Grenze 
unseres Erkennens und Wissens überhaupt und geben somit 



— 120 - 

eutscheidende Gründe zur Wiederlegung des Materialismus aii 
die Hand. 

Als mir seitens der Direction der Senckenbergischen Gesell- 
schaft der ehrende Auftrag ward, heute hier zu sprechen, glaubte 
ich kein besseres Thema wählen zu können, als gerade die Sinnes- 
organe. Freilich kann ich mich bei der Kürze der Zeit nur an 
grosse, allgemeine Züge halten und werde ich vorzugsweise nur 
die morphologischen Verhältnisse einer eingehenderen Betrachtung 
unterwerfen. 

Die Sinnesapparate vermitteln dem Organismus die Kennt- 
niss der Aussenwelt; eingeschaltet zwischen diese und den Sitz der 
empfindenden und geistigen Thätigkeit, als welcher das Nerven- 
system gilt, verhalten sie sich zu diesem Centralapparat nach 
einem geistreichen Vergleich, wie die verschiedenen Schalter eines 
Telegraphensystems zur Centralstatiou, die auch je nach ihrer 
Construction nur ganz bestimmte Depeschen aufnehmen und ver- 
mitteln können. 

Bei den höheren Geschöpfen, zumal beim Menschen haben 
diese Sinuesapparate einen ausserordentlich verwickelten Bau. 
Eine vergleichende Betrachtung der in Rede stehenden Organe 
in der ganzen Thierwelt hat aber das merkwürdige Resultat zu 
Tag gefördert, dass fast alle Sinnesorgane, auch die allereinfach- 
sten, ähnliche, ja oft identische Einrichtungen besitzen, die sich 
von einander leicht und ungezwungen ableiten lassen. Wie auf 
andern Gebieten, so hat sich auch hier wieder gezeigt, wie eine 
tiefere Auffassung, eine umfassendere Einsicht dadurch erreicht 
wird, dass man nicht den Menschen am Menschen allein studirt, 
sondern dass man bestrebt ist, ihn auf der Folie der Thierwelt, 
ja der ganzen organischen Natur zu verstehen. Ebenso hat auch 
die Entwicklungsgeschichte der Sinnesorgane Resultate aufzuweisen, 
die durch ihre Beziehungen zu den Ergebnissen der vergleichenden 
Anatomie von hohem Interesse sind. 

Wo wir in der ganzen Thierwelt unzweifelhafte Sinnesorgane 
antreffen, finden sich eigenthümlich modificirte Zellen, welche mit 
einem Nerven in Verbindung treten. Diese Zellen sind meist 
cylindrisch, langgestreckt und tragen den Charakter von Epithel- 
zellen deutlich zur Schau, An ihrem centralen Pol lässt sich 
eine Nervenfaser nachweisen und an ihrem peripheren Ende tragen 
sie ein Ausscheideproduct, ein sogenanntes Cuticulargebilde , das 

9 



— 130 — 

bald die Form von Stäbchen, Zäpfchen, Stiftchen besitzt, bald 
ein oder mehrere Härchen darstellt. Diese Zellen heissen Sinues- 
zellen; treten sie zu Gruppen zusammen, so bilden sie ein Sinnes- 
epithel. Diese Sinneszellen übertragen Bewegungsvorgäuge der 
Aussenwelt, welche wir mit den Worten Licht, Schall, Wärme, 
chemischer Prozess, Druck etc. zu bezeichnen pflegen, auf die 
Nervensubstanz; offenbar spielen hierbei die cuticularen End- 
gebilde eine hervorragende Rolle, denn wir linden sie in den 
verschiedenen Sinnesorganen ganz verschieden ausgebildet und bei 
den gleichnamigen Sinnesorganen ganz verschiedener Thiere be- 
sitzen sie oft den gleichen Bau. üeber die Art ihrer Einwirkung 
auf die Nervensubstanz stehen uns nur Vermuthungen zu Gebot. 
So werden wahrscheinlich die feinen Hörhärchen in unserm Ohr 
durch Schallbewegungen in Mitschwingung versetzt; die End- 
gebilde der Riech-, Schmeck- und höchstwahrscheinlich auch der 
Sehzellen dürften durch einen chemischen Prozess alterirt werden, 
während die Tastnervenendiguugen, ähnlich wie die Hörhärchen, 
durch einen mehr mechanisch zu nennenden Vorgang erregt 
werden. 

Da wir in allen unzweifelhaften Sinnesorganen diese End- 
apparate auffinden, so sind wir zu dem Schluss berechtigt, dass 
da, wo ähnliche Sinneszellen auftreten, ein Sinnesorgan vorhanden 
sein kann, dessen Punktion allerdings aus andern Begleiterschei- 
nungen erschlossen werden muss. Es waltet aber hier eine mehr 
oder weniger beträchtliche Unsicherheit, was ganz besonders von 
den Tast-, Geschmacks- und Geruchswerkzeugen der niederen Thiere 
gilt, während wir für Hörorgane und für Augen ziemlich sichere 
Merkmale besitzen. 

Stets sind die Sinnesepithelien oder die Sinneszellen der 
äusseren Körperschicht genähert; in vielen Fällen bilden sie einen 
integrirenden Bestandtheil der äusseren Haut und wo sie in der 
Tiefe liegen, da weist fast überall die Entwicklungsgeschichte ihren 
Ursprung aus der äussersten Körperschicht nach. 

Mit den Sinnesepithelien treten vielfach besondere Apparate 
in Verbindung, deren ganze Einrichtung darauf hinweist, dass 
sie die aus der Aussenwelt stammenden Bewegungen in bestimmter 
Weise zu modificiren haben, ehe die Einwirkung auf die Sinnes- 
zellen erfolgt. Dahin gehören Farbstofl'e, lichtbrechende Medien, 
schallleitende Apparate, kleine Polsterchen wie bei den Tast- 



— 131 — 

körperchen. Ferner liegen fast überall Nerven- oder Ganglien- 
zellen in nächster Nähe der Sinuesepithelien, welche mit den 
Sinuesnerveufaseru vor deren Eintritt iu die Sinneszellen verknüpft 
sind. Man hat diese Ganglienzellen in sehr sinnreicher Weise 
als Kraftmagazine gedeutet, dazu bestimmt, bei einer grösseren 
Zahl von Reizvorgängen dem Nerven die erforderliche Kraft zu 
übermitteln. 

Es mag gleich hier noch bemerkt werden, dass wir bei vielen 
Sinnesorganen zwar die aus der Sinneszelle tretende Nervenfibrille 
kennen, aber nicht ihren directen Zusammenhang mit dem Sinnes- 
nerven. So ist es bis auf den heutigen Tag noch nicht gelungen, 
den Zusammenhang der Nerven mit den Sehzellen im Auge, mit 
den Hörzellen im Ohr, mit den Riechzellen oder den Schmeck- 
zellen bei den Wirbelthieren trotz angestrengter Untersuchungen 
nachzuweisen, so überaus wahrscheinlich derselbe auch ist. 

Nach Obigem machen wir zur unbedingten Voraussetzung 
von Sinnesorganen die Existenz eines Nervensystems, eines Central- 
apparats, wo die von jenen Organen übermittelten Beweguugs- 
vorgänge zur Empfindung gelangen, oder wie man zu sagen 
pflegt, sich iu Empfindung umsetzen. 

Wie verhält es sich nun bei den Thiereu, bei welchen ein 
Nervensystem noch nicht zur Sonderung gekommen ist? Wie 
steht es bei den einzelligen Wesen? Haben sie keine Sinnes- 
organe und demgemäss auch keine Empfindungen? Wir sehen 
doch, wie die Amoeben, die Infusorien auf äussere Einwir- 
kungen reagiren. Die Amoehe zieht bei der geringsten Er- 
schütterung ihre Pseudopodien ein; die Vorticelle schreckt bei 
der Berührung durch ein kleines vorbeischwimmendes Thierchen 
heftig zusammen ; wo ein Stückchen faulende Substanz liegt, ver- 
sammeln sich die Infusorien wie die Adler auf dem Aase ; an der 
hell erleuchteten Seite des Aquariums treff'en wir stets die zahl- 
reichsten dieser kleinen Wesen, und bei vielen kennt man einen 
Pigmentfleck, der an ein Auge erinnert; wir stehen also vor der 
Thatsache, dass das Protoplasma dieser einzelligen Wesen in ver- 
schiedener Weise auf Einwirkungen der Aussenwelt reagirt; wir 
können auch nicht unbedingt in Abrede stellen, dass dabei etwas 
Aehnliches stattfindet, wie das, was wir Empfindung nennen 
wenn wir aber unter Sinnesorganen Einrichtungen verstehen, durch 
welche gewisse Bewegungsvorgänge der Aussenwelt erst auf ein 



— 132 — 

Nervensystem übertragen werden müssen, um eine Empfindung 
zu veranlassen, so dürfen wir jenen einzelligen Thieren keine 
eigentlichen Sinnesorgane zuschreiben. 

Wir treffen demgemäss erst da auf ächte Sinnesorgane, wo 
die Arbeitstheilung im Zellenstaat so weit vorgeschritten ist, dass 
sich ein besonderer Empfindungsapparat, ein Nervensystem diffe- 
renzirt hat. Die einfachsten derartigen Thiere finden wir unter 
den Coele uteraten. Die Medusen besitzen bereits einen verhält- 
nissmässig hoch entwickelten Nerveuapparat, aus vielen Fasern 
und Ganglienzellen bestehend. Der Körper dieser Thiere besteht 
auch schon aus den bekannten drei gesonderten Schichten; in der 
am weitesten nach aussen liegenden Schicht ist das Nervensystem 
in Form zweier Ringe entstanden und bleibt auch zeitlebens in 
dieser Schicht liegen. Diese Thatsache hat eine tiefere Bedeutung: 
Hat doch die Entwicklungsgeschichte den Nachweis geliefert, dass 
der Leib aller Thiere, mit alleiniger Ausnahme der Protisten, sich 
aus solchen blattartigeu, schieb ten weis über einander gelagerten 
Zellenmassen aufbaut, die in der Zwei- oder Dreizahl vorhanden 
sind und den Namen Keimblätter führen; ferner weiss man, dass 
bei den allermeisten Thieren das Nervensystem in dem äusseren 
Keimblatt, dem Ectoderm sich entwickelt. 

Die Sinnesorgane der Medusen sind insofern von Wichtigkeit, 
als wir hier diese Apparate in ihrer einfachsten Gestalt vor uns 
haben. An verschiedenen Körperstellen und zwar immer in 
nächster Nähe des Nervenrings hat das physiologische Experiment 
eine höhere Empfindlichkeit nachgewiesen und die anatomische 
Untersuchung daselbst typisches Sinuesepithel constatirt, dessen 
Elemente lange, in das Wasser ragende Geisseihaare tragen und 
an ihrem entgegengesetzten Pol eine Faser besitzen, die direct 
mit dem Nervensystem zusammenhängt. In nächster Umgebung 
dieser Sinnesepithelien finden sich nicht nur Pigmeutanhäufungen, 
sondern auch lichtbrechende Medien von linsenförmiger Gestalt 
und ausserdem Einrichtungen, die den Hörorganen höherer Thiere 
ganz ausserordenlich ähnlich sind. 

Diese Verhältnisse weisen darauf hin, dass hier die aller- 
einfachsten Anfänge der Sinnesorgane vorliegen: In dem Sinnes- 
epithel oder in nächster Nähe desselben treten allmälig die 
accessorischen Apparate auf, die gesonderte Empfindungen von 
Licht oder Schall ermöglichen, während die Partien ohne diese 



— 133 — 

Einrichtungen vorläufig noch indifferenter Natur sind. Man hat 
diese letzteren auch sehr bezeichnend »indifferentes Sinnesepithel« 
genannt. *) 

Werden solche Geisseihaare besonders lang und nehmen sie 
eine festere Beschaffenheit an, so sind dadurch Einrichtungen 
gegeben, die besonders geeignet erscheinen als Tastorgane zu 
dienen; oft treten derartige Tastborsten zu kleinen Kämmchen 
zusammen, die dann in der Regel an besonders exponirten Körper- 
stellen anzutreffen sind. Bei vielen niederen Thieren sind die her- 
vorragenderen und beweglichen Körperanhänge meist durch feines 
Tastgefühl ausgezeichnet. Die Empfindlichkeit der Taster und 
Fühler der Arthropoden ist hinlänglich bekannt und vielfach sind 
hier von L e y d i g u. A. haarähnliche Nervenenden als Tastborsten 
gedeutet. In der ganzen, durch hohe Empfindlichkeit ausgezeich- 
neten Haut der Mollusken sind Tastzellen beschrieben, welche 
pinseltragende Becherchen darstellen. **) 

Hier und da trifft man auf verhältnissmässig sehr complicirte 
Tastapparate, wie bei der Larve von Gorefhra, von der sie 
Leydig***) beschreibt. Hier entspringen in den Bauchganglien 
Nerveufäden und treten in kleinere Ganglien ein, die der Körper- 
oberfläche genähert sind; mit diesen stehen einfache oder gefiederte 
Borsten in Verbindung, die frei in das Wasser ragen; eine be- 
sondere Rolle scheint dabei ein eigenthümlicher, federnder Apparat 
zu spielen. 

Mit grösserer Sicherheit kennen wir die Tastorgane des 
Menschen und der höheren Thiere, sie liegen ebenfalls in der 
Haut und können als Derivate derselben betrachtet werden. 

Es lassen sich aber ganze Hautpartien namhaft machen, 
die keineswegs ohne Empfindung sind, jedoch bestimmter Tast- 
uerveuendigungen gänzlich entbehren. Hier müssen wir an- 
nehmen, dass die Temperatur- und Druckwirkungen ihrer Natur 
nach keiner besonderer Uebertragungsapparate bedürfen, um die 
Nervenfaser zu afficiren. Wo aber der Sitz eines besonders feinen 



*) 0. u. R. Her twig, Nervensystem und Sinnesorgane der Medusen. 
Leipzig 1878. 

**) Flemming, Arch. f. mikr. An. V. VI. Boll, Ebendas. VI. Suggl 
Vergl. auch Claparede, der sie zuerst sah. >;■ 

***) Leydig, Lehrb. der Histologie pag. 211. :%./■'' 



— 134 — 

Tastgefühls ist, da treffen wir auch Tastorgane, kleine Polster- 
apparate von verschiedener Gestalt und abweichendem Bau. 

Die einfachsten sind die sogenannten »Tastzellen«,*) blaseu- 
förmige Elemente mit hellem Zellkern, in deren Protoplasma eine 
Nervenfaser eindringt; treten zwei dieser Tastzellen zusammen, 
so resultirt eine »Zwillingstastzelle« ; vereinigen sich endlich eine 
grössere Anzahl rJieser Zellen zu einem kleinen ellipsoidischen 
Polsterchen, an welches eine vielfach sich verästelnde Nerven- 
faser tritt, so entsteht ein »Meissner' sches Tastkörperchen«, die 
besonders häufig an den Fingerspitzen auftreten. Wieder andere 
Formen sind die »Endkolben«, die bald kuglig, bald cylindrisch 
sind; hier bilden mehrere Zellen ein Bläschen mit feinkörniger 
Substanz erfüllt; in dieses tritt die Nervenfaser ein, die meist mit 
einer kleinen Anschwellung hier endigt. 

In der Haut und der Schnabelspitze vieler Vögel finden wir 
ähnliche Bläschen; nur sind sie hier mit einigen Lamellen um- 
geben, die prall mit einer Flüssigkeit erfüllt sind. Aus diesen 
nach ihrem Entdecker »Herb st' sehe Körperchen« genannten 
Gebilden lassen sich leicht die am längsten bekannten »Vater'- 
schen Körperchen« entstanden denken; diese letzteren haben nur 
eine bedeutendere Anzahl Lamellen und scheinen besonders dazu 
bestimmt, mechanischen Druck in hydrostatischen umzusetzen. 

Wir finden also in der äusseren Haut aller Thiere besondere 
Nervenendigungen mit Zellen in Verbindung tretend, die im All- 
gemeinen den Charakter von Sinneszellen aufweisen. Die vielfach 
von einander abweichenden Tastorgane der höheren Thiere und der 
Menschen lassen sich, wie wir gesehen haben, leicht von einander 
ableiten, eine Thatsache, der wir jedenfalls Bedeutung zuschreiben 
müssen. 

Höchst räthselhafte Gebilde finden wir in der bekannten 
Seitenlinie der Fische; alles weist darauf hin, dass wir es mit 
Sinnesorganen zu thun haben ; zahlreiche Nerven treten in Epithel- 
zellen ein, die alle Merkmale einer Sinneszelle zeigen ; ihre Ab- 
stammung vom Ectoderm ist erwiesen; sie liegen anfangs in der 
äussersten Körperschicht und gerathen erst durch einen Ein- 
stülpungsprozess in die Tiefe. Ihre Funktion ist gänzlich un- 
bekannt; sie sind aber deswegen von Interesse, weil sie bei 



*) Merkel, Arch. f. mikr. Anat. XI. 



— 135 — 

Amphibienlarven, solange sie im Wasser leben, genau in gleicher 
Weise auftreten, und erst verschwinden, wenn das Leben in der 
Luft beginnt. *) Die Existenz dieser Seitenorgane scheint dem- 
gemäss mit dem Aufenthalt im Wasser zusammenzuhängen. 

üeber die Geschmacksorgane der niederen Thiere können wir 
auch nur Vermuthungen aufstellen, obwohl die Erfahrung lehrt, 
dass diesen Geschöpfen die entsprechenden Empfindungen keines- 
wegs mangeln. Ich erinnere nur an die leckere Stubenfliege und 
die Honig fressenden Kerfe. Bei der Biene glaubt Joseph **) 
auch Gechmacksorgane gefunden zu haben; er beschreibt kleine 
Näpfchen in der Mundhöhle, in welchen helle Bläschen sich 
zeigen, die einen Stift und eine Faser besitzen. Wurden diese 
Bläschen unter dem Mikroskop mit indifferenten Bitterstoffen 
behandelt, so entstand eine bläuliche Färbung, während Mue 
Salzlösung ein gelbgrünes Aufleuchten ergab. Obwohl diese Ver- 
suche keineswegs beweisend sind, so lassen sie es immerhin als 
möglich erscheinen, dass dieser chemische Prozess eine Geschmacks- 
empfindung veranlassen könnte; denn soviel scheint gewiss, dass 
bei dem Schmecken chemische Prozesse eine Hauptrolle spielen. 

Auch vom Menschen und den höheren Thieren kennt man 
die eigentlichen Schmeckzellen erst seit 1867. An den verschie- 
denen Papillen der Zunge, auch am Gaumen, und bei Fischen 
selbst an den Kiemenbögen und den Barteln finden sich zahllose 
becher- oder knospenförmige Gebilde, sogenannte »Schmeckbecher«; 
die im Innern dieser Becher liegenden Zellen erweisen sich wieder 
als typische Sinneszellen; sie haben einen centralen Nervenfortsatz 
und ein peripheres Härchen oder Stäbchen, was sich in manchen 
Fällen gabelt; man deutet sie als die eigentlichen »Schmeck- 
zellen«. Da die innere Auskleidung der Mundhöhle in frühen 
Embryonalstadien sich aus einer Einstülpung aus dem Ectoderm 
entwickelt, so sind auch die Schmeckbecher mit ihren Sinnes- 
zellen gerade wie das Nervensystem Producte des äusseren Keim- 
blattes. 

Nicht viel besser wie mit den Geschmacksorganen ergeht es 
uns mit den Riechapparaten der niederen Thiere. Wir müssen 
vielen derselben ein ganz ausserordentlich feines Geruchs- 



*) Fr. E. Schnitze, Arch. f. mikr. Anat. VI. 
**) Joseph, Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. in München 1877, p. 227. 



- 136 - 

vermögen vindiciren; mau denke nur au die Aas fressenden 
Insekten, an die Krebse, die mau mit Ködern in Masse taugt 
man denke ferner an die interessante Thatsache, dass Schmetter- 
linge, die zu den Seltenheiten in einer Gegend gehöreD , in 
grösserer Zahl sich einfinden, wean mau ein Weibchen in einem 
der Luft zugänglichen Behälter expouirt. Es sind dies stauuens- 
werthe Leistungen, gegen welche selbst der Geruchssinn eines 
Spürhundes nicht allzu hoch geschätzt werden darf. Trotzdem 
stehen sich über deu Sitz des Geruchssinnes bei niederen Thieren 
die widersprechendsten Anschauungen gegenüber. Wimpernde 
Grübchen mit Nerveneudiguugen werden bei Medusen und Würmern 
als Geruchsgrübchen in Anspruch genommen.*) In den Fühlern 
der Landschneckeu findet sich ein starker Nerv, dessen Fasern 
in Ganglieu sich verbreiten; man glaubt hier im Einklang mit 
physiologischen Experimenten das Geruchsorgan vor sich zu 
haben.**) Bei im Wasser lebenden Schnecken kennt man Wimper- 
leisten und radförmige Wimperorgane, die ebenfalls als Geruchs- 
werkzeuge gedeutet werden. Verhältnissmässig sicherer ist man 
bezüglich der Cephalopoden, da hier ganz ähnliche Bildungen auf- 
treten, wie bei niederen Wirbelthiereu und den Embryoneu höherer: 
hinter den Augen der Tintenfische liegen zwei Grübchen; ein 
direct neben dem Sehnerven im Gehirn entspringender Nerv ver- 
sorgt diese Riechgruben mit zahlreichen Nervenfäden. 

Besondere Schwierigkeiten machen die Arthropoden. Ley dig 
beschreibt bei Daphnien helle Röhrchen mit knopfförmigem Ende 
an den Antennen und nennt sie Riechhaare; ganz ähnliche 
Gebilde fand man bei Asellus^ Gammarus und Ästacus nebst 
seinen Verwandten. Auch bei Insekten sollen die Antennen die 
Träger der Riechorgane sein; kleine Grübchen mit einer krater- 
artigen Erhebung sind als solche gedeutet. ***) Eine andere Hypo- 
these geht von der Voraussetzung aus, dass in physiologischer 



*) Gl au 8, Denkschrift d. k. Acad. d. Wissensch. Wien XXXVIII. 
Eimei , Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. München 1877, p. 183 ff. Quatrefages, 
Mem. sur la fam. des Nemertins. Annal. des sc. nat. 1846. 3e ser. Tab. VI. 
**) Flemming, Arch, für mikr. Anat. Bd. VI. 

***) Vergl. Ley dig, Geruchs- und Gehörorgane der Krebse und In- 
secten. Müll. Arch. 1860. Lehrbuch der Histol. 1857. — Ferner Leffebore, 
Ann. de la soc. entom. de France 1838, T. VII. Bergmann u. Leuckart, 
Phys. Uebersicht des Thierreichs. 



— 137 — 

Analogie mit den Verhältnissen bei Vertebraten die Geruchs- 
orgaue Luft athmender Insekten am Eingang der Respirations- 
organe liegen müssten. Joseph*) fand auch in der That in 
der Nähe der Stigmen ein Grübchen mit Nervenendigungen, die 
er als Geruchgrübchen deutet. 

Erst für die Wirbelthiere sind die Geruchsorgane mit ab- 
soluter Sicherheit bekannt; das Riech epithel dieser Thiere ist sogar 
für die ganze Auffassung der Sinnesorgane von klassischer Be- 
deutung, insofern von ihm Max Schultze im Jahre 1862 zuerst 
die hypothetische Behauptung aussprach, die Riechzellen seien 
weiter nichts als modificirte Epithelzellen, die mit dem Nervus 
olfactorius in Verbindung getreten seien. Diese Auffassung ist 
seitdem auf die übrigen Sinnesorgane übertragen und hat sich 
als vollkommen zutreffend erwiesen. 

Was nun die Elemente der Riechschleimhaut anlangt, so 
lassen sie sich in zwei Gruppen bringen. Die einen sind einfache 
Epithelzellen, tragen weder Härchen noch Stäbchen, zeigen aber 
einen sich verästelnden Protoplasmafortsatz an ihrem centralen 
Pol. Die eigentlichen Riech zellen sind weit schlanker, besitzen 
einen Stift oder einen Stab und haben eine varicose Nervenfaser 
an ihrem centralen Pol. 

Von besonders hohem Interesse sind aber die gröberen 
morphologischen Verhältnisse der Geruchsorgane bei den Wirbel- 
thieren. Hier können wir nicht nur, wie bei den Geschmacks- 
organen, den Ursprung des Riechepithels aus dem äusseren Blatte 
nachweisen, sondern wir können auch die mannigfachen Ab- 
weichungen der gröberen Structurverhältuisse leicht aus einander 
ableiten; wir können eine continuirliche Reihe, von Einfachem zu 
Zusammengesetztem allmälig fortschreitend, aufstellen, und viele 
der niederen Stadien treten in den Embryonalperioden höherer 
Thiere gleichsam wie in einem Spiegel reflectirt, wiederum auf. 

Das Hauptresultat vorweg nehmend können wir behaupten : 
Die Geruchsorgane bei den Vertebraten sind nichts weiter als 
Ectoderm-Grübcheu am Kopfe, die allmälig complicirteren Bau 
annehmen und mit der Mundhöhle in Verbindung treten, sobald 
das Luftleben beginnt. 

Der Ämphioxus besitzt, wie manche Würmer und Mollusken, 



*) Joseph, Amtl. Ber. d. Naturf.-Vers. München 1877, p. 174 S. 



— 138 — 

nur ein einziges Geruchsgrübchen vorn am Kopf gelegen; bei den 
Cyclostomen, zu deneu unser Neunauge gehört, ist die Nase auch 
noch unpaar, wird aber bereits zu einem hinten blind endigenden 
Rohr; nur bei Myxine, einem parasitisch lebenden Fisch, com- 
municirt dieses Rohr mit der Mundhöhle. 

Alle übrigen Vertebraten haben eine paarige Nase ; in ihrer 
einfachsten Form stellt sie zwei symmetrisch gelegene, blind 
endigende Einstülpungen des Ectoderms dar. So tritt das Geruchs- 
organ bei vielen Fischen und bei sämmtlichen Embryonen der 
übrigen Vertebraten auf. 

Bei den Rochen und Haien ragen zwei Fortsätze vom Rand 
dieser Gruben einander entgegen und bilden eine zum Mundwinkel 
führende Rinne. Hier haben wir also den Beginn einer Com- 
munication der Nasenhöhle mit der Mundhöhle vor uns, und dieses 
Uebergangsstadium tritt genau in gleicher Weise bei den Embryonen 
der übrigen Wirbelthiere vorübergehend ebenfalls auf. 

Die seitlichen Randfortsätze, die bei Rochen und Haien die 
Nasenfurche bilden, können aber frühzeitig verschmelzen, wie bei 
manchen Knochenfischen; hier besitzt demgemäss die Nasenhöhle 
zwei Oeffnungen, die aber beide an der Aussenfläche des Körpers 
sich befinden. Allmälig rückt nun die eine dieser beiden in 
die Mundhöhle. Bei den Lurchfischen (Dijmo'i) und den Kiemen- 
lurchen {Perennihranchiaten) liegen die inneren Nasenöffnungen 
gerade noch auf dem Lippenrand, bei Salamandern und Fröschen 
sind sie schon hiuter die Kieferränder gerückt, bei den höheren 
Amphibien wandern sie noch weiter nach hinten, bis sie endlich 
bei allen höheren Vertebraten weit hinten im Rachen als die 
beiden Choanen ausmünden. 

Es scheint, dass diese allmäligen üebergänge im Causalnexus 
stehen mit dem successiven Aufgeben des Wasserlebens, Wir 
haben es hier mit einer Anpassung an den Aufenthalt in der 
Luft zu thun. Durch die Verbindung der Riechorgane mit dem 
Respirationsorgan werden erstere nicht nur leistungsfähiger 
bezüglich ihrer eigentlichen Function, sondern sie stellen jetzt 
auch noch Wächter für die zarten Athmungswerkzeuge dar. 

Noch überraschendere und anziehendere Resultate ergibt die 
vergleichende Betrachtung der Gehörorgane in der Thierwelt. 

Fragen wir wieder nach der denkbar einfachsten Form der 
Hörwerkzeuge, so muss ohne Weiteres zugegeben werden, dass 



— 139 — 

ein einfaches frei in das Wasser ragendes Härchen von etwas 
steiferer Beschaffenheit vollständig ausreichend sein kann, um 
Schallbewegungen des Wassers aufzunehmen und auf die Nerven 
zu übertragen. Vielfach sind auch derlei Haare an den ver- 
schiedensten wirbellosen Wasserthieren beschrieben und als Hör- 
haare in Anspruch genommen worden. Man suchte diese Deutung 
auch durch Experimente zu rechtfertigen. H e u s e n *) fand 
nämlich an Crustaceen solche Sinneshärchen auf, brachte die 
Thierchen unter ein Mikroskop, construirte einen schallleitenden 
Apparat und Hess nun eine Trompete anblasen ; es ergab sich, 
dass bei verschiedenen Tönen auch verschiedene dieser Härchen 
in deutlich mit dem Mikroskop wahrzunehmende Schwingungen 
geriethen, — ähnlich wie die Saiten eines Claviers ohne Dämpfer 
in Mitschwinguugeu versetzt werden, wenn man einen Ton hinein- 
singt, wobei dann auch diejenigen Saiten am stärksten erklingen, 
deren Ton dem gesungenen am nächsten verwandt ist. 

Aber nur selten ragen die Hörhärchen frei ins Wasser, in 
weitaus den meisten Fällen befinden sie sich in einem mit Flüssig- 
keit prall erfüllten Bläschen ; mit diesem Bläschen tritt der 
Hörnerv in Verbindung, dessen Fasern dann in die Epithelzellen 
des Hörbläschens eintreten, welche an ihrem entgegengesetzten 
Ende die in die Hörflüssigkeit ragenden Härchen tragen. In 
der Regel schwimmen in der Hörflüssigkeit feste, kuglige oder 
crystallisirte Concremente, vorzugsweise aus kohlensaurem Kalk 
bestehend; sie heissen Hörsteine oder Otolithen und zeigen meist 
eine zitternde Bewegung. Was für eine Funktion diesen Otolithen 
zuzuschreiben ist, weiss man nicht. Man glaubt, es seien 
Dämpfungsapparate, für welche Ansicht man geltend macht, dass 
in der Säugethierschnecke keine Otolithen sich finden, wohl aber 
eine eigenthümliche Membran, die Membrana tectoria der Ana- 
tomen. Ihre ganze Lage deutet auf einen Dämpfungsapparat hin, 
ferner sucht mau sie mit Recht der Otolithenmembran niederer 
Vertebraten gleichzusetzen. 

Ueberall, wo unzweifelhafte Hörwerkzeuge vorhanden sind, 
haben wir das gleiche Bauprincip : Ein geschlossenes flüssigkeit- 
erfülltes Bläschen mit Otolithen und Nerveuendorganeu. Selbst 
das verwickelte Labyrinth der höheren Vertebraten lässt sich 

*) Hensen, Stud. üb. d. Gehörwerkzeuge d. Krebse. Zeitschr. f. wies. 
Zool. Bd. XUI. 



— 140 - 

vermittelst vergleichender Betrachtung und der Thatsachen der 
Entwicklungsgeschichte auf diesen Bauplan mit Leichtigkeit zurück- 
führen. 

Schon die Medusen tragen in nächster Nähe ihres indifferenten 
Sinnesepithels diese Hörbläschen in den sogenannten Sinneskörpern. 

Bei Muscheln liegen die schönsten Hörbläschen gar im 
Fusse, während sie bei Schnecken und Würmern (Turbellarien, 
Nemertiuen, Arenicola, Fabricia u. a.) dem Kopfganglion dicht 
angelagert sind. Die Brachiopoden haben nur während ihres 
Larveulebens die Hörbläschen, die sich zurückbildeu, wenn sich 
die Thiere festsetzen. Nicht in allen Fällen kann der Zusammen- 
hang mit dem Nervensystem und der Ursprung dieses Hör- 
bläschens mit wüuschenswerther Sicherheit nachgewiesen werden. 
Bei den Medusen sind sie aber mit absoluter Bestimmtheit Derivate 
des Ectoderms und bei den Tintenfischen weiss man ebenfalls, 
dass sich das Hörbläschen aus dem äusseren Keimblatt durch einen 
Einstülpungsprozess, wie bei den Wirbelthieren entwickelt; und 
wie bei Rochen und Haien, so kann man auch bei Tintenfischen 
die nach aussen führende Einstülpungsöffnuug auch an aus- 
gewachsenen Thieren auffinden. 

Die Hörwerkzeuge der Arthropoden kennen wir nur bei 
wenigen Gruppen mit genügender Sicherheit. Ein kleines 
Krebschen {Mysis) ist dadurch berühmt, dass es seine Ohren, zwei 
prachtvolle Hörbläschen mit grossen Otolithen gar in der 
Schwanzklappe trägt. Dieser immerhin eigenthümliche Standort 
darf uns nicht allzusehr wundern, denn wir können aus anderen 
Gebieten ebenfalls auffallende Beispiele derart anführen. Die 
Medusen haben ihre Sinneskörper au verschiedenen und zahl- 
reichen Stellen ihres Schirmraudes; manche Muscheln tragen eine 
grosse Zahl von Augen an ihrem ganzen Mautelrand, Amphicora^ 
ein Borstenwurm, hat Augen an beiden Körperenden, und 
Polyophthalmus, ebenfalls dahin gehörig, hat sogar an jedem 
seiner zahlreichen Segmeute Augen. Diese Thatsachen beweisen 
nicht nur die ungemein grosse Anpassungsfähigkeit des gesammten 
Integumentes , sondern sie sind in vorzüglichem Grade dazu 
geeignet, uns beim Homologisiren ähnlicher Gebilde vorsichtiger 
zu machen, als gegenwärtig viele Zoologen es sind. So tragen, 
um nur noch ein Beispiel anzuführen, Grillen und Heuschrecken 
ihre Ohren in den Schienen der Vorderbeine, während die Feldheu- 



- 141 — 

schrecken dieselben an den Seiten der ersten Hinterleibsringe 
haben ; und die einzelnen Formverhältnisse weichen bei ganz 
nahe verwandten Gattungen in einem solchen Grade ab, dass 
man selbst hier, nach Graber,*) an ihrer Gleich werthigkeit zq 
zweifeln berechtigt ist. Die Richtigkeit der Deutung dieser 
Apparate als Ohren bei den eben genannten Orthopteren ist 
durch die neueren Untersuchungen Graber's wieder sehr in 
Frage gestellt. Es zeigte sich das merkwürdige Factum, dass 
diese Thiere nach der Exstirpation dieser vermeintlichen Ohren 
auf Geräusche und Töne noch gerade so gut, ja sogar noch besser 
reagireu als früher. Auch hörten sie nicht auf zu musiciren und die 
Geschlechter lockten sich nach wie vor durch Töne einander an. 

Bei den zehnfüssigen Krebsen stossen wir auf typische Hör- 
bläschen im Basalglied der inneren Fühler, sie stellen eine Haut- 
einstülpung dar und comrauuiciren zeitlebens mit der Aussenwelt, 
sind also mit Wasser gefüllt. Die Rolle der Otolithen spielen 
hier kleine Sandkörner, die sich der Krebs selbst in die Ohren 
hineinarbeitet, was H e n s e n dadurch bewies, dass er zu frisch 
gehäuteten Palaemon, die also ihre Hörsteine verloren hatten, 
Harnsäurecryställchen brachte, welche er später in den Hör- 
bläschen wieder auffand. 

Dass wir, wie bemerkt, das wunderbar gebaute Ohr der 
Wirbelthiere auf die typische Bläschenform zurückführen können, 
verdanken wir der Embryologie. In frühen Entwickluugsstadiea 
bildet sich zu beiden Seiten der Medulla oblongata eine Ein- 
stülpung des äusseren Blattes, die allmälig tiefer wird, sich von 
dem Ectoderm abschnürt und sich schliesst. Aus den Wandungen 
dieses primitiven Ohrbläschens entwickeln sich später die Sinnes- 
epithelien des Ohres; also auch hier verdankt der wichtigste 
Apparat, die Sinneszellen, seinen Ursprung dem Ectoderm. Das 
in die Tiefe gerückte einfache Bläschen nimmt durch allerlei 
Ausbuchtungen und Hervorstülpungen die merkwürdige Gestalt 
an, die zur Bezeichnung Labyrinth die Veranlassung gab. Das 
Labyrinth ist, wie bei den Wirbellosen, mit der Hörflüssigkeit 
gefüllt, in der die Otolithen schwimmen. Mit dem Labyrinth- 
bläscheu tritt ein Nerv, der Nervus acusticus, der nach Gegenbaur 
ein modificirter Hautnerv ist, in Verbindung ; das mittlere Keim- 

*) Graber, Die tympanalen Sinnesapparate der Orthopteren. Denkschr. 
d. k. k. Acad. d. Wiss. Wien. Bd. XXXVI. 



- 142 — 

blatt liefert unter anderm eine knöcherne Umhüllung ; die erste 
Kiemenspalte wird von den Amphibieu an aufwärts zur Pauken- 
höhle , während aus den Kiemenbogen selbst, — die bekanntlich 
bei den Embryouen höherer Wirbelthiere ähnlich auftreten, wie 
bei den Fischen, nur dass sie ein anderes Schicksal haben — 
schallleitende Apparate entspringen. 

Ganz wie für das Geruchsorgan lässt sich auch für das Hör- 
organ ein snccessives Auftreten der oben gekennzeichneten Com- 
plicatiouen darthun, und hier wie dort tritt nicht nur wiederum 
eine allmälige Anpassung an das Leben in der Luft auf, sondern 
es existirt auch ein entschiedener Parallelismus zwischen den 
Embryonalzuständen höherer und den fertig entwickelten Ohren 
niederer Vertebraten. 

Der Einstülpuugscanal des Labyrinthbläschens hat sich bei 
Rochen und Haien erhalten. Die drei bekannten halbzirkel- 
förmigeu Canäle treten in der Wirbelthierreihe successive auf. 
Myxine hat einen einzigen, Petromyzon deren zwei und erst die 
übrigen haben die drei Bogengänge entwickelt. Die Schnecke, 
jener wichtigste Abschnitt des Labyrinthes, deren wunderbarer 
Einrichtung wir es zu verdanken haben, dass wir aus einer Klaug- 
masse einzelne Töne herauszuhören vermögen, die also die Existenz 
der Musik direct bedingt, — sie kann gleichfalls in ihrer all- 
mäligen Entwicklung verfolgt werden : Die Schnecke der Fische 
ist eine leichte Ausbuchtung des Labyrinthes, die bei den Am- 
phibien, Reptilien und Vögeln sich allmälig vergrössert und an 
ihrem Ende etwas angeschwollen ist. Die Schnecke der niedersten 
Säugethiere, des merkwürdigen Schuabelthiers und der Echidna 
ist auf dieser Entwicklungsstufe stehen geblieben; sie haben die 
gleiche Schnecke, wie die Vögel uryi Reptilien, und erst bei den 
höheren Säugern nimmt dieses Gebilde die Form an, die ihm den 
Namen gab. 

Vergleichen Sie nun hiermit die Formveränderungen der 
Gehörschnecke bei den Embryonen der höheren Thiere. Die 
früheste Anlage ist eine leichte Ausbuchtung, wie bei den Fischen ; 
bald aber wächst sie in die Länge und bietet bei Säugethier- 
embryonen eine Lage und eine Form, die — nach einem Ausdrucke 
Kölliker's*) — fast auf ein Haar die Verhältnisse wiedergeben 



") Kölliker, Entwicklungsgesch. pag. 724. 



— 143 — 

wie bei den Vögelu. Bei Echidna und OrmtJiorhynchus bleibt 
sie auch auf diesem Stadium stehen, bei den übrigen aber 
beginnt sie bald die bekannten Spiralkrümmungeu. 

Der Schall-Leituugsapparat erscheint erst mit dem beginnen- 
den Luftleben; während die Schallwellen im Wasser genügende 
Intensität besitzen, um auf die Gehörorgane durch die Körper- 
wände hindurch einwirken zu können, bedarf es zum Hören in 
der Luft eines mehr oder weniger feinen Hebelsystems, das in 
seiner höchsten Ausbildung ganz ausserordentlich feine Luft- 
schwingungen dem Labyrinth vermitteln kann. Es setzt sich 
dieser Apparat im Wesentlichen aus einer schwingenden Platte, 
dem Trommelfell, und einem, oder einer Kette von drei Gehör- 
knöchelchen zusammen. 

Wem verdanken diese Letzteren ihren Ursprung? Sind sie 
neu auftretende Organe oder finden wir sie auch schon bereits 
bei Wassertbieren? 

Wie bereits erwähnt, treten bei den Embryonen höherer 
Thiere Kiemenbogen auf, die in Lage und Form im Allgemeinen 
den Kiemenbogen der Fische entsprechen, nur ist eben ihr Schicksal 
bei den verschiedenen Wirbelthieren ein verschiedenes. Die Kiemeu- 
spalte, die bei Rochen und Haien die Spritzlöcher bildet, wird 
von den Amphibien an aufwärts zur Paukenhöhle, die mit der 
Mundhöhle gerade so wie die Kiemeuspalte communicirt; diese 
Communication ist die Eustachische Trompete, die bei starken 
Schalleindrücken durch Oeffnen des Mundes ein Sprengen des 
Trommelfelles gelegentlich verhindern kann. Der Verschluss der 
Paukenhöhle nach aussen ist eben das Trommelfell , und das 
äussere Ohr, wo ein solches überhaupt vorhanden, ist lediglich 
eine Modification der Kiemenspaltenränder. Die Verbindung 
zwischen Labyrinth und Trommelfell ist bei Amphibien, Reptilien 
und Vögeln durch ein einziges Knöchelchen, die sog. Columella, 
bewerkstelligt, einem Derivat des zweiten Kiemenbogens. Erst 
die Säugethiere besitzen eine Kette von drei Gehörknöchelchen, 
die als Hammer, Amboss und Steigbügel genügend bekannt sind. 
Der Steigbügel entspricht der Columella, die beiden übrigen 
Knochen entstehen gleichfalls aus dem zweiten Kiemenbogen ; 
sie finden sich auch schon bei sämmtlichen niederen Wirbel- 
thieren, funktioniren aber hier als Verbindungsstücke zwischen 
Ober- und Unterkiefer, sind also beträchtlich grösser. Der Amboss 



— 144 — 

entspricht dem Quadratbein, der Hammer dem Os articulare der 
Anatomen. 

Das Gehörorgan der Wirbelthiere stellt also in der That ein 
vom äusseren Blatt stammendes Bläschen dar, welches sich suc- 
cessive durch Ausbuchtungen etc. zu dem Labyrinth gestaltet und 
mit welchem bei fortschreitender Entwicklung verknöcherte Ab- 
schnitte der Kieraenbogen in Verbindung treten, ein feines Hebel- 
werk darstellen, um die feinsten Schallbewegungen dem Labyrinth, 
also den Nervenendigungen zu übermitteln. 

Diese letzteren finden sich an verschiedenen Stellen des Laby- 
rinthes vertheilt ; die mit Hörhaaren in der Eiu- oder Mehrzahl 
versehenen Hörzellen treten zu Gruppen zusammen und formiren 
die Maculae und Cristae acusticae. Die Hörzellen sind evidente 
Epithelzellen und zeigen an ihrem einen Pol die Nervenfaser. 
Besonders zahlreich sind aber die Hörzellen in der Schnecke und 
hier tragen sie alle ganze Büschel von Hörhärcheu, Sie stehen 
auch hier zu Gruppen vereinigt und setzen mit noch anderen Ge- 
bilden das sehr genau untersuchte C o r t i 'sehe Organ zusammen, 
von dem hier nur das Wichtigste hervorgehoben werden kann. 

Alle Hörzellen stehen auf einer besonderen Membran, welche 
in der Schnecke ausgespannt ist , alle Windungen derselben 
mitmacht und einen höchst bemerkenswerthen mikroskopischen 
Bau zeigt. Dieses von den Anatomen als Membrana basilaris 
bezeichnete Häutchen ist nämlich aus zahllosen radiär angeordneten 
Fäserchen zusammengesetzt. Da nun die Basilarmembrau wie der 
Schneckencanal nach oben allmälig schmäler wird, so verjüngen 
sich auch die Radiärfasern und es lässt sich eine gewisse Aehn- 
lichkeit der letzteren mit den Saiten eines Klaviers nicht ver- 
kennen. Die Membrana basilaris spielt höchst wahrscheinlich die 
Rolle des Analysators, durch den es ermöglicht ist, aus einer 
ganzen Klangmasse einzelne Töne herauszuhören ; ihre Fasern 
werden durch die Schallbewegungen des Labyrinth wassers in 
Mitschwiugungen versetzt, und gerade wie beim Klavier ohne 
Dämpfer diejenigen Saiten am stärksten erklingen, deren Eigen- 
töne dem angegebenen Ton am nächsten verwandt sind, gerade 
so werden sich die Fasern verhalten und auf die über ihnen be- 
findlichen Hörzellen mehr oder weniger stark einwirken. Früher 
glaubte man in den Corti'schen Bogen die Analysatoren suchen 
zu müssen, seit man aber weiss, dass die Vögel, jene eminent 



- 145 - 

musikalischen Geschöpfe, keine Bogea besitzen, folgt mau der 
oben gegebenen Deutung H e n s e n 's. *) 

Es bleibt uns nun noch das A.uge übrig. Gerade so, wie wir Hör- 
organe bereits bei den Medusen aus dem indifferenten Sinnesepithel 
sich entwickeln sahen, sei es als einfache, frei in das Wasser ragende 
Härchen, sei es als theilweise oder ganz geschlossene Bläschen mit 
Otolith, gerade so treffen wir auch hier zum erstenmal auf un- 
zweifelhafte Sehorgane. Die Sinueszellen haben sich mit Pigment 
umgeben, es treten bereits lichtbrechende Medien, linsenförmige 
Verdickungen der äusseren Körperschicht auf Aber die drei Haupt- 
factoreu der Sehorgane : Nervenendigungen , Pigmente und licht- 
brechende Medien sind bereits vollständig vorhanden ; sie haben 
sich aus dem äusseren Blatt gesondert, liegen aber noch voll- 
ständig in demselben. Wo wir unzweifelhafte Augen antreffen, sind 
diese drei Factoren beim Aufbau betheiligt, nur lichtbrechende 
Medien fehlen zuweilen. Demgemäss kann man von dem bei 
manchen Turbellarien, Rotatorien und andern Würmern dem Ge- 
hirngaugliou aufgelagerten Pigmentfleck wohl nicht mit absoluter 
Bestimmtheit behaupten, dass er ein Auge sei, da Sinueszellen noch 
nicht nachgewiesen sind. 

Die Nervenendorgane im Auge sind durchgängig von stäbchen- 
oder zapfenförmiger Gestalt; die Zellen, denen sie aufsitzen, sind 
typische Epithelzellen mit centralem Nervenfortsatz ; bemerkeus- 
werth ist, dass bei manchen Augen (Wirbelthiere und einzelne 
Mollusken) die Stäbchen dem Licht abgewendet stehen ; das Licht 
muss vorher einige Gewebsschichten durchdringen, um zu den 
Stäbchen zu gelangen. 

Woher wissen wir, dass die Stäbchen und Zapfen beim Sehen 
in der That die Rolle von Uebertragungsapparateu spielen? 

Wir kennen nämlich im Auge der Wirbelthiere eine Stelle, 
wo Zapfen und Stäbchen fehlen ; dies ist die Eintrittsstelle des 
Sehnerven; es gelingt leicht, darzuthun, dass dieser bekannte 
Mariotte'sche Fleck vollständig blind ist. Ferner; Beleuchten 
wir unsere Retina in schräger Richtung, so gewahren wir die be- 
kannte Purkinj e'sche Schattenfigur, die dadurch entsteht, dass 
die vor den Stäbchen befindlichen Retiuagefässe auf diese einen 
Schatten werfen. 



^) Hen sen, Zeitschr. für wiss. Zool. XII. pag. 481. ^*'^>^'' -«/^ Vi' ^'""^"^ 



— 146 — 

Das allereinfachste Aeugleiu besitzen einige Räderthierchen 
und die berühmte Larvenform der Crustaceen, der Nauplius. Hier 
liegt ein eioziges Stäbchen im Pigment eingebettet; diese Ein- 
richtung ist vollständig ausreichend, um verschiedene Inteusitäts- 
grade von Lichtwelleu zu unterscheiden, während es kaum denk- 
bar ist, dass damit Farben oder Raumverhältnisse percipirt werden 
können. 

Die nächste Complication zeigen die Echinodermeu (Seesterne *) 
und die Wasserflöhe (Daphnien); hier treten mehrere in Pigment 
gehüllte Sehstäbchen auf, und bei den Daphnien bildet ihre Aussen- 
fläche einen Theil einer Kugeloberfläche. Wenn wir wollen, so 
können wir hier bereits von einer Retina sprechen, die kugelig 
nach aussen sich hervorwölbt und deren einzelne Elemente von 
verschiedenen Strahlen verschieden afficirt werden. Aber hier steht 
das Sehvermögen noch auf tiefer Stufe; denn halten wir daran 
fest, dass durch ein Nervenstäbchen einer Nervenfaser nur ein 
Eindruck vermittelt werden kann, so ist klar, dass durch die ge- 
ringe Zahl der Stäbchen in jenen Augen auch nur eine sehr be- 
schränkte Zahl von Einzelempfindungen hervorgebracht werden 
kann. 

Bei fortschreitender Entwickelung des Auges treten licht- 
brechende Medien auf. 

Ein kleines Krebschen, Corycaeus, hat wie der Nauplius ein 
einziges Sehstäbchen ; aber vor ihm ist eine Linse eingeschaltet. 
Offenbar hat letztere nicht die Bestimmung, ein Bild zu entwerfen, 
da ja keine genügende Zahl von Stäbchen hinter der Linse vor- 
handen ist, um die punctuellen Verschiedenheiten des Bildes zur 
Perception zu bringen; die Linse verstärkt lediglich die Wirkung, 
indem sie ein ganzes Bündel Lichtstrahlen concentrirt und auf das 
Stäbchen wirft. 

Ganz anders aber gestaltet sich die Sache, wenn die Linse mit 
einer grösseren Anzahl von Sehzellen sich combinirt; letztere bil- 
den dann eine flächenhaft entwickelte Retina, und das ganze Auge 
stellt nunmehr eine Camera obscura dar, wie sie der Photograph 
benützt. Die Linse entwirft ein verkleinertes, umgekehrtes Bild- 
chen auf die Retina und letztere verhält sich ähnlich wie die 
lichtempfindliche Platte des Photographen. Diese Analogie geht 



*) Häckel, Zeitschr. f. wiss. Zool. X. 



^ 147 — 

sogar noch beträchtlicli weiter. Vor einigen Jahren entdeckte 
Boll in der Netzhaut von Wirbelthiereu einen rothea Farbstoff, 
den sogenannten Sehpurpur, der die höchst bemerken s wer the Eigen- 
schaft hat, durch Licht zersetzt zu werden. In rasch geöffneten 
Augen eben getödteter Thiere kann man noch deutlich das ver- 
kleinerte umgekehrte Bildchen vor dem Tod angeschauter Objecte, 
z. B. eines hell erleuchteten Fensterkreuzes, erkennen. Der Seh- 
purpur hat möglicherweise weitere Verbreitung. Die Stäbchen 
in Arthropodeuaugen zeigen nämlich gleichfalls röthlichen Schimmer, 
und von Max Schnitze wurde auch im Cephalopodenauge eine 
rothe Farbe beobachtet. 

Durch die Entdeckung des Sehpurpurs sind die Ansichten 
über das Wesen des Sehvorgangs erheblich alterirt. Während 
man früher die Stäbchen bald als katoptrische Apparate, bald als 
Einrichtungen, durch welche stehende Lichtwellen erzeugt würden, 
deutete, ist man jetzt genöthigt, einem chemischen Prozess die 
Hauptrolle beim Sehen zu vindiciren ; die Natur dieses Prozesses 
wird wahrscheinlich durch die Beschaffenheit der Lichtstrahlen 
bestimmt. In welcher Weise dabei die Stäbchen alterirt werden, 
ist bis jetzt gänzlich unbekannt. Soviel scheint aber gewiss, dass 
von diesem Prozess nur soviel zur Perception kommt, als einzelne 
Stäbchen in Mitleidenschaft dabei gezogen werden ; demgemäss 
muss die im Gehirn durch eine Art Addition der Einzelempfiu- 
dungeu entstehende Gesichtsvorstellung um so ausgebildeter und 
detaillirter sein, je mehr Stäbchen getroffen werden und je feiner 
diese sind. Gerade so, wie man aus kleinen und zahlreichen 
Steinchen ein feiner ausgeführtes Mosaikbild construiren kann, 
wie aus grossen und wenigen, so werden auch diejenigen Thiere 
besser sehen, die möglichst kleine, aber zahlreiche Stäbchen und 
Zapfen besitzen. 

Hält man an dieser Vorstellung fest, so lässt sich auch die 
berühmte Frage nach dem Aufrechtsehen der Gegenstände, die 
doch auf unserer Netzhaut verkehrt abgebildet sind, erledigen. Im 
Grunde ist diese Frage ohne Weiteres beseitigt, wenn man sich 
nur klar macht, dass wir ja durch unsere Sinnesorgane überhaupt 
gar keine Abbilder der Aussenwelt erhalten. Nur Einwirkungen 
der Objecte auf unser Nervensystem finden statt. Will man aber 
dennoch diese vielumstrittene Frage erörtern, so bedenke man, was 
schön Joh. Müller so treffend bemerkt, dass wir ja Alles ver- 



— 148 — 

kehrt selieu, folglich auch unseren eigenen Körper und die tastende 
Hand, Und ferner: Was kommt denn in unser Gehirn? Ledig- 
lich eine Summe von Einzeleindrücken, vermittelt durch die ein- 
zelnen Stäbchen, aber keineswegs ein Bild; die Synthese zu einer 
Gesichtsvorstellung findet im Gehirn statt, wobei die Innervatious- 
gefühle bei der Augenbewegung eine erhebliche Rolle spielen, und 
der Umstand, dass das Sehstäbchen, welches mir den höchsten 
Punkt eines angeschauten Objectes vermittelt, bei dem Netzhaut- 
bild zu Unterst liegt, kommt gar nicht in Betracht, weil ich ja 
von der Lage der gereizten Stäbchen auf meiner Netzhaut nicht 
die geringste Vorstellung habe. Dass aber die relative Lage der 
in Wirkung tretenden Stäbchen von Bedeutung ist, leuchtet von 
selbst ein. 

Bilderzeugende, nach dem Princip der Camera obscura ge- 
baute Augen kommen in der Thierwelt weit verbreitet vor, und 
es würde zu weit führen, wollten wir alle kleinen Modificationen 
bei Würmern, Mollusken, Arthropoden und Wirbelthieren erörtern. 
Nur Einiges mag noch hervorgehoben werden: 

Ein sehr wunderbares Auge hat der zu den Cephalopodeu 
gehörige Nautilus ; es stellt auch eine Camera obscura mit äusserst 
ausgebildeter Retina dar; merkwürdigerweise fehlt aber die Linse 
vollständig. Die Augenkammer communicirt durch eine feine 
Pupillenöffnung mit der Aussen weit, ist also durch Wasser aus- 
gefüllt;- die Pupillenöffnung kann aber so fein gemacht werden, 
dass nach bekannten optischen Gesetzen ebenfalls ein umgekehrtes 
und verkleinertes Bild auf der Retina erzeugt wird. 

Die übrigen Tintenfische haben ausserordentlich hoch ent- 
wickelte Augen, die in manchen Beziehungen wahrhaft über- 
raschende Analogien mit dem Wirbelthierauge darbieten. Indessen 
es hat eine genaue Untersuchung die Unmöglichkeit einer Homo- 
logie festgestellt. Erwähnt sei noch die bemerkenswerthe Be- 
obachtung H e n s e n 's , *) nach welcher an eine Stäbchenzelle des 
Cephalopodenauges drei Nervenfasern treten ; würde sich dies auch 
bei andern Thiereu bestätigen, so würde dies der gegenwärtig viel 
bestrittenen Y o ung-He Im holt z 'sehen Farbentheorie eine erheb- 
liche Stütze bieten. 



*) Hen sen, Ueber das Auge einiger Cephalopoden. Zeitschr. f. wiss. 
Zool. Bd. XV. 



— 149 — 

Den grössten Modificationen miterliegt das Auge bei den 
Arthropoden. Ausser dem bereits geschilderten Nauplius-Auge, dem 
Auge des Corycaeus und der Daphnia treten neben ächten bilder- 
sehendeu Augen die wunderbaren Facetteuaugen auf. Die bilder- 
sehenden Augen lieissen hier Punktaugeu, Ocellen oder Stemmata 
und fiudeu sich ausser bei Spinnen, Krebseu, Tausendfüsslern und 
vielen Insektenlarven auch bei ausgebildeten Insekten; im letzteren 
Fall sind sie zu drei vorhanden und stehen auf dem Scheitel. Die 
Punktaugen repräsentireu becherförmige Vertiefungen der äusseren 
Körperhaut, deren OefFnung nach aussen mit einer linsenförmigen 
Integumeutverdickung verschlossen ist. Im Grunde des Bechers 
liegt die Retina und zwischen ihr und der Linse sind einige 
glashelle Zellen, der Glaskörper, eingeschaltet, während Pigment 
den Augenbecher rings umgibt. 

Das merkwürdige Facettenauge lässt sich nun leicht aus 
diesem Punktauge ableiten. Vermehren sich nämlich die Integu- 
mentlinsen, wobei ihre Grösse abnimmt, und findet eine Dilferen- 
ziruug der Retina und des Glaskörpers dergestalt statt, dass je 
etwa 7 Retinazellen und immer 4 Glaskörperzellen sich zu einer 
Gruppe vereinigen, sich mit Pigment umkleiden und mit einer 
der zahlreichen Facetten linsen in Verbindung treten, so haben 
wir ein Einzeläuglein des zusammengesetzten Insektenauges 
vor uns.*) Dabei werden die 4 Glaskörperzellen zu dem bekannten 
Krystallkegel, die entweder nach Grenacher's neuesten Unter- 
suchungen ihre weiche Beschaffenheit zeitlebens behalten oder 
aber durch einen Cuticularisirungsprozess allmälig verhärten. 
Bei verschiedenen Insekten sind Uebergangsstadien dieses Prozesses 
noch nachzuweisen. 

Wie wird nun mit dem Facettenauge gesehen? 

Zwei Möglichkeiten liegen vor. 

Erstens: In jedem Aeuglein entsteht durch die Facettenlinse 
ein umgekehrtes Bildchen der angeschauten Objecte; es sind also 
soviel Bilder da, als Facettenaugen. Diese Anschauung wird seit 
neuerer Zeit aufgegeben. Denn die geringe Anzahl von Retina- 
Elementen in einem Einzelauge, deren Stäbchen dazu auch noch 
zu einem einzigen Sehstab (»Rhabdom« Grenacher) verschmelzen, 
ist nicht im Stande, eine grössere Summe von Einzelreizen, die 

*) Vergl. Grenacher, Untersuch, über das Insektenauge. Klin. Monats- 
blätter für Augenheilkunde. Rostock 1877. 



— 150 — 

doch zur Perception des Bildes erforderlich wären, dem Central- 
organ zu übermitteln; dann aber ist gar keine flächeuhafte Retina^ 
vorhanden, wo ein Bild überhaupt entstehen könnte, und ferner 
hat Exner*) dargethan, dass nur central einfallende Strahlen 
zum Sehstab gelangen können, da die Kry stall zellen durch totale 
Reflexion das Zustandekommen eines Bildes vollständig unmög- 
lich machen. Ausserdem aber können ja die Facettenlinsen voll- 
ständig fehlen, wie bei den Crustaceen. 

Zweitens: Es kommt beim Sehen mit dem Facetten äuge über- 
haupt nicht zur Construction eines Bildes ; die Linsen dienen, wie 
heim Corycaeus-A.\igeiia.v zur Verstärkung, und soviele Einzelaugeu 
in dem kugelig hervorgewölbten Facettenauge stecken, soviele 
Eiuzelempfindungen werden beim Sehen erzeugt, gerade wie beim 
Daphnideuauge. Die Einzeleindrücke werden dann durch das 
Centralorgan addirt, gerade so wie es im Grunde genommen auch 
bei den bildersehenden Augen sich verhält; denn ob die meine 
Stäbchen reizenden Lichtstrahlen vorher einmal irgendwo zu einem 
reellen Bild vereinigt waren, ist für das Wesen des Sehvorgaugs 
eigentlich irrelevant, wenn nur die relative Lage der von einem 
Object gereizten Stäbchen die gleiche bleibt. Da die Einzelaugen wie 
Kugelradien angeordnet sind, so wird bei einem ruhig dasitzenden 
Insekt ein bestimmtes Aenglein, z. B. von der Spitze eines Baumes, 
ein weiter darunter liegendes von einem Punkt des Stammes ge- 
troffen. Alle dazwischen und seitlich stehenden werden durch ver- 
schiedene Punkte der Krone verschieden afficirt. Die Gesammtheit 
aller dieser Reize liefert die Gesichtsvorstellung. 

Diese Anschauung über die Function des Facettenauges wurde 
bereits vor 50 Jahren von Joh. Müller vertreten; er nannte diesen 
Sehprozess das Sehen nach dem Princip der musivischen Sonderung, 
insofern von einer Menge von Lichtstrahlen durch die Einzeläug- 
lein gewisse central einfallende ausgesondert werden und zur Wir- 
kung gelangen. 

Seine höchste Ausbildung und weiteste Verbreitung hat das 
Auge im Wirbelthierreiche. Nur der zweifelhafte Amphioxus hat 
lediglich einen Pigmentfleck, und wo wir auf blinde Wirbelthiere 
treffen, liegen stets rückschreitende" Metamorphosen vor, An- 



*) Exner, Ueber das Sehen von Bew. u. die Theorie des zus. Auges. 
Wiener Sitzungsber. TU. Abth. Juliheft 1875. 



— 151 — 

passungen an parasitische Lebensweise oder an den Aufenthalt an 
dunklen Localitäten. 

Es unterliegt das Wirbelthierauge auch nur geringen Modi- 
ficationeu, die durch den Aufenthalt im Wasser oder in der Luft, 
oder durch die Lebensweise überhaupt bestimmt sind. Hierauf ein- 
zugehen verbietet die Kürze der Zeit. 

Wollen wir aber die wichtigsten Theile des wundervollen 
Wirbelthierauges in ihrer Bedeutung richtig würdigen, so müssen 
wir auf die Entwicklungsgeschichte in Kurzem eingehen, deren 
Resultate auch den vielfach complicirten Bau leichter verständlich 
machen : 

In dem äusseren Keimblatt entsteht in frühen Embryonal- 
perioden das Nervensystem zunächst als eine Längsrinne, die sich 
allmälig von vorn nach hinten zu verschliesst, also zu einem 
Rohre wird, und in die Tiefe rückt. Wir halten fest, dass das 
Ceutralnervensystem ein Derivat des äusseren Keimblattes ist. An 
dem vorderen Ende des Nervenrohrs entstehen drei blasenförmige 
Erweiterungen, aus denen das Gehirn seinen Ursprung nimmt. In 
der vordersten dieser drei primitiven Hirnblasen entwickeln sich 
nun zwei seitliche Ausbuchtungen, die bald zu zwei mit der Vor- 
derhirnblase in Verbindung stehenden gestielten Blasen werden ; 
sie heissen die primitiven Augenblaseu und wachsen allmälig 
hervor bis zur Berührung mit der äusseren Haut, die sich über 
dem gesammten Nervensystem geschlossen hat. An der Berüh- 
ruugsstelle zwischen Augeublase und Integument entsteht nun in 
letzterem eine Verdickung, die aber bald zu einer Einstülpung 
sich umbildet, auf die Augenblase drückt, wodurch diese letztere 
von aussen herein gedrückt wird und dann einen doppelwandigen 
Becher darstellt, dessen Stiel mit dem Vorderhirn zusammenhängt. 
Der Stiel wird später zum Sehnerv; die hintere oder äussere 
Becherwand gibt der Pigmentschicht der Retina den Ursprung, 
während aus der inneren Becherwaud sich die übrigen 5 Retinal- 
schichten diflferenziren. In den Hohlraum des Bechers ragt die 
bald sich abschliessende Integumenteinstülpung hinein und ent- 
wickelt sich zur Linse. Das mittlere Keimblatt liefert die übrigen 
Augentheile, die Sclera, Cornea, den Glaskörper, Chorioidea, die 
Scheide des Opticus und die übrigen accessorischen Augentheile. 
Was uns am meisten interessirt, ist der Ursprung des wichtigsten 
Augentheils, des Sinnesepithels der Retina, aus dem äusseren 



— 152 — 

Blatte; gewiss ein höchst bemerkenswerthes Resultat, zumal wenn 
wir uns erinnern, dass auch für viele Wirbellose der Ursprung der 
Sehzellen aus dem Ectoderm constatirt ist, and dass die Sinnes- 
zellen im Ohr, im Geruchs- und Geschmacksorgan ebenfalls mit 
absoluter Bestimmtheit im Ectoderm entspringen. 

Der äusserst verwickelte Bau der Iletiua wird uns durch die 
soeben geschilderte Entwicklung verständlicher. Die hintere Hälfte 
des Augenbechers liefert Retiuapigment, das sich bis in die Iris 
fortsetzt. Aus der Innern Becherwaud entstehen 5 Schichten, die 
deutlich in zwei Abtheilungen zerfallen, eine nervöse und eine 
epitheliale. 

Die nervöse Abtheilung, die unter anderem die Opticus- 
fasern und zahlreiche Ganglien enthält, kann als eine dünne 
Lage grauer Hirusubstanz anfgefasst werden, worauf ja auch ihr 
Ursprung hinweist, während die Epithelialschicht genau dem 
Epithel des durch Einstülpung entstandenen Centralcanals ent- 
spricht, Ihre Zellen lagen einmal in der äussersten Körperschicht, 
wo viele Sehzellen niederer Thiere zeitlebens verbleiben. Wie 
soeben angedeutet, enthält die Epithelschicht die eigentlichen Seh- 
zellen, die theils mit cylindrischen, schlanken Stäbchen, theils mit 
flaschenförmigen Zapfen ausgestattet sind. Je höher die Thiere 
organisirt sind, je zahlreicher sind die Stäbchen und Zapfen, je 
detaillirter wird also gesehen. Beim Menschen schätzt man ihre 
Zahl auf 130 Millionen, während die Zahl der Opticusfasern nur 
auf 1 Million geschätzt wird. Demgemäss werden wahrscheinlich 
mehrere Endorgane auf eine Nervenfaser kommen. Den wirk- 
lichen Zusammenhang zAvischen Sehzelle und Nervenfaser kennen 
wir nicht ; wir verfolgen die Opticusfasern in die Ganglienzellen, 
jene »Kraftmagazine«, wir sehen sie auch wieder heraustreten, 
verlieren sie aber alsdann in der fein granulirten Schicht. 

Genau am hinteren Ende der Augenaxe kennt man eine ver- 
tiefte Stelle der Retina, die von ihrer gelben Farbe beim Men- 
schen und Affen den Namen Macula lutea führt. Sie ist die 
Stelle des deutlichsten Sehens , auf die beim Fixiren stets das 
Bild des fixirten Objectes fällt. Die Sehzellen tragen hier nur 
Zapfen von ungemeiner Feinheit ; die übrigen Partien der Retina 
verhalten sich zu diesem gelben Fleck nach einem hübschen 
Vergleich, wie der Sucher am feinen Teleskop zu diesem 
selbst. — 



— 153 — 

Wir sind mit unseren Betrachtungen zu Ende gekommen. 
Das ungeheure Wissensgebiet konnten wir freilich nur flüchtig 
durchwandern, um hier und da einige Früchte zu pflücken. Nichts- 
destoweniger können wir einige allgemeine Resultate aufstellen, 
die sich daraus unmittelbar ergeben. 

Zunächst hat sich gezeigt, dass die Sinnesorgane in der 
Thierwelt auf verschiedenen Entwicklungsstufen sich befinden, von 
denen viele von einfacheren , ebenfalls vorhandenen abgeleitet 
werden können. Andere sind fast stets nach einem gleichen 
Princip construirt, wenn dies auch nicht auf den ersten Blick 
in die Augen fällt. 

So Hessen sich die vielfach variirenden Tastorgane der Wirbel- 
thiere auf allmälig sich mehr und mehr complicirende Polster- 
apparate zurückführen. Die Geruchsorgane innerhalb des gleichen 
Typus können in eine vollständige Entwicklungsreihe gebracht 
"werden, und niedere Glieder dieser Reihe treten bei Embryonen 
höherer Thiere in identischer Weise wieder auf, aber nur vorüber- 
gehend. 

Das Ohr besitzt fast im ganzen Thierreich den gleichen Bau- 
plan: Ein Bläschen mit Otolithen und Nervenenden. Die Com- 
plicationen des Wirbel thieroh res, die Bogengänge, die Schnecke 
und die Gehörknöchelchen treten in der Wirbelthierreihe successive 
auf und in der gleichen Reihenfolge entwickeln sie sich beim Embryo. 

Das Auge erweist sich stets aus drei Factoren zusammen- 
gesetzt: Nervenstäbchen, Pigment und lichtbrechende Medien, 
die in vielen Thierstämmen zu einer Camera obscura zusammen- 
treten, deren Bildfläche von den Nervenstäbchen dargestellt wird. 

Allen Sinnesorganen gemeinsam sind aber die Sinneszellen 
mit ihren Nervenfortsätzen und ihren cuticularen Endgebilden ; 
meist treten sie zu Gruppen zusammen und bilden das Sinnes- 
epithel, das in seiner primitivsten Form bei den Medusen als 
indifFt^rentes Sinnesepithel zum erstenmal auftritt. 

Für die meisten Fälle ist festgestellt, dass die Sinnesepithelien 
aus dem äusseren Keimblatt stammen. Entweder bleiben sie zeit- 
lebens in der äusseren Haut liegen, oder sie wandern in die Tiefe, 
theils zum Schutz, theils um mit accessorischen Apparaten in 
Verbindung zu treten. 

Die Sinnesorgane sind demnach eigentlich weiter nichts als 
modificirte Hautpartien, die mit dem Nervenapparat in Verbindung 



— 154 — 

treten und deren Structur von der jeweiligen Entwicklungsstufe 
des betreffenden Geschöpfes abhängig ist. 

Es ist klar, dass durch den Entwicklungsgrad der Sinnes- 
organe auch ihre Leistungsfähigkeit bedingt ist und demgeniäss 
können wir behaupten, dass auch unsere Erfahrung, unsere ganze 
Erkenntniss von der gegenwärtigen Structur uiiserer Siunesapparate 
direct abhängig sein muss. 

Es kommt dabei, ausser den accessorischen Apparaten und 
den gröberen Verhältnissen, zunächst und vorzugsweise die Be- 
schaffenheit der specifischen Nervenenden, der Stäbchen, Zapfen, 
Härchen etc. in Betracht, denu hiervon ist ja nach unserer Vor- 
stellung die Natur des Nervenprozesses bestimmt. 

Ueber die Beziehungen der Endapparate unserer Sinnes- 
organe zu den Vorgängen der Aussenwelt einerseits und zu dem 
Nerveuprocess andererseits, sowie über die Natur des letzteren 
selbst stehen uns nur Vermuth ungen zu. 

Die neuere Physik lehrt uns, die Erscheinungen des Lichtes, 
des Schalles, der Wärme, die ehemischen Prozesse etc. als Be- 
weguugsvorgänge der kleinsten Massentheilchen kennen. »Das 
reichste Naturgemälde eines tropischen Urwaldes bietet der aua- 
lysirenden Wissenschaft nichts als bewegte Materie.« Diese Be- 
wegungen pflanzen sich bis zu unseren Sinnesorganen und in 
letzter Instanz bis auf die Nervenenden fort und müssen dort 
nach dem Princip der Erhaltung der Energie ebenfalls Bewegungen 
hervorbringen, Bewegungen, deren Natur durch die Vorgänge der 
Aussenwelt, aber auch durch die Beschaffenheit der Sinnesorgane 
bestimmt ist. 

Aber lange nicht alle Bewegungen der Aussenwelt können 
unsere Nervenendorgane alteriren. Aus dem unendlichen Chaos 
der uns umgebenden Vibrationen der Atome werden durch unsere 
Sinnesorgane nur gewisse ausgesondert und auf das Empfindungs- 
organ verpflanzt. So haben unsere Tonwahrnehmungen eine obere 
und eine untere Grenze, denn es gibt Wellenbewegungen der 
Luft, die genau so ablaufen, wie diejenigen, welche unsere Ton- 
vorstellungen erzeugen, aber unser Ohr reicht nicht aus, sie zu 
hören. Ebenso gibt es Lichtstrahlen, die die Silberverbindungen 
der photographiöchen Platte noch zersetzen, aber wir sehen sie 
nicht; es sind dunkle Lichtstrahlen. Zahlreiche Gerüche, die von 
anderen Geschöpfen wahrgenommen werden, machen auf unser 



I 



— 155 — 

Riechorgan keinen Eindruck. Und sind wir nicht umgeben von 
einem Heer von Beweguugserscheinungen, die wir Elektricität, 
Magnetismus etc. nennen, die aber erst so zu sagen iu optische, 
akustische, chemische und mechanische Bewegungsformeu umgesetzt 
werden müssen , damit wir von ihrem Dasein überhaupt eine 
Kenntuiss erlangen? Das heisst doch nichts anderes, als: Wir 
nehmen von der Welt nur soviel wahr, als es unsere Sinnes- 
organe erlauben, und es kann als einer der höchsten Triumphe 
der Naturforschung bezeichnet werden , dass wir ganz bestimmt 
wissen : Es existiren noch Vorgänge in der Welt, für deren Wahr- 
nehmung uns die Organe fehlen. 

Es lässt sich aber ausserdem noch mit Leichtigkeit darthuu, 
dass unsere Vorstellungen von Farbe, Grösse, Lage, Bewegungen 
eines Objectes durch die Beschaffenheit des Letzteren gar nicht 
unabänderlich bestimmt sind. Denken Sie nur an die berühmten 
Versuche, die an die Existenz des blinden Flecks in unserem 
Auge anknüpfen, oder an die bekannte Zolin er'sche Täuschungs- 
figur; diese letztere zeigt uns, dass wir nicht im Stande sind, 
zwei Linien, von denen wir ganz bestimmt wissen, dass sie parallel 
sind, als Parallellinien zu erkennen , wenn wir sie durch ein 
System schiefer Linien durchkreuzen. 

Unsere Erkenntniss ist also, wie Helmholtz sagt, durch 
unsere Organisation bedingt. Die Atome der Welt leuchten nicht, 
sie klingen nicht und haben keine Temperatur. Die ganze Welt 
ist dunkel, stumm, kalt. Erst wenn Sinneshärchen die Vibrationen 
auf ein Nervensystem übertragen, entsteht Licht, Schall, Wärme. 
Aber das grösste Räthsel, dessen Unlösbarkeit gerade aus 
der Lehre von den Sinnesorganen hervorgeht, haben wir noch 
nicht genannt. Wie entsteht aus einem Nervenprozess, der nach 
aller Wahrscheinlichkeit nur Bewegungsformen von Molecülen 
darstellt, eine Empfindung? Hier ist die Brücke abgebrochen; 
aus bewegter Materie kann Empfindung und Bewusstseiu nicht 
abgeleitet werden. Auch die Hypothesen von Seelenzelleu helfen 
hier nicht; aus dem einen grossen allgemeinen Räthsel entstehen 
dadurch nur Millionen Einzelräthsel , von denen jedes gerade so 
unlösbar bleibt. 

Können wir aber nicht die einfachste Empfindung aus be- 
wegter Nervensubstanz ableiten, und lässt sich darthun, dass wir 
die Vorgänge der Welt nur insoweit wahrnehmen, als die jeweilige 



— 156 — 

Structur der Sinuesapparate und des Nervensystems es gestattet, 
ja gelingt es sogar zu zeigen, dass wir Objecte gar nicht so 
wahrnehmen können, wie sie wirklich sind, so ist damit die 
absolute Unbegreiflichkeit der Naturvorgänge unabänderlich und 
endgültig erwiesen. 

Mit der Begreiflichkeit der Naturvorgänge steht und fällt 
aber der Materialismus ; er kann als philosophisches Priucip niclit 
aufrecht erhalten werden. 

Die Naturwissenschaften kämpfen also nicht nur mit Erfolg 
gegen willkürliche philosophische Speculationen, sondern sie bringen 
auch entscheidende Gründe gegen den Materialismus auf .und 
beseitigen mit diesem auch seine zersetzenden Wirkungen. 

Es sind demnach auch die Naturwissenschaften nach der posi- 
tiven Seite hin vollkommeu geeignet, hinter unserer Sinnenwelt eine 
neue und unendliche Welt der Ideale zu eröffnen, die den tief- 
gehenden Bedürfnissen des menschlichen Gemütbes, welche objectiv 
betrachtet ja auch schaö'ende Naturtriebe darstellen, in vollem 
Maasse Genüge leistet 

Möge es der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft 
noch lange vergönnt sein, an diesen wahrhaft erhabenen Be- 
strebungen der Naturwissenschaften intensiven Antheil zunehmen. 



— 157 — 



Anhang. 



a. Sectionsberichte. 

1. Bericht über die Section für yergleichende Anatomie. 

Von der Direction der Senckenberg'schen naturforschenden 
Gesellschaft zu einem Bericht über die Section für vergleichende 
Anatomie aufgefordert, komme ich dieser Aufforderung mit voll- 
kommenster Bereitwilligkeit entgegen. Finden sich aber auch 
in dem Bericht über 1875 — 76 eine grosse Anzahl osteologischer 
Thierpräparate von mir aufgeführt, so kann in diesem Jahre davon 
freilich nicht die Rede sein. Es waren jene Abfälle früherer 
laugjähriger Arbeiten über vergleichende My ol ogi e und Osteo- 
logie der Raubthiere etc. Gegenwärtig bin ich freilich mit 
ähnlichen Untersuchungen, wenngleich in weit unbekannteren 
Regionen beschäftigt. Das Material hierzu findet sich glücklicher- 
weise noch in der Section und enthält Choloepus didactyhis, 
Chironiys madagascariensis, Hyrax, Lemur^ Phascolomys, Halma- 
turus und Antilo])e dorccis ; Exemplare seltenster Art theilweise 
nicht nur präparirt, sondern gezeichnet, ja für unsere Ab- 
handlungen lithographirt. — Hier begegnen wir der Entwicklung 
der in Frage stehenden Systeme auf der niedersten Stufe, und 
hier finden wir Verknüpfungen in verschiedenster Richtung 
zwischen Wiederkäuern, Beutelth ier en und Nagern, 
zwischen Affen, Faulthieren und Raubthieren. Dass 
ein solches Material geistig und technisch durchgearbeitet werden 
muss und nicht kurzer Hand beurtheilt und sichtbar vorgeführt 
werden kann, versteht sich ja von selbst und muss ich daher, 
verehrliche Direction, bitten , sich mit obigen Andeutungen zu 
begnügen. 

Dr. Lucae. 



-> 158 — 



2. Bericht über die Thätigkeit der entomologisclieii Section 

der Senckenberg'sclieii naturforsclienden Gesellschaft im 

Zeitraum 1878/79. 

Die Thätigkeit der Sectiouäre beschränkte sich im abgelaufe- 
nen Jahre auf die genaue Durchsicht der Sanimlungshestände und 
auf die Vorarbeiten für eine durchgeführte und gleichmässige 
Herstellung der Schräuke und der darin euthaltenen Kasten für 
die eigentliche Sammlung. Zu diesem Zwecke musste ein grosser 
Theil der Kasten geräumt und deren Inhalt provisorisch ander- 
weitig in gesicherten Behältern aufbewahrt werden. Bis zu 
Ende Sommer werden die Reparaturen volleudet sein und soll 
dann eine gleichmässige Ordnung und Bearbeitung der Gesammt- 
bestände in Angriff genommen werden. Bei diesem Umstecken in 
andere Kasten konnte schon auf diese Umordnung zum Theil 
Rücksicht genommen und gleichartiges Material zusammengebracht 
werden. 

Eine Vermehrung ward der Sammlung zu Theil durch die 
Sendungen einer grossen Anzahl von Madagaskar-Insekten durch 
Herrn Stumpf. Herr v. Saussure aus Genf, unser correspou- 
direndes Mitglied, hatte die Güte, bei seinem letzten Hiersein 
eine Anzahl davon, besonders Orthopteren und Millepeden 
zu bestimmen, von denen einige sogar zugleich die Original- 
exemplare darstellen. 

Von Herrn von Maltzan wurde eine Anzahl von ihm in 
diesem Jahre in Portugal gesammelter, sowie ferner eine Suite 
brasilianischer Pracht-Schmetterlinge im Tausche gegen Dubletten 
aus den Käferbeständen erworben. 

Der Vorsteher der entomologischen Section: 

Dr. von Heyden, 
K. Hauptmann z. D. 



— 159 — 

3. Bericht über die conchologische Section in 1878/79. 

Unsere Conchyliensammlung erhielt iu dem abgelaufenen 
Jahre verschiedene nicht unerhebliche Bereicherungen. Angekauft 
wurden aus der Gruner'schen Sammlung die Gattungen Triton, 
Pyrula und Fusus, unter denselben zahlreiche Seltenheiten, welche 
unserer Sammlung fehlten. Von den Pyrula haben zahlreiche 
Exemplare als Originale für die Monographie dieser Gattung im 
Couchylieucabinet von Martini-Chemnitz gedient. 

Ferner wurden in Tausch von Herrn Verkrüzeu erworben: 
Panopaea norvegica, Soreofusiis Bernicicnsis, Neptunea norvegica 
und Bi'ccinopsis Dalei, vier der seltensten Nordsee-Arten, und eine 
Anzahl uns noch fehlender Seeconchylien von Mauritius. 

Von Herrn D. F. Heynemann erhielt unsere Sammlung ein 
sehr werthvolles Geschenk, eine grosse Anzahl abnormer und ver- 
krüppelter Couchylien, drei Schiebladen füllend, eine in ihrer ^rt 
wohl einzige Sammlung. 

Ferner von dem Sectionär eine Anzahl für unser Museum 
sämmtlich neuer Meerescouchylien aus West-Indien. Im Anschluss 
an die früher im Tausch erworbene Suite schenkte uns Herr 
H. von Maltzan ausserdem noch eine reiche Suite westindischer 
Zweischaler, so dass auch unsere westindische Localsammlung 
jetzt nicht mehr ganz unbedeutend ist. 

Die Artenzahl unserer Sammlung hat im verflossenen Jahre 
um etwa 300 zugenommen und beläuft sich jetzt auf nahezu 8000, 
immerhin noch nicht ein Viertel der bekannten Arten. 

Dr. W. Kobe lt. 



4. Bericht über die Sectionen der Botanik und der 
Phytopalaeontologie. 

Der Direction der Senckenbergischen naturforschenden Gesell- 
schaft erlaube ich mir folgenden kurzen Bericht über die Botanische 
Section vorzulegen. 

Die in letzter Zeit erworbenen Sammlungen, welche sich 
hauptsächlich auf Europa (hier vor allem auf Süd -Italien, aber 
auch auf Spanien, Griechenland, Serbien, Ungarn und Scandinavien) 



— 160 — 

ferner auf Nord - Amerika (Jowa, Missouri, Californien) und 
Süd-Amerika (Argentinische Republik) beziehen, konnten wenig- 
stens zum Theil bereits eingeordnet werden. Hierzu kam noch 
der grösste Theil des von Prof. Fresenius gesammelten Herbars, 
sowie die in letzter Zeit von mir bestimmten Pflanzen aus den 
von Prof. Rein in Japan gemachten Sammlungen. Die Einreibung 
schreitet vorläufig noch immer sehr langsam fort, da im ver- 
flossenen Jahre nur erst ein Theil der vorhandenen Fascikel in 
dem Schwefelkohlenstoff kästen gereinigt werden konnte ; also bei 
den jetzt einzureihenden Gattungen das lästige und ungemein 
zeitraubende Durchsehen der Fascikel noch nicht unterlassen 
werden kann. Im Jahre 1879 wurden durch die Beihülfe von Herrn 
A. Metzler weitere Erwerbungen von meist südamerikanischen 
und südeuropäischen Pflanzen gemacht, und schliesslich eine Flora 
von Colorado, bestehend in 860 Nummern erworben, einem Districte, 
welcher durch die Grossartigkeit \md Eigenthümlichkeit seiner 
Terrainbildung sich auszeichnet und zugleich noch kaum bekannt 
ist. Diese Flora ist Gebirgsflora, gesammelt von 5000 bis 14 000 
Fuss über'm Meer. — Bei wissenschaftlichen Arbeiten wurde das 
Herbar der Seuckenbergischen Gesellschaft in letzter Zeit mehr- 
fach zu Rathe gezogen , (von auswärtigen hier durchreisenden 
Botanikern), 

Die paläontologische Sammlung wurde dieses Jahr durch die 
von Herrn Prof. Sandberger in Würzburg geschenkte werthvolle 
Suite von Pflanzen Versteinerungen aus dem Zsilythale in Sieben- 
bürgen bereichert. Zugleich hoff'e ich, dass wohl in naher Zeit eine 
Sammlung von Devonpflanzen aus belgischen Fundorten, welche 
mir Herr Director Crepin in Brüssel für das Museum zugesagt hat, 
eintreff'en werde. Auch darf ich die Hoffnung aussprechen, dass 
ich eine grössere Suite von Pflanzen aus dem Pliocen Toskana's, 
mit deren Bearbeitung ich jetzt gerade beschäftigt bin, durch die 
Güte des Herrn Dr. v. Bosniaki dem Museum zuzuweisen vermag. 
Letzteres würde insofern noch besonders erwünscht sein, da die 
von mir aus gleichaltrigen Ablagerungen Siciliens beschriebenen 
Abdrücke durch Schenkung des Herrn Director Stöhr schon früher 
dem hiesigen Museum zugewendet wurden. 

Dr. Geyler, 

Sectionär für Botanik. 



161 — 



5. Bericht der Section für Mineralogie über den Jahr- 
gang 1878. 

An Geschenken sind hervorzuheben: 

1. Von Herrn Dr. Friedrich Scharff 4 Stufen vom 
Vesuv, besonders aufsitzende Leuzite, 1 Amethystdruse von den 
3 Brunnen. 14 Stufen aus dem Taunus, darunter Flussspath- 
Octaeder vom Rossert. Weiter: Groth, Uebersicht der Mineralien 
nach ihren krystallographisch-chemischen Beziehungen. 

2. Von Herrn Dr. Alfred Buck 1 faustgrosses Stück 
Tachyljt aus dem Basalt von Bockenheim, 

Aus dem durch Herrn Dr. R ü p p e 1 1 seiner Zeit der Minera- 
logischen Section durch Tauschgegeustände zugewiesenen Capitale 
sind von demselben alljährlich zu Anschaffungen zu ver- 
wenden fl. 22.30 = M. 38.57 

dazu wurden für den laufenden Jahrgaug weiter . » 111.43 

ausgeworfen, so dass zur Verwendung kommen konnte 

ein Betrag von M. 150, — 

Hiervon ist angeschafft worden: 

1. In dem Heidelberger Mineralien -Comptoir fand ich nur 
Weniges für das Museum geeignet: 

Mai: 1 Wolframit von Schlaggenwald M. 3. — 
1 verzerrter Kalkspath von Andreasberg » 1, — 
1 Markasit von Folkestone . . . . » 1. — 



M. 5,— 



2. C. F. Pech, die ausgezeichnete Mineralien- 
handlung in Berlin, sandte Besseres: 

Aug. 13, Gold von Vöröspatak, zierlicher Skelet- 
bau in Stäbchen reihenweise geordnet, ähnlich einer 
Stufe in Bonn, welche H ess enb erg in Minera- 
log. Notiz VH pag, 39 beschrieben M. 20. — 
Ilmenit von Miask » 13,50 

Weiter hat sich die Section an Dr. Schuchardt 
in Görlitz gewandt in der Hoffnung, daselbst spanische 
Mineralien zu erhalten, die uns fast durchaus fehlen. 



M. 33.50 



11 



— 162 — 

Er saudte 3 Kistchen, darinnen aber nur wenige 
spanische Mineralien. 

3. (Oct.) bei Dr. Schuchardt in Görlitz.. 

Proustit von Marienberg . . . . M. 10. — 

Kalkspathgruppe von Przibram . . » 10. — 

Skapolith von Gouvernor .... » 20. — 

Thenardit von Caracolas .... » 2. — 

10 Stück Philippsit von Zirswitz . » 3. — 

Schweizerit nach Quarz, Zermatt . » 1. — 

Göthit von Lostwithill » 4. — 

Hydrotitanit 2 Stück, Magnet Cove » 2.50 

Stephanit von Andreasberg ... » 12. — 

Mauganit von Ilefeld » 3, — 

l'yrolusit von Platten > 1.50 

Malachit von Cordova » 1.50 

Pyromalit von Nordmarken ... » 4. — 

Nagyagit von Naguaga .... » 6. — 

Glauberit von Villa Rubin ... » 10. — 

Heulandit vom Wallis, Gieblisbach. » 8.50 

sog. Sandcalcit » 3. — 

Sylvanit von Nagyag » 7.— ^ ^^^^ 



Im Ganzen also . . M. 147.50 

Dagegen wurden zufolge eines Beschlusses der Gesellschaft 
3 Stück kleiner Nilgeschiebe No. 1855 aus der Mineralogischen 
Sammlung ausgeschieden und an die städtische historische Samm- 
lung laut Quittung übergeben. 

Von den seiner Zeit durch Herrn Dr. Volger eingestellten 
Gegenständen sind bis jetzt zwei Kisten voll ausgeschieden 
und abgeholt worden; es ist etwa noch ein gleicher Betrag zu 
demselben Zwecke zurückgestellt worden. 

Im Laufe dieses Sommers ist die ganze Mineralogische 
Sammlung durchgesehen, gereinigt und frisch geordnet worden. 
Es o-eschah dies wieder nach dem bisher befolgten älteren System 
von Blum, während neuerdings die öffentlichen Sammlungen 
mehr und mehr bei der Gruppirung der Mineralien die Aehnlich- 
keit der chemischen Constitution ohne Berücksichtigung der Form 
ins Auge fassen und zur Geltung bringen. Ein bezüglicher An- 



— 163 — 

trag auf Umänderung des Systems in der Aufstellung ist indess 

unterblieben, weil eine derartige Umstellung einen verfügbaren 

freien Raum verlangt, jetzt aber zu diesem Zwecke kaum eine 

einzige Schublade hätte verwendet werden können; vorerst bleibt 

noch die Aufstellung der geologischen und der paläontologischen 

Sammlung zu vollenden, der nöthige Raum wird sich dann wohl 

finden. 

Dr. Friedrich Scharff, 
Sectionär für Mineralogie. 




164 — 



b. Protokoll-Auszüge über die wissenschaftlichen 
Sitzungen während 1878/79. 

In diesen Sitzungen werden regelmässig die neuen Geschenke 
für die Sammlungen, sowie für die Bibliothek vorgelegt. 

Diese sind, da ein Verzeichniss derselben unter S. 35 gegeben 
ist, hier nicht erwähnt, insofern sich nicht etwa Vorträge daran 
knüpften. Ebenso ist nicht erwähnt, dass, was regelmässig 
geschah, das Protocol! der vorigen Sitzung verlesen wurde. 

Samstag den 16. November 1878. 

Vorsitzender Herr Dr. Th. Petersen. 

Herr Dr. Stricker hielt zur Erinnerung der am 
7. April 1778 erfolgten Promotion von Samuel 
Thomas von Sömmerring einen Vortrag, — das Andenken 
an die vielseitige Thätigkeit und Bedeutung des grössten Ana- 
tomen Deutschlands hier in Frankfurt wach zu erhalten, wo er 
seine Familie begründete. Hierdurch wurde ihm später Frankfurt 
zu seiner zweiten Heimath, wo er mehrere Jahre als practischer 
Arzt wirkte, wo er auch die letzten Lebensjahre im Kreise seiner 
Familie verbrachte und 75 Jahre alt sein ruhmreiches Leben 
schloss. In eben diesen Jahren schenkte Sömmerring auch 
unserem Museum und daher vor Allem den kühnen Unterneh- 
mungen RüppelPs grosses Interesse. 1828 am 7. April wurde 
hier auf das solennste sein 50jähriges Doctorjubiläum gefeiert. 
Aus den Ueberschüssen der zur Prägung einer Denkmünze für 
diesen Tag gesammelten Beiträge wurde der von unserer 
Gesellschaft alle 4 Jahre zu vergebende, vor 2 Jahren nun zum 
elften mal vergabte Sömmerring-Preis, welcher der bedeu- 
tendsten Leistung in der Physiologie werden soll, gegründet. 



— 165 — 

In einem zweiten V'ortrage schilderte Herr Dr. v. Heyden 
seine mit 2 Freunden von Mitte Mai bis Ende Juli 
dieses Jahres in Croatien und Ölavonien unter- 
nommene wissenschaftliche Reise. Hierfür ist eine 
Karte, in welche ihre Reiseroute eiugezeichuet ist, ferner eine 
grössere Anzahl besonders interessanter Landschaftsbilder etc. 
aufgestellt. Nachdem nun der Redner die durchreisten Länder 
orographisch und hydrographisch beschrieben, geht er auf die 
nähere Beschreibung der besonderen Ziele und der Mittel ein, 
welche die Reisenden beim Sammeln verwendeten. So wurde Perusic 
wegen der in den dortigen Höhlen lebenden augenlosen Insecten 
besucht. Eine Hauptausbeute gaben die auf dem Grunde von 
trichterförmigen Vertiefungen vermodernden umgestürzten Bäume 
und das hier liegende Laubwerk. Die Entstehung dieser Kessel 
erklärt der Redner durch locales Einsinken, Einstürzen des unter- 
höhlten, kahlen, kalkigen Plateaus; vielfach sind diese Trichter, 
welche in sehr verschiedeneu Grössen, vielfach in enormer Menge, 
sich im ganzen Gebiete finden , mit durch die Regenwasser 
eingeschwemmter, bebaubarer Ackerkrume am Grunde überdeckt. 
Gelegentlich der Beschreibung der Buchen- und Eicheuurwälder, 
die von den Reisenden ebenfalls durchforscht wurden, kommt der 
Redner auf das frühere unsinnige Abholzen des westlichen See- 
karst und Velebit, ferner auf die Art und Weise, wie die öster- 
reichische Regierung jetzt diese kolossalen Waldbestände nutzbar 
zu macheu sucht, zu sprechen. Das Nothweudigste hierfür, Strassen, 
fehlen ebeu noch meistens. Die Ziege bezeichnet der Redner als 
den grössten Feind des Pflanzeuwuchses ; wo sie in grösserer 
Menge gezogen werde, ist das Land arm. 

Abgesehen von der Insecten weit hat auch die übrige Fauna 
manch Interessantes: im Oguliuer Regiment sollen in einem Wald- 
bestand von 40 000 Joch noch circa 150 Bären stehen; hier 
finden sich auch Auerhähue, Gemsen, häufig auch Wölfe ; ganz 
enorm reich sind Sümpfe, z. B. im Peterwardeiner Regiment an 
Sumpfvögeln. Die Plitvica-See'n, welche 12 au Zahl etagenmässig 
übereinander reihenweise sich folgen, von denen jeder sein krystall- 
reines kalkreiches Wasser durch mehrere Klafter hohe Fälle iu 
den unteren ergiesst, sind reich an Lachsforelleu. Das Fischen 
derselben geschieht durch Werfen mit eisernen Haken nach den- 
selben von den höchst primitiven Fahrzeugen aus, die einfach 



— 166 — 

und gauz roh ausgehöhlte Baumstämme sind. Von Clausilien 
brachte der Redner 8 neue Varietäten mit. 

Die erfolgreiche Reise verdanken die Reisenden zum grossen 
Theil einer von General-Feldmarschall-Lieutenaut Philippovic 
ausgestellten offenen Ordre, welche alle Civil- und Militär-Behörden 
anwies, den Reisenden auf jede Weise behülflieh zu sein. 

Samstag den 7. December 1878. 

Vorsitzender Herr Dr. Th. Petersen. 

Den ersten Vortrag hielt Herr Dr. H. Loretz über die 
Schichten von Hallstatt und St. Cassian und deren 
Versteinerungen, wozu eine grössere Auswahl der von Herrn 
von Klippstein angekauften Sammlung vorlag. Die Namen 
Hallstatt und St. Cassian sind schon lange in den Kreisen 
derer bekannt, welche sich die touristische oder die wissenschaft- 
liche Erforschung der Alpenwelt zum Ziele gesetzt haben. Wie 
die Umgebungen dieser Orte landschaftlich reich an sehens- 
werthen, grossartigen Scenerien sind, so enthalten auch die 
dortigen Berge eine grosse Fülle von m'rk würdigen Versteine- 
rungen, deren Aufsammlung und Untersuchung die Geologen schon 
seit Jahrzehnten beschäftigt; eine umfangreiche Literatur existirt 
schon über dieselben. Die Gesteinsschichten, welche jene ver- 
steinerten üeberreste ehemaliger Meeresgeschöpfe einschliessen, 
gehören dem Keuper an, welcher sich aber in seiner alpinen Aus- 
bildung, nach Gestein, wie nach organischen Einschlüssen wesentlich 
von dem uns nähergelegenen schwäbisch-fränkischen Keuper ab- 
weichend zeigt. Diese Verschiedenheit in der alpinen und ausser- 
alpinen Entwickeluug ein und desselben Schichtensystems macht 
sich mehr oder weniger bei allen Formationen geltend und bildet 
eine Hauptschwierigkeit bei der zoologischen Entzifferung des 
alpinen Schichtengebäudes. Der Vortragende berührt nun kurz 
noch eine Reihe von anderen Schwierigkeiten — so die mannig- 
faltigen und grossartigen Lagerungsstörungen, welche mächtige, 
steil aufgerichtete Schichtensysteme betroffen und verschoben 
haben, dann die grosse Armuth an Versteinerungen oder den 
schlechten Erhaltungszustand derselben in manchen Gebirgs- 
partien, weiter die Hindernisse, welche Terrain, Witterung oder 
auch mächtige Alles verfüllende Schuttmassen dem vordringenden 



— 167 — 

Geologen entgegenstellen u. s. f. Erschwerender jedoch als die 
genannten Punkte ist für die rasche und sichere geognostische 
Orientirung in den Alpen der sogenannte Facieswechsel, d. h. 
die Erscheinung, dass ein und dieselbe geologische Bildung an 
verschiedenen, oft gar nicht weit von einander entfernten Orten 
im Alpengebirge selbst so ganz anders aussehen kauu, dass also 
z.B. in demselben geognostischen Horizonten Koralleukalk, 
Dolomit, Hochseekalk mit Ammoniten etc. miteinander wechseln 
können. Gerade der Keuper zeigt sich in dieser Beziehung 
äusserst vielgestaltig und bietet denn auch an den Orten Hall- 
statt einerseits und St, Cassian anderseits ein sehr abweichendes 
geognostisches Bild ; während in Hallstatt am unteren und mittleren 
Keuper eine Kalkbildung mit Ammouiteu, der sogenannte Hall- 
statter Marmor erscheint, findet sich in St. Cassian als gleich- 
zeitiges Aequivaleut eine Reihe ganz anders zwischen Schichten 
und unter diesen als wichtigste die St. Cassianer Kalkmergel und 
Korallenkalke mit den berühmten Versteinerungen. Den Schluss 
des Vortracres bildet eine nähere Charakterisirung und Übersicht- 
liehe Betrachtung der Faunen, welche in Hallstatt und St. 
Cassian überliefert sind , nebst Bemerkungen über deren gegen- 
seitige Beziehungen und muthmassliche Lebensbedingungen. Auch 
durch die Entdeckung dieses Reichthumes an organischen Formen in 
der Alpen-Trias wird die nur dürftige Fauna der gleichzeitigen 
ausseralpineu Formationen in erfreulicher Weise ergänzt, und so 
erst die Verbindung hergestellt zwischen der reichen Entfaltung 
der Thierwelt einerseits in den paläozoischen Formationen und 
anderseits in den jüngeren mesozoischen. 

Hierauf besprach Herr Dr. Petersen die Quellen für 
die Bildung der Erzgänge. Dass Gangmineralien und 
Erze im Allgemeinen nicht aus grossen Tiefen stammen, vielmehr 
zu den Nachbargesteinen in naher Beziehung stehen, konnte nicht 
unbekannt bleiben; weiss ja auch der Bergmann aus Erfahrung, 
wie sehr die Erzgänge und Lager nutzbarer Mineralien an gewisse 
Gesteine geknüpft sind. Es hatte an einschlägigen, genauen 
chemischen Untersuchungen bislang gefehlt. Der Vortragende 
erinnert daran, wie er für viele krystallinische Gesteine einen 
Gehalt an phosphorsaurem Kalk nachgewiesen und so auch die 
Quelle der nassauischen Phosphoritlager erklärt, ferner wie er 
bei den in Gemeinschaft mit Prof. Sandberger ausgeführten 



— 108 — 

Untersucliungeu der liochiüteressaiiteu Mineralien der Silber, 
Wismuth, Kobalt uud andere Metalle führenden Erzgänge des 
mittleren Schwarz waldes eben jene Metalle mehrfach in den 
Nebengesteinen coustatirt, sowie dass der Schwerspath der dortigen 
Gänge von dem kleine Mengen von Baryt führenden Feldspathe 
abgeleitet werden müsse. Neuerdings hat sich nun Sandberger 
weiter mit diesem Gegenstände beschäftigt und in verschiedenen 
Hornblenden, Augiten und sogar im Glimmer schwere Metalle, 
wie Kupfer, Kobalt, Blei, Silber, Wismuth, selbst Arsen und 
Antimon nachgewiesen, was für die Bildung der Erzgänge von 
hohem Interesse erscheint. Der Antimon, Kupfer uud Kobalt 
führende Glimmer von Zindelstein im südöstlichen Schwarzwalde 
wurde u. A. vorgezeigt. 

Samstag den 18. Januar 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. S c h m i d t. 

Vorerst erläutert Herr Dr. v. H e y d e n die Bildung der 
Kalktuffe, welche sich auch heute noch am Grunde der 
Plitvica-See'u bilden. Der Kalkreichthum der Zuflüsse gelaugt 
heute durch Auslaugung des Hippuritenkalkes, der die umliegenden 
Gebirge zum grossen Theil zusammensetzt, in dieselben. 

Hierauf hält Herr Dr. Reichen bach den angekündigten 
Vortrag über die Keimblätter und die erste Ent- 
wickelung des Nervensystems bei Arthropoden. 
Eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Zoologie ist 
die Erkeuntniss, dass die Thiere mit alleiniger Ausnahme der 
Protisten aus gauz einfachen, meist flächenhaft ausgebreiteten 
Primitivorgauen, den sogenannten Keimblättern, sich entwickeln. 
Nachdem der Vortragende die Verdienste Wolff's, Pander's, 
Bar's, Rathke's, Müller's etc. hervorgehoben, zeigt er, wie 
durch die Aufstellung der Zellentheorie auch die Lehre von den 
Keimblättern in eine neue Phase getreten uud eine Menge dies- 
bezüglicher wissenschaftlicher Fragen angeregt habe, u. A. wie 
entstehen aus der Eizelle die Keimblätter, wie sind die Keim- 
blätterzellen beschaffen, wie betheiligen sich deren Elemente an 
dem Aufbau der Orgausysteme ? Neuerdings ist nun durch die 
Aufstellung der Descendenztheorie die Keimblätterlehre wieder in 
ein neues Stadium getreten. Jetzt richte sich die Forschung 



— 169 — 

besonders darauf, zu eruireu, ob die Keimblätter der verschiedenen 
Thiertypen, der höheren und niederen, gleiehwerthig oder homolog 
seien? Behufs dessen geht die Untersuchung dahin zu erkennen, 
1. ob der Entsteh ungsprocess der Keimblätter bei allen Thieren der 
gleiche ist, 2. ob bei denselben aus den entsprechenden Keim- 
blättern genau die gleichen Organsysteme sich aufbauen. 

Redner stellte sich nun die Aufgabe, diese beiden Momente 
an genau untersuchten Repräsentanten des Arthropoden-Kreises 
zu discutiren, schickte jedoch dem noch die Erläuterung des von 
ihm verbesserten Leiser'schen Mikrotoms voraus, mittelst dessen 
z. B. ein erhärteter Embryo in eine ununterbrochene Reihe von 
Schnitten bis ^jio mm Dicke zerlegt werden kann, so dass eine 
genaue Einsicht in die inwendig ablaufenden Entwickelungs- 
processe möglich ist. Aus der Untersuchung Bobretzky's etc. 
ergab es sich, dass im Arthropodenei eine totale Furchung statt- 
finde, dass jedoch das Endresultat dieses Processes bei Crustaceen 
und Arachniden einerseits, bei Insecten anderseits ein wesentlich 
verschiedenes sei. Genau beschreibt Redner besonders das von 
ihm in diesem Stadium untersuchte Ei von Ästacus ßuvicUilis 
und dessen Umwandlung ; schliesslich sei es von einem über ein- 
schichtigen Zelllager umhüllt. Bei den Schmetterlingen hingegen 
fand Bobretzky innerhalb dieser Eizelle noch andere sehr 
voluminöse Zellen, die den ganzen übrigen Zellraum erfüllen. 
Während also bei Krebsen und Spinnen am Schlüsse des 
Furchungsprocesses nur e i n Keimblatt vorhanden ist, finden sich 
beim Schmetterlinge deren zwei. Der Redner schildert nun die 
von ihm beobachtete weitere Entwickelung der Keimblätter des 
Flusskrebses — die des Mesodermes und Eutodermes, welch' ersteres 
wahrscheinlich dem Entoderm entstamme. Nach Kowalewsky 
bilde sich beim Schwimmkäfer und bei der Biene durch Einstül- 
pung nicht, wie beim Ästacus das innere, sondern das mittlere 
Blatt, ähnlich sei es auch nach Bobretzky bei den Schmetter- 
lingen. Es geht hieraus hervor, dass die Keimblätter nahe ver- 
wandter Thiere auf sehr abweichende Art entstehen, dass somit, 
auch wenn man andere Thiere so in den Bereich der Vergleichung 
zieht, aus dem Entstehungsprocesse bis jetzt noch nicht auf deren 
Homologie zu schliessen sei. 

Nun auf die Betheilignng der Keimblätter an dem Aufbaue 
der Orgaosysteme übergehend , macht der Vortragende geltend, 



— 170 — 

dass iu dieser Beziehung mehr Uebereiustimmung vorhanden 
sei. Wie bei den höheren Thieren entwickeln sich z. B. 
bei Ästaciis aus dem inneren Blatt der Mitteldarm und die 
Leber , aus dem mittleren die Muskulatur , das Herz , das 
Blut etc., aus dem äusseren die Körperbedeckung, der Vorder- 
und Hinterdarm, besonders aber auch das Nervensystem, dessen 
hier ablaufende Entwickelungsvorgänge sehr analog denen bei 
Wirbelthiereu sei. Redner beschreibt genauer die ersten Anlagen 
des Nervensystems bei Ästaais; zuerst lege sich eine mediane 
seichte Rinne an, deren mittlere Partieen später segmentweise 
sich einstülpen, jährend die Randpartieen die Ganglien liefern. 
In früheren Stadien liege das Gehirn nicht dem übrigen Nerven- 
system in Bezug auf den Darin entgegengesetzt, vielmehr sei die 
Lage des Krebsgehirnes über dem Darm lediglich die Folge später 
eintretender Krümmungen, die mediane Nervenrinne sei auch bei 
Schmetterlingen und beim Regenwurm aufgefunden. 

Nach alle dem schliesst Redner, dass die Homologie der 
Keimblätter noch als ein Problem bezeichnet werden müsse, das 
in hohem Maasse geeignet sei, den Forschungstrieb anzuspornen 
und ihm feste Richtung zu geben. 

Die wichtigsten Behauptungen bezüglich der Entwicklungsge- 
schichte des Flusskrebses belegte der Vortragende mit beweisenden 
Präparaten, die er durch Zeichnungen erläuterte und mittels der 
aufgestellten Mikroskope demonstrirte. 



Samstag den 15. Februar 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. Geyler. 

Eine vorliegende Sammlung, ein Geschenk von Herrn Prof. 
Dr. Sandberger iu Würzburg, gab Herrn Dr. Geyler Gelegen- 
heit, die Tertiärflora des Zsilythales in Siebenbürgen zu besprechen, 
demnach ist sie äquivalent unserem Cyrenenmergel, also ober- 
oligocäu; ausser den von Heer beschriebenen Pflanzen fanden sich 
unter den von Herrn Sandberger geschenkten auch Spuren von 
Taxodium disüchum. 

Hierauf folgte der Vortrag des Herrn Dr. Julius Ziegler 
über phänologische Beobachtungen. Siehe Seite 89. 



— 171 — 

Samstag den 1. März 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. Schmidt. 

Herr Major von Homeyer über Naturleben am 
C u a n z a. Wie alle westafrikanischen Fkissgebiete, so ist auch das 
des Cuanza charakterisirt durch eine vordere Barre — zurück ins 
Land hat derselbe z. B. bei Massangano eine Breite von 1400 Schritt, 
während die der Mündung nur 500 Schritt beträgt; noch weiter' 
zurück, oberhalb Dondo stürzt der Fluss über mehrere Wasserfälle. 
Zur grossen Regenzeit — Februar bis Anfangs Mai — stauen 
sich daher die Wasser bedeutend und setzen das Tiefland, das sich 
von der Küste weit ins Innere erstreckt, unter Wasser. Unter 
anderem beobachtete der Redner (1875) an einer Palme noch in 
einer Höhe von 22 Fuss Schlammtheile. 

Das vom Redner durchforschte Gebiet gliedert sich in : 
1. die weite Ebene mit Steppenflora, 2. den Urwald mit dichtem 
unwegbarem Unterwalde, 3. das inselartig aus der Steppe sich 
heraushebende Felsengebiet mit Bergen von 2 — 4000 Fuss Höhe, 
durchschnitten von tiefen Schluchten. Hier concentrirt sich das 
Thier- und Menschenleben. — Die Flora der Steppe besteht, soweit 
sie feucht ist, vornehmlich aus Ricinus, Papyrusartigen Gräsern 
und Bourdaonpalmen, auf und an den zurückgetretenen Wassern 
aus Süsswasser-Blasentangen und Amaryllisartigen Pflanzen; wo 
in der Trockenzeit die Steppe trocken ist, ist sie von Cactusartigen 
Euphorbien, Mimosen, Genisten und gelb und roth blühenden Malven- 
bäumen bewachsen. Weiter werden die Umstände geschildert, 
welche die Ebene zu einer Malariagegend machen — Wasser, 
tropische Hitze, dumpfe Luft und starker Temperaturwechsel, der 
während eines Tages ca. 20" R. beträgt. 

Auf das Thierleben übergehend bespricht der Redner den 
grossen Einfluss, welchen die Manier der Neger, die dürre Steppe 
in Brand zu setzen, auf jene ausübt. Der Löwe ist weit östlich 
bis Malange verdrängt, wo keine Steppe ist ; dasselbe gilt vom 
Büffel, vom Elephanten, auch Busch- Antilopen werden nicht mehr 
gesehen; der Leopard ist ins Gebirg verdrängt, ist auch dort nicht 
mehr gefürchtet. Doch regenerirt sich rasch wieder die Steppe, flüch- 
tige Thiere, Perlhühner, Trappen, Heuschrecken finden sich wieder 
ein, letztere sogar oft in ungeheurer Anzahl. Von den Flussbewohnern 
bespricht der Redner besonders das Krokodil ; er sah Thiere von 



— 172 — 

10 — 14 Fuss Lauge; es ist als das schlimmste uächtliehe Raubthier 
gefürchtet; währeucl der Fortpflauzuugszeit hält es sich iu den 
Tümpelu mit weit aufgerisseuem Racheu, deu oft eiu blauflügeliger 
Regeupfeifer uach Parasiten fahudeud durchläuft. Nach d e R o s a ist 
das Nilpferd bei Colombo, 12 Meileu von der Küste, sehr häufig, doch 
lässt es höchstens 6 Punkte — die Nüstern, die Augen-Stirnränder 
und die Ohrenspitzen am Wasserspiegel sehen. — Aus dem ge- 
birgigen Gebiete nannte der Vortragende den Klippschliefer und die 
graugrüne Meerkatze, deren Hauptaufenthalt Carica Papaya, die 
Bananen, die Schirmakazien und Gummibäume sind; auffällig ist, 
dass sie beim Herabkletteru auch von den steilsten Felsen stets 
mit dem Kopf vorangehen. — Die Regenzeit ist die Zeit der Be- 
gattung, des Nesterbauens, folglich der Sommer. Zur Berichtigung 
der verbreiteten Ansicht, als besässen die Tropen keine Sänger, 
führt der Redner die Buiitdrossel (Bessornis)^ verschiedene Staare 
und Nectariuen, auch einen drosselartigen Steinschmätzer iu Central- 
Afrika an. Von den Schmetterlingen hebt der Vortragende deu sehr 
raschen Generationswechsel hervor. In deu 9 Monaten — 
September bis Aufaugs Mai — geschieht derselbe meist dreimal. 
Während die Abkömmlinge einer Generation gleich sind, zeigen 
dagegen die verschiedeneu Generationen Verschiedenheiten, z. B. 
hat die 1. Generation von Pontia severhm auf der Unterseite eine 
schwarz und weisse, die 2. eine schwarz und gelbe und die 3. eine 
schwarz und rothgelbe Netzzeichuung. Als Beweis für das massen- 
hafte Vorkommen der Schmetterlinge erwähnte der Redner, dass 
er in der Regel au einem Abende in seinem Zimmer 180 — 200 
Nachtschmetterliuge gefangen habe. Die grossen hochfliegeuden 
Charaxen, welche am Gipfel der Veronia fehrifuga sich aufhalten, 
lockte er mit Cognac und Zucker, mit denen er Negercacteen überzog, 
herab. Die Stellen, an welchen sich die Charaxen gerne aufhalten, 
sind kleine Stelleu, am Gipfel, an welchen durch Ameisen das 
Ausfliessen des Nahrungssaftes veranlasst ist. Herr von Homey er 
vermuthet, es seien die Ueberschwemmungen und Brände, welche 
die Ameisen nöthigten, so hoch zu steigen. Damit stimme, dass 
alle Höhlennestbauenden Vögel, die Staare, Eisvögel etc. zahl- 
reiche Brut haben, im Gegensatze zu denjenigen, Avelche offene 
Nester bauen, deren Brüten bei uns zahlreich sind. Was die 
Verbreitung derThiere angeht, wird hervorgehoben, dass die Thier- 
welt von Pongo Adongo, das vom Ufergebiete durch eine Gebirgs- 



~ 173 — 

kette getrennt ist, sehr geringe Beziehungen zum benachbarten 
Westen haben , vielmehr gehe die Hauptströraung nach Nordost. 
So correspondiiTu die Schmetterlinge mit der Fa'ina der süd- 
asiati^chen Tuseln, sogar des Amurgebietes, wofür Yphthima der 
Erebien-Abtheilung, dann auch Danais und Charaxes Belege geben. 
Mit Madagascar hat Pongo Adongo die AcJierontia solam gemein. 
Eine dritte Strömung führt nach Norden nach dem Senegal, 
was sich durch gleiches Klima und gleiche Bodenbeschaffenheit 
erklärt. Von am Cuauza vorkommenden Kosmopoliten erwähnte 
der Redner schliesslich den Distelfalter, unseren Todtenkopf und 
die kleine Ackereule. — Mehrfach ist die Bemerkung gemacht, 
dass an der Küste (Loando) Schmetterlinge, welche weiter land- 
einwärts mit Punktzeichnung vorkommen, in Strichzeichnung über- 
gehen, ähnlich wie dies z. B. die Helgoläuder Form Var. Zatima 
thut, im Vergleiche zur continentalen Stamm- und Punktform 
Spüosoma liibricipeda. 

Samstag den 5. April 1879. 

Vorsitzender Herr Dr. H. Schmidt. 

Herr Dr. Julius Ziegler spricht über thermische 
Vegetationsconstanten. Siehe Seite 103. 

Dr. F. Kinkelin, 

d. Z. erster Secretär. 



— 175 — 




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Inhalt. 



Seite 
Bericht, erstattet am Jahresfeste, den 25. Mai 1879, von Dr. med. 

Heinrich Schmidt 3 

Verzeichniss der Mitglieder: 

I. Stifter 22 

n. Ewige Mitglieder 23 

III. Mitglieder des Jahres 1878 24 

IV. Neue Mitglieder für das Jahr 1879 30 

V. Correspondirende Mitglieder 31 

VI. Ausserordentliche Ehreumitglieder 34 

Verzeichniss der eingegangenen Geschenke: 

1. Für das naturhistorische Museum 53 

2. An Geld 38 

3. An Büchern 38 

Verzeichniss der durch Tausch erworbenen Bücher und Zeitschriften 41 

Verzeichniss der angekaviften Bücher und Zeitschriften 51 

Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben 55 

Bilanz per 31. Dec. 1878 56 

Vorträge und Abhandlungen : 

1. Reptilien und Amphibien aus Syrien von Dr. Oskar Böttger 57 

2. Diagnosen zweier neuer Amphibien aus Madagascar. Von 

Dr. phil. 0. Böttger 85 

3. Diagnoses Coleopterorum aliquot novorum in Japonia a Dom. 
Prof. J. J. Rein, Doct. phil., collectorum, auctore Dr. L. de 
Heyden 87 

4. Ueber phänologische Beobachtungen von Dr. Julius Ziegler 89 
5- üeber thermische Vegetations-Constanten von Dr. Julius 

Ziegler 103 

6. Bemerkungen und Nachträge zu den Mittheilungen über Mada- 
gaskar und seine Lepidopteren-Fauna von M. Saalmüller 122 

7. Allgemeines über Sinnesorgane. Vortrag, gehalten bei der 
Jahresfeier von Dr. HeinrichReichenbach 127 



ri r. ^ C A 



— 176 — 

Anhang : 

a. Sectionsbericlite. 

1. Bericht über die Section für vergleichende Anatomie . . . 157 

2. Bericht über die Thätigkeit der entomologischen Section der 
Senckenberg'schen natur forsch enden Gesellschaft im Zeitraum 
1878/79 158 

3. Bericht über die conchologische Section in 1878/79 .... 159 

4. Bericht über die Sectionen der Botanik und der Phytopalae- 
ontologie 159 

5. Bericht der Section für Mineralogie über den Jahrgang 1878 161 

b. Protokoll-Auszüge über die wissenschaftlichen Sitzungen während 

1878/79 164 



Mahlau & VValdschraidt. Fr.inkfurt a. M. 



, Äf*' 



Bericht 



über die 



Senckenbergische 
naturforschende Gesellschaft, 



1878-1879. 




Frankfurt a. M. 

Druck von Mali lau & Wal tisch m id t. 
1879. 



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gL JVHOI Ubrarv - Serials 

5 WHSE 00181